Einleitung
Einflüsse wie die Veränderung der Wettbewerbsbedingungen und der Wandel gesellschaftlicher Werte haben es notwendig gemacht, sich mit neuen Arbeits- und Koordinationsformen auseinanderzusetzen. So lässt es die rasante Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnik immer einfacher werden, weltweit wichtige Daten zu beschaffen und auszutauschen. Waren und Dienstleistungen können besser denn je global angeboten werden. Unternehmen haben nicht mehr nur nationale Konkurrenz, sondern müssen sich im internationalen Wettbewerb behaupten. Gleichzeitig sind die Produktlebenszyklen immer kürzer geworden und die Ansprüche der Kunden in Bezug auf Qualität, Kosten und Zeit haben stark zugenommen. Unternehmen müssen heute schneller, besser, kostengünstiger und flexibler sein um, dem stetig steigenden Wettbewerbsdruck standhalten zu können. Ein Umdenken erfordern auch die veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Familie und Freizeit haben einen höheren Stellenwert als zuvor. Zusätzlich ist das Bedürfnis der Selbstverwirklichung gestiegen. Auch der Wunsch vieler Frauen, die Erziehung ihrer Kinder und das Berufsleben in Einklang zu bringen, bedingt neue Organisationsmodelle. Weiterhin ist der aktuelle Mangel an qualifizierten Arbeitskräften ein großes Problem für viele Unternehmen. Es müssen Möglichkeiten gefunden werden, die vorhandenen Kapazitäten an das Unternehmen zu binden und einen attraktiven Arbeitgeber für diese Kräfte auf dem Arbeitsmarkt darzustellen.
Telearbeit ist ein Arbeitsmodell, welches viele der vorgenannten Faktoren berücksichtigt und könnte daher einen guten Lösungsansatz bieten. Jedoch stellt sich auch die Frage, wo genau die Vorteile von Telearbeit liegen und welche Gefahren sie mit sich bringt, sowohl aus Sicht der Arbeitgeber, als auch aus Sicht der Arbeitnehmer. Weiterhin spielt der Aspekt der Wirtschaftlichkeit für die Unternehmen eine große Rolle. Nur wenn der Nutzen die entstehenden Kosten überwiegt, lohnt sich die Einführung von Telearbeit. Hierbei sind auf der Nutzen- und Kostenseite nicht nur quantitative, sondern auch qualitative Größen zu berücksichtigen. Diese Arbeit beschäftigt sich mit den vorstehenden Fragestellungen und versucht die wichtigsten Teilaspekte näher zu beleuchten. In Kapitel 2 wird zunächst beschrieben, was unter dem Begriff Telearbeit genau zu verstehen ist. Anschließend werden die verschiedenen Grundformen der Telearbeit in Kapitel 3 erläutert...
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definition von Telearbeit
3 Typologien der Telearbeit
3.1 Heimbasierte Telearbeit
3.2 Mobile Telearbeit
3.3 Telearbeit im Telecenter
3.4 On-Site-Telearbeit
4 Kosten-Nutzen-Analyse
4.1 Nutzen der Telearbeit aus Sicht des Arbeitnehmers
4.1.1 Zeit und Kostenersparnis durch Reduzierung der Pendelfahrten
4.1.2 Flexibilität bei den Arbeitszeiten und der Arbeitsgestaltung
4.1.3 Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie
4.2 Vorteile der Telearbeit aus dem Blickwinkel des Arbeitgebers
4.2.1 Kostenreduzierungen
4.2.2 Produktivitätssteigerungen
4.2.3 Verbesserter Kundenservice
4.3 Positive Effekte der Telearbeit für die Volkswirtschaft
4.4 Gefahren der Telearbeit bezogen auf den Arbeitnehmer
4.4.1 Mögliche Selbstausbeutung
4.4.2 Soziale Isolation
4.5 Nachteile auf Seiten des Arbeitgebers
4.5.1 Kosten der Telearbeitsplätze
4.5.2 Risiko bei der Änderung des Führungsstils
4.6 Abschließende Bewertung
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Arbeitsmodell der Telearbeit im Hinblick auf seine wirtschaftliche Rentabilität für Unternehmen, indem sie die verschiedenen Vor- und Nachteile aus Sicht von Arbeitnehmern und Arbeitgebern analysiert und Möglichkeiten für eine ganzheitliche Kosten-Nutzen-Bewertung aufzeigt.
- Grundlagen und Definition der Telearbeit
- Klassifizierung verschiedener Typologien der Telearbeit
- Analyse der Kosten- und Nutzeneffekte für Arbeitnehmer und Arbeitgeber
- Volkswirtschaftliche Auswirkungen des Arbeitsmodells
- Methoden der erweiterten Wirtschaftlichkeitsanalyse
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Kostenreduzierungen
Einen großen Kostenkomplex bilden im Unternehmen Büromieten. Vor allem in Ballungszentren gelegene Räumlichkeiten sind sehr kostenintensiv. Auch der Neubau oder Kauf von gewerblichen Immobilien in der zentralen Stadtlage ist mit dem Einsatz von immensen finanziellen Mitteln verbunden. Telearbeitsplätze können hier eine Möglichkeit zur Reduzierung der Kosten sein. Durch Einrichtung von Telecentern kann z.B. auf ländlichere und damit günstigere Gebiete ausgewichen werden.
