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Warum haben Ostdeutsche mehr ethnische Vorurteile? Eine empirische Analyse

Titel: Warum haben Ostdeutsche mehr ethnische Vorurteile? Eine empirische Analyse

Bachelorarbeit , 2016 , 62 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anne Lorenz (Autor:in)

Psychologie - Sozialpsychologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In Untersuchungen der Vorurteilsforschung wird immer wieder festgestellt, dass es in Ostdeutschland höhere Werte von Fremdenfeindlichkeit gibt als in Westdeutschland. In dieser Arbeit wird nach Antworten gesucht, wie dieser Unterschied erklärt werden kann.

Die Sekundäranalyse basiert auf Daten einer repräsentativen Befragung im Rahmen des GMF-Projektes des Jahres 2011 (N = 1,738). Autoritarismus, Kontakt zu AusländerInnen und fraternale wie individuelle relative Deprivation wurden aus der Forschungsliteratur als maßgebliche Mediatoren herauskristallisiert und in einem parallelen Mediationsmodell auf ihren Einfluss hin untersucht. Die Ergebnisse für Kontakt zu AusländerInnen und Autoritarismus stützen die bisherigen Forschungsergebnisse, sie vermitteln deutlich zwischen Ost-West-Zugehörigkeit und Fremdenfeindlichkeit. Die Ergebnisse für beide Formen relativer Deprivation sind weniger eindeutig. Unerwartet zeigt fraternale relative Deprivation einen geringeren mediierenden Einfluss als individuelle relative Deprivation. Es bleibt ein geringer direkter Effekt zwischen Ost-West-Zugehörigkeit und Fremdenfeindlichkeit, der weiterführend untersucht werden sollte. Theoretische und praktische Implikationen werden diskutiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Hintergründe

2.1. Grundbegriffe und Abriss der Vorurteilsforschung

2.2. Analyse der Situation in Ostdeutschland

2.2.1. Situationsbeschreibung

2.2.2. Autoritarismus

2.2.3. Kontakthypothese

2.2.4. Relative Deprivation

2.3. Hypothesen

3. Methode

3.1. GMF-Survey

3.2. Stichprobenbeschreibung

3.3. Vorgehen und Material

4. Ergebnisse

4.1. Deskriptive Statistik

4.1.1. Fremdenfeindlichkeit im Ost-West-Vergleich

4.1.2. Drittvariablen

4.1.3. Interkorrelationen

4.2. Inferenzstatistik

4.2.1. Vorgehen

4.2.1. Fremdenfeindlichkeit im Ost-West-Vergleich

4.2.2. Mediationsanalysen

5. Diskussion

5.1. Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse

5.2. Methodische Reflexion - Grenzen der Untersuchung

5.3. Implikationen für Theorie und Praxis

5.4. Abschließende Gedanken

6. Literatur

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit zielt darauf ab, die Ursachen für die empirisch belegten, höheren Fremdenfeindlichkeitswerte in Ostdeutschland im Vergleich zu Westdeutschland mittels einer Sekundäranalyse der GMF-Daten von 2011 zu identifizieren und zu erklären.

  • Analyse des Ost-West-Unterschieds hinsichtlich fremdenfeindlicher Einstellungen.
  • Untersuchung von Autoritarismus als vermittelnde Variable (Mediator).
  • Evaluierung der Bedeutung von Kontakt zu Ausländern für Vorurteilsabbau.
  • Überprüfung der Rolle von individueller und fraternaler relativer Deprivation.

Auszug aus dem Buch

2.2. Analyse der Situation in Ostdeutschland

Viele Analysen Deutschlands wurden durch die Einmaligkeit der Wendesituation und Betrachtung der Anpassungsprozesse beider deutscher Staaten an die neue Situation angeregt. Beschreibungen und Erklärungen kommen aus allen denkbaren Fachbereichen, die Bandbreite der Themen und Perspektiven ist unüberschaubar. Daher beschränkt sich der Fokus dieser Arbeit auf den Zusammenhang zwischen Fremdenfeindlichkeit und deutsch-deutschem Vergleich.

Es gibt viele Texte und Analysen, die sich vor allem mit Konstrukten wie Autoritarismus (z. B. Lederer, 1995, 2000; Oesterreich, 1993, 2000; Zick & Henry, 2009), Benachteiligungsempfindungen (z. B. Heitmeyer & Grau, 2013; Klein et al., 2009; Schmitt & Maes, 2002), Kontakt mit AusländerInnen (z. B. Christ et al., 2014; Wagner, von Dick, Pettigrew, & Christ, 2003), Identifikation mit Deutschland (z. B. Becker, Christ, Wagner, & Schmidt, 2009) oder Desintegrationsprozessen (z. B. Heitmeyer & Imbusch, 2012; Mansel & Kaletta, 2009) beschäftigen und sich in verschiedener Intensität den Unterschieden des Ost-West-Vergleichs widmen. Eine Reihe von Analysen, die auf diesen Unterschied Bezug nehmen, entstand im Rahmen des GMF Projekts, in dessen Zentrum neben Fremdenfeindlichkeit weitere durch Vorurteile betroffene Gruppen standen.

