Ab dem vierten Semester des akademischen Weiterbildungsstudienganges Master of Public Administration (MPA) an der Universität Kassel beginnt gleichzeitig das Praxissemester, gemäß Studienordnung vom 01.06.2010 (Universität Kassel 2010: 3) sowie Fachprüfungsordnung vom 21.11.2012 (Universität Kassel 2012: 7). Das Abgabedatum meines Praxisberichtes – 30.09.2015 – kann damit gleichgesetzt werden mit dem Abschluss der ersten zwei Jahren meines Weiterbildungsstudiums zum MPA. Nach dem persönlichen Gefühl beurteilend steht dieser 30.09.2015 jedoch nicht für den Abschluss von zwei Jahre Weiterbildungsstudium, vielmehr erscheint der Zeitraum meines Weiterbildungsstudiums subjektiv länger als zwei Jahre. Zum einen dadurch, dass ich in dieser Zeit viele neue Informationen erhalten habe sowie neues Wissen erlangen konnte. Zum anderen auch dadurch, dass ich mich schon vor Beginn des Studiums mit der Wahl der geeigneten Weiterbildungsmöglichkeit beschäftigte.
Im vorliegenden Praxisbericht sollen nun mehrere Fragestellungen beantwortet werden:
1. Konnte ich die erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten aus dem Weiterbildungsstudiengang in meine berufliche Praxis integrieren?
2. Gab es Änderungen meiner beruflichen Praxis aufgrund des Weiterbildungsstudienganges?
3. Wie stellt sich meine berufliche Praxis seit Beginn des Studiums dar?
4. Konnte ich zuvor gewonnene praktische Erfahrung in mein Studium einbringen?
5. Welche Gründe und Erwartungen haben mich zur Wahl dieses Weiterbildungsstudienganges bei der Universität Kassel bewogen?
6. Wurden diese Erwartungen an den Weiterbildungsstudiengang, nach Abschluss von 2/3 des MPA-Studiums, erfüllt?
Hierzu werde ich in den folgenden Kapiteln zunächst meine berufliche Tätigkeit sowie meine Praxisbehörde darstellen, bevor die Einflüsse des Studiums auf meine Berufspraxis bzw. umgekehrt aufgezeigt werden. Zuletzt folgt eine Einschätzung meiner Erwartungen und Kenntnisgewinne aufgrund des Studiums an der Universität Kassel.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Beschreibung der BaFin sowie der dortigen Berufspraxis
2.1 Die BaFin
2.2 Berufliche Tätigkeit
3 Einfluss des Studiums auf meine Berufspraxis
3.1 Einfluss durch die Module Verwaltungscontrolling und Projektmanagement
3.2 Einfluss durch das Modul Personalmanagement
3.3 Einfluss durch das Modul Lernen und Kommunikation
3.4 Weitere Einflüsse durch das Studium
4 Einfluss der Berufspraxis auf mein Studium
4.1 Einfluss auf das Modul Globalisierung und Verwaltungspolitik
4.2 Einfluss auf das Wahlmodul Öffentliches Recht
4.3 Einfluss auf das Modul Analyse der Kundenorientierung
4.4 Einfluss auf das Modul Lernen und Kommunikation
5 Gewonnene Fähigkeiten und Erwartungen an die berufliche Zukunft
6 Fazit
Zielsetzung und Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, die wechselseitigen Einflüsse zwischen dem Weiterbildungsstudiengang Master of Public Administration (MPA) an der Universität Kassel und der beruflichen Tätigkeit des Autors bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zu analysieren und zu reflektieren. Dabei wird untersucht, inwieweit Studieninhalte in die Praxis integriert werden konnten und umgekehrt praktische Erfahrungen das Studium bereicherten.
- Analyse des Transfers von Studieninhalten in die berufliche Verwaltungspraxis.
- Optimierung von Verwaltungsprozessen (z.B. Verbeamtungsverfahren) durch erlernte Methoden.
- Einfluss der Berufserfahrung auf das Verständnis und die Diskussion theoretischer Studieninhalte.
- Reflexion über die Kompetenzentwicklung im Bereich Zeitmanagement, Kommunikation und Personalführung.
- Beurteilung der Erwartungen an den Weiterbildungsstudiengang hinsichtlich der beruflichen Zukunft.
Auszug aus dem Buch
3.1 Einfluss durch die Module Verwaltungscontrolling und Projektmanagement
Zum Thema Verbeamtung in der BaFin wurde in den Jahren 2014 und 2015 ein besonderes und einmaliges Projekt durch meine Tätigkeit zum Abschluss geführt: Die Verbeamtung von interessierten Tarifbeschäftigten im mittleren Dienst. Hierfür wurden im Rahmen einer Anlassbeurteilung 102 Tarifbeschäftigte ausgewählt, denen in 2014 eine Verbeamtung angeboten wurde.
