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Die goldgeschmückte Frau im "Nibelungenlied"

Título: Die goldgeschmückte Frau im "Nibelungenlied"

Trabajo , 2015 , 38 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Fabiana Piacentini (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana antigua y medieval
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Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Erörterung des von Heike Sahm in ihrem Aufsatz zum Themenkomplex „Gold im Nibelungenlied“ geprägten Motivs der goldgeschmückten Frau, unter besonderer Berücksichtigung des Gegenstandes Gold, welchem im Mittelalter ein insgesamt hoher Stellenwert zukommt.

Da das Gold zumeist dem ästhetischen Bereich zugeordnet wird, erfolgt zu Beginn der Arbeit eine Vorstellung grundlegender Körper- und Kleiderbeschreibungen in der Epik um 1200, wobei besonderes Augenmerk auf die Schönheitsdarstellung der edlen Dame in der hochmittelalterlichen Literatur gerichtet wird.

Im weiteren Verlauf geht es zunächst darum, die Golddeskriptionen vor dem Hintergrund der auf Visualität und Materialität ausgelegten Literatur des Hochmittelalters in ihren wesentlichen Grundzügen zu skizzieren und die über den rein ästhetischen, dekorativen Effekt hinausgehende Semantik des Goldes zu erschließen. Zu zeigen gilt es in diesem Zusammenhang, dass Gold und dessen Glanz auch dezidiert als Instrument der Identitätskonstruktion verwendet werden können. Ein weiteres Unterkapitel widmet sich der Darstellung der wehrhaften, geradezu heroischen Dame in der epischen Literatur, um im Folgenden das der Heldenepik zugehörige anonym überlieferte „Nibelungenlied“ auf die Bedeutung des Phänomens weiblichen Goldglanzes, wie auch auf die jeweilige Goldsymbolik, hin zu untersuchen. Wesentliche Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang der dem Goldenen impliziten Zeichenfunktion zu, über die der weiblichen Figur und somit ihrer körperlichen Schönheit eine eigene Semantik zugeschrieben wird.

Ziel dieser Arbeit ist es, die Detaillierung höfischen Lebens im Kontext der Verhandlung von Herrschaft näher zu erörtern und die entsprechend literarische Aufarbeitung der dieser Analyse vorangestellten theoretischen Erläuterungen zu mittelalterlichen Vorstellungen von Schönheit und Ästhetik im „Nibelungenlied“ anhand der Brünhild-Figur zu erfassen. Dabei sollen die theoretischen Erörterungen zwar als Grundlage der Textlektüre dienen, aber durch die Analyse nicht bloß bestätigt oder zurückgewiesen werden. Vielmehr gilt es, neue Dimensionen aufzuzeigen, die in dem Heldenepos durch die literarische Illustration der Frauenschönheit beschrieben werden. Dazu sind auch der Deutungskontext und das ambivalente Bedeutungsspektrum des Goldes näher zu betrachten.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die goldene Dingkultur im „Nibelungenlied“

2.1 Zum Verhältnis von Goldbesitz und Herrschaft im „Nibelungenlied“

2.2 Höfische Körpersemiotik: Die Autorität der Äußerlichkeiten

3 Geläufige Darstellungskonventionen für weibliche Figuren in der mittelalterlichen Literatur

3.1 Zum Topos der idealen Frauenschönheit: Die literarische Inszenierung von Körper und Kleid

3.2 Semantiken und Funktionen des Glanzes in der Konzeption schöner Frauenkörper

3.3 „Die Dame als Ritter“: ,Der Gürtel‘

4 Die goldgeschmückte Frau im „Nibelungenlied“

4.1 Brünhild ‒ Die Goldschmuck tragende Herrscherin

4.2 Der fatale Glanz ‒ Brünhilds Stärke und Kampffähigkeit

5 Schluss

6 Bibliographie

6.1 Werk

6.2 Forschungsliteratur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Motiv der goldgeschmückten Frau im „Nibelungenlied“ unter Berücksichtigung mittelalterlicher Schönheitsideale und Goldsymbolik. Ziel ist es, die Verknüpfung von Gold, Kleidung und Körperlichkeit im Kontext der Herrschaftsrepräsentation zu analysieren und die ambivalente Rolle der Brünhild-Figur als heroische, aber auch potenziell bedrohliche Frau zu erfassen.

  • Die materielle und symbolische Bedeutung von Gold in der mittelalterlichen Adelskultur.
  • Die literarische Inszenierung des höfischen Frauenkörpers durch Kleidung und Glanz.
  • Das Spannungsfeld zwischen idealisierter Schönheit und der „heroischen Aggressivität“ weiblicher Figuren.
  • Die Funktion des Gürtels als Symbol für Macht, Tugend und Geschlechterrollen.
  • Die kritische Dekonstruktion des höfischen Vollkommenheitsanspruchs am Beispiel Brünhilds.

