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Die Frage nach der rechten Lebensform in Cicero "De re publica" und Seneca "De otio"

Titel: Die Frage nach der rechten Lebensform in Cicero "De re publica" und Seneca "De otio"

Seminararbeit , 2005 , 18 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Alexander Brembach (Autor:in)

Latein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit unternimmt einen Vergleich zweier Schriften, die sich mit dem Problem der rechten Lebensform beschäftigen: Ciceros "De re publica" und Senecas "De otio".

Ciceros Werk "De re publica" beschreibt den Staat in der Krise. Nun geht es hier jedoch nicht hauptsächlich um die Rolle des Politikers in solch eine Situation, sondern um den Staat selbst.(Büchner, 1964) Vorbild für "De re publica" war Platons "Politeia". Ein Vergleich beider Schriften würde sich zwar anbieten, an dieser Stelle jedoch um einiges zu weit führen. Es sei nur soviel gesagt: philosophisch betrachtet wird wohl, so zumindest vermutet Seel, Cicero unterlegen sein. Aber dennoch ist bemerkenswert, mit welcher Souveränität sich Cicero dem äußerst mächtigen Vorbild gegenüber behauptet. Dies wird nicht nur daran deutlich, wie Cicero in die platonische Vorgabe späteres Gedankengut einarbeitet, und dies nicht in Form eines bloßen Hinzufügens, sondern indem er einen „[…] neuen Guss des Heterogenen zu einer neuen Ganzheit […]“ (Seel, 1953) anfertigt, sondern auch daran, wie Cicero durch kleine Veränderungen, das fremde Gedankengut in eigenes verwandelt. (Seel, 1953)

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Persönliche Erfahrungen Ciceros und Senecas

3. Kriterien für die Wahl der Lebensform

4. Einzelstaat oder Kosmopolis?

5. Ergebnisse

6. Exkurs: Cicero, der „geistige Politiker“

7. Nachwort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die philosophischen Ansätze von Cicero in "De re publica" und Seneca in "De otio" hinsichtlich der Frage nach der rechten Lebensform, insbesondere im Spannungsfeld zwischen politischem Engagement und philosophischer Kontemplation unter den Bedingungen politischer Krisen.

  • Vergleich der antiken Schriften "De re publica" und "De otio".
  • Analyse der persönlichen Motive für die Wahl der Lebensform.
  • Gegenüberstellung von Einzelstaat und Kosmopolis.
  • Untersuchung des Verhältnisses von theoretischer Schau und praktischer Tätigkeit.
  • Bewertung von Ciceros Ideal des „geistigen Politikers“.

Auszug aus dem Buch

4. Einzelstaat oder Kosmopolis?

In De otio 4,1 beschäftigt sich Seneca mit dem Kosmos als Gegenstück zum Einzelstaat: „Lassen wir zwei Gemeinwesen uns vor die Seele treten, das eine groß und wahrhaft allgemein, das Götter und Menschen umfasst, wo unser Blick nicht an diesem oder jenem Eckchen haftet, sondern wo uns zum Ausmaß des Ganzen die Sonne dient.“

Seneca unterscheidet zwei Lebensbereiche des Menschen: die große und die kleine res publica, Kosmos und Staat. Der Kosmos beinhaltet den Wirkungsbereich des βίος θεωρητικός, der Staat den des βίος πολιτικός. Es gibt, wie Seneca feststellt, drei Möglichkeiten, sich diesen beiden res publicae gegenüber zu verhalten: den Dienst an beiden gleichzeitig, den er als βίος σύνθετος bezeichnet, und den Dienst an Kosmos oder Staat allein. Welche Lebensform oder welche res publica vorzuziehen ist, lässt Seneca an dieser Stelle jedoch offen.

Auch bei Cicero findet man die Antithese der beiden res publicae. Und auch bei ihm ist sie fest mit der Frage des βίος verbunden. Schnell wird deutlich, dass sich eine zu intensive Beschäftigung mit den kosmischen Vorgängen nicht vereinbaren lässt mit dem „Wirklichkeitssinn“ der Römer, wie Müller es nennt. In der Einleitung zum ersten Buch stellt Laelius, der Freund Scipios, die Frage, inwieweit es Recht ist, sich mit Fragen des Kosmos auseinanderzusetzen, wenn man noch nicht einmal alle Fragen des Staates geklärt hat. (I 19) Furius Philus antwortet: „Meinst du denn, es sei für unsern Hausstand unwichtig zu wissen, was bei uns geschieht und vor sich geht? ‚Bei uns’ heißt aber nicht nur innerhalb unserer vier Wände, sondern in dieser ganzen Welt, welche die Götter uns und sich selber als gemeinsame Wohnstatt und Heimat gegeben haben.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung erläutert das Thema der rechten Lebensform im Vergleich zwischen Ciceros "De re publica" und Senecas "De otio" sowie deren historische Rahmenbedingungen.

