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"Der Hexenhammer". Eine pseudowissenschaftliche Abhandlung mit misogynen Tendenzen?

Titre: "Der Hexenhammer". Eine pseudowissenschaftliche Abhandlung mit misogynen Tendenzen?

Dossier / Travail , 2016 , 11 Pages , Note: Profilbildungsmodul (unbenotet)

Autor:in: Caroline Thon (Auteur)

Histoire de l'Europe - Moyen Âge, Temps modernes
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die Hexenverfolgung ist ein dunkles Kapitel in der Geschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Sie beruhte unter anderem auf den unterschiedlichen Interpretationen und Glaubensvorstellungen von Menschen dieser Zeit, dem Wandel des Geprägten an der Schwelle der Antike bis in die Zeit des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und speiste sich aus dem vermittelten Bild der katholischen Kirche, die dem bereits bestehenden Magieglauben der Antike allmählich eine neue, durchweg negative, Richtung gab.

Es stellt sich vor allem die Frage, warum es vornehmlich Frauen waren, die der Hexerei beschuldigt und unter größten Mühen herabgewürdigt wurden. Inwiefern beruhen die Thesen des "Hexenhammers" auf dem gesellschaftlichen Frauenbild des Mittelalters und inwieweit wurden dessen negative Seiten von den Autoren missbraucht? Anhand einer mentalitäts- und geschlechtergeschichtlichen Betrachtung möchte ich auf diese Themen näher eingehen und dabei der Frage nachgehen, warum es laut Kramers Meinung mehr Hexen als Hexer gegeben haben soll.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. I. Einleitung: Vom Magieglauben zur Hexenverfolgung

2. II. Das Frauenbild des Hexenhammers: Bigotterie oder anerkanntes Gesellschaftsbild?

3. III. Pseudowissenschaftliche Thesen und wie sie untermauert werden

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den "Hexenhammer" des Inquisitors Heinrich Kramer kritisch unter mentalitäts- und geschlechtergeschichtlichen Gesichtspunkten. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine gezielte Instrumentalisierung und Umdeutung von religiösen und philosophischen Zitaten ein misogynes Frauenbild konstruiert wurde, um die Hexenverfolgung zu legitimieren und die eigene inquisitorische Praxis zu rechtfertigen.

  • Analyse des historischen Wandels vom antiken Magieglauben zur Hexenverfolgung im Mittelalter.
  • Untersuchung des spezifischen Frauenbildes im "Hexenhammer" und dessen Abgrenzung zum allgemeinen gesellschaftlichen Kontext.
  • Hinterfragung der pseudowissenschaftlichen Argumentationsweise des Autors Heinrich Kramer.
  • Aufdeckung der rhetorischen Strategien zur Stigmatisierung und Unterwerfung von Frauen.
  • Diskussion über die Rolle des Werkes als ideologischer Wegbereiter für Inquisitionsprozesse.

Auszug aus dem Buch

III. Pseudowissenschaftliche Thesen und wie sie untermauert werden

Heinrich Kramers pseudowissenschaftliche Abhandlung, welche sich an die allgemeine Bevölkerung, Wissenschaftler und das Bildungsbürgertum ebenso wie an höhere Instanzen, wie z.B. Gerichte richtet, ist in seinem Wahrheitsgehalt kritisch zu betrachten, zumal einerseits das mittelalterliche Frauenbild in seiner durchweg negativen Seite hervorgehoben wird, andererseits zwar auf bereits bekannte Autoren, sowie auf die Bibel verwiesen wird, aber die Interpretationen Kramers weitab dessen liegen, was gemeinhin als konstruktiv oder friedliebend bezeichnet werden könnte.

Im Gegenteil dienen die Rückschlüsse im Buch vielmehr dazu, einen von Kramer beabsichtigten Zweck zu erfüllen, welcher in der Verurteilung und Vernichtung der in seinem Werk beschriebenen Personen bestand und als Rechtfertigung seiner heftig kritisierten Arbeit als Inquisitor diente. So kritisiert noch die Bulle Summis desiderantes, welche 1484 von Innocenz VIII, dem Verfolger von Hussiten und Waldensern, eingeführt wurde, „vorwitzige Kleriker und Laien“ hätten die „wohlverdiente Bestrafung verhindert“ und das zum großen „Seelennachteil der Beteiligten“.

Der Widerstand im Volk schien so groß gewesen zu sein, dass nicht allein Bischöfe und Pfarrer dazu angehalten wurden, „zur Aufregung des Volkes […] die Kanzeln […] und alle Mittel des kirchlichen Strafrechts [zu gebrauchen], sondern es wurden weitere Vollmachten an die beiden Inquisitoren verliehen, zusammen mit der Unterstützung des Bischofs von Straßburg, Albert von Bayern.

