Die goldgeschmückte Frau im "Nibelungenlied"


Hausarbeit (Hauptseminar), 2015

38 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die goldene Dingkultur im „Nibelungenlied“
2.1 Zum Verhältnis von Goldbesitz und Herrschaft im „Nibelungenlied“
2.2 Höfische Körpersemiotik: Die Autorität der Äußerlichkeiten

3 Geläufige Darstellungskonventionen für weibliche Figuren in der mittelalterlichen Literatur
3.1 Zum Topos der idealen Frauenschönheit: Die literarische Inszenierung von Körper und Kleid
3.2 Semantiken und Funktionen des Glanzes in der Konzeption schöner Frauenkörper
3.3 „Die Dame als Ritter“: ,Der Gürtel‘

4 Die goldgeschmückte Frau im „Nibelungenlied“
4.1 Brünhild ‒ Die Goldschmuck tragende Herrscherin
4.2 Der fatale Glanz ‒ Brünhilds Stärke und Kampffähigkeit

5 Schluss

6 Bibliographie
6.1 Werk
6.2 Forschungsliteratur

1 Einleitung

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Erörterung des von Heike Sahm in ihrem Aufsatz zum Themenkomplex „Gold im Nibelungenlied[1] geprägten Motivs der gold­ge­schmückten Frau, unter besonderer Berücksichtigung des Gegenstandes Gold, welchem im Mittelalter ein insgesamt hoher Stellenwert zukommt.

Da das Gold zumeist dem ästhetischen Bereich zugeordnet wird, erfolgt zu Beginn der Arbeit eine Vorstellung grundlegender Körper- und Kleiderbeschreibungen in der Epik um 1200, wobei besonderes Augenmerk auf die Schönheitsdarstellung der edlen Dame in der hoch­mittelalterlichen Literatur gerichtet wird. Im weiteren Verlauf geht es zunächst darum, die Golddeskriptionen vor dem Hintergrund der auf Visualität und Materialität ausgelegten Literatur des Hochmittelalters in ihren wesentlichen Grundzügen zu skizzieren und die über den rein ästhetischen, dekorativen Effekt hinausgehende Semantik des Goldes zu er­schlie­ßen. Zu zeigen gilt es in diesem Zusammenhang, dass Gold und dessen Glanz auch dezidiert als Instrument der Identitätskonstruktion verwendet werden können. Ein weiteres Unter­kapitel widmet sich der Darstellung der wehrhaften, geradezu heroischen Dame in der epischen Literatur, um im Folgenden das der Heldenepik zugehörige anonym überlieferte „Nibelungenlied“ auf die Bedeutung des Phänomens weiblichen Goldglanzes, wie auch auf die jeweilige Goldsymbolik, hin zu untersuchen. Wesentliche Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang der dem Goldenen impliziten Zeichenfunktion zu, über die der weiblichen Figur und somit ihrer körperlichen Schönheit eine eigene Semantik zugeschrieben wird.

Ziel dieser Arbeit ist es, die Detaillierung höfischen Lebens im Kontext der Verhandlung von Herrschaft näher zu erörtern und die entsprechend literarische Aufarbeitung der dieser Analyse vorangestellten theoretischen Erläuterungen zu mittelalterlichen Vorstellungen von Schönheit und Ästhetik im „Nibelungenlied“ anhand der Brünhild-Figur zu erfassen. Dabei sollen die theoretischen Erörterungen zwar als Grundlage der Textlektüre dienen, aber durch die Analyse nicht bloß bestätigt oder zurückgewiesen werden. Vielmehr gilt es, neue Di­men­sionen aufzuzeigen, die in dem Heldenepos durch die literarische Illustration der Frauen­schönheit beschrieben werden. Dazu sind auch der Deutungskontext und das am­bi­va­lente Bedeutungsspektrum des Goldes näher zu betrachten. Zuerst werden nun einige grundlegende Betrachtungen zu diesem kostbaren Edelmetall, im Rahmen der mittel­alter­lichen Herrschaftsthematik dargelegt.

2 Die goldene Dingkultur im „Nibelungenlied“

Die nähere Betrachtung der literarischen Verwendung des Goldes und des Motivs der gold­geschmückten Dame im „Nibelungenlied“ erfordert zunächst die Auseinandersetzung mit der auf Materialität basierenden mittelalterlichen Adelskultur und der Visualisierung der adeligen Qualität als kulturhistorische Voraussetzung, um einen Einblick in die höfische Lebens­form des Adels im Mittelalter zu gewähren. Besonderes Augenmerk wird hinsichtlich der literarisierten goldgeschmückten Frau weniger auf den adeligen Körper in seiner phy­sischen Konkretheit, als auf das wahrnehmbare Äußere, die Kleidung, gerichtet, deren Be­schrei­bung und Funktion in der Literatur speziell für die Rolle der literarischen Präsentation des weiblichen höfischen Körpers von wesentlicher Bedeutung ist. Die grundlegende Skiz­zie­rung des äußeren Erscheinungsbildes der höfischen Gesellschaft des 12. und 13. Jahr­hunderts und die genauere Erläuterung des Goldes, als substantieller Bestandteil der adeligen Existenz, stellt die Bedingung für ein besseres Verständnis des von mir untersuchten Ein­satzes des Goldes und der Bedeutung des weiblichen Goldglanzes im „Nibelungenlied“ dar. Aus­gehend von der Hypothese, dass Imaginationen von Gold bei der literarischen In­sze­nie­rung von Herrschaft und Herrscherrepräsentation im „Nibelungenlied“ eine zentrale Rolle spielen, sollen zunächst anhand einiger signifikanter Eigenschaften des Goldes die ihm zu­ge­schriebenen Semantiken kurz skizziert werden.

