Im Rahmen der Kostenrechnung fand seit Mitte des letzten Jahrhunderts eine Entwicklung der Systeme „von der Istkostenrechnung (IKR) über die Normalkostenrechnung (NKR) zur Plankostenrechnung (PKR)“ statt. Gleiches gilt für die Entwicklung von der Voll- zur Teilkostenrechnung. Notwendig wurde diese Entwicklung durch den Mangel einer wirksamen Kostenkontrolle, dem Fehlen von Aussagen zur Wirtschaftlichkeit von Prozessabläufen sowie dem Fehlen von Ideen zur Verhinderungen von Fehlentscheidungen bei zukünftigen Planungen . Mit der PKR sollen diese Punkte verbessert werden.
Gerade durch die genannten Möglichkeiten ist die PKR ein wirksames Instrument in der öffentlichen Verwaltung. Verwaltungen stehen aufgrund der vorgegebenen Kosteneinsparungen und dem demografischen Wandel unter dem immer größeren Druck, gute Verwaltungsarbeit nicht mehr mit einer unbegrenzten Einstellung von neuem Personal und/oder von neuen Schulden zu leisten. Die PKR kann – bei richtiger Anwendung sowie der Auswahl des richtigen Systems der PKR – den Verwaltungsablauf verbessern.
Im Rahmen dieser Wahlhausarbeit sollen daher zunächst die grundsätzlichen Aufgaben der PKR genannt und die gängigsten Systeme der PKR in der öffentlichen Verwaltung vorgestellt werden. Weiterhin sollen die Unterschiede der jeweiligen Systeme der PKR skizziert und deren Vor- bzw. Nachteile aufgezeigt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Systeme der Plankostenrechnung
2.1 Die starre Plankostenrechnung
2.2 Die flexible Plankostenrechnung
2.3 Die Grenzplankostenrechnung
3 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Relevanz und Anwendung verschiedener Systeme der Plankostenrechnung (PKR) innerhalb der öffentlichen Verwaltung, um die Kostenkontrolle und Wirtschaftlichkeit in Zeiten knapper Ressourcen zu optimieren.
- Grundlagen und Aufgaben der Plankostenrechnung
- Analyse der starren Plankostenrechnung
- Einsatzmöglichkeiten und Vorteile der flexiblen Plankostenrechnung
- Differenzierung durch die Grenzplankostenrechnung
- Vergleich und Bewertung der Systeme für Verwaltungsprozesse
Auszug aus dem Buch
2 Die Systeme der Plankostenrechnung
„Die PKR orientiert sich am zukünftigen wirtschaftlichen Geschehen“ in einem Unternehmen oder einer Verwaltung. Die „Festlegung von Plankosten erfolgt also im Voraus“, aufgrund von technischen Berechnungen, Verbrauchsmessungen, Schätzungen sowie betriebswissenschaftlichen Überlegungen. Die Verbrauchswerte der Einsatzfaktoren aus der Vergangenheit bleiben bei der Planung hierbei weitgehend außer Betracht. Somit sind die Plankosten daher Kosten, bei denen die Mengen und Preise der zukünftigen Ausbringungsmengen (Beschäftigung) wie auch die Einsatzmengen an Produktionsfaktoren und deren Preise geplante Größen sind.
Plankosten haben damit „Vorgabecharakter, da sie auf der Basis eines (…) optimalen Betriebsablaufes“ (oder Prozessablaufes) festgelegt werden. Dies soll die Rationalisierung fördern und die Wirtschaftlichkeit in der Verwaltung steigern.
Die Aufgaben der PKR sind hierbei im Einzelnen:
- Kontrolle der Wirtschaftlichkeit (Kontrollaufgabe)
- Bereitstellung von Zahlenmaterial für dispositive Zwecke (Dispositionsaufgabe)
- Kalkulation der betrieblichen Leistungen (Dokumentationsaufgabe)
Zur Erfüllung dieser Aufgaben hat die PKR mehrere Systeme:
Zu beachten ist, dass „kaum ein bestimmtes System in reiner Form in der Praxis“ Verwendung findet. Aufgrund der verschiedenen Produkte und unterschiedlichen Kostenstellen finden in einem Unternehmen bzw. einer Verwaltung verschiedene Systeme Anwendung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die historische Entwicklung der Kostenrechnung und die wachsende Bedeutung der Plankostenrechnung als Instrument zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit in öffentlichen Verwaltungen.
