Anglizismen in der deutschen Sprache. Integration und Verwendung


Hausarbeit, 2014

20 Seiten, Note: 3


Leseprobe

Inhalt
1. Einleitung ...
3
2. Begriffsaufklärungen ...
4
2.1. Anglizismus ...
4
2.2. Kultur und Imperialismus ...
5
2.3. Erbwörter, Lehnwörter und Fremdwörter ...
6
2.4. Sprachkontakt ...
7
3. Ein historischer Einblick in die Verbreitung von Anglizismen ...
7
4. Der Gebrauch von Anglizismen in der deutschen Sprache ...
9
4.1. Häufigkeit im sozialen Leben - Umfrage ...
9
4.2. die englische Sprache im industriellen Vokabular ...
9
4.3. Anglizismen im Bankwesen ...
10
4.4. Die Sprache der Werbung ...
11
4.5. Szenensprache der Jugend ...
12
5. Untersuchung des Integrationsgrades von Anglizismen ...
13
5.1. stilistische Aspekte ...
13
5.2. Typen von Anglizismen ...
14
5.2.1. Die Lehnübersetzung ...
14
5.2.2. Die Lehnbedeutung ...
14
5.2.3. Die Scheinentlehnung ...
15
5.3. Integrationsgrad in die deutsche Sprache ...
16
5.3.1. phonologische Unterschiede ...
16
5.3.2. morphologische Unterschiede ...
16
5.3.3. semantische Unterschiede ...
17
6. Fazit ...
17
7. LITERATURVERZEICHNIS ...
19

3
1. Einleitung
,,Die Gewalt einer Sprache ist nicht, dass sie das Fremde abweist, sondern dass sie
es verschlingt."
1
Dieses Zitat wurde bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und zu Beginn des 19.
Jahrhunderts von einem der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung,
von Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), in die Welt gesetzt.
Diese Arbeit folgt den Spuren dieses Zitates und beschäftigt sich mit den schriftlichen und
mündlichen Darstellungsformen von Lehn- und Fremdwörtern, die sich im Grundstock des
deutschen Wortschatzes befinden, welche von Erbwörtern kaum noch zu unterscheiden
sind. Eine fremde Etablierung sorgt bei vielen Sprachdiskursen für gespaltene Meinungen. Im
Laufe der Jahrhunderte haben viele Wörter aus fremden Sprachen ihren Weg in das
Deutsche gefunden. Die Erbwörter, welche aus dem Indogermanischen (vor 3000 Jahren)
und dem Germanischen (vor 2000 Jahren) erhalten sind, schlossen sich schon zu der Zeit der
Römer mit der lateinischen Sprache zusammen. Ein mündlicher Zustrom von Fremdwörtern
aus diversen Sprachen ist nicht zu verhindern. Das Hauptaugenmerk hierbei ist das
amerikanische Englisch, die sogenannten Anglizismen. Durch die Globalisierung wird das
Wachstum von Anglizismen gestärkt und der Zugriff an sogenannte Sprachlücken einfacher.
Die englische Sprache ist in fast allen Lebensaspekten wiederzufinden, sei es: Sport, Mode,
Musik. Anglizismen haben in vielen Sphären eine starke Präsenz. Es stellt sich die Frage, ob
diese Präsenz eine Gefahr für die deutsche Sprache darstellt?
Es wird versucht auf folgende Fragen einzugehen und diese möglichst ausführlich zu
beantworten:
1. Wie werden Anglizismen genau kategorisiert undr wie erfolgte ihre Integration in die
deutsche Sprache bzw. durch welche Wege?
2. Sind Anglizismen eine Bedrohung für die deutsche Sprache oder sollten sie als eine
Bereicherung angesehen werden?
______________________________
1
Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des
Goethe-und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, Verlag der Goethe-Gesellschaft, Weimar 1907. Aus dem
Nachlass. Über Literatur und Leben