2.1 Zum Verhältnis von Goldbesitz und Herrschaft im „Nibelungenlied“

Gold sei „das kostbarste u[nd] reinste M[etall]“[2], so Otrun Riha, und fungiere „an Insignien u[nd] Schmuck“ als „Zeichen weltl[icher] Macht“[3], sodass insofern ein Zusammenhang zwi­schen Gold und Herrschaft auszumachen ist, als der Besitz von Gold aufgrund seines wert­vollen Materials den Besitz von Macht bedeutet. Matthias Hardt weist in diesem Zusam­men­hang auf die Hortung und Ansammlung von kostbarem Gold hin und rückt somit den ma­te­ri­ellen Wert des Goldes durch dessen Anhäufung zu Goldmengen in den Fokus, die Herrschafts­anspruch und Macht dokumentieren.[4] Mit Hardt lässt sich folglich sagen, dass Goldbesitz Herrschaft ausweist. Ferner scheint es die kostbare Materialität und schiere Dinglichkeit des Edelmetalls zu sein, die den Zusammenhang von Gold und Herrschaft stiftet.[5] Neben der zentralen Eigenschaft der wertvollen Materialität spiele aber auch die Farbigkeit des Goldes eine Rolle,[6] so Mareike Klein. Im Kontext des Goldes als Metallfarbe konstatiert Gage somit, dass insbesondere das rote Gold als die schönste und wertvollste Goldart anzusehen sei.[7] Je nach Kontext kommt schließlich dem Gold oder dem durch das Gold repräsentierten Wert eine positive wie auch negative Valenz zu, sodass dem Goldenen überdies ein symbolische Bedeutung zuteil wird. Dessen Bedeutungen umfassen zwar größten­teils, aber nicht ausschließlich positive Semantiken. Die positiven Auslegungen der Gold­symbolik beziehen sich vorwiegend auf „Glanz, das Leuchten, Blitzen, Blinken“ und „Schimmern“,[8] weiterhin auf den „ästhetische[n] Reiz und die Wirkung“ in Form von Zier­objekten wie Kleidung oder Schmuck und der Schönheit mit ihrer guten oder ver­füh­re­rischen Wirkung sowie auf „die gesellschaftliche Konvention, mit Gold einen sozialen Vor­rang zu signalisieren“, also „Herrschaft und Königswürde“ zu dokumentieren.[9] In weiteren positiv determinierten Kontexten könne das Gold außerdem die Tugend[10] des Menschen bezeichnen und verweise mitunter durch sein Leuchten allegorisch auf den hervorragenden Rang einer Person.[11] Ernst Leisi knüpft in diesem Zusammenhang mit seiner Feststellung, dass „der Reiche auch der Tugendhafte“ sei, an die positive Konnotation des Goldes im Hin­blick auf die dem Menschen zukommende Auszeichnung der Tugendhaftigkeit aufgrund seines inneren Adels[12] an und bemerkt, dass „zwischen Reichtum und Tugend eine enge Beziehung“[13] existiere. Der Sinn des Reichtums, so Leisis These, bestehe nämlich in der „Erhöhung des persönlichen Wertes“ und ist im Kontext des Zusammenhangs von Gold­besitz und Herrschaft als Verweis auf die durch das Gold ausgestrahlte und verliehene Ehre bzw. den Ruhm und die Würde des Herrschers zu interpretieren. Demgegenüber werde Gold als glänzende, schöne Materie aber auch in Verbindung mit verschiedensten Untugenden gebracht, wie z.B. der „anmaßende[n] Selbstüberschätzung“ und dem „Hochmut“ sowie mit „Begehrlichkeit und überflüssige[r] Prachtentfaltung“,[14] sodass sich ein durchaus am­bi­va­lenter Status des Goldes feststellen lässt. Entsprechend erweist sich die symbolische Aus­legung des Goldes hinsichtlich seiner Strahlkraft, der Zierde, wie auch als Ausweis edler Tugenden einerseits, und als Ausdruck von schlechten menschlichen Eigenschaften anderer­seits, als geradezu konträr. Des Weiteren ist festzustellen, dass das Goldene neben seiner konkreten Gegenständlichkeit als Charakteristikum erscheint, das dem jeweilig bei­ge­ord­neten Ding oder einer moralischen Bedeutung eine bestimmte Qualität verleiht, sodass dem Goldenen vielmehr eine sinnstiftende Funktion zukommt.

Aufgrund der kostbaren Materialität als zentraler Eigenschaft des Goldes und dessen sinnlich wahrnehmbaren Glanzes, welcher zur objektiven Schönheit der Materie gehört, ist Gold, ob positiv oder negativ assoziiert, letztendlich als Symbol der königlichen Würde zu betrachten und gelte, nach Jan-Dirk Müller, neben Waffen und Edelsteinen als „Anzeiger für Macht und Ehre“[15]. Angesichts der Assoziation von Gold mit der Leuchtkraft, dem Exzeptionellen sowie mit Herrschaft und Königlichkeit, erscheint es plausibel, dass Gold und Goldglanz im „Nibelungenlied“ für die literarische Aushandlung und Demonstration des Herr­schafts­an­spruchs essenziell sind. Da Gold im „Nibelungenlied“ in vielgestaltig verarbeiteter Form, ins­besondere der Kleidung, zugeschrieben ist, soll im Folgenden der in der Kleidung ma­te­ri­alisierte Symbolgehalt des Goldes im Kontext der Herrschaftsthematik erörtert werden.