2 Die Systeme der Plankostenrechnung: Dieses Kapitel stellt die theoretischen Grundlagen der Plankostenrechnung vor und analysiert detailliert die drei Hauptsysteme: die starre, die flexible und die Grenzplankostenrechnung hinsichtlich ihrer Funktionsweise.
2.1 Die starre Plankostenrechnung: Das Kapitel beschreibt das zuerst entwickelte System, das Plankostenvorgaben auf Basis einer festen Planbeschäftigung definiert und erste Möglichkeiten zur Kostenstellenabweichungsanalyse bietet.
2.2 Die flexible Plankostenrechnung: Hier wird ein System auf Vollkostenbasis vorgestellt, welches durch die Trennung in fixe und variable Kosten für verschiedene Beschäftigungsgrade eine verbesserte Kostenkontrolle ermöglicht.
2.3 Die Grenzplankostenrechnung: Dieses Kapitel erläutert die Weiterentwicklung der flexiblen Plankostenrechnung, bei der eine Trennung von fixen und variablen Kosten auch in der Kostenträgerrechnung erfolgt, um eine rein beschäftigungsvariable Analyse zu erlauben.
3 Fazit: Das Fazit bewertet die Systeme abschließend und betont, dass kein einzelnes System universell als das Beste gilt, sondern die Auswahl je nach spezifischer Verwaltungsaufgabe und Kostenstruktur erfolgen muss.
Schlüsselwörter
Plankostenrechnung, öffentliche Verwaltung, Kostenkontrolle, starre Plankostenrechnung, flexible Plankostenrechnung, Grenzplankostenrechnung, Vollkostenrechnung, Teilkostenrechnung, Beschäftigungsgrad, Wirtschaftlichkeit, Kostenstellenrechnung, Kostenträgerrechnung, Prozessabläufe, Fixkosten, variable Kosten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung und den theoretischen Konzepten der Plankostenrechnung als Steuerungsinstrument innerhalb der öffentlichen Verwaltung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind der Vergleich zwischen starrer, flexibler und Grenzplankostenrechnung sowie deren Eignung für verschiedene Verwaltungsbereiche.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch eine fundierte Plankostenrechnung die Wirtschaftlichkeit von Verwaltungsabläufen erhöht und eine präzisere Kostenkontrolle erreicht werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse, um die verschiedenen Systeme der Plankostenrechnung gegenüberzustellen und deren Vor- sowie Nachteile kritisch zu erörtern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der drei Plankostenrechnungssysteme, wobei Aufbau, Funktionsweise und Aussagekraft der jeweiligen Kostenkontrolle detailliert betrachtet werden.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Wesentliche Begriffe sind Plankostenrechnung, Kostenkontrolle, Wirtschaftlichkeit, fixe/variable Kosten sowie der Vorgabecharakter von Planwerten.
Wie unterscheidet sich die Grenzplankostenrechnung von der flexiblen Variante?
Der Hauptunterschied liegt darin, dass bei der Grenzplankostenrechnung die Trennung von fixen und variablen Kosten auch in der Kostenträgerrechnung konsequent durchgehalten wird.
Warum ist die starre Plankostenrechnung heute oft nur begrenzt geeignet?
Aufgrund der fehlenden Trennung von fixen und variablen Kosten ist eine exakte Kostenkontrolle bei schwankender Beschäftigung mit der starren Variante nur schwer möglich.
- Arbeit zitieren
- Brank Anders Wernersson (Autor:in), 2015, Systeme der Plankostenrechnung in der öffentlichen Verwaltung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373760