Die Besonderheit dieses Projektes lag in der Gleichzeitigkeit der Verbeamtungsmöglichkeiten, da noch niemals in der zwölfjährigen Geschichte der BaFin (fast) gleichzeitig mehr als ca. zehn Tarifbeschäftigte durch einen Personalsachbearbeiter verbeamtet wurden. Vor diesem Projekt waren die Prozessstrukturen für eine Verbeamtung auf ein bis zwei Verbeamtungen pro Monat auslegt, welche dementsprechend als (Einzel-)Verbeamtungsprozess bearbeitet wurden. Diese Prozessschritte habe ich vor Beginn der Verbeamtungen mit Hilfe der Kenntnisse der Algorithmischen Prozessdarstellung aus dem Modul Verwaltungscontrolling und dem Programm X visualisiert.
Daher wurde eine Prozessoptimierung notwendig, die mit meinen Kenntnissen durch das Modul Projektmanagement zu einer signifikanten Beschleunigung der Verbeamtungsprozesse führte. Hierbei wurden zum einen einige prüfungsarme Prozessschritte, wie die Erstellung der Diensteinführungsverhandlung und der Planstelleneinweisung, vom Personalsachbearbeiter nach unten delegiert. Zum anderen wurde der Verbeamtungsprozess zu einem Listenprozess umgestaltet, bei dem alle Tarifbeschäftigten entsprechend ihrer beiden Merkmale in eine der sechs möglichen Gruppen eingeteilt wurden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung des Kontextes und der Fragestellungen des Praxisberichts bezüglich des Masterstudiums MPA an der Universität Kassel.
2 Beschreibung der BaFin sowie der dortigen Berufspraxis: Überblick über die Aufgaben und Organisation der BaFin sowie die Rolle des Autors als Personalsachbearbeiter.
3 Einfluss des Studiums auf meine Berufspraxis: Darstellung der Anwendbarkeit gelernter Module wie Verwaltungscontrolling, Personalmanagement und Kommunikation auf die tägliche Arbeit.
4 Einfluss der Berufspraxis auf mein Studium: Aufzeigen, wie berufliche Vorerfahrungen zu einem besseren Verständnis theoretischer Studieninhalte beitrugen.
5 Gewonnene Fähigkeiten und Erwartungen an die berufliche Zukunft: Reflexion über persönlich erworbene Kompetenzen und die strategische Bedeutung des Studiums für die berufliche Laufbahn.
6 Fazit: Zusammenfassende Bejahung der Forschungsfragen zur gegenseitigen Befruchtung von Studium und Berufspraxis.
Schlüsselwörter
Praxissemester, Master of Public Administration, BaFin, Personalsachbearbeiter, Verwaltungscontrolling, Projektmanagement, Personalmanagement, Prozessoptimierung, Verbeamtung, Weiterbildungsstudium, Kompetenzentwicklung, Blended-Learning, Behörde, Verwaltung, Öffentliches Recht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit reflektiert die wechselseitige Beziehung zwischen dem berufsbegleitenden Masterstudium MPA und der beruflichen Praxis des Autors bei der Finanzaufsichtsbehörde BaFin.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Anwendung von Controlling- und Projektmanagementmethoden in der Verwaltung, Personalmanagement, Kommunikationsführung sowie die Relevanz der akademischen Ausbildung für die berufliche Entwicklung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Es soll geklärt werden, ob erworbenes Wissen erfolgreich in die berufliche Praxis transferiert werden konnte und wie umgekehrt die Praxis das Studium bereicherte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt die Reflexion der eigenen beruflichen Tätigkeit, kombiniert mit einer Analyse von Prozessstrukturen und dem theoretischen Bezug auf Module des Masterstudiums.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der BaFin, die Auswirkungen des Studiums auf die Arbeitspraxis und die Auswirkungen der Arbeitspraxis auf das Studium.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Prozessoptimierung, Weiterbildungsstudiengang, Personalarbeit, Verwaltungscontrolling und Blended-Learning.
Welches konkrete Projekt diente als Fallbeispiel für die Prozessoptimierung?
Das Projekt zur Verbeamtung von Tarifbeschäftigten im mittleren Dienst, bei dem der Prozess von Einzelverfahren auf ein effizienteres Listenverfahren umgestellt wurde.
Warum wurde die Universität Kassel als Studienort gewählt?
Ausschlaggebend waren die passgenauen Zulassungsvoraussetzungen, das Blended-Learning-Konzept und die Möglichkeit, das Studium berufsbegleitend zu absolvieren.
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- Brank Anders Wernersson (Author), 2015, Mein Praxissemester bei der BaFin. Erfahrungen und Einflüsse aufs weitere Studium, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373733