2.2 Höfische Körpersemiotik: Die Autorität der Äußerlichkeiten

Mit dem Versuch, das Verhältnis von Person, Status und Kleidung der mittelalterlichen Adels­kultur des 12. und 13. Jahrhunderts über deren Referenz zu den kostbaren Dingen[16] auf­zuzeigen, stützt sich die folgende Darlegung auf die Überlegung von Armin Schulz, welcher der Auffassung ist, dass „adelige Körper zuverlässig ,lesbar‘ sein sollten, so daß man von der sichtbaren Oberfläche, der Hülle, auf das ,Innere‘ bzw. den personalen Kern des Gegenübers schließen“[17] könne. Pointiert formuliert: Die äußere Schönheit verweist idealer­weise auf die innere Schönheit des Adeligen. Ausgehend von dieser Annahme befasst sich dieses Teilkapitel hinsichtlich der Idealisierung höfischer Identität zunächst mit dem höfischen Kleiderkult unter Einbeziehung der literarischen Inszenierung von Körper und Kleid. Im Fokus dieser Abhandlung steht damit „die ausgeprägte Bezugnahme des Mittel­alters auf Materielles und die Körper“[18].

Mit Rücksicht auf Schulz Vorstellung des adeligen Körpers als Träger und Reprä­sen­ta­tions­fläche der höfischen Kultur und den damit verbundenen edlen Tugenden und Ver­hal­tens­wie­sen ist anzunehmen, dass sich „die Ästhetik[[19] ] immer zugleich auf das Äußerliche wie auf das Innerliche“[20] beziehe, so Carolin Oster. Nach diesem Verständnis zeige „Schönheit […] die Tugend ihres Besitzers an, sein Gut-Sein“[21], woraus gemäß Schulz hervorgehe, dass schön gut heiße und gut wiederum adelig bedeute.[22] Ferner steht hier der höfische Körper als Zeichenträger insofern im Zentrum, als dieser sich samt seiner Hüllen letztlich als die­jenige Instanz erweist, an der sich Identität manifestiert: „Die körperliche Erscheinung eines Men­schen ist etwas Materielles mit einem bestimmten Wert [...], an welches durch Kon­ven­tion begründete, gesetzte Bedeutungen geknüpft werden, so etwa an das Merkmal kör­per­liche Schönheit die Bedeutungen ,tugendhaft und adelig’.“ Ausgehend von diesen Über­legungen erweise sich die höfische Adelskultur daher vornehmlich als eine „Kultur der Sicht­barkeit“[23], in der adelige Kleidung hinsichtlich ihrer von Schulz attribuierten Lesbarkeit als deutliches Rang- und Erkennungszeichen sowie als Statussymbol und als „Ausdruck von Geschmack und Wissen um das modische ,Muß‘“ fungiere.[24] Somit scheint insbesondere die Kleidung eine große Rolle zu spielen, wenn es darum geht, Identität nach außen mitzuteilen, da durch die Deutung der äußeren, visuell wahrnehmbaren Zeichen, wie etwa der Kleider, die Identität des einzelnen abzulesen ist. Andreas Kraß betont, dass „Kleidung [...] ein prädestiniertes Symbol sozialer Identität“ sei, weil der Mensch sie am Leibe“ trage,[25] sodass sich die höfische Gesellschaft des 12. und 13. Jahrhunderts des Zei­chen­systems der Kleidung bediene, um ihre Identität zu modellieren.[26] Damit komme der Kleidung, so Gabriele Raudszus, eine soziale Verweisfunktion zu, da die soziale Oberfläche die Zuschreibung sozialer Identität ermöglicht.[27] Des Weiteren bemerkt Jan Ulrich Keupp, dass „gesellschaftliches Prestige […] geradezu an der Kleidung“[28] klebe, woraus hervorgeht, dass die höfischen Kleider im Wesentlichen repräsentativen Ansprüchen zu genügen haben. Ferner verweist diese Einschätzung auf die standesgemäße und somit prunkvolle Garderobe der Adelsgesellschaft, zu deren typischen Merkmalen ihre unerhörte Pracht gehöre, so Elke Brüggen, die sich in „erlesene[n] Stoffe[n][[29] ] [...] und kostbare[n] und aufwendige[n] Verzierungen“[30] artikuliere. Im Rahmen der Herrscherrepräsentation konstatiert Raudszus infolgedessen, dass insbesondere die Kleidung für die Legitimierung der privilegierten Stel­lung des Herrschers „einerseits wegen ihres materiellen und andererseits wegen ihres äs­the­tischen Wertes in besonderer Weise geeignet“ sei, woraus explizit hervorgeht, dass die hö­fischen Gewänder der Visualisierung von Reichtum und Geschmack dienen. Demnach erweise sich Kleidung, gemäß Kraß, insofern als „wesentliches Formelement von Herr­schaft“[31], als Macht und Prestige des Herrschers in der Kleidung ihren Ausdruck finden.[32] Ent­sprechend gilt adelige Kleidung als Zeichen von Ansehen und Wohlstand und fungiert schließlich als optisches Indiz, anhand dessen die relevanten Informationen abzulesen sind, welche die privilegierte Vorrangstellung der sozialen Elite visualisieren. So konstatiert Andreas Kraß weiterhin, dass die charismatische Legitimierung des Herrschaftsanspruchs eben auf dem Vermögen des Adels beruhe, sein „physisches Erscheinungsbild zur äs­the­tischen Norm zu erheben“.[33] Ebenso deutet auch Jan-Dirk Müller im Kontext des im Kleider­punk gipfelnden höfischen Lebens die aufwendige Garderobe als „Ausdruck von Macht und Glanz eines Herrschaftszentrums“[34]. Im Zusammenhang der mittelalterlichen Vorstellungen von Schönheit und höfischer Repräsentation als zentralen Bestandteilen höfischer Lebens­form, bemerkt schließlich Carolin Oster, dass sich diese vor allem in den Kleider­be­schrei­bungen äußern, welche „direkten Anteil an der Identitätskonstruktion der Figuren haben und sie in ihrer Visualität repräsentieren.“[35] Vor dem Hintergrund, dass Kleidung folglich der Selbst­darstellung dient bzw. dafür verwendet wird, die Position bzw. den gesellschaftlichen Status zu definieren, zu dokumentieren und zu behaupten, spielt darüber hinaus der Ge­brauch des Goldenen, das konkret als kostbares Material in den höfischen Gewändern seine Ver­wendung findet, eine zentrale Rolle. Brüggen weist im Kontext der materiellen Gebrauchsweise des Goldes auf dessen „üppige Verwendung […] an den Gewändern“ als „ein Zeichen großen Reichtums“ hin, welches in der höfischen Epik des 12. und 13. Jahrhunderts dementsprechend hervorgehoben werde.[36] Der Einsatz der Kleidung als In­stru­ment zur Dokumentation von „Macht, Reichtum und ständischer Ehrenstellung“[37], wie er sich im Rahmen der Herrscherrepräsentation feststellen lässt, werde in den literarischen In­sze­nierungen von höfischer Mode in einem speziellen Typus der Kleiderdeskription zum Aus­druck gebracht, die von Raudszus als ,Prunkbeschreibung‘ bezeichnet wird, und den epischen Helden in einem Gewand von extremer Schönheit und Kostbarkeit präsentiere.[38] Zeige sich ein Protagonist in derartiger Gewandung, so solle „das Kleid auf Reichtum, Rang, Geschmack und Macht seines Trägers verweisen“[39], betont Raudszus und beschreibt damit die standesgemäße prachtvolle Bekleidung als Ausweis der feudalen Abstammung und Zugehörigkeit zur sozialen Elite, die nicht zuletzt am Körper des Protagonisten sichtbar gemacht wird.

