Ziel dieser Arbeit ist es, ausgehend von einigen Gründungsmotiven das Wachstum der Europäischen Union (EU) anhand der Erweiterungsrunden darzustellen und diese Entwicklung mit wirtschaftlichen Kennzahlen zu belegen sowie die Zukunft Europas zu betrachten.
Zunächst werden notwendige Voraussetzungen für einen Beitritt beschrieben, gefolgt vom Ablauf des Beitrittsverfahrens. Im Anschluss werden die einzelnen Erweiterungsrunden und die damit in Verbindung stehenden Auswirkungen für die EU dargestellt. Ebenso werden mögliche Erweiterungsrunden in der Zukunft betrachtet. Insbesondere wird auf die Entwicklung des geographischen Ausmaßes, der Bevölkerungszahlen und des BIP pro Kopf in KKS eingegangen. Die Seminararbeit schließt mit einem Fazit ab, in dem vor allem die Grundsatzdebatte zwischen Erweiterung und Vertiefung erläutert wird.
„Europa ist ein Prozess, eine Aktion, eine Unternehmung, etwas, das in Bewegung ist.“ Dieses Zitat von György Konrad, einem ungarischen Autor, beschreibt sehr gut, dass sich die EU in den vergangenen Jahrzehnten enorm entwickelt hat und sich dieser Prozess weiterhin fortführen wird. Gegründet wurde die heutige EU von sechs Staaten. Aktuell gehören ihr 28 Mitgliedstaaten an. Innerhalb von mehr als 60 Jahren hat sich die Mitgliedzahl der EU fast verfünffacht. Solch ein Erweiterungsprozess vollzieht sich in der Regel nicht ohne Probleme und Herausforderungen sowie Anpassungen der vorhandenen Strukturen. Europa war und ist ständig in Bewegung. Schon bald könnten weitere Staaten der EU beitreten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Beitritt zur EU
2.1 Die Kopenhagener Kriterien
2.2 Das Beitrittsverfahren
3 Erweiterungsrunden der EU
3.1 Gründungsmotive
3.2 Gründung 1952
3.3 Norderweiterung 1973
3.4 Süderweiterung 1981/1986
3.5 Norderweiterung 1995
3.6 Osterweiterung 2004
3.7 Der Beitritt Kroatiens 2013
3.8 Aktuelle und potenzielle Beitrittskandidaten
3.9 Zahlenmäßige Entwicklung der EU
4 Fazit
5 Anhang
6 Literaturverzeichnis
6.1 Internetquellen
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Ziel dieser Arbeit ist es, die historische Entwicklung der Europäischen Union anhand ihrer Erweiterungsrunden nachzuzeichnen, die dabei zugrundeliegenden Motive zu analysieren und die Auswirkungen der Erweiterungen mittels wirtschaftlicher Kennzahlen wie Bevölkerungswachstum und BIP pro Kopf zu beleuchten.
- Grundvoraussetzungen für einen EU-Beitritt (Kopenhagener Kriterien)
- Struktur und Ablauf des formellen Beitrittsverfahrens
- Historische Analyse der sechs großen Erweiterungsrunden von 1952 bis 2013
- Wirtschaftliche und demografische Auswirkungen der EU-Vergrößerungen
- Aktueller Status potenzieller Beitrittskandidaten
- Grundsatzdebatte zwischen EU-Erweiterung und vertiefter Integration
Auszug aus dem Buch
3.1 Gründungsmotive
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs verbreitete sich in Europa der Gedanke einer Europäischen Einigung. Der Prozess des Zusammenwachsens von Europa war geprägt von zahlreichen Vorstellungen und Interessen. Letztendlich bildeten sich zentrale Gründungsmotive heraus.
Zunächst war zur Überwältigung der nationalistischen Vergangenheit ein demokratisches sowie friedliches Europa das Ziel. Dieses Motiv brachte bereits Winston Churchill in seiner Rede vom 19. September 1946 als „Vereinigte Staaten von Europa“ zum Ausdruck. Auch heute noch spielt Frieden und Sicherheit eine große Rolle in Europa. So wurde im Jahr 2012 der Friedensnobelpreis an die EU verliehen. Von großer Bedeutung sind ebenso die Wahrung der gemeinsamen Grundwerte in der Gemeinschaft sowie der Wunsch nach Freiheit und Mobilität. Dahingehend litten die Menschen in der Vergangenheit unter Beschränkungen des Personen-, Waren- und Kapitalverkehrs.
