Demographische und ethnische Bevölkerungsstruktur des Jogllandes

Analyse der Demographie eines Erholungslandes


Seminararbeit, 2017
44 Seiten

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung
1.1 Lage des Untersuchungsgebietes
1.2 Allgemeine Fakten
1.2.1 Hartberg- Fürstenfeld
1.2.2 Weiz
1.2.3 Joglland
1.3 Definition der Teilräume
1.4 Definition der Raumtypen
1.5 Wahl der Vergleichsräume

2. Bevölkerungsentwicklung seit 1869
2.1 Bevölkerungsentwicklung zwischen 1869 und 2016
2.1.1 relative Bevölkerungsveränderung
2.1.2 Rate der durchschnittlichen jährlichen Bevölkerungsveränderung
2.1.3 Verlaufs-/Kurvendiagramm
2.2 Vergleich zwischen Vorkriegs-, Zwischenkriegs- und Nachkriegszeit
2.3 Einfache Prognose der Bevölkerungsentwicklung
2.3.1 Extrapolation
2.3.2 Verdopplungszeit („Double Time“)

3. Schwerpunkt - Demographische und ethnische Bevölkerungsstruktur
3.1 Alters- und Geschlechtsstruktur
3.2 Familienstandsgliederung
3.3 Haushaltsstruktur
3.4 Ethnische und Religiöse Minderheiten
3.4.1 Ausländeranteile, Herkunftsstruktur der ausländischen Bevölkerung
3.4.2 Geburtsland der Bevölkerung
3.4.3 Umgangssprache der Bevölkerung
3.4.4 Religionsbekenntnis der Bevölkerung

4. Zusammenfassung
4.1 Zusammenfassung der wichtigsten Strukturen und Trends
4.2 Kennzeichnung der wichtigsten Unterschiede innerhalb des Untersuchungsgebietes
4.3 Subjektive Einschätzung der demographischen Lage des Untersuchungsgebietes Danke!

5. Quellenverzeichnis
5.1 Literaturverzeichnis
5.2 Internetquellen
5.3 Tabellenverzeichnis
5.3.1 Tabellenverzeichnis – eigene Tabellen
5.4 Abbildungsverzeichnis
5.4.1 Abbildungsverzeichnis – eigene Abbildungen

1. Einleitung

Die Bevölkerungsgeographie ist eine Teildisziplin der Humangeographie und fokussiert sich, von der demographischen Grundgleichung ausgehend, auf Themen wie: Bevölkerungsverteilung, Bevölkerungsstruktur, Bevölkerungsentwicklung, Fertilität und Mortalität sowie Mobilität einer Bevölkerung. All diese Teildisziplinen beanspruchen langjährige Forschungen und Analysen, welche durch Zählungen und Register in Datenbanken, für Forschungszwecke, gespeichert werden. Durch sie ist es möglich auch Prognosen für die Zukunft vorherzusagen und gewissen Überraschungen entgegenzukommen. Die Bevölkerungsgeographie vertritt Teile anderer Wissenschaften, welche sich ebenfalls mit solchen Statistiken beschäftigen. Die räumliche Differenzierung bei der Forschung, ist eines der Hauptfaktoren, was diese Wissenschaft von anderen Wissenschaften mit gleichen Interessen abgrenzt. Die Politikwissenschaft, Soziologie oder Wirtschaftswissenschaften sind einige von ihnen. Trotzdem kommt es oft vor, dass diese voneinander viel profitieren und gemeinsame Resultate hervorbringen.

Die Einordnung dieser Wissenschaft erfolgt sehr unterschiedlich. Sie bildet die Grundlagen für verschiedene Disziplinen, wie zum Beispiel Familienstrukturen, Haushaltsstrukturen oder auch Ausländeranteile zu erforschen und zu datieren. Dabei kommt es auch oft zu Überschneidungen mit anderen Teildisziplinen. Die Bevölkerungsgeographie hat viele Anhaltspunkte und Interessensgebiete. Dies erfolgt auf eine lange Geschichte, die bis in das Jahr ca. 2000 vor Chr., zu den ersten Volkszählungen, zurückführt. Damals gab es schon im alten Ägypten grobe Volkszählungen, um sich den Steuern zu bedienen. Auch heute grenzt sich die Bevölkerungsgeographie räumlich, jedoch mit der Option, Vergleiche mit anderen räumlichen Gebieten zu durchführen. Die stetigen Entwicklungen und Bewegungen innerhalb eines räumlich abgegrenzten Gebietes werden uns auch hier, durch diese Arbeit, begleiten.