Diese dem Körper zugeschriebene Zeichenfunktion findet schließlich vorwiegend in der Kleidung samt den edlen Goldapplikationen, die den höfischen Körper zieren und gleich­zeitig definieren, ihren Ausdruck. Mit Blick auf die prunkvollen Kleiderbeschreibungen in der Heldenepik ist darüber hinaus davon auszugehen, dass vor allem das zur Kleidung attribuierte Gold und dessen Glanzausstrahlung grundlegend zur Identitätskonstruktion der Figur beitragen, womit das Goldene vorrangig als Zeichen in Verweiszusammenhängen erscheint, in denen es um Macht und Schönheit geht. Gemäß dieser Überlegung erscheint die Quantität des Goldes zentral, an welcher der Grad der Herrschaft zu erkennen ist: Je mehr Gold, desto mehr Herrschaft.[40] Vor dem Hintergrund der ambivalenten Goldsymbolik und dem zeichenhaften Charakter des Goldenen ist außerdem anzunehmen, dass dieses sowohl ordnungsstiftendes, wie auch irritierendes literarisches Element sein kann. Welche Be­deutung dem Goldenen im „Nibelungenlied“ zukommt, und, ob dieses im selbigen Helden­epos positiv oder negativ besetzt ist, soll anhand der Konzeption der Brünhild-Figur ermittelt werden. Dazu müssen nicht nur der Deutungskontext der ausgewählten Text­pas­sa­gen und das einleitend dargelegte symbolische Bedeutungsspektrum des Goldes berück­sich­tigt werden, sondern auch die Symbolhaftigkeit weiterer wertvoller Materialien und Schmuck­elemente, die insbesondere zur Markierung von weiblicher Schönheit beitragen. Die folgende grundlegende Betrachtung der direkten Verknüpfung des Goldes mit dem weib­lichen Körper, genauer gesagt, mit dessen Erscheinung, seinem Aussehen und damit auch seiner potentiellen Schönheit, stellt die Voraussetzung für ein besseres Verständnis der Interpretation des Goldmotivs und der weiblichen Glanzmetaphorik im „Nibelungenlied“ dar.

3 Geläufige Darstellungskonventionen für weibliche Figuren in der mittelalterlichen Literatur

Interessant für den Blickwinkel dieser Arbeit ist nun vor allem die Beschreibung und Funk­ti­on höfischer Körper ­­‒ insbesondere des weiblichen höfischen Körpers ‒ in der Heldenepik, in welcher sich der Entwurf einer Ideologie des adeligen Körpers und somit die mittel­alter­lichen Vorstellungen von Schönheit manifestieren. Da sich die besondere Wertschätzung für Leucht­kraft und Glanz in den Beschreibungen der Kleider und schließlich in der literarisch präsentierten Gesamterscheinung des Körpers der höfischen Dame widerspiegelt, erfolgt zunächst ein Überblick über das weibliche höfische Schönheitsideal des Mittealters im Kontext der mittelalterlichen Diskurse von Schönheit und Ästhetik. An dieser Stelle werden insbesondere die materiellen Grundlagen höfischer Kleidung in ihren Grundzügen dargelegt, wobei besonderes Augenmerk auf die Verwendung des Goldes und die jeweilig indizierte Semantik desselbigen gerichtet wird. Weiterhin ist in diesem Zusammenhang anzunehmen, dass das kostbare Material des Goldes und dessen ausgestrahlter Glanz in der Körper­kon­zep­tion der edlen Dame zunächst einmal die Bedeutung von höfischer Prachtentfaltung und Herrscher­idealität codiert.