4
Durch lange Beleglisten wurden die Begriffe: Ur- bzw. Erbwörter, Lehnwörter und
Fremdwörter kategorisiert und den Schülerinnen und Schülern der damaligen Zeit
sprachgeschichtlich veranschaulicht. Es wurde die Möglichkeit geboten, einen historischen
Einblick hinter den Wörtern zu gewähren.
2
Die Sprach- und Kulturgeschichte im Deutschen haben eine untrennbare Parallele
zueinander, die chronologische Verknüpfungen aufweisen. Lehnwörter finden eine
Akzeptanz in der gegenwärtigen deutschen Sprache, Fremdwörter hingegen werden in
entbehrliche (Automobil, Telefon, Passagier,...) und in unentbehrliche (Atlas, Museum,
Grammatik,...) Gruppen eingeteilt. Das Daseinsrecht der unentbehrlichen Wörter ist
meistens ihrer Notwendigkeit in der Sprache angewiesen. Dabei ist es auch wichtig, ob sie
umgangssprachlich ersetzbar sind. Entbehrliche Wörter wie Benzin oder Automobil werden
hierbei durch Begriffe wie Kraftstoff oder Kraftfahrzeug ersetzt.
3
2. Begriffsaufklärungen
2.1. Anglizismus
,,Wenn man Anglizismus als Oberbegriff für alle Varietäten der englischen Sprache auffasst,
und den Begriff definiert als: Erscheinung einer einheimischen, hier deutschen Sprache, die
auf Transferenz der englischen Sprache zurückgeht, und dabei sowohl Wortform als auch -
Bedeutung in Betracht zieht, sowie mit englischem Wortmaterial im Deutschen gebildete
Pseudoanglizismen: [...] berücksichtigt, kommt man zu dem Ergebnis, dass ein Anglizismus
ein deutsches Sprachzeichen ist, unabhängig davon, ob er eine im Englischen Sprachgebrauch
übliche Bedeutung oder Wortform wiedergibt oder nicht."
4
Aus dieser Definition ist herauszulesen, dass die deutsche Sprache Wortschöpfungen
hervorbringt, die eine Anlehnung auf die englische Sprache haben, aber dennoch als Eigenes
gelten. Sogenannte Pseudoanglizismen, die ein englisches Muster aufweisen, jedoch eher
eine Mischung aus beidem darstellen (Dressmann, Handy,...). Aufgrund dessen, ist die
Herkunft von Anglizismen nur schwer nachweisbar. Heutzutage gibt es verschiedene
Bezeichnungen für diese Sprachvarietät: Denglish, Engleutsch, Amideutsch oder auch
Germang.
2
Vgl. Stötzel, 1981 S. 3 - 8
3
Vgl. Kovacs 2009, S. 181 - 190
4
Busse, 2001 S.44

5
Aufgrund kultureller Kollisionen wird eine Amerikanisierung der deutschen Sprache immer
mehr befürchtet. Der rasante Schwung von sozialen Medien führt zur Intensivierung dieser
Befürchtungen. In allen Regionen der Welt kommt es zum Aufeinanderprallen der
Sprachvielfalt, welche tiefe Spuren in der Muttersprache hinterlassen. Anglizismen sind vor
allem in der Teenagersprache sehr beliebt und verbreitet. Jugendliche kommunizieren in
gemischter Form um ihren Ausdrücken mehr Farbe und Kraft zu verleihen. Dieser Trend wird
auch stark von virtuellen Aktivitäten unterstützt bzw. verleitet. Die Nationalsprachen finden
hierbei Parallelen zu Fremdwörtern. Dazu kommen noch die bilinguale Erziehung von
Kindern, das Hören von amerikanischer Musik und der Zugang von westlichen Filmen in das
Wohnzimmer. Selbst in deutschsprachigen Radios werden oft Lieder aus den US- Charts
abgespielt. Diese Fakten zeigen den Kulturzwang. Die Inhalierung dieser Fremdkulturen
basieren auf verschiedene Wege und sorgt bei vielen Linguisten und Kulturpolitiker für
Aufsehen. Diese Entwicklung kommt an dem Begriff Kulturimperialismus nicht vorbei.
5
2.2. Kultur und Imperialismus
,,Alle Kulturen sind, zum Teil aufgrund ihres Herrschaftscharakters, ineinander verstrickt;
keine ist vereinzelt und rein, alle sind hybrid, heterogen, hochdifferenziert und
nichtmonolithisch."
6
Das Expansionsstreben vorherrschender Mächte kam am Kulturbegriff nicht vorbei. Die
Besatzung von fremden Ländern führte zu einer Kulturfreisetzung in unbekannten Gebieten.
Die Etablierung eigener Bräuche war ein Primärfaktor des Kulturimperialismus des 19.
Jahrhunderts. Aber auch die Sprache fand ihren Weg ins Fremde. Die Kulturen befinden sich
seit jener im ständigen Austausch und gleichzeitig bilden sie ein hierarchisches Bestreben
heraus, um die eigene Kultureinheit über andere zu strukturieren. Zu Kolonialzeiten wurde
die englische Sprache nur unter Adeligen gesprochen. Die Beherrschung fremder Sprachen
stand für ein adeliges Statussymbol und diente für mehr Ansehen unter höheren
Gesellschaftskreisen.
7
5
Vgl. Borbála, Kulturbedingte Adaptionen von Anglizismen (Vergleich zweier Textkorpora aus der
ungarischen und der deutschen Marketingkommunikation- Fachsprache) S. 3
6
Said, 1994 S. 30
7
Vgl. Borbála (s. Anm. 5) S. 1

6
Das gemeinsame Erbe, der nach hegemoniestrebenden Kulturen, formt den
Kulturimperialismus unserer Zeit. Die Sprachkulturen sind nicht immer geographisch
differenzierbar, da sich viele Fremd- und Lehnwörter durch den Kulturimperialismus in
Sekundärgebieten ausgebreitet bzw. in die Wortschatzfamilien ferner Kulturen integriert
haben.
8
2