Auszug aus dem Buch

4.1 Brünhild ‒ Die Goldschmuck tragende Herrscherin

Brünhild, die kriegerische Königin, wird von Anfang an über körperliche Zuschreibungen charakterisiert. Sie ist unermesslich schön und verfügt über außerordentliche Körperkräfte, sodass Brünhild als herausragende Frau beschrieben wird:

E(z was ein) kuneginne gesezzen uber sê, ir gelîche enheine man wesse ninder mê, diu was unmâzen schoene. vil michel was ir kraft. (V. 324)

Indem Brünhild das höfische Ideal aufgrund der Kombination von überragender Schönheit und übernatürlicher Stärke geradezu überbietet und erweitert, deutet diese Art der Schönheitsbeschreibung auf den Gewinn einer akzentuierten Persönlichkeitsstruktur hin, welche die Figur in den Vordergrund rückt und sie von anderen Frauenfiguren abhebt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der goldgeschmückten Frau ein und stellt die methodische Herangehensweise sowie die Hypothese vor, dass Gold eine zentrale Rolle bei der Inszenierung von Herrschaft einnimmt.

2 Die goldene Dingkultur im „Nibelungenlied“: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung von Gold als Zeichen weltlicher Macht sowie die höfische Körpersemiotik, bei der die äußere Erscheinung Rückschlüsse auf das Innere einer Person zulässt.

3 Geläufige Darstellungskonventionen für weibliche Figuren in der mittelalterlichen Literatur: Hier werden die literarischen Standards der Schönheitsbeschreibung – insbesondere die Bedeutung von Kleidung und Glanz – analysiert und die Rolle des Gürtels als Symbol herrscherlicher Potenz diskutiert.

4 Die goldgeschmückte Frau im „Nibelungenlied“: Dieser Abschnitt untersucht beispielhaft an der Figur der Brünhild, wie die Verbindung von Schönheit, Kampfesfähigkeit und Goldglanz im Epos sowohl zur Heroisierung als auch zur Problematisierung der idealisierten Frauengestalt beiträgt.

5 Schluss: Die Arbeit resümiert, dass Brünhild nicht als vorbehaltlos vollkommenes Idealbild gezeichnet ist, sondern dass ihre Erscheinung eine kritische Distanz zum höfischen Repräsentationsideal und dessen Visualisierungsformen offenbart.

6 Bibliographie: Ein Verzeichnis der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur, die der Analyse zugrunde liegt.

Schlüsselwörter

Nibelungenlied, Brünhild, Gold, Körpersemiotik, mittelalterliche Literatur, höfische Kleidung, Herrschaftsrepräsentation, Frauenschönheit, Goldsymbolik, Tugend, Übermut, Geschlechterrollen, Heldenepik, Ästhetik, höfische Kultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die literarische Darstellung der „goldgeschmückten Frau“ im Nibelungenlied und untersucht, wie Gold und materielle Kostbarkeiten zur Konstruktion von Identität und Herrschaftsanspruch eingesetzt werden.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die mittelalterliche Körpersemiotik, die Symbolik von Gold und Glanz, die Funktion prunkvoller Kleidung sowie die Darstellung heldenhafter Frauenfiguren.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Nibelungenlied höfische Schönheitsideale durch die Figur der Brünhild einerseits inszeniert und andererseits kritisch hinterfragt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text des Nibelungenliedes mit fachspezifischen Theorien zu Mittelalterlicher Literatur, Kleidersemantik und Herrschaftsrepräsentation in Beziehung setzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Konventionen der Frauenbeschreibung, die Semantik des Glanzes, die Rolle des Gürtels als Machtsymbol und eine detaillierte Analyse der Figur Brünhild.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Schlüsselwörter sind unter anderem Nibelungenlied, Brünhild, Gold, Körpersemiotik, Herrschaftsrepräsentation und Geschlechterrollen im Mittelalter.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des Goldes bei Brünhild?

Die Autorin sieht das Gold bei Brünhild ambivalent: Während es einerseits ihre erhabene soziale Position markiert, deutet die exzessive Verwendung von Glanz und Schmuck auf ein gefährliches Maß an Übermut und den Bruch mit der idealen, tugendhaften Ordnung hin.

Welche symbolische Bedeutung misst die Arbeit dem Gürtel bei?

Der Gürtel wird als Sitz der Macht und Symbol der Jungfräulichkeit interpretiert; sein Verlust steht für den Verlust der herrscherlichen Potenz der Protagonistin und sichert letztlich die männerdominierte Ordnung.

Final del extracto de 38 páginas  - subir

Detalles

Título
Die goldgeschmückte Frau im "Nibelungenlied"
Universidad
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Germanistik)
Curso
Goldene Zeiten. Zur Funktion und Bedeutung eines besonderen Metalls in der mittelalterlichen Literatur
Calificación
1,0
Autor
Fabiana Piacentini (Autor)
Año de publicación
2015
Páginas
38
No. de catálogo
V373446
ISBN (Ebook)
9783668508750
ISBN (Libro)
9783668508767
Idioma
Alemán
Etiqueta
Gold Nibelungen Nibelungenlied Frau Glanz Farbe Brünhild Schönheit Frauenkörper Goldbesitz Herrschaft Körpersemiotik
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Fabiana Piacentini (Autor), 2015, Die goldgeschmückte Frau im "Nibelungenlied", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373446
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