In der Lehrveranstaltung Grundzüge der Bevölkerungsgeographie wird eine intensive Einführung in diese Wissenschaft ermöglicht und es werden sowohl alle Grundvariablen der Demographie als auch unterschiedlichen Subthemen, Tabellen, Daten, Diagramme und andere Graphiken analysiert und besprochen. Die Untersuchung von Alters- und Geschlechtsstrukturen, Familienstandsstrukturen und die Analyse von ethnischen und religiösen Minderheiten werden das Primärthema dieser Arbeit, unter einem gemeinsamen Dachthema, für ein räumliches Gebiet, behandelt. Dabei werden einzelne Analysen durchgeführt und Vergleiche von früherer Zeit gemacht, um ein Standbild zu erzeigen. Es wird versucht, die Ergebnisse graphisch und tabellarisch darzustellen, um Klarheit zu verschaffen. Die Zusammenfassung erfolgt durch die Kennzeichnung der wichtigsten Unterschiede und Punkte, gefolgt mit einer subjektiven Einschätzung der demographischen Lage. All dies wird unter der Fahne unseres Schwerpunktthemas Demographische und ethnische Bevölkerungsstruktur aufgelistet.

1.1 Lage des Untersuchungsgebietes

Das Untersuchungsgebiet ist die, im nordöstlichen Teil des Bundeslandes Steiermark liegende, Erholungsregion Joglland. Die Region besteht aus 42 räumlichen Basiseinheiten und unterteilt sich auf zwei politische Bezirke. Die angrenzenden Gemeinden sind in den politischen Bezirken Hartberg- Fürstenfeld und Bezirk Weiz lokal. Diese beiden Bezirke sind zwei von insgesamt 13 politischen Bezirken im Bundesland Steiermark. Die anderen sind:

1. Bruck- Mürzzuschlag: im Nordosten der Steiermark; zweitgrößter Ballungsraum
2. Deutschlandsberg: im Westen an der Grenze zu Kärnten und im Süden an der Grenze zu Slowenien, Teil der Koralpe
3. Graz: Landeshauptstadt; Sowohl Gemeinde als auch Bezirk, vom Bezirk Graz- Umgebung vollständig umringt; 2003 Kulturhauptstadt Europas
4. Graz– Umgebung: im Zentrum der Steiermark; umgibt vollständig die Landeshauptstadt; hat keine eigene Bezirkshauptstadt
5. Leibnitz: im Süden der Steiermark; größter Grenzübergang Österreichs
6. Leoben: Zentralsteiermark
7. Liezen: im Westen und Norden der Steiermark; flächenmäßig größter Bezirk Österreichs (größer als Vorarlberg und Wien zusammen); der hohe Dachstein liegt im Westen und ist auch der höchste Berg der Steiermark
8. Murau: im Westen der Steiermark
9. Murtal: im Westen der Steiermark
10. Südoststeiermark: im Südosten der Steiermark
11. Voitsberg: im Südwesten der Steiermark

1.2 Allgemeine Fakten

1.2.1 Hartberg- Fürstenfeld

Der politische Bezirk Hartberg- Fürstenfeld grenzt an den Bezirken Weiz, Südoststeiermark, sowie im nördlichen Teil an Burgenland und Niederösterreich. Die Bezirkshauptstadt ist Hartberg. Seit der Gemeindestrukturreform im Jahre 2014/15, werden 36 Gemeinden im Bezirk gegliedert. Ursprünglich waren es vor der Reform 63 Gemeinden.

Einige Daten über der Region:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.2.2 Weiz

Der politische Bezirk Weiz grenzt an den Bezirken Graz- Umgebung, Südoststeiermark, Bruck- Mürzzuschlag, Hartberg- Fürstenfeld und im nördlichen Teil an Niederösterreich. Die Bezirkshauptstadt ist die gleichnamige Stadt Weiz. Seit der Gemeindestrukturreform im Jahre 2014/15, werden 31 Gemeinden im Bezirk gegliedert. Ursprünglich waren es vor der Reform 54 Gemeinden.