Die europäischen Staaten haben ihre dominierende Rolle verloren und standen den Weltmächten USA und Sowjetunion gegenüber. Um ihre Position wieder zu stärken, war die Hoffnung auf die Entstehung einer gemeinsamen Macht stark ausgeprägt, denn der EU als Ganzes kommen mehr Bedeutung und politisches Gewicht zu als den jeweiligen Einzelstaaten allein. Dieser Gedanke findet sich heute in einer gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik wieder.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung der EU von sechs Gründerstaaten hin zur heutigen Union und definiert das Ziel der Arbeit, die Erweiterungsgeschichte sowie deren wirtschaftliche Auswirkungen zu analysieren.
2 Beitritt zur EU: In diesem Kapitel werden die Kopenhagener Kriterien als Beitrittsvoraussetzungen sowie der mehrstufige Ablauf des politischen Beitrittsverfahrens detailliert beschrieben.
3 Erweiterungsrunden der EU: Das Hauptkapitel analysiert die sechs historischen Erweiterungsphasen der EU, die zugrundeliegenden Gründungsmotive sowie die aktuelle Situation der Beitrittskandidaten und die Entwicklung zentraler Wirtschaftsdaten.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und erörtert die kontroverse Grundsatzdebatte zwischen einer weiteren räumlichen Erweiterung der EU und einer institutionellen Vertiefung der Integration.
5 Anhang: Der Anhang enthält grafische Darstellungen, insbesondere das Schaubild zum Beitrittsverfahren sowie eine Übersicht über die Kapitel des Acquis Communautaire.
6 Literaturverzeichnis: Dieses Kapitel listet sämtliche verwendete Fachliteratur sowie Internetquellen auf, die zur Erstellung der Seminararbeit herangezogen wurden.
Schlüsselwörter
Europäische Union, Beitrittsverfahren, Kopenhagener Kriterien, Erweiterungsrunden, Europäische Integration, Binnenmarkt, Wirtschaftliche Kennzahlen, BIP pro Kopf, Acquis Communautaire, Erweiterung und Vertiefung, Beitrittskandidaten, Europäische Geschichte, Institutionelle Stabilität, Strukturfonds, EU-Mitgliedstaaten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung der Europäischen Union von ihrer Gründung durch sechs Staaten bis zur heutigen EU-28 und untersucht dabei insbesondere die Erweiterungsgeschichte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Beitrittsbedingungen (Kopenhagener Kriterien), den Ablauf von Beitrittsverhandlungen, die historischen Erweiterungsschritte sowie die wirtschaftliche Bilanz dieser Entwicklung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, das Wachstum der EU anhand der Erweiterungsrunden darzustellen, die Entwicklung durch wirtschaftliche Kennzahlen zu belegen und die Zukunftsfrage zwischen Erweiterung und Vertiefung zu diskutieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewendet?
Die Seminararbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse und die Auswertung von Daten zu EU-Erweiterungsrunden sowie ökonomischen Kennzahlen wie Bevölkerungswachstum und BIP pro Kopf.
Was wird im umfangreichen Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Beitrittsprozesses und eine detaillierte chronologische Betrachtung der sechs Erweiterungsrunden, ergänzt um eine Analyse der wirtschaftlichen Kennzahlen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Europäische Integration, Beitrittsverfahren, Kopenhagener Kriterien, Erweiterungsrunden, Acquis Communautaire und die Debatte zwischen Erweiterung und Vertiefung.
Welche Rolle spielt der sogenannte Acquis Communautaire?
Der Acquis Communautaire stellt eine der zentralen Beitrittsvoraussetzungen dar und umfasst die Verpflichtung der Bewerberländer, den gesamten gemeinschaftlichen Besitzstand der EU in ihre nationale Gesetzgebung zu übernehmen.
Warum wird Kroatien in der Arbeit als Beispiel angeführt?
Kroatien wird als aktuelles Beispiel für den Beitrittsprozess (2013) genutzt, wobei insbesondere die strengen Kontrollen bei der Justizreform und im Kampf gegen Korruption hervorgehoben werden.
Welche Herausforderungen identifiziert die Autorin für die Zukunft der EU?
Die Arbeit benennt die wachsende Komplexität, die schwierige Koordination zwischen den Mitgliedstaaten, die Gefahr der Instabilität in Krisengebieten sowie die Notwendigkeit institutioneller Reformen als zentrale Herausforderungen.
- Arbeit zitieren
- Theresa Seibert (Autor:in), 2016, Die Zukunft Europas. Die Entwicklung der europäischen Union und die Erweiterungsverfahren Europas, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373030