3.1 Zum Topos der idealen Frauenschönheit: Die literarische Inszenierung von Körper und Kleid

Gemäß der einleitend dargelegten Repräsentationsfunktion des Körpers, der als Zeichen­trä­ger im Zentrum steht, hebt Oster hervor, dass „der körperlichen Schönheit einer Person […] im Selbstverständnis der mittelalterlichen Adelskultur ein hoher Stellenwert“[41] zukomme. Dies zeige sich zweifellos auch in der mittelhochdeutschen Literatur, in der „vor allem die [Schönheit] der höfischen Dame stets betont“[42] werde. Auch Lotte Riedlsperger bekräftigt, dass die Beschreibung weiblicher Schönheit in der Literatur des Mittelalters dominiere, wobei in der Schönheitsdeskription, insbesondere die schlanke, wohlproportionierte Gestalt sowie die weiße Haut[43], im Gesicht wie auch am gesamten Körper, feste Elemente zur Schil­de­rung der körperlichen Schönheit einer Dame darstellen.[44] Gemäß Riedlsperger sei außerdem das kostbare Gewand eng an die Darstellung der körperlichen Schönheit geknüpft,[45] woraus explizit hervorgeht, dass zur Inszenierung von Schönheit immer auch die standesgemäße Kleidung gehört. Infolgedessen ließe sich die mittelalterliche Imagination idealer Schönheit als Einheit eines speziellen äußeren Habitus in Entsprechung zu einer bestimmten Gestalt und prächtiger Kleidung beschreiben, der das ideale Ent­spre­chungs­verhältnis von innen und außen zugrunde liege.[46] Ferner rekurriert diese Feststellung auf die sicht­bare soziale Oberfläche als „Ensemble[] von Haut [...] und Kleidung“[47], welche insofern bezeichnend für die Sichtbarkeit des Adels ist, als dieser einerseits als körperlich fundierte Eigenschaft im Sinne der Schönheit des Leibes jederzeit erkennbar ist, und andererseits zugleich in der Kleidung seinen Ausdruck findet. Demzufolge bezieht sich die Schilderung der als schön imaginierten edlen Dame sowohl auf die Schönheit des Körpers, als auch auf die der Kleidung und ihren edlen Verzierungen. Dennoch fällt auf, dass die Schön­heits­be­schreibungen in der Heldenepik weniger auf die physische Schönheit der Dame Bezug nehmen, als auf die Illustrierung der materiellen Detailgenauigkeit in den Kleider­deskrip­ti­onen: „Eine ausführliche Würdigung von Farbe [...] und Material der Kleidung“ ersetze „die aus­gesparte Beschreibung des Leibes“.[48] Auch Oster konstatiert, dass „die Gewand­schil­de­rungen die Beschreibungen des Gesichts und der Gestalt vielfach an Länge“[49] übertreffen, sodass die Kleider ausführlich beschrieben, die körperlich fundierten Eigenschaften hin­ge­gen nur schematisch mit wenigen, stereotypen Details dargelegt werden. Demnach scheint das Blickfeld mehr auf die luxuriöse Kleidung gerichtet zu sein, als auf die weibliche Figur selbst, die das Gewand am Körper trägt. Vielmehr steht in den höfischen Kleider­be­schrei­bungen schließlich die Pracht des Kleides im Vordergrund, dessen Eleganz auf exklusiven Stoffen und einer überreichen Verzierung beruht: Neben edlen Samt- und Seidengeweben verschiedener Art gehören auffällige Accessoires wie Broschen, goldene Zierborten und Spangen wie auch Gürtel[50] zum höfischen Prachtgewand, die zudem mit Edelsteinen und Perlen verziert sein können.[51] Überdies, seien „viele Seidenstoffe [...] mit Goldfäden durchwoben“, so Brüggen, „wodurch sich ihre Schönheit und Kostbarkeit noch“ erhöhe.[52] Zusätzlich, darauf verweist Kraß, werden den einzelnen Körpergliedern reiche Schmuck­stücke zugeordnet,[53] wobei diese ebenfalls aus Gold gefertigt sind, sodass insbesondere die viel­fältigen Applikationen des Goldes der höfischen Dame eine geradezu charismatische Ausstrahlung verleihen. Des Weiteren fällt hier erneut auf, dass der Fokus in der weiblichen Schön­heits­beschreibung vorwiegend auf bestimmte sichtbare Details, insbesondere des Gewandes, wie auch auf Schmuckelemente gerichtet wird. Der Gebrauch des wertvollen Materials des Goldes, als einem besonderen Merkmal höfischer Mode, ist dahingehend zu verstehen, als dieser die Kostbarkeit adeliger Kleidung herausstellt und weiterhin zu ihrer Wertsteigerung beiträgt. Anhand der Ausführungen wird außerdem deutlich, dass das zur Kleidung attribuierte Gold schließlich den weiblichen Idealtypus durch die den Kleidern verliehene Pracht in vollem Glanz erstrahlen lässt. Dementsprechend hebt das Gold im Besonderen das „Styling des Körpers mittels repräsentativer Kleidung“[54] als Ausdruck der Selbstdarstellung hervor. Vor dem Hintergrund höfischer Prachtentfaltung ist schließlich bei der Betrachtung der weiblichen Körperdarstellung eine bewusste Akzentuierung der körperlichen Schönheit der Frau in den Kleiderbeschreibungen insofern auszumachen, als „die reiche und kultivierte Kleidung, Pelze und Schmuck“ so eingesetzt seien, „daß sie die natürliche Schönheit des Körpers erhöhen, nicht aber überdecken.“[55] Vielmehr handelt es sich bei der prunkvollen Schönheitsdarstellung somit um eine Überhöhung weiblicher Schönheit, die eine Idealisierungstendenz in der Epik zu erkennen gibt. Raudszus nimmt in diesem Zusammenhang außerdem Bezug auf die Einheit von Schönem und Gutem, indem es für sie selbstverständlich erscheint, dass „Kleidung, körperliche Merkmale und Charakter […] in einer ungebrochen positiven Beziehung zueinander“[56] stehen und diese sich weiterhin ergänzen und in ihrer Wirkung bedingen.