Einige Daten über der Region:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zusammen ergeben die beiden politischen Bezirke eine Fläche von 2328 km² und eine Einwohnerzahl von 17.9643. Hierbei ist es anzumerken, dass die Steiermark das flächenbezogen zweitgrößte, der Einwohnerzahl nach das viertgrößte Bundesland Österreichs ist. Unser Untersuchungsgebiet liegt in diesen beiden politischen Bezirken, welche sich am nordöstlichen Bereich des Bundeslandes befinden. Die folgende Karte zeigt die Lage der politischen Bezirke innerhalb des Bundeslandes Steiermark und auch Österreich. Die Aktualität erfolgt auf die letzte Gemeindestrukturreform im Jahre 2014/2015.

Diese Gemeindestruktur geht ausschließlich auf die Steiermark zurück, welche ab dem 1. Jänner 2015 in Kraft getreten ist.

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Abb.1: Überblick über die Lage der politischen Bezirke: Hartberg- Fürstenfeld und Weiz

1.2.3 Joglland

Das Untersuchungsgebiet Joglland befindet sich mit seinen 42 räumlichen Basiseinheiten innerhalb der zwei politischen Bezirke Hartberg- Fürstenfeld und Weiz. Die Gemeinden sind räumlich aneinander gegrenzt und strukturieren das Herz des Erholungsraumes. Jogglland ist seit dem Jahre 1995 als Leaderregion anerkannt und baut auf einem Zusammenschluss von zwölf Gemeinden. Die Kraftspendedörfer Joglland basieren auf den Naturfähigkeiten der Regionen und gelten als das Zentrum der Erholungsgebiete Seteiermarks. Natur, Gesundheit, Genuss und Innovation sind dabei die Reizthemen. Diese Leaderregion basiert auf den Bezirksflächen von Hartberg- Fürstenfeld und Weiz.

Die 42 Basiseinheiten befinden sich ausschließlich in diesen Regionen und sind räumlich zusammenhängend. Die folgende Tabelle stellt die Unterteilung der 42 Gemeinden in diese beiden politischen Bezirke.

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Tab. 1: Räumliche Basiseinheiten des Untersuchungsgebietes

Um die Räumlichkeiten genauer zu erklären bedarf es einer übersichtlichen Darstellung der Basisgebiete. Darauf sind einige der 42 Gemeinden jedoch nach dem aktuellen Standpunkt zusammengekommen und verkörpern eine Region. Bei manchen Fällen sind es gleich mehrere Einheiten in einem. Um dies genauer zu erläutern wird anschließend eine Tabelle aus der letzten Reform veranschaulicht.

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Tab. 2: Gebietsstand Pol. Bez. Weiz am 1.1.2015 Vergabe der neuen Kennziffern

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Tab. 3: Gebietsstand Pol. Bez. Hartberg- Fürstenfeld am 1.1.2015 Verg. der neuen Kennzif.

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Abb.2: Lage der Untersuchungsgebiete im Bundesland Steiermark

1.3 Definition der Teilräume

Teilräume sind Gemeinden, die aneinander grenzen und zu einer größeren räumlichen Einheit zusammengefügt werden. Um die Entwicklung und Struktur der Bevölkerung auf eine einfachere und prinzipiellere Art zu gestalten, ist diese homogene Darstellung, während der Analyse, von großer Hilfe. Einerseits soll das Untersuchungsgebiet als Ganzes und andererseits in Teilräumen und Raumtypen verglichen werden. Die Unterschiede können innerhalb der Teilräume ebenfalls verglichen und graphisch dargestellt werden. Die insgesamt 42 Basiseinheiten wurden nach der neuen Reform auf 24 Gebiete zusammengesetzt (siehe Tab. 2 und 3). Auf der aktuellen Karte der Steiermark nach dieser Reform, sind nun die zusammengesetzten Gemeinden abgebildet. Die Teilraumordnung erfolgt jedoch heterogen auf alle 42 Grundeinheiten. Das geographische Gebiet der 24 aktuellen Raumeinheiten innerhalb der politischen Bezirke Hartberg- Fürstenfeld und Weiz, wurde auf drei Teilräume gespaltet. Die Voraussetzungen erfolgten lediglich auf eine konkurrenzfähige Raumteilung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 4: Einteilung der Gemeinden im Untersuchungsgebiet auf drei Teilräume

