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Die "Res gestae divi Augusti" als ein Zeugnis der Selbstdarstellung des Kaisers Augustus

Title: Die "Res gestae divi Augusti" als ein Zeugnis der Selbstdarstellung des Kaisers Augustus

Seminar Paper , 2017 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Josephine Koch (Author)

Classic Philology - Other
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Summary Excerpt Details

Unabdingbar für die Betrachtung der Selbstdarstellung des Kaisers sind die Res gestae divi Augusti, oder auch als Index rerum gestarum bezeichnet, die den Leistungs- und Tatenbericht des Augustus verkörpern. In der Arbeit soll insbesondere zu folgenden Fragen Stellung genommen werden: Wie stellt sich Augustus in seinem Tatenbericht dar? Inwieweit korrelieren seine Äußerungen mit der historischen Realität?

Zunächst wird ein kurzer Überblick zu Entstehung, Veröffentlichung und Entdeckung sowie zum Aufbau und Inhalt der Res gestae gegeben. Aufgrund des geringen Umfangs der Arbeit ist eine vollständige Analyse nicht möglich; daher werden im dritten Kapitel nur einzelne Aussagen aus dem Tatenbericht mit Bezugnahme auf die historische Wirklichkeit hinsichtlich Machterlangung, Augustus als "Friedensfürsten" und Verschleierung der Monarchie analysiert. Als Vorlage dient die deutsche Übersetzung von Ekkehard Weber in "Augustus - meine Taten".

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 ZU DEN RES GESTAE DIVI AUGUSTI

2.1. Entstehung, Veröffentlichung und (Wieder-) Entdeckung

2.2 Aufbau und Inhalt

3 DIE SELBSTDARSTELLUNG DES KAISERS ANHAND AUSGEWÄHLTER TEXTSTELLEN MIT BEZUGNAHME AUF DIE HISTORISCHE REALITÄT

3.1. Fragwürdige Machterlangung

3.2. Augustus als "Friedensfürst"

3.3. Die Verschleierung der Monarchie

4 ZUSAMMENFASSUNG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Res gestae divi Augusti als ein zentrales Instrument der Selbstinszenierung des ersten römischen Kaisers. Ziel ist es, den Tatenbericht kritisch zu hinterfragen und das Spannungsfeld zwischen der propagandistischen Darstellung des Augustus und der tatsächlichen historischen Realität aufzuzeigen, insbesondere hinsichtlich seiner Machterlangung, seiner Rolle als Friedensbringer und der bewussten Verschleierung der monarchischen Herrschaftsform.

  • Analyse der Entstehungsgeschichte und Bedeutung der Res gestae
  • Untersuchung der taktischen Selbstdarstellung des Augustus
  • Gegenüberstellung von propagandistischen Aussagen und historischen Fakten
  • Hinterfragung der Verschleierung der monarchischen Herrschaft
  • Bewertung der Rolle des Augustus als Friedensfürst

Auszug aus dem Buch

3.1. Fragwürdige Machterlangung

Um die Widersprüchlichkeit in Augustus als "Friedensfürsten" und die Verschleierung der Monarchie mit scheinbarer Wiederherstellung der Republik darstellen zu können, ist es unabdingbar, einen Blick auf die Erlangung der Machtposition des Octavian zu werfen, mit der er im Tatenbericht folgendermaßen beginnt: "Im Alter von neunzehn Jahren habe ich als Privatmann aus eigenem Entschluß und aus eigenen Mitteln ein Heer aufgestellt, mit dessen Hilfe ich den durch die Willkürherrschaft einer bestimmten Gruppe versklavten Staat befreite." Augustus behauptet, den Staat von der angeblich tyrannischen Herrschaft unter Antonius befreit zu haben, obwohl dieser zu der Zeit rechtmäßig gewählter Konsul war. Er stellt sich als Befreier des römischen Volkes dar und versucht somit frühzeitig, seine Position als "Retter" zu etablieren. Der Konflikt zwischen dem jungen Octavian und seinem Konkurrenten verschärfte sich in dieser Zeit zunehmend, wobei ersterer gekonnt die parallel auftretenden Spannungen zwischen Senat und Antonius auszunutzen wusste.

Bedenklich ist überdies die Aufstellung eines Heeres als Privatmann. Das war ein rechtswidriger Akt, da ein Heer nur vom Senat aufgestellt und ausgerüstet werden durfte. Die Gesamtfinanzierung aus "eigenen" Mitteln scheint nahezu utopisch, da Octavian sich mit der Annahme des Erbe Caesars gleichzeitig auch anderer, großer finanzieller Aufwände verpflichtete.

