Diese Arbeit behandelt das Grab des Lyson und des Kallikles und beachtet dabei den historischen Kontext auf der Grundlage der erarbeiteten Mittel von Stella Miller, die das hochhellenistische Kammergrab erforscht hat. Ich möchte das Augenmerk auf die Einzigartigkeit des Komplexes legen, da es sich um ein Mehrgenerationengrab handelt.
An der Symbolik der Wandmalerei kann man die Militärshierarchie ablesen, die im nahen Zusammenhang mit der Familie gestanden haben muss und in dieser besonderen Form nur in diesem makedonischen Grab von Lefkadia vorkommt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Grabkomplex
3. Konstruktion
3.1 Vorkammer
3.2 Grabkammer
4. Phasen der Malerei
5. Parallelen und Diskrepanzen
6. Vergleich der Stile
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das makedonische Grab des Lyson und des Kallikles mit Fokus auf dessen historischem Kontext, der einzigartigen Symbolik der Wandmalereien sowie der architektonischen Gestaltung als Mehrgenerationengrab.
- Analyse des hochhellenistischen Kammergrabes unter Einbeziehung der Forschung von Stella Miller.
- Untersuchung der ikonographischen Symbolik, insbesondere der Militärhierarchie in den Wandmalereien.
- Vergleich des Grabkomplexes mit anderen makedonischen Gräbern und stilistischen Parallelen (2. pompejanischer Stil).
- Darstellung der Bestattungsriten und der Bedeutung der rituellen Ausstattung.
Auszug aus dem Buch
Die Phasen der Malerei
Laut Miller sind die Lünetten (Abb. 8 u. 9) als Erstes gemalt worden, demnach wurden die Wände von oben nach unten hin gestaltet. Zuerst die vertikalen und im Anschluss die horizontalen Linien, weil die Säulen als Abgrenzung für die Nischen dienen mussten. Als Letztes entstanden die polychromatische Malerei und die Dekoration.
Die Fassade, die in dieser Arbeit nicht abgebildet ist, enthält eine Rosette, die bei der Ausgrabung entdeckt wurde. Sie soll über der Tür gefunden worden sein.
In der Vorkammer ist eine creme-gelbe Färbung der Wände zu sehen. An der Westwand befindet sich ein 1,06m hoher Altar (Abb. 4), der in roten, weißen und blauen Farben gestaltet wurde. Gegenüber an der Ostseite existiert ein 0,7m hohes Perirrhanterion (Abb. 3), welches den Durchmesser von 0,58m aufweist. Jenes ist in Grau- und Blautönen ausgearbeitet worden. Allgemein gilt dieses Weihwasserbecken zur rituellen Waschung, das vor dem schmutzigen Tod schützen soll. Insgesamt befinden sich an der Ostseite der Vorkammer drei Paar horizontale Linien und darin die Aufschrift u.a. „ΛΥΣΩΝΟΣ ΚΑΛΛΙΚΛΕΟΥΣ ΤΩΝΑΡΙΣΤΟΦΑN(…)“ – Lyson und Kallikles Söhne Aristophanes (Abb. 5).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit gibt einen Überblick über die Fundgeschichte und erläutert die methodische Vorgehensweise bei der Untersuchung des Grabkomplexes.
2. Der Grabkomplex: Es werden die Lage, die Datierung in das späte 3. bis 2. Jahrhundert v. Chr. sowie der Aufbau als Zweikammergrab mit 22 Nischen beschrieben.
3. Konstruktion: Dieses Kapitel detailliert den architektonischen Aufbau der Vorkammer mit ihrem Altar und Weihwasserbecken sowie die Grabkammer mit ihren Nischen und Lünetten.
4. Phasen der Malerei: Der Fokus liegt auf der Abfolge der malerischen Gestaltung und der symbolischen Bedeutung der dargestellten Elemente, wie Schlange, Waffen und Pflanzen.
5. Parallelen und Diskrepanzen: Es erfolgt eine Gegenüberstellung mit anderen makedonischen Gräbern sowie eine Rekonstruktion der Bestattungspraktiken anhand archäologischer Funde.
6. Vergleich der Stile: Die Wanddekoration wird hinsichtlich ihrer Ähnlichkeit zum "Painted Architectural Style" bzw. dem zweiten pompejanischen Stil analysiert.
7. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Einzigartigkeit des Grabes eng mit dem hohen gesellschaftlichen Stellenwert der Familie im Militärwesen verknüpft ist.
Schlüsselwörter
Grab des Lyson und des Kallikles, Makedonien, hochhellenistische Epoche, Wandmalerei, Architekturstil, Grabkomplex, Stella Miller, Militärhierarchie, Zweikammergrab, Bestattungsriten, Lünetten, Perirrhanterion, ikonographische Symbolik, Lefkadia, Antike.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit dem archäologischen Befund des makedonischen Grabes des Lyson und des Kallikles und analysiert dessen Bauweise sowie künstlerische Gestaltung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Architektur des Grabes, die Bedeutung der Wandmalereien, der historische Kontext und der Vergleich mit anderen zeitgenössischen Grabmalen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist es, die Symbolik und Ikonographie des Grabes zu untersuchen und mögliche kulturelle Verbindungen oder stilistische Parallelen zu anderen Regionen und Epochen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert primär auf einer Auswertung der Forschungsergebnisse von Stella Miller, ergänzt durch vergleichende Analysen stilistischer Merkmale und ikonographischer Details.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Beschreibung der Konstruktion, die Abfolge der Malphasen, den Vergleich mit anderen Fundkomplexen sowie eine stilistische Einordnung der Wanddekoration.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Makedonische Gräber, Kammergrab, Painted Architectural Style, militärische Symbolik und hellenistische Kunst.
Was verraten die Wandmalereien über die Bestatteten?
Die symbolischen Darstellungen von Waffen, Rüstungen und der Militärhierarchie deuten auf einen hohen sozialen Status und eine starke Verbundenheit der bestatteten Familie zum makedonischen Militärwesen hin.
Warum ist das Grab als Mehrgenerationengrab besonders?
Es zeichnet sich dadurch aus, dass über einen längeren Zeitraum hinweg Bestattungen vorgenommen wurden, was sich durch die Hinzufügung von Namen und vermutlich auch durch die fortlaufende malerische Gestaltung des Raumes belegen lässt.
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- Belinda Luban (Author), 2014, Das Grab des Lyson und des Kallikles. Ein Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/372865