Die Einteilung kann man in der Abbildung 3 (unten) besser erkennen. Nun wurde durch diese Gliederung eine Gruppierung der Basiseinheiten ermöglicht, welche im zusammenhängenden Kontext als Ganzes Ergebnisse liefern werden. Wie bei der Abbildung 3 zu erkennen ist, sind die Teilräume flächenmäßig unterschiedlich groß und weisen dementsprechend auch verschiedene Dichten auf. In der folgenden Tabelle wird eine Gegenüberstellung der Teilräume, bezüglich Gesamtfläche und Einwohnerzahl, gezeigt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 5: Gegenüberstellung der Teilräume

Flächenmäßig sind Teilraum 1 und Teilraum 2 ähnlich groß jedoch liegt die Einwohnerzahl des Teilraum 1 näher bei Teilraum 3. Es ist also deutlich zu erkennen, dass viele Ähnlichkeiten und zugleich auch Diskrepanzen bei einer Gegenüberstellung vorhanden sind. Eine vorliegende Karte (Abbildung 3) zeigt uns einen genaueren Überblick über die Einteilung der Teilräume.

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Abb. 3: Teilraumgliederung des Untersuchungsgebietes - Joglland

1.4 Definition der Raumtypen

Ähnlich wie bei Teilräumen können die Basiseinheiten im Untersuchungsgebiet nach sachlichen Kriterien zusammengefasst werden. Diesmal geht es um gleichstrukturierten Gemeinden, die nach Möglichkeit als eine homogene Gruppe aufgestellt werden. Diese müssen nicht diesmal nicht räumlich aneinandergegrenzt sein, sondern können voneinander verstreut und entfernt sein. Die Raumtypengliederung wird nach verschiedenen Kriterien aufgefaßt, welche im Gesamtkontext nach einem systematischen Punkteverteilung balanciert gereiht wird. Dabei kann man möglichst frei nach Wahl verschiedene Hauptmerkmale der Typisierung als Bezugsfaktor nehmen, um eine adäquate Raumtypisierung zu gestalten. In dieser Arbeit wurde versucht, diese Gliederung nach der aktuellen Wohnbevölkerung in Bezug auf die Fläche und Anteil der Ausländer zu sortieren. Hierbei wurde immer auf den aktuellsten Stand Bezug genommen. Die Auswahl dieser Kritikpunkte basiert auf das Schwerpunktthema dieser Arbeit, welche eine demographische und ethnische Bevölkerungsstruktur verlangt. Es wird dabei immer wieder auf diese Bezugspunkte zurückgegriffen und ebenfalls auch Vergleiche mit den Teilräumen präsentiert. Diesmal resümiert sich die Gliederung nicht auf einen konkurrenzfähigen Aspekt sondern auf reine qualitative Standpunkte, welche einen interessanten Vergleich zu Teilräumen ermöglichen wird.

Die Basiseinheiten des ersten Raumtyps weisen eine meist größere Basisfläche und eine hohe Bevölkerungsanzahl. Ebenso der ausländische Anteil nach Herkunft weist eine strukturiert breitere Zahl auf, was letztendlich zu einem Entschluss führt, dass dies ein Großraum- Typ ist. Der zweite Raumtyp steht dem ersten Raumtyp etwas nah, jedoch ist Einwohnerzahl und die Flächengröße bei manchen inkludierten Gemeinden nicht allzu vergleichsweise hoch. Der Anteil an der Bevölkerung mit ausländischer Herkunft weist, abgesehen von Birkfeld, eine etwas niedrigere Statistik auf somit wird dieser Raumtyp als Mischraum- Typ bezeichnet. Der nächste Raumtyp ist deutlich kleiner gegliedert. Sie besteht aus ausschließlich aus zehn Gemeinden und ist vergleichsweise zu den ersten beiden Raumtypen in jeder Hinsicht reduzierter. Bis auf die Gemeinde Naintsch, mit einem vergleichsweise hohen Ausländeranteil und kleiner Fläche, ist dieser Raumtyp eher von einer ruhigeren Lage geprägt. Die Auswertung der Basiseinheiten im Joglland wird in der Tabelle 6 deutlich dargestellt. Es ist anzumerken, dass diese Strukturierung und Kritikkombination nach subjektiven Entscheidungen entstanden ist und bedarf keiner vorgesehenen Festlegung. Die frei gewählten Punkte erfolgten nach eigener Interessenslage und mit Bezug auf das Schwerpunktthema.