Zusammenfassung der Kapitel

1. I. Einleitung: Vom Magieglauben zur Hexenverfolgung: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung vom antiken Magieglauben hin zur Institutionalisierung der Hexenverfolgung durch die Kirche nach und führt in die Entstehungsgeschichte des Malleus Maleficarum ein.

2. II. Das Frauenbild des Hexenhammers: Bigotterie oder anerkanntes Gesellschaftsbild?: Hier wird analysiert, wie Kramer unter Verwendung kirchlicher und philosophischer Autoritäten ein extrem frauenfeindliches Weltbild konstruiert, das Frauen als minderwertig und anfällig für das Böse stigmatisiert.

3. III. Pseudowissenschaftliche Thesen und wie sie untermauert werden: Dieser Abschnitt demaskiert die Argumentationsweise Kramers als ideologisch motiviert, wobei er Zitate aus dem Kontext reißt und instrumentalisiert, um seine inquisitorische Praxis und die Hexenverfolgung als notwendig zu legitimieren.

Schlüsselwörter

Hexenhammer, Malleus Maleficarum, Hexenverfolgung, Heinrich Kramer, Frauenbild, Mittelalter, Inquisition, Misogynie, Pseudowissenschaft, Dämonologie, Teufelsglaube, Geschlechtergeschichte, Mentalitätsgeschichte, Hexenprozess, Kirchengeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit einer kritischen Quelleninterpretation des „Hexenhammers“ von Heinrich Kramer und untersucht dessen frauenfeindliche Tendenzen sowie die pseudowissenschaftliche Argumentationsstrategie zur Rechtfertigung der Hexenverfolgung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind das mittelalterliche Frauenbild, die Konstruktion von Hexerei durch die Kirche, die Analyse rhetorischer Instrumentalisierung biblischer Texte und die historische Einordnung der Inquisitionsprozesse.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Autorin geht der Frage nach, warum der „Hexenhammer“ Frauen besonders stark diskriminiert und inwiefern das Werk durch eine gezielte Verzerrung von Quellen zur Legitimierung der Hexenverfolgung diente.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine mentalitäts- und geschlechtergeschichtliche Quelleninterpretation, die den Text kritisch hinterfragt und in den historischen Kontext des Spätmittelalters einbettet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert das mittelalterliche Frauenbild, die negative Stigmatisierung der Frau als Sündenbock und die Art und Weise, wie Kramer seine Thesen durch entkontextualisierte Zitate und eigene Behauptungen „wissenschaftlich“ zu untermauern versucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Hexenhammer, Misogynie, Inquisition, Frauenbild und Pseudowissenschaft charakterisiert.

Warum wird der „Hexenhammer“ als pseudowissenschaftlich bezeichnet?

Die Arbeit argumentiert, dass der Autor Zitate bewusst aus ihrem ursprünglichen Kontext löst, umdeutet und subjektive Erfahrungen als objektive Fakten tarnt, um ein vordefiniertes Ziel – die Verurteilung von Personen – zu erreichen.

Welche Rolle spielt das Frauenbild im „Hexenhammer“ für die Hexenverfolgung?

Durch die Darstellung der Frau als von Natur aus schwach, wollüstig und anfällig für den Teufel schafft der „Hexenhammer“ eine ideologische Basis, die es Gerichten und der Bevölkerung leicht machte, Frauen gezielt als Hexen zu stigmatisieren und zu verfolgen.

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Résumé des informations

Titre
"Der Hexenhammer". Eine pseudowissenschaftliche Abhandlung mit misogynen Tendenzen?
Université
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (Fakultät VI - Human- und Gesellschaftswissenschaften)
Cours
Hexen, Huren, Heilige – Frauen im Mittelalter
Note
Profilbildungsmodul (unbenotet)
Auteur
Caroline Thon (Auteur)
Année de publication
2016
Pages
11
N° de catalogue
V373775
ISBN (ebook)
9783668514065
ISBN (Livre)
9783668514072
Langue
allemand
mots-clé
Malleus Maleficarum Hexenhammer Quelleninterpretation Pseudowissenschaft Misogynie Hexe Mittelalter Hexenverfolgung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Caroline Thon (Auteur), 2016, "Der Hexenhammer". Eine pseudowissenschaftliche Abhandlung mit misogynen Tendenzen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373775
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Extrait de  11  pages
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