[57] Entsprechend manifestiert sich in der engen literarischen Verknüpfung der Beschreibung von Körper und Gewand das dem Mittelalter eigene Verständnis der Ästhetik als Einheit von Gutem und Schönem: die Entsprechung von äußerlicher Schönheit und innerem Adel repräsentiert durch das Idealbild der adeligen Dame mit der standesgemäßen prachtvollen Bekleidung und dem dazugehörigen ausgewählten Schmuck, welche zugleich auf ihre höfischen Tugenden verweisen. Folglich erweist sich die goldgeschmückte Dame als absolut positiv, wobei das Gold an ihrem Gewand nicht nur eine distinktiv soziale Funktion erfüllt, sondern auch als Zeichen ihrer höfischen Tugend­haftigkeit fungiert. Angesichts des Repräsentationswertes höfischer Kleidung ist außerdem anzunehmen, dass die dominierende weibliche Körperschönheit eine gesellschaftliche Funktion erfüllt. So weist Raudszus auf die Pflicht der höfischen Dame hin, „den gesell­schaft­lichen Erwartungen nach Schönheit, Prachtentfaltung und Geschmack zu entsprechen“, wenn „sie sich behaupten und ihre […] Stellung festigen“ wolle.[58] Im Kontext der Schönheitsdarstellung durch die Schilderung der Wirkung der Dame auf ein Publikum konstatiert Barbara Haupt infolgedessen, dass „weibliche schöne Körperlichkeit, erhöht durch höfische Kleidung und kostbaren Schmuck“ und „als Auftritt inszeniert, […] generell die Freude der höfischen Gesellschaft mehren“ solle.[59] Bereits die bloße Betrachtung einer Dame könne insbesondere bei den Männern jenes Hochgefühl evozieren, das der sogenannte hôhe muot[60] bezeichne und letztlich der angestrebten Wirkung solcher Inszenierungen von weiblicher Körperlichkeit entspreche, so Haupt.[61] Aus diesen Ausführungen geht außerdem hervor, dass sich die soziale Identität der höfischen Dame nicht nur über die schöne Ausstaffierung des weiblichen Körpers mittels luxuriöser Kleidung definiert, sondern zudem durch die Außensicht anderer, im Sinne textimmanenter Zuschauer dokumentiert wird, die durch ihre Bewunderung die Exklusivität des höfischen Gesellschaftslebens sichern.[62] In Bezug auf den Mann, der bei dem Anblick der Dame von Freude erfasst wird, vermag deren immense Schönheit auch Verlangen nach ihr und den Wunsch, sie zu besitzen, hervor­zu­rufen, sodass der Kleidung in den Schönheitsbeschreibungen auch eine erotische Funktion zukommt. Demnach vermag vor allem das bloße Sehen des Goldes, der kostbaren Stoffe und der funkelnden Edelsteine Begehrlichkeiten zu wecken, welches nicht nur den ästhetischen Reiz der weiblichen Schönheit widerspiegelt, sondern auch deren gefährliches Potential, im Sinne ihrer verführerischen Wirkung. Diese entsprechende Wirkungs­beschreibung, so Oster, sei symbolisch häufig mit Glanzevokationen verknüpft,[63] sodass das Phänomen weiblichen Goldglanzes möglicherweise gerade nicht gänzlich positiv konnotiert ist. Ferner spiegelt sich in dieser Mehrdeutigkeit der Schönheit, die einerseits als Form der Statusrepräsentation und Markierung des weiblichen Idealtypus fungiert, andererseits aber auch eine außer­ge­wöhn­liche körperliche Attraktivität kennzeichnet und damit besonders reizvoll auf die Männer wirkt, die Ambiguität äußerer Zeichen wider, die von Schulz als das zentrale Problem der höfischen Körpersemiotik bezeichnet wird.[64] In Anbetracht der Lesbarkeit der Körper­zeichen ist hieraus zu schließen, dass die Beschreibung eines kostbar gearbeiteten Gewandes, das von Edelsteinen und Gold glänzt, nicht unbedingt der positiven Figuren­zeichnung in der epischen Fiktion dient, sodass die Pracht des Kleides gewissermaßen auch als warnendes Signal zu interpretieren ist. Wenn die edle Dame in einer prunkvollen Ge­wan­dung beschrieben wird, so entspricht die Kleidung zwar dem sozialen Rang als Adelige, symbolisiert darüber hinaus aber eventuell einen moralischen Defekt und deckt so einen Mangel an Tugend vor den Personen des Epos und dem Leser auf. Signum für eine schlechte Ei­gen­schaft der weiblichen Figur wäre also jenes Kleid, das in irgendeinem Aspekt in­ad­äquat ist, sei es auf eine geistige Fehlhaltung im Sinne einer mangelnden Fügung in das mittel­alterliche Verständnis der Einheit von Körper, Kleid und Charakter bezogen. Daher zeichnet sich die Schönheitsdarstellung der Dame in der Heldenepik gegebenenfalls nicht aus­schließlich durch eine gänzlich positive Besetzung der Prunkkleidung aus. Schulz kon­kre­tisiert diese Überlegung, indem er auf das von der Heldenepik geprägte tiefe Misstrauen gegenüber dem „schönen Schein der Oberfläche“ hinweist und damit explizit die kritische Auseinandersetzung heldenepischer Texte mit der sichtbaren Oberfläche des Adels benennt. Entsprechend konstatiert auch Kraß, dass „der mögliche Fall einer Dame, die […] edle Kleider“ trage, „durchaus nicht in Abrede gestellt“ werde,[65] sodass sich das aufwendige Ge­wand allenfalls als ambivalent bewerteter Teil in der Schönheitsbeschreibung der Helden­epik gestaltet. Entsprechend fungiert unter Umständen insbesondere die unermessliche Gold­verwendung in der weiblichen Kleiderdarstellung vor allem als Zeichen von Übermaß. Demgemäß wäre das Merkmal der körperlichen Schönheit und die ins Unermessliche ge­steigerte Pracht höfischer Kleidung insofern nicht als Spiegel der weiblichen Vollkommen­heit anzusehen, als das Gold gerade die Nicht-Idealität, aufgrund der Inkongruenz von Kleid und Charakter, visualisiere. Daher bleibt ferner zu überlegen, ob in der Heldenepik anhand der Beschreibung des Gewandes zudem eine Problematisierung des im Prunk kulmi­nie­ren­den höfischen Kleiderkults durch die höfische Kleiderdarstellung der Dame festzustellen ist, sodass besonderes Augenmerk auf die literarische Ausgestaltung des außergewöhnlichen Prunks innerhalb der Kleiderbeschreibung der weiblichen Figur zu richten ist.