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Tab. 6: Raumtypengliederung nach verschiedenen Kritikpunkten

Die Merkmalskombination hat nun folgende Raumtypen ergeben:

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Tab. 7: Zuordnung der Gemeinden nach Merkmalstypen

Kartographische Darstellung der Raumtypen im Untersuchungsgebiet:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Raumtypgliederung des Untersuchungsgebietes - Joglland

1.5 Wahl der Vergleichsräume

Als Vergleichsraum wurde der Staat Österreich und das Bundesland Steiermark ausgewählt. Dieser Vergleich ist ebenso Vorteilhaft für landesinterne Analysen als auch für das gesamte Land Österreich. Der Vergleich mit dem Bundesland Steiermark bezieht womöglich auffälligere Probleme und deren Gründe bei einer demographischen und ethnischen Bevölkerungsentwicklung und kann durch den Gesamtvergleich mit der Republik Österreich sinngemäß interpretiert werden.

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Abb. 5: Vergleichsraum Österreich (gesamt)

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Abb. 6: Vergleichsraum Bundesland Steiermark

2. Bevölkerungsentwicklung seit 1869

2.1 Bevölkerungsentwicklung zwischen 1869 und 2016

Seit dem 31. Dezember 1869 wurde bis zum Jahre 2001 (alte) österreichische Volkszählung durchgeführt. Bis zum ersten Weltkrieg wurden diese, ab dem Jahre 1980, alle zehn Jahre bis zum Jahre 1910 konstant durchgeführt. Es ist sogar bekannt, dass 1890 mit dem Census der USA, Zählmaschinen verwendet wurden, die damals vom Elektrotechniker Theodor Heinrich Otto Schäffler gebaut wurden. Zwischen dem ersten und dem zweiten Weltkrieg gab es eine Störung. Die Zählungen wurden im unterschiedlichen Abstand durchgeführt: 1920, 1923, 1934 und 1939. Es muss erwähnt werden, dass die Zählungen von 1920 und 1923 sehr ungenau sind. Ab dem Jahre 1951 wurden die Zählungen wieder im zehnjährigen Abstand bis ins Jahre 2001 vollführt. Im Jahre 2011 wurde beschlossen, die Zählung als Registerzählung durchzuführen und somit ein Ende der konventienllen Volkszählungsära eingeleitet. Diese wurden bis dahin immer mittels Fragebogen oder Interviews ausgewertet. Die moderne Registerzählung hingegen bedient sich der bereits vorhandenen Daten vom zentralen Melderegister, Verwaltungsdaten und anderen Quellen. Die Registerzählung bringt viele Vorteile mit sich: sie ist kostengünstiger, schneller und man kann sie häufiger machen. Die Erhebung kann nun jährlich verlaufen und es wird auch das Volk entlastet, da die Daten aus den Verwaltungsregistern entnommen werden.

2.1.1 relative Bevölkerungsveränderung

Durch die traditionelle Volkszählung und die neueingeführte Registerzählung ist es möglich, einen relativen Wachstumsvergleich der Bevölkerung zwischen der ersten und der zweiten Zählung durchzuführen. In der abgebildeten Tabelle (unten), sehen wir die Zahl der österreichischen Wohnbevölkerung aus dem Jahre 1869 und 2016 und den Wachstum:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 8: relatives Bevölkerungswachstum von 1869 bis 2016

