Die Auswirkung von E-Commerce auf die interne Organisation von Industrieunternehmen


Diskussionsbeitrag / Streitschrift, 2017

3 Seiten


Leseprobe

Die Auswirkung von E-Commerce auf die interne Organisation von Industrieunternehmen

Dass der E-Commerce in Unternehmen als einziger oder optionaler Vertriebsweg nicht mehr weg zu denken ist, ist den meisten Marktteilnehmern klar und bewusst. Sollte zumindest so sein.

Als wesentlich schwieriger erscheinen oft -auf den zweiten Blick- die Auswirkungen auf die interne Organisationsstruktur der oft mittelständisch geprägten Unternehmen. Die bewusste Ausweitung des E -Commerce hat einen oft unterschätzten Einfluss auf die Aufbau- und Ablauf -Organisation der Unternehmen selbst.

Mittlerweile hat sich (auch in konservativ denkenden) Unternehmungen die Erkenntnis durchgesetzt, dass eine zu "laxe" organisatorische Haltung gegenüber dem ONLINE Vertrieb zu einer massiv zukunftsgefährdenden Positionierung der Unternehmen führt.

Man muß den "Nachzüglern" im Denk- und Entscheidungsprozess "ONLINE VERTRIEB" ganz deutlich vor Augen halten, dass Innovationen in der Industrie alleine durch die gewonnenen Erfahrungswerte (sowohl positive als auch negative) entfacht werden. Innovationen sind nicht anderes, als ein kompetitiver Abstand zum Wettbewerber! Und der Online-Vertrieb ist ein Feuerwerk von Erfahrungswerten.

Die sogenannten Lernkurve, oder vereinfacht gesagt „das gewonnene Wissen", wächst nicht linear, sondern exponentiell und somit wird von Tag zu Tag der Abstand zu den „Innovatoren" der internetaffinen Wettbewerber immer größer zu den Unternehmen, die nicht im E-Commerce aufgestellt sind. Für die Mathematiker: Es ist ein Wachstum nach den Gesetzmäßigkeiten der e- Funktion. Es wächst also so stark, wie eine Mäu­sepopulation!

In diesem Kampf um das Vorsprungswissen wird der Fokus des unternehmerischen Handelns fatalerweise zu oft nur auf den Absatzkanal gelenkt, anders formuliert : wel­che Menge an Produkten setze ich zusätzlich über die neuen elektronischen Plattfor­men ab.

Oft völlig vernachlässigt wird der Blick auf die Interne Aufbau- und Ablauforganlsatlon im Unternehmen selbst . Hier müssen Selbstverständlichkeiten der betriebswirtschaft­lichen Unternehmensführung wieder überdacht werden. Die Schlüsselfrage ist: passt die Verkettung der Primärprozesse noch optimal zusammen, um die Wertschöpfung auf Dauer sicherzustellen? Sind die Stellenbeschreibungen noch passend (Kongruenz der Stelle)? Sind die Stelleninhaber den neuen Anforderungen noch gewachsen? Muss nachgeschult werden, oder eine Neubesetzung erfolgen? Aber auch die Diskussion der Organisationsform muss aufgegriffen werden. Gerade Unternehmen, die schwer­punktmäßig im Großflächenvertrieb beheimatet sind (Baumarkt, Discount, Food) sind betroffen. Niedrige Handelsspannen (aufgrund der hohen Wettbewerbsintensität) ha­ben oft zu einer Organisationsstruktur geführt, die man als stringente Linienorganisa­tion bezeichnet. Es werden die Vorgaben der Geschäftsführung von oben nach unten durchdekliniert. Diese -oft stark patriarchalisch- geführten Unternehmen sehen "nur" die Kosten und den kurzfristigen bis mittelfristigen Unternehmenserhalt (Fokus: Lis- tung behalten bzw. bekommen) als primäre Handlungsmaxime. Diese unternehmeri­sche "Brille" und der "Druck des Marktes" nehmen die Freiheit, völlig liberal zu den­ken. Am Ende des Tages geht es doch nur darum: wie findet mein Produkt den Weg zum Endanwender? Der Handel als „Gatekeeper" verliert mehr und mehr hier seine exponierte Funktion und deshalb braucht es auch den Mut, zu sagen: Wenn der Weg zum Kunden mir versperrt wird, dann suche ich den direkten Weg. Heute bietet mir die Technik die hundertprozentige 1:1 Vernetzung mit meinem zukünftigen End-An- wender. Vor wenigen Jahren noch undenkbar. Die Internettechnik gibt der Industrie die in einem lang voran gegangenen Erosionsprozess verlorene Markt-Kraft wieder und die „Industrie" wird für den Handel -positiv formuliert - wieder zum Ansprech­partner auf Augenhöhe und ist nicht mehr der Erfüllungsgehilfe der Warenbeschaf­fung.

Aber nur Mitarbeiter, die losgelöst von starren Hierarchiegebilden sind und proaktiv Arbeitsgruppen bilden können, sind erfolgreiche Aktivposten für Unternehmen. Sie bringen die Dynamik ein, die man braucht, um bestehende Geschäftsmodelle regel­mäßig den Anforderungen anzupassen.

Unternehmen sollten mehr auf sich selbst steuernde Organisationsformen setzen. Gut ausgebildete Mitarbeiter wissen, WAS und WEN sie brauchen und organisieren sich selbst mit der notwendigen Verantwortung. Hierzu bedarf es Organisationen, die einen hohen Reifegrad mitbringen. Der Reifegrad der Unternehmung wird durch die Mitar­beiter definiert. Es ist eine wichtige Führungsaufgabe dafür zu sorgen, dass die eigene Organisation sich entwickelt und „reif" wird für die neuen Anforderungen, die die E - Commerce geprägten Geschäftsmodelle einfordern. Für die Personalführung ergeben sich neue Aufgaben in der Personalentwicklung.

Starre Organisationsformen verhindern den Reifeprozess und Unternehmen verab­schieden sich vom Markt, oder suchen die Flucht in einer Fusion mit anderen Unter­nehmen. In diesen Fällen hat die Geschäftsführung oft versagt, weil Sie nicht reagiert hat, oder selbst als „altes Eisen" den Mut für Veränderung in der ganzen Konsequenz nicht hatte.

Autor:

Diplom Ökonom Markus Burkat, stud. jur. LLB -Dozent für Betriebswirtschaftslehre und Handels­Controlling an der Hochschule FOM Unternehmer

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Ende der Leseprobe aus 3 Seiten

Details

Titel
Die Auswirkung von E-Commerce auf die interne Organisation von Industrieunternehmen
Veranstaltung
Eigene Forschung
Autor
Jahr
2017
Seiten
3
Katalognummer
V373643
ISBN (eBook)
9783668512412
Dateigröße
818 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Impulsschrift zum Thema: wie verändert E Commerce die interne Organisation?
Schlagworte
E Commerce Organisation Unternehmensentwicklung
Arbeit zitieren
Diplom Ökonom Markus Burkat (Autor), 2017, Die Auswirkung von E-Commerce auf die interne Organisation von Industrieunternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373643

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