[...]


[1] Sahm, Gold im Nibelungenlied, S. 138-139, hervorgehoben im Original.

[2] Riha, Sachwörterbuch der Mediävistik, Art. „Metalle“, S. 529.

[3] Ebd..

[4] Vgl. Hardt, Gold, Prestige, Herrschaft, S. 526-527.

[5] Vgl. zum Zusammenhang von Gold und Herrschaft auch Hardts gleichnamige Studie Gold und Herrschaft, S. 300, in der er die Funktion und Gestalt frühmittelalterlicher Königsschätze herausstellt. Hardt konstatiert, dass „eine gut gefüllte Schatzkammer eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Königs-[...] herrschaft [...] darstellte“ (ebd.). Zum Inhalt frühmittelalterlicher Königsschätze zählt Hardt neben Gegenständen aus Gold, wie z.B. Münzen und Schmuck, Edelsteine, Waffen sowie Kleidung und Stoffe. Vgl. ebd. S. 57-128. Im Zuge dessen verweist Jan-Dirk Müller, Spielregeln für den Untergang, S. 391, außerdem auf die Prachtentfaltung der materiellen, höfischen Kultur, innerhalb welcher die Pracht von „kostbare[n] Stoffe[n] […], Waffen, Edelsteine[n] und metalle[n]“ (ebd.) endlos angehäuft werde.

[6] Vgl. Klein, Die Farben der Herrschaft, S. 36.

[7] Gage, Die Farbe in der Geschichte, S. 72.

[8] Ebd., S. 131.

[9] Ebd. S. 135.

[10] Kimminich, Sachwörterbuch der Mediävistik, Art. „Tugend“, S. 843. Tugend bezeichne den „guten Habitus d. Menschen, der ihn und sein Werk gut“ (ebd.) mache.

[11] Vgl. Meier, Suntrup, Lexikon der Farbenbedeutungen, Art. „aureus, aurum ­­‒ golden, goldgelb, Gold“, S. 138.

[12] Vgl. hierzu Kimminich, Sachwörterbuch der Mediävistik, Art. „Tugend“, S. 843.

[13] Leisi, Gold und Manneswert im Beowulf, S. 260.

[14] Meier, Suntrup, Lexikon der Farbenbedeutungen, Art. „aureus, aurum ­­‒ golden, goldgelb, Gold“, S. 140.

[15] Müller, Spielregeln für den Untergang, S. 391.

[16] Da das Goldene im „Nibelungenlied“ häufig im Zusammenhang mit weiteren kostbaren Dingen, wie z.B. wertvollen Stoffen oder Edelsteinen gebraucht wird, werden solche Kostbarkeiten im Verlauf der Arbeit grundlegend berücksichtigt, sofern ihnen auf literarästhetischer Ebene Funktionen zukommen, welche die Imaginationen des Goldenen bzgl. des Glanz- und Leuchteffekts oder der kostbaren Materie spezifizieren.

[17] Schulz, Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive, S. 76.

[18] Oster, Die Farben höfischer Körper, S. 27.

[19] Krasser, Sachwörterbuch der Mediävistik, Art. „Ästhetik“, S. 9. „Ästhetik (griech. aisthetikos = zur Wahrnehmung fähig) ist [...] die Wiss., die sich mit Erscheinungsformen d. Schönen [...] beschäftigt.“

[20] Oster, Die Farben höfischer Körper, S. 27.

[21] Schulz, Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive, S. 77.

[22] Schulz, Schwieriges Erkennen, S. 242.

[23] Ebd..

[24] Raudszus, Die Zeichensprache der Kleidung, S. 53.

[25] Kraß, Geschriebene Kleider, S.2.

[26] Vgl. ebd..

[27] Vgl. Raudszus, Die Zeichensprache der Kleidung, S. 183.