Diese Tabelle zeigt nun die ersten Ergebnisse und Vorteile einer Raumtypisierung und Raumteilung im Vergleich zum Bundesland Steiermark und im gesamten Österreich. Die Bevölkerungszahl von Österreich hat sich seit der ersten Volkszählung im Jahre 1869 fast um das doppelte gestiegen. In Steiermark hingt diese noch etwas nach, ist jedoch ebenfalls deutlich mit einer relativen Wachstumsrate von 70,9% gestiegen. Das Untersuchungsgebiet Joglland hat ebenfalls einen großen Zuwachs und gliedert dies in den flächenmäßig größeren Gebieten des Raumtypes 1, welche eine Wachstumsrate von 53,3% aufweist. Dies erklärt auch gleichzeitig die höhere Einwohnerzahl im Vergleich zu den anderen beiden Raumtypen. Raumtyp 1 hatte bei der ersten Volkszählung ähnlich große Bevölkerungszahl wie Raumtyp 2 jedoch unterscheiden sie sich unter den aktuellen Wachstumsraten. Das Bundesland Steiermark hat ebenfalls einen starken Zuwachs von 70,9% in den letzten 140 Jahren vorzuweisen. Ist dies mit dem Untersuchungsgebiet gleichzusetzen, erkennt man eine eher schwächere Wachstumsrate des Untersuchungsgebietes, mit 34,0%. Es ist also anzusehen, dass es Hotspots, wie Raumtyp 1 gibt, welche eine überdurchschnittliche relative Wachstumsrate durchleben. Die aneinandergrenzenden Teilräume sind eher unauffällig und zeigen bis auf Raumtyp 3 eine durchschnittliche Zahl auf. Teilraum 3 hingegen ist nur sehr schwach gewachsen und zeigt einen eher flachen Wachstumsgrad.

2.1.2 Rate der durchschnittlichen jährlichen Bevölkerungsveränderung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 9: jährliche durchschnittliche Bevölkerungsveränderung von 1869 bis 2016

In der Tabelle 9 (oben) sieht man eine Gegenüberstellung der relativen und jährlichen durchschnittlichen Wachstumsrate ab der ersten Volkszählung im Jahre 1869 bis zur letzten Registerzählung im Jahre 2016 für die Vergleichsräume Österreich, dem Bundesland Steiermark sowie für das gesamte Untersuchungsgebiet und für alle drei Teilräume und Raumtypen. Die Bevölkerungsveränderung im Raumtyp 3 ist weit unter dem Durchschnitt.

2.1.3 Verlaufs-/Kurvendiagramm

Die Bevölkerungsentwicklung seit der ersten Volkszählung im Jahre 1869 bis zum heutigen Tag ist sehr interessant. In nur knapp 140 Jahren hat sich die österreichische Bevölkerung um das Doppelte entwickelt. Damals gab es in Österreich, laut der traditionellen Volkszählung im Jahre 1869 – 4.497.880 Einwohner. Im Jahre 2016 ist diese Zahl mit einer Einwohnerzahl von 8.700.471 deutlich höher.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 7: Die Bevölkerungsentwicklung im Vergleich zwischen Ö, Stmk und Joglland

Es ist eine interessante Beobachtung zu sehen, dass die Bevölkerungszahl in Österreich bis zum ersten Weltkrieg einen rapiden Zuwachs bekam. In der Zwischenkriegszeit gab es anschließend Schrumpfungen bzw. eine Senkung der Bevölkerungsentwicklung. Der Index fand nach dem 2. Weltkrieg wieder einen Aufschwung ist jedoch nicht so steil, wie vor dem 1. Weltkrieg. Steiermark schien von der Kriegsdebatte nicht allzusehr betroffen gewesen zu sein, im Gegenteil, erst Nachkriegszeit kam es zu einer Senkung in der Bevölkerungsentwicklung und blieb bis zu Jahrtausendwende eher drastisch. Joglland hingegen durchlebt diese Phase immer noch. Es hat eine ähnlich milde Struktur wie die Steiermark, war jedoch in der Anfangsphase eher schwach gewachsen und durchlebt im Gegensatz zum Bundesland Steiermark ab der Jahrtausendwende einen Entwicklungstief. Sie scheint ab dem Jahre 2010 etwas zu beruhigen, der Indexwert zeigt aber immer noch keine große Veränderung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 8: Die Bevölkerungsentwicklung im Vergleich zwischen Ö, Stmk und den Teilräumen

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Details

Titel
Demographische und ethnische Bevölkerungsstruktur des Jogllandes
Untertitel
Analyse der Demographie eines Erholungslandes
Hochschule
Universität Wien
Autor
Jahr
2017
Seiten
44
Katalognummer
V373807
ISBN (eBook)
9783668515994
ISBN (Buch)
9783668516007
Dateigröße
1822 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Untersuchung, Joglland, Altersstrukturen, Geschlechtsstrukturen, Familienstandsstrukturen, Demographie, Analyse, ethnische Bevölkerungsstruktur
Arbeit zitieren
Cagdas Celik (Autor), 2017, Demographische und ethnische Bevölkerungsstruktur des Jogllandes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373807

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