In dieser Arbeit findet man eine Gegenüberstellung zweier Rechtsformen - der deutschen UG und englischen Limited - in Bezug auf Gründung, Gesellschaftsvertrag, Haftung und das Ansehen im Geschäftsverkehr.
Ab dem 1. November 2008 können sich die Unternehmer durch die Reformierung des GmbH-Rechtes für eine neue haftungsbeschränkte Unternehmensrechtsform - die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) , oder abgekürzt UG (haftungsbeschränkt), entscheiden. Die Modernisierung war angesichts immer populär werdenden britischen Gesellschaftsform Limited notwendig. Die Vorteile der englischen Limited bei der schnellen und kostengünstigem Gründung, sowie der erforderliche Stammkapital von nur einem Pfund, führten zu einem enormen Anstieg der Neuanmeldung dieser Rechtsform.
Damit die deutsche GmbH konkurrenzfähig bleiben kann und um der Ausweitung der englischen Limited im deutschen Rechtsraum entgegenzusteuern, hat der deutsche Gesetzgeber zahlreiche Regeln des GmbHG überarbeitet und erweitert. Die wichtigsten Punkte sind in dem Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen (MoMiG) festgehalten und sollen die Unternehmensgründung erleichtern und beschleunigen. Zusätzlich vereinfacht das MoMiG die Übertragung von Geschäftsanteilen, ermöglicht eine Verlegung des Verwaltungssitzes ins Ausland, sichert den gutgläubigen Erwerb von Geschäftsanteilen, passt die Regelungen für Cash-Pooling und Eigenkapitalersatzrecht an.
Das Ergebnis aus der Verfassung dieser Änderungen ist die Entstehung einer unkomplizierten, transparenten und flexiblen Rechtsform - Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt). Die UG (haftungsbeschränkt) spricht vor allem kleinere Unternehmen mit niedrigem Stammkapital an, die die Haftung der Gesellschafter nahezu ausschließen wollen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Faktoren für die Gegenüberstellung
2.1 Gesetzliche Regelungen
2.2 Vorgehensweise bei der Gründung
2.3 Gesellschaftsvertrag
2.3.1 Firmierung
2.3.2 Gesellschaftssitz
2.3.3 Gesellschaftsgegenstand
2.3.4 Stammkapital
2.4 Organe und Vertretung
2.5 Haftung
3 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die deutsche Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt), kurz UG, der englischen Limited-Gesellschaft gegenüberzustellen. Dabei wird analysiert, inwieweit die UG als Antwort auf die populäre englische Rechtsform fungieren kann und welche Vor- bzw. Nachteile sich für Gründer in Bezug auf Gründung, Haftung und Ansehen im Geschäftsverkehr ergeben.
- Vergleich der gesetzlichen Rahmenbedingungen (GmbHG vs. Companies Act)
- Prozessanalyse der Gründungsphasen inklusive Kostenvergleich
- Gegenüberstellung der Anforderungen an Gesellschaftsverträge und Firmierung
- Analyse der Organstrukturen und Haftungsrisiken für Gesellschafter und Geschäftsführer
- Bewertung des Ansehens im geschäftlichen Umfeld
Auszug aus dem Buch
2.2 Vorgehensweise bei der Gründung
Die Schritte bei Gründung eine UG (haftungsbeschränkt) sind identisch zu der Gründung einer GmbH. Folgende fünf Phasen sind bei einer UG-Neugründung zu beachten:
• Abschluss eines Gesellschaftsvertrages beim Notar oder Rechtsanwalt.
• Oft werden hierzu Musterprotokolle verwenden. Bei zusätzlichen Regelungen kann ein Notar auch einen individuellen Gesellschaftsvertrag aufsetzen.
• Ernennung der Geschäftsführer gemäß § 6 Geschäftsführer. In dieser Phase wird i.d.R. ein Geschäftsführer-Anstellungsvertrag aufgesetzt.
• Eröffnung eines Bankkontos für die Gesellschaft und Einzahlung des Stammkapitals.
• Eintragung ins zuständige Handelsregister, sowie Prüfung durch das Gericht und öffentliche Bekanntmachung im Bundesanzeiger
• Gewerbeanmeldung beim Gewerbeamt in der Gemeinde mit anschließender automatischer Anmeldung beim Finanzamt und Berufsgenossenschaft. Hierbei müssen ggf. die Vorschriften für genehmigungspflichtige Gewerbe beachtet werden.
Bei der Gründung einer UG wird nach der Anzahl der Gesellschafter unterschieden:
• Einpersonen-UG
• Mehrpersonen-UG mit bis zu drei Gesellschafter
• Mehrpersonen-UG mit mehr als drei Gesellschafter
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Entstehung der UG (haftungsbeschränkt) als Reaktion des deutschen Gesetzgebers auf die Konkurrenz der englischen Limited.
2 Faktoren für die Gegenüberstellung: Dieses Kapitel analysiert detailliert die Unterschiede in Gesetzgebung, Gründungsablauf, vertraglichen Anforderungen, Organen und Haftung.
3 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die UG eine adäquate, kostengünstige und rechtssichere Alternative für den deutschsprachigen Raum darstellt, während die Limited im internationalen Umfeld Vorteile bietet.
Schlüsselwörter
Unternehmergesellschaft, UG (haftungsbeschränkt), Limited, GmbH, MoMiG, Firmierung, Stammkapital, Haftung, Gesellschaftsvertrag, Gründungsverfahren, Geschäftsführung, Handelsregister, Gesellschaftsrecht, Rechtsformvergleich, Ansehen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit vergleicht die deutsche UG (haftungsbeschränkt) mit der englischen Limited, um Gründern bei der Wahl der passenden Rechtsform Entscheidungshilfen zu geben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den Gründungsvoraussetzungen, den gesellschaftsrechtlichen Anforderungen, der Haftung der Organe und dem Ansehen der jeweiligen Form am Markt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die deutsche UG das Ziel verfolgt, die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber der englischen Limited zu erhöhen und welche Unterschiede in der praktischen Anwendung bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine vergleichende Analyse auf Basis von Gesetzeswerken, Fachliteratur und Forschungsergebnissen zur Unternehmensgründung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Gegenüberstellung der gesetzlichen Grundlagen, des Gründungsprozesses, des Gesellschaftsvertrags, der internen Organe und der Haftungssituationen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören insbesondere Unternehmergesellschaft (UG), Limited, MoMiG, Haftungsbeschränkung und Gründungsaufwand.
Wie unterscheidet sich die Haftung bei einer UG und einer Limited?
Während bei der UG der Haftungsdurchgriff durch klare deutsche Regeln definiert ist, existiert im englischen Recht der Begriff "Veil of Incorporation", wobei das Haftungsrisiko der Directors oft als weitreichender wahrgenommen wird.
Warum spielt das Stammkapital eine so wichtige Rolle für das Ansehen?
Das niedrige Stammkapital von einem Euro (bei der UG) oder einem Pfund (bei der Limited) führt bei Geschäftspartnern und Banken oft zu einer skeptischen Haltung hinsichtlich der Bonität des Unternehmens.
- Citation du texte
- Ivan Konovalov (Auteur), 2014, UG (haftungsbeschränkt) versus Limited. Ein Vergleich der Rechtsformen bei der Unternehmensgründung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373609