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"VerSucht". Präventive Hilfsangebote für Kinder suchtkranker Eltern

Risiko- und Schutzfaktoren in der Lebenswelt einer suchtbelasteten Familie

Titel: "VerSucht". Präventive Hilfsangebote für Kinder suchtkranker Eltern

Bachelorarbeit , 2017 , 130 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Hanna Meyer (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Für Kinder und Jugendliche, deren Eltern von einer Suchterkrankung betroffen sind, besteht ein hohes Risiko, später selbst eine Suchterkrankung oder andere psychische Störung zu entwickeln. Um diese Gefahr zu verringern, müssen möglichst früh präventive Hilfemaßnahmen angeboten werden.

Diese Arbeit hat den Anspruch, die Lebenswelt einer suchtbelasteten Familie detailliert zu erfassen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf dem Einfluss der elterlichen Erkrankung. Hierbei werden Risiko- und Schutzfaktoren herausgearbeitet, die durch adäquate Hilfeangebote gemindert respektive gefördert werden sollen. Dadurch sollen die Kinder suchtkranker Eltern in einer positiven Lebensentwicklung unterstützt werden. Auf der Basis der analytisch gewonnen Erkenntnisse wird die Entwicklung eines beispielhaften Konzeptes für ein angemessenes Hilfeangebot im ambulanten Bereich der Sozialen Arbeit aufgezeigt.

Im analytischen Teil wird dazu mittels deduktiver Methodik zunächst eine Analyse der Lebenswelt von Kindern aus suchtbelasteten Familien vorgenommen. Dabei wird erst der Einfluss der Suchterkrankung auf die gesamte Familie, dann auf die Eltern-Kind-Beziehung und schließlich auf die Kinder selbst betrachtet.

Im Anschluss werden spezifische Faktoren und kindliche Bedürfnisse herausgearbeitet, deren Förderung die positive Lebensentwicklung betroffener Kinder begünstigt. Am Ende des analytischen Teils findet sich ein Überblick über die verschiedenen Arten der bislang in Deutschland existierenden Hilfeangebote für Kinder aus suchtbelasteten Familien.

Der Teil der Konzeptentwicklung stellt den konkreten Vorschlag zur Förderung von Kindern suchtkranker Eltern dar. Das entstandene Konzept trägt den Titel „VerSucht“.

Aus dem Inhalt:
- Sucht;
- Prävention;
- Kinder und Jugendliche;
- Risiko- und Schutzfaktoren;
- Hilfsangebote;
- Sozialarbeit

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was bedeutet Sucht?

2.1 Definition

2.2 Suchtentstehung

2.3 Lebenswelt einer suchtkranken Person

3 Epidemiologie

4 Sucht und Familie

4.1 Auswirkungen der Suchterkrankung auf das Familiensystem

4.2 Auswirkungen der elterlichen Suchterkrankung auf die Eltern-Kind-Beziehung

4.3 Einfluss der elterlichen Suchterkrankung auf betroffene Kinder

5 Risiko- und Schutzfaktoren in der Entwicklung von Kindern suchtkranker Eltern

5.1 Resilienz

5.2 Unterstützungsbedürftige Lebensbereiche

6 Hilfeangebote für Kinder suchtkranker Eltern in Deutschland

7 Konzeptentwicklung „VerSucht“

7.1 Theoretischer Hintergrund

7.2 Rahmenbedingungen

7.3 Module

7.4 Dokumentation

7.5 Evaluation

8 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Lebenswelt suchtbelasteter Familien zu erfassen und auf Basis einer detaillierten Analyse von Risiko- und Schutzfaktoren ein präventives Gruppenkonzept für betroffene Kinder zu entwickeln, um deren positive Lebensentwicklung zu unterstützen.

  • Analyse der elterlichen Suchterkrankung und deren Auswirkungen auf das Familiensystem.
  • Untersuchung von Resilienzfaktoren in der Entwicklung betroffener Kinder.
  • Erfassung der Lebenswelt von Kindern in suchtbelasteten Familien.
  • Konzeption des modularen Präventionsprogramms „VerSucht“ für Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren.
  • Darstellung der praktischen Umsetzung, Dokumentation und Evaluation von Gruppenangeboten.

Auszug aus dem Buch

4.1.2 Familienregeln

Wie auch in Familien ohne suchtkrankes Mitglied gelten für die Kinder suchtkranker Eltern Regeln, die das Alltagsleben bestimmen und nach denen sich ihr Verhalten richten soll. In diesen Familien sind jene Regeln aber häufig nicht entwicklungsförderlich. Eher wird durch die bestehenden Familienregeln den Kindern vermittelt, sie seien mit ihren Wünschen, Bedürfnissen, Sorgen und Nöten auf sich allein gestellt. Denn die Äußerung und Versuche zur Durchsetzung eigener Bedürfnisse würde das Familiensystem in weiteres Chaos stürzen und das Zusammenleben noch komplizierter gestalten (vgl. Arenz-Greiving, Erger, Körtel & Krasnitzky-Rohrbach, 2007, S. 18).

Verschiedene Autor*innen arbeiteten insgesamt sechs Familienregeln heraus, die im Folgenden näher erläutern werden. Die Ausprägungen der einzelnen Regeln sind dabei von Familie zu Familie individuell unterschiedlich (vgl. Arenz-Greiving, Erger, Körtel & Krasnitzky-Rohrbach, 2007, S. 18).