Mit dem Einsatz alternierender Telearbeit in Kombination mit dem Desk-Sharing-Modell wird der absolute Bedarf an Büroräumen und Rechnerausstattung im Betrieb reduziert. Bei der reinen Teleheimarbeit ist der Effekt sogar noch größer, da für diese Mitarbeiter eigentlich gar kein Büro mehr benötigt wird. Zusätzlich sinken oder entfallen eventuell Kosten für soziale Leistungen wie Essensgeldzuschüsse, Fahrtkostenzuschüsse und die Unterhaltung einer Kantine.
Ein weiterer Punkt für Einsparungen ist die Chance, mittels Telearbeit qualifizierte Arbeitskräfte an das Unternehmen zu binden bzw. zu halten und damit kostenintensive Neueinstellungen sowie Einarbeitungen zu vermeiden. Situationen wie Schwangerschaft und Erziehungszeiten müssen nicht mehr unbedingt zum Ausfall des entsprechenden Mitarbeiters führen. Auch bei einer Betriebssitzverlegung oder dem Wohnortwechsel eines wichtigen Arbeitnehmers in Verbindung mit der fehlenden Bereitschaft dieses Mitarbeiters, längere Wege zur Firma zurückzulegen, kann die Telearbeit eine Alternative zum Verlassen des Unternehmens darstellen.
Weiterhin haben Telearbeitsprojekte gezeigt, dass sich bei Telearbeitern die krankheitsbedingten Fehlzeiten reduzierten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel der Wettbewerbsbedingungen und gesellschaftlichen Werte und führt Telearbeit als ein potenzielles Lösungsmodell für moderne Unternehmen ein.
2 Definition von Telearbeit: Dieses Kapitel arbeitet verschiedene Definitionsansätze in der Literatur auf und führt eine präzise Bestimmung des Begriffs Telearbeit herbei.
3 Typologien der Telearbeit: Hier werden die organisatorischen und räumlichen Grundformen wie heimbasierte, mobile, On-Site-Telearbeit sowie das Telecenter differenziert erläutert.
4 Kosten-Nutzen-Analyse: Dieser zentrale Teil untersucht detailliert die Vor- und Nachteile aus Sicht der Arbeitnehmer und Arbeitgeber sowie volkswirtschaftliche Aspekte und bewertet die Wirtschaftlichkeit durch eine erweiterte Analyse.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass eine individuelle Kosten-Nutzen-Analyse für jedes Unternehmen unerlässlich ist, da qualitative Faktoren den Gesamtnutzen maßgeblich beeinflussen.
Schlüsselwörter
Telearbeit, Kosten-Nutzen-Analyse, Unternehmensführung, Mittelstand, Flexibilität, Produktivität, Teleheimarbeit, mobile Telearbeit, Desk-Sharing, Wirtschaftlichkeit, Arbeitszeit, Mitarbeiterbindung, Arbeitsmodell, Wettbewerbsfähigkeit, Sozialraum.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert Telearbeit als Arbeitsmodell und untersucht, unter welchen Bedingungen die Einführung für Unternehmen wirtschaftlich sinnvoll ist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die Definition von Telearbeit, deren verschiedene Typologien sowie die detaillierte Bewertung der ökonomischen und sozialen Vor- und Nachteile.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, den Nutzen und die Kosten der Telearbeit gegenüberzustellen und Entscheidungshilfen für Unternehmen zu liefern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse sowie die Darstellung einer erweiterten Wirtschaftlichkeitsanalyse, beispielhaft illustriert durch das Vorgehen der BMW Group.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition, die Typologien der Telearbeit sowie eine umfangreiche Kosten-Nutzen-Analyse für Arbeitgeber und Arbeitnehmer inklusive Risikobewertung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Telearbeit, Kosten-Nutzen-Analyse, Flexibilität, Produktivität und Mitarbeiterbindung charakterisieren.
Warum reicht eine klassische Wirtschaftlichkeitsbetrachtung laut Autor nicht aus?
Da viele Effekte der Telearbeit, wie die Mitarbeiterzufriedenheit oder das Unternehmensimage, qualitativ sind und sich nicht direkt in monetären Zahlen ausdrücken lassen.
Welche persönliche Eignung ist laut Autor für Telearbeiter wichtig?
Telearbeiter benötigen Fähigkeiten zum selbstständigen Arbeiten, Selbstdisziplin, Selbstmotivation sowie die Fähigkeit, mit der teilweisen sozialen Isolation umzugehen.
Wie kann Telearbeit die soziale Isolation beeinflussen?
Soziale Isolation ist vor allem bei der reinen Teleheimarbeit ein Risiko, da der unmittelbare Kontakt zu Kollegen fehlt, was langfristig die Arbeitsmotivation beeinträchtigen kann.
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- Diplom Kaufmann (FH) Christian Salmas (Author), 2005, Telearbeit - Kosten und Nutzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37373