2. Persönliche Erfahrungen Ciceros und Senecas: Das Kapitel beleuchtet, wie die persönlichen Krisenerfahrungen und die politische Resignation der beiden Autoren ihre jeweilige philosophische Perspektive auf das Leben prägten.

3. Kriterien für die Wahl der Lebensform: Hier werden die stoischen und epikureischen Einflüsse sowie die objektiven und subjektiven Hinderungsgründe für eine politische Teilhabe diskutiert.

4. Einzelstaat oder Kosmopolis?: Dieses Kapitel analysiert das Spannungsfeld zwischen dem Dienst am eigenen Staat und der Ausrichtung an der kosmopolitischen Gemeinschaft des gesamten Kosmos.

5. Ergebnisse: Die Synthese der Argumentationen zeigt, dass bei Cicero der Primat der politischen Praxis bestehen bleibt, während Seneca das Ziel des menschlichen Daseins in der philosophischen Schau verortet.

6. Exkurs: Cicero, der „geistige Politiker“: Dieser Abschnitt würdigt Ciceros Lebensleistung, die Theorie und Praxis in der Rolle des verantwortungsbewussten Politikers miteinander zu verbinden.

7. Nachwort: Das Nachwort reflektiert die Erkenntnisse der Arbeit und ordnet die antiken Fragestellungen in den Kontext der heutigen Zeit ein.

Schlüsselwörter

Rechte Lebensform, Cicero, Seneca, De re publica, De otio, Philosophie, Politik, Kosmopolis, res publica, otium, Stoa, βίος θεωρητικός, βίος πολιτικός, Praxis, Ethik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht den Vergleich der Schriften "De re publica" von Cicero und "De otio" von Seneca in Bezug auf die Frage, wie ein Mensch seine Lebensform wählen sollte.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Konflikt zwischen politischem Engagement (Staat) und philosophischer Kontemplation (Kosmos) sowie dem Einfluss von persönlichen Krisen auf philosophisches Denken.

Was ist die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung?

Die Arbeit analysiert, wie beide Autoren die Notwendigkeit des politischen Handelns gegenüber der privaten Muße und der Beschäftigung mit universellen, kosmischen Fragen abwägen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Textanalyse, die auf Basis der antiken Primärquellen und einschlägiger philosophischer Sekundärliteratur durchgeführt wird.

Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?

Der Hauptteil behandelt die persönlichen Hintergründe der Autoren, die Kriterien für eine Lebensentscheidung sowie die Gegenüberstellung von Einzelstaat und Weltgemeinschaft.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind "res publica", "otium", "virtus", der "geistige Politiker" sowie die Differenzierung zwischen den Lebensweisen der Betrachtung und des Handelns.

Warum lehnt Seneca in "De otio" die politische Teilhabe ab?

Aufgrund der hoffnungslosen politischen Lage unter Kaiser Nero kommt Seneca zu dem Schluss, dass ein Wirken im Staat für den Weisen nicht mehr möglich ist und die Hinwendung zur "maior res publica" (dem Kosmos) sinnvoller ist.

Wie definiert Cicero im "Somnium Scipionis" die Aufgabe des Menschen?

Cicero betont dort, dass der Mensch die Erde, auf der er lebt, schützen und bewahren muss, wobei der Dienst am Gemeinwesen als vornehmste Pflicht gilt.

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Details

Titel
Die Frage nach der rechten Lebensform in Cicero "De re publica" und Seneca "De otio"
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Note
1,3
Autor
Alexander Brembach (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
18
Katalognummer
V373481
ISBN (eBook)
9783668538481
ISBN (Buch)
9783668538498
Sprache
Deutsch
Schlagworte
frage lebensform cicero seneca
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alexander Brembach (Autor:in), 2005, Die Frage nach der rechten Lebensform in Cicero "De re publica" und Seneca "De otio", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373481
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  18  Seiten
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