Die erste Regel lautet: „Rede nicht!“. Sie beinhaltet, dass weder innerhalb noch außerhalb der Familie über Probleme gesprochen werden darf. Aufkommende Schwierigkeiten werden verleugnet, verdrängt oder ihre Ursache auf andere projiziert. Die Suchtkrankheit wird geheim gehalten und das Fehlverhalten des abhängigen Elternteils relativiert. Dass Probleme unaussprechbar bleiben, vermittelt den Kindern, dass es keine Hoffnung auf Hilfe oder Besserung gibt. Die Kinder nehmen die innerfamiliären Schwierigkeiten deutlich wahr, beginnen aber, an ihrer eigenen Wahrnehmung zu zweifeln, da die Probleme von den Eltern dauerhaft verleugnet werden (vgl. Arenz-Greiving, 2007, S. 23, Arenz-Greiving, Erger, Körtel & Krasnitzky-Rohrbach, 2007, S. 18; Bertenghi, 1997, S. 141).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Situation von Kindern suchtkranker Eltern ein und definiert die zentralen Forschungsfragen sowie das Ziel der Arbeit.

2 Was bedeutet Sucht?: Dieses Kapitel liefert eine klinische Begriffsdefinition von Sucht und erläutert sowohl die Entstehung der Erkrankung als auch deren Auswirkungen auf die Lebenswelt der suchtkranken Person.

3 Epidemiologie: Das Kapitel bietet einen statistischen Überblick über die Verbreitung von Suchterkrankungen in Deutschland und deren Konsequenzen für die Risikogruppe der betroffenen Kinder.

4 Sucht und Familie: Hier erfolgt eine detaillierte Analyse der Familiendynamik, der typischen Familienregeln sowie der Auswirkungen elterlicher Sucht auf die Eltern-Kind-Beziehung und die betroffenen Kinder selbst.

5 Risiko- und Schutzfaktoren in der Entwicklung von Kindern suchtkranker Eltern: Dieses Kapitel fokussiert auf Resilienzkonzepte und identifiziert spezifische Lebensbereiche, die eine besondere Förderung benötigen.

6 Hilfeangebote für Kinder suchtkranker Eltern in Deutschland: Es wird ein Überblick über bestehende sozialarbeiterische Handlungsmöglichkeiten auf verschiedenen Interventionsebenen gegeben.

7 Konzeptentwicklung „VerSucht“: Dieser Abschnitt beschreibt das entwickelte Programmkonzept, von der Zielsetzung und Methodik bis hin zu den konkreten Modulen, der Dokumentation und Evaluation.

8 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt Handlungsempfehlungen für die Soziale Arbeit ab.

Schlüsselwörter

Sucht, Suchtprävention, Kinder suchtkranker Eltern, Familiendynamik, Resilienz, Familienregeln, Soziale Arbeit, Co-Abhängigkeit, Hilfeangebote, Psychoedukation, Gruppenarbeit, Kindeswohl, Rollenübernahme, Präventionsprogramm, Dokumentation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Lebenssituation von Kindern suchtkranker Eltern und entwickelt ein präventives, kreatives Gruppenprogramm, um diese Kinder in ihrer Entwicklung zu unterstützen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der familiären Situation, der Identifikation von Risiko- und Schutzfaktoren sowie der theoretischen Fundierung und praktischen Ausgestaltung eines ambulanten Hilfeangebots.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Erstellung eines wissenschaftlich fundierten, beispielhaften Konzeptes namens „VerSucht“ zur effektiven Unterstützung und Resilienzförderung betroffener Kinder im ambulanten Bereich.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine deduktive Methodik, um ausgehend von einer Analyse der Suchterkrankung und der familiären Lebenswelt das spezifische Hilfskonzept abzuleiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen analytischen Teil zur Suchtsituation in der Familie und einen konzeptionellen Teil, der das Gruppenprogramm und dessen praktische Durchführung detailliert beschreibt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben Sucht und Suchtprävention vor allem Resilienz, Familiendynamik, Gruppenarbeit und Kindeswohl.

Wie sind die „VerSucht“-Module in der Praxis aufgebaut?

Jedes Modul ist nach einem ähnlichen Muster strukturiert, beginnend mit Zielen und Hintergrundinformationen, gefolgt von einer konkreten Durchführung inklusive Begrüßungs- und Abschlussritualen.

Warum ist die „Fünf-Finger-Methode“ ein wichtiger Bestandteil?

Die Methode dient als strukturierte Konflikt- und Problemlösestrategie, die den Kindern hilft, ihr eigenes Handeln zu reflektieren, Impulse zu kontrollieren und Verantwortung zu übernehmen.

Welche Rolle spielt die Evaluation für das Konzept?

Die Evaluation dient der Validierung des Programms. Durch Befragungen von Kindern, Eltern und Gruppenleitern werden die Effektivität und Angemessenheit des Konzepts geprüft und kontinuierlich optimiert.

Ende der Leseprobe aus 130 Seiten  - nach oben

Details

Titel
"VerSucht". Präventive Hilfsangebote für Kinder suchtkranker Eltern
Untertitel
Risiko- und Schutzfaktoren in der Lebenswelt einer suchtbelasteten Familie
Hochschule
Fachhochschule Düsseldorf
Note
1,0
Autor
Hanna Meyer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
130
Katalognummer
V373191
ISBN (eBook)
9783668538139
ISBN (Buch)
9783960951261
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sucht Kinder Sozialarbeit Jugendliche Hilfsangebote Prävention
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Hanna Meyer (Autor:in), 2017, "VerSucht". Präventive Hilfsangebote für Kinder suchtkranker Eltern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373191
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Leseprobe aus  130  Seiten
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