Der Senat hätte sich für die "Befreiung der tyrannischen Herrschaft" erkenntlich gezeigt und Octavian, "unter ehrvollen Beschlüssen im Konsulatsjahr des C. Pansa und A. Hirtius (43 v. Chr.) in seine Reihen aufgenommen" und zum Konsul ernannt. Augustus rühmt sich, mithilfe eines gesetzeswidrigen Vorgangs den Staat, den er durch Antonius gefährdet sah, gesichert und folglich den konsularischen Rang und die militärische Befehlsgewalt verdient zu haben. Das Konsulat hätte er wohl jedoch nicht erhalten, wäre es nicht erzwungen gewesen: Mit seinen Legionen marschierte er auf Rom und erzwang unter Druck vom Senat, ihm den konsularischen Rang zu verleihen und machte sich mit diesem Vorgang des Hochverrats schuldig. Die Senatsaufnahme setzte nämlich die Erfüllung gewisser Bedingungen, bspw. Mindestalter und vorherige Bekleidung von Ämtern, voraus.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Diese Einleitung führt in die Thematik der Selbstdarstellung des Augustus ein und definiert die zentralen Forschungsfragen bezüglich der Korrelation zwischen seinem Tatenbericht und der historischen Realität.

2 ZU DEN RES GESTAE DIVI AUGUSTI: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über die Entstehung, Veröffentlichung und Entdeckung des Tatenberichts sowie dessen Aufbau und inhaltliche Gliederung.

3 DIE SELBSTDARSTELLUNG DES KAISERS ANHAND AUSGEWÄHLTER TEXTSTELLEN MIT BEZUGNAHME AUF DIE HISTORISCHE REALITÄT: Der Hauptteil analysiert spezifische Abschnitte der Res gestae zu den Themen Macht, Friedenspolitik und monarchische Verschleierung unter kritischer Einbeziehung historischer Fakten.

4 ZUSAMMENFASSUNG: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Res gestae als ein propagandistisches Zeugnis, das Augustus' Wunsch nach Unsterblichkeit verkörpert.

Schlüsselwörter

Res gestae, Augustus, Kaiser, Selbstdarstellung, Prinzipat, Propaganda, römische Geschichte, Machtpolitik, Tatenbericht, Monarchie, Republik, Friedensfürst, historische Analyse, Herrschaftslegitimation, Octavian

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Analyse der Res gestae divi Augusti, dem Tatenbericht des Kaisers Augustus, als Medium seiner gezielten propagandistischen Selbstdarstellung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder umfassen die Machterlangung des Octavian, die Inszenierung als Friedensbringer sowie die geschickte Verschleierung der faktischen Alleinherrschaft (Monarchie) hinter einer scheinbar wiederhergestellten Republik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, wie sich Augustus in seinem Tatenbericht präsentiert und inwieweit diese Schilderungen mit der tatsächlichen historischen Realität übereinstimmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine quellenkritische Methode, indem sie Auszüge aus dem Tatenbericht des Augustus mit historischen Fakten und Forschungsmeinungen abgleicht, um Diskrepanzen in der Selbstdarstellung aufzudecken.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden exemplarische Textstellen zur Machterlangung, zur Rolle als "Friedensfürst" und zur Verschleierung der Monarchie analysiert und in den historischen Kontext gesetzt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Res gestae, Augustus, Propaganda, Selbstdarstellung, Prinzipat und Machtpolitik charakterisiert.

Warum war die "Befreiung" des Staates laut der Arbeit fragwürdig?

Die "Befreiung" war aus einer Position als Privatmann heraus erfolgt, was einen rechtswidrigen Akt darstellte, und diente primär der Ausschaltung politischer Konkurrenten statt einer tatsächlichen Wiederherstellung der republikanischen Ordnung.

Welche Rolle spielte Marcus Vipsanius Agrippa in diesem Kontext?

Agrippa wird als der eigentlich entscheidende Heerführer hinter den Siegen des Augustus identifiziert, was in Augustus' Selbstdarstellung jedoch konsequent verschwiegen wird, um Augustus als einzigen Urheber der Erfolge zu stilisieren.

Wie sicherte Augustus trotz Ablehnung von Ehrungen seine Herrschaft?

Augustus nutzte die Kombination aus auctoritas, geschickter politischer Taktik, der Anhäufung verfassungskonformer, aber faktisch umfassender Sondervollmachten (wie tribunicia potestas und imperium proconsulare) sowie einer propagandistischen Rhetorik der Bescheidenheit.

Was schlussfolgert die Arbeit über den Charakter des Tatenberichts?

Der Tatenbericht wird als ein meisterhaftes Dokument der bewussten Selbstinszenierung bewertet, das primär dazu diente, ein positives Bild des Herrschers für die Nachwelt zu konservieren und seine Alleinherrschaft zu legitimieren.

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Details

Title
Die "Res gestae divi Augusti" als ein Zeugnis der Selbstdarstellung des Kaisers Augustus
College
European University Viadrina Frankfurt (Oder)
Grade
1,3
Author
Josephine Koch (Author)
Publication Year
2017
Pages
18
Catalog Number
V373432
ISBN (eBook)
9783668510975
ISBN (Book)
9783668510982
Language
German
Tags
Augustus Res gestae Philologie Altertum Kaiser Caesar Divi Filius Res gestae divi Augusti
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Josephine Koch (Author), 2017, Die "Res gestae divi Augusti" als ein Zeugnis der Selbstdarstellung des Kaisers Augustus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373432
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