[28] Keupp, Die Wahl des Gewandes, S. 187.

[29] Vgl. Brüggen, Kleidung und Mode in der höfischen Epik des 12. und 13. Jahrhunderts, S. 54. Um die Ausgefallenheit und Kostbarkeit der edlen Stoffe noch zu unterstreichen werden u.a. die exotischen Herkunftsorte der luxuriösen Stoffe benannt.

[30] Brüggen, Kleidung und Mode in der höfischen Epik des 12. und 13. Jahrhunderts, S. 47.

[31] Kraß, Geschriebene Kleider, S. 161.

[32] Vgl. hierzu auch Keupp, Die Wahl des Gewandes, S. 205. Bezogen auf die prachtvolle Kleidung des Herrschers betont Keupp, dass „die Tracht eines Herrschers […] in direkter Relation zu seiner Position an der Spitze adeliger Hierarchie zu stehen“ hatte und indes das Tragen eines nicht angemessenen Gewandes zugleich seine königliche Würde in Frage gestellt habe. Ebd..

[33] Kraß, Geschriebene Kleider, S. 161.

[34] Müller, Spielregeln für den Untergang, S. 391.

[35] Oster, Die Farben höfischer Körper, S. 48.

[36] Brüggen, Kleidung und Mode in der höfischen Epik des 12. und 13. Jahrhunderts, S. 56.

[37] Keupp, Die Wahl des Gewandes, S. 207.

[38] Vgl. Raudszus, Die Zeichensprache der Kleidung, S. 185.

[39] Ebd..

[40] Vgl. Sahm, Gold im Nibelungenlied, S. 128. Sahm stellt fest, dass „der Status einer Herrscherfigur am mit Gold betriebenen [...] Schmuckaufwand abzulesen“ (ebd.) sei.

[41] Oster, Die Farben höfischer Körper, S. 50.

[42] Ebd..

[43] Carolin Oster hebt die Bedeutung der hellen Haut im Kontext des höfischen Erscheinungsbildes hervor, indem sie diese als „Zeichen des hohen Standes“ definiert und auf den Ausdruck der ,vornehmen Blässe‘ verweist, in welchem sich diese Vorstellung wiederfinde. Weiß sei demzufolge Zeichen der körperlichen Schönheit und des Adels. Vgl. ebd., S. 52-53.

[44] Vgl. Riedlsperger, Sachwörterbuch der Mediävistik, Art. „Schönheitsideal“, S. 736.

[45] Vgl. ebd..

[46] Vgl. Schulz, Schwieriges Erkennen, S. 242.

[47] Schulz, Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive, S. 78.

[48] Brüggen, Kleidung und Mode in der höfischen Epik des 12. und 13. Jahrhunderts, S. 76.

[49] Oster, Die Farben höfischer Körper, S. 58.

[50] Kraß, Geschriebene Kleider, S. 156. Andreas Kraß knüpft mit dem Hinweis, dass der die Taille eng umschließende Gürtel den „schlanken Wuchs [der Dame] erahnen“ (ebd.) ließe, an den erläuterten Verzicht auf die detailgetreue Beschreibung der konkreten Körperlichkeit in der Heldenepik an und gibt vielmehr ein Ausstaffieren des weiblichen Körpers zu erkennen.

[51] Vgl. Oster, Die Farben höfischer Körper, S. 64 und Kraß, Geschriebene Kleider, S. 156.

[52] Brüggen, Kleidung und Mode in der höfischen Epik des 12. und 13. Jahrhunderts, S. 55.

[53] Vgl. hierzu Kraß, Geschriebene Kleider, S. 156. „Während der Schmuck die unbekleideten Partien des Oberkörpers markiert – ein Band ziert das Haar, ein Diadem die Stirn, eine Kette den Hals, ein Reif den Arm, Ringe die Finger-, verhüllt die Kleidung […] den Rumpf und die Beine der Dame.“ Ebd..

[54] Haupt, Der schöne Körper in der höfischen Epik, S. 62.

[55] Ebd., S. 55.

[56] Raudszus, Die Zeichensprache der Kleidung, S. 201.

[57] Ebd..

[58] Raudszus, Die Zeichensprache der Kleidung, S. 58.

[59] Haupt, Der schöne Körper in der höfischen Epik, S. 57.

[60] Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch, S. 146, Art. „muot“. Der sogenannte hôhe muot wird in diesem Kontext wie folgt definiert: „ hôher m. freudig erhöhte stimmung, hochherzigkeit“. Ebd..

[61] Haupt, Der schöne Körper in der höfischen Epik, S. 57.

[62] Vgl. ebd..

[63] Oster, Die Farben höfischer Körper, S. 55.

[64] Schulz, Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive, S. 81.

[65] Kraß, Geschriebene Kleider, S. 170.

Ende der Leseprobe aus 38 Seiten

Details

Titel
Die goldgeschmückte Frau im "Nibelungenlied"
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf  (Germanistik)
Veranstaltung
Goldene Zeiten. Zur Funktion und Bedeutung eines besonderen Metalls in der mittelalterlichen Literatur
Note
1,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
38
Katalognummer
V373446
ISBN (eBook)
9783668508750
ISBN (Buch)
9783668508767
Dateigröße
679 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gold, Nibelungen, Nibelungenlied, Frau, Glanz, Farbe, Brünhild, Schönheit, Frauenkörper, Goldbesitz, Herrschaft, Körpersemiotik
Arbeit zitieren
Fabiana Piacentini (Autor), 2015, Die goldgeschmückte Frau im "Nibelungenlied", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373446

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