Es stellt sich eingangs die Frage, ob es eine korrekte oder vorurteilsbesetzte Betrachtungsweise ist, die Bundesländer in Ost und West als Vergleichskategorien zusammen zu fassen, wenn es um erhöhte Fremdenfeindlichkeitswerte geht. In ihrem Artikel gehen Babka von Gostomski, Küpper und Heitmeyer (2007) dieser Frage nach und kommen zu dem Schluss, dass diese Zusammenfassungen gerechtfertigt sind, da sie nach Betrachtung aller Bundesländer feststellten, dass sich in den neuen Ländern die Werte in Hinblick auf Fremdenfeindlichkeit kaum unterscheiden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der Fremdenfeindlichkeit ein und stellt fest, dass in Ostdeutschland empirisch höhere Werte verzeichnet werden, was die Suche nach erklärenden Ursachen motiviert.

2. Theoretische Hintergründe: Dieses Kapitel erarbeitet den aktuellen Forschungsstand zu Vorurteilen und stellt die relevanten psychologischen Konzepte wie Autoritarismus, Kontakthypothese und relative Deprivation vor.

3. Methode: Der methodische Teil beschreibt die Nutzung des GMF-Surveys 2011, die Stichprobenzusammensetzung sowie die Operationalisierung der verwendeten psychologischen Skalen.

4. Ergebnisse: Hier werden die statistischen Daten analysiert, wobei deskriptive Vergleiche und Mediationsanalysen den Einfluss von Autoritarismus, Kontakt und Deprivation auf den Ost-West-Unterschied belegen.

5. Diskussion: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse, hinterfragt die methodischen Grenzen und leitet Implikationen für eine praxisorientierte politische und gesellschaftliche Arbeit ab.

6. Literatur: Das Literaturverzeichnis listet die verwendeten Quellen und Forschungsarbeiten.

Schlüsselwörter

Fremdenfeindlichkeit, Ost-West-Vergleich, Autoritarismus, Kontakthypothese, relative Deprivation, Vorurteilsforschung, GMF-Survey, soziale Identität, Desintegration, Benachteiligungsempfinden, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Sozialisation, Diskriminierung, deutsch-deutsche Geschichte, Mediation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, warum in Ostdeutschland signifikant höhere Werte an Fremdenfeindlichkeit gemessen werden als in Westdeutschland.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Studie?

Zentral sind die psychologischen Konstrukte Autoritarismus, Kontakterfahrungen mit Ausländern sowie individuelle und fraternale relative Deprivation.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, durch eine Mediationsanalyse zu prüfen, ob die genannten psychologischen Faktoren den Ost-West-Unterschied in Bezug auf Fremdenfeindlichkeit statistisch erklären können.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Die Arbeit basiert auf einer Sekundäranalyse repräsentativer Querschnittsdaten des GMF-Surveys 2011, die mittels T-Test und Mediationsanalysen statistisch ausgewertet wurden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?

Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen erarbeitet, das methodische Vorgehen beschrieben und die Ergebnisse der statistischen Berechnungen dargestellt, um die aufgestellten Hypothesen zu prüfen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Fremdenfeindlichkeit, Autoritarismus, Kontakt zu Ausländern, relative Deprivation und Ost-West-Zugehörigkeit.

Warum wird Autoritarismus in dieser Arbeit als Vermittler untersucht?

Autoritarismus korreliert stark mit Fremdenfeindlichkeit und dient im Modell als Erklärung für die Reaktion auf verunsichernde soziale Situationen, wie sie in der Nachwendezeit im Osten erlebt wurden.

Welche Erkenntnis gewinnt die Arbeit zur Kontakthypothese?

Die Ergebnisse replizieren den Befund, dass mehr Kontakt zu Ausländern Fremdenfeindlichkeit reduziert, wobei Ostdeutsche aufgrund der demografischen Situation weniger Kontaktmöglichkeiten haben.

Wie bewertet die Autorin die Rolle der relativen Deprivation?

Obwohl beide Formen der Deprivation (individuell und fraternal) einen Einfluss zeigen, ist deren mediierende Wirkung in dieser Studie geringer als erwartet, was auf weitere komplexe Einflussfaktoren hindeutet.

Ende der Leseprobe aus 62 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Warum haben Ostdeutsche mehr ethnische Vorurteile? Eine empirische Analyse
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Institut für Psychologie)
Note
1,0
Autor
Anne Lorenz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
62
Katalognummer
V372885
ISBN (eBook)
9783668507609
ISBN (Buch)
9783668507616
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vorurteile Ost-/ Westdeutschland Autoritarismus Kontakthypothese relative Deprivation
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anne Lorenz (Autor:in), 2016, Warum haben Ostdeutsche mehr ethnische Vorurteile? Eine empirische Analyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/372885
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Leseprobe aus  62  Seiten
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