Diese Arbeit trägt einen Teil zur näheren Untersuchung bei und geht dabei der Frage nach, ob die Erkenntnisse der Valenz-Instrumentalitäts-Theorie (VIE) nach Vroom und der Zielsetzungstheorie nach Locke und Latham zur Verbesserung der Adhärenz beitragen können. Nach einer kurzen Einführung in den theoretischen Hintergrund wird dabei auch auf die praktische Relevanz der Ergebnisse und deren Umsetzung in die physiotherapeutische Arbeit eingegangen.
Die durch Nicht-Einhaltung der Therapieratschläge entstandenen Kosten zeigen, dass die Verbesserung der Adhärenz nicht nur aus medizinischer, sondern auch aus gesellschaftlicher und ökonomischer Perspektive sehr sinnvoll ist. Die Notwendigkeit zur Intervention im physiotherapeutischen Kontext wird anhand der Studie von Campbell (2001) deutlich. Diese besagt, dass sich bis zu 50% aller Patienten nicht an die erteilten Therapieratschläge halten. Die beeinflussenden Faktoren der Adhärenz wurden in vielen Studien bereits untersucht. Dabei konnte die Motivation der Patienten als eine Determinante bereits mehrfach identifiziert werden. Allerdings wurde bisher nie näher auf das Konstrukt der Motivation eingegangen. So gibt es bisher keine Untersuchungen, die den direkten Zusammenhang von Prozesstheorien der Motivation und der Adhärenz unter-sucht haben.
Inhaltsverzeichnis
- Einführung
- Theoretischer Hintergrund
- Adhärenz
- Begriffserklärung und aktueller Forschungsstand
- Prozesstheorien der Motivation
- Begriffserklärung und Abgrenzung zu anderen Motivationstheorien
- Das Valenz-Instrumentalitäts-Modell nach Vroom
- Die Zielsetzungstheorie nach Locke und Latham
- Kritische Würdigung der Theorien
- Adhärenz
- Forschungsfrage und Hypothesen
- Methode
- Ergebnisse
- Diskussion der Ergebnisse und praktische Relevanz
- Kritische Würdigung
- Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit analysiert die potenziellen Beiträge der Valenz-Instrumentalitäts-Erwartungs-Theorie (VIE-Theorie) nach Vroom und der Zielsetzungstheorie nach Locke und Latham zur Verbesserung der Adhärenz in der Physiotherapie. Dabei wird die Fragestellung mithilfe von 7 Hypothesen untersucht, die die Auswirkungen von Faktoren wie Therapieziele, Feedback, Ziel-Eintrittswahrscheinlichkeit und der Beziehung zwischen Therapieeinhaltung und Therapieziel auf die Adhärenz von Patienten beleuchten. Die Arbeit zielt darauf ab, die Bedeutung dieser Theorien für die Praxis der Physiotherapie zu verdeutlichen.
- Einfluss von klar formulierten Therapiezielen auf die Adhärenz
- Rolle von regelmäßigem Feedback in der Steigerung der Adhärenz
- Bedeutung der wahrgenommenen Ziel-Eintrittswahrscheinlichkeit für die Adhärenz
- Zusammenhang zwischen der erlebten und verbal erklärten Beziehung von Therapieeinhaltung und Therapieziel
- Bewertung des Einflusses von Zielschwierigkeit und Zielwichtigkeit auf die Motivation
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einführung in die Thematik der Adhärenz und ihrer Bedeutung im physiotherapeutischen Kontext. Anschließend werden die theoretischen Grundlagen der Valenz-Instrumentalitäts-Theorie (VIE-Theorie) nach Vroom und der Zielsetzungstheorie nach Locke und Latham vorgestellt. Dabei werden die zentralen Elemente der Theorien erläutert und ihre Anwendung in der Praxis beleuchtet.
Im weiteren Verlauf der Arbeit werden die Forschungsfrage und die dazugehörigen Hypothesen spezifiziert, die die Auswirkungen der Theorien auf die Adhärenz in der Physiotherapie untersuchen. Die Methodologie der Studie wird detailliert beschrieben, einschließlich der Stichprobengröße, der Datenerhebungsmethode und der angewandten statistischen Verfahren.
Die Ergebnisse der Studie werden präsentiert und diskutiert, wobei die Auswirkungen der verschiedenen Faktoren auf die Adhärenz von Patienten im Vordergrund stehen. Die Arbeit geht auch auf die praktische Relevanz der Ergebnisse ein und zeigt Möglichkeiten zur Anwendung der Erkenntnisse in der physiotherapeutischen Praxis auf.
Schlüsselwörter
Die zentralen Begriffe der Arbeit umfassen Adhärenz, Motivationstheorien, VIE-Theorie, Zielsetzungstheorie, Physiotherapie, Therapieziele, Feedback, Ziel-Eintrittswahrscheinlichkeit, Beziehung zwischen Therapieeinhaltung und Therapieziel, Zielschwierigkeit, Zielwichtigkeit. Die Arbeit befasst sich mit dem Einfluss dieser Schlüsselwörter auf die Motivation und die Adhärenz von Patienten in der Physiotherapie.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet Adhärenz im Kontext der Physiotherapie?
Adhärenz bezeichnet das Ausmaß, in dem das Verhalten eines Patienten (z. B. Übungen durchführen, Termine einhalten) mit den vereinbarten Empfehlungen des Therapeuten übereinstimmt. Eine geringe Adhärenz mindert den Therapieerfolg erheblich.
Wie kann die VIE-Theorie nach Vroom die Adhärenz verbessern?
Die VIE-Theorie (Valenz, Instrumentalität, Erwartung) besagt, dass Motivation entsteht, wenn der Patient den Therapieerfolg als wertvoll erachtet (Valenz), glaubt, dass sein Handeln zum Ziel führt (Instrumentalität) und überzeugt ist, die Übungen schaffen zu können (Erwartung).
Welchen Beitrag leistet die Zielsetzungstheorie zur Therapietreue?
Nach Locke und Latham steigern klar formulierte, herausfordernde, aber realistische Ziele die Leistung und Motivation. In der Physiotherapie führt die gemeinsame Festlegung konkreter Ziele zu einer höheren Bindung an den Behandlungsplan.
Warum ist regelmäßiges Feedback für Patienten wichtig?
Feedback informiert den Patienten über seine Fortschritte und korrigiert Fehlverhalten. Es verstärkt das Gefühl der Selbstwirksamkeit und hält die Motivation über einen längeren Zeitraum aufrecht.
Wie beeinflusst die Ziel-Eintrittswahrscheinlichkeit das Patientenverhalten?
Wenn Patienten die Wahrscheinlichkeit, ihr Gesundheitsziel zu erreichen, als hoch einschätzen, sind sie eher bereit, Anstrengungen auf sich zu nehmen. Eine unrealistische Erwartungshaltung kann hingegen bei Misserfolgen zum Abbruch der Therapie führen.
Wie viele Patienten halten sich laut Studien nicht an Therapieempfehlungen?
Untersuchungen, wie die von Campbell (2001), zeigen, dass sich bis zu 50 % aller Patienten nicht an die erteilten Therapieratschläge halten, was die Notwendigkeit psychologischer Motivationsansätze unterstreicht.
- Arbeit zitieren
- M. M. (Autor:in), 2017, Die Prozesstheorien der Motivation in der Physiotherapie. Können die Erkenntnisse der VIE-Theorie und der Zielsetzungstheorie zur Verbesserung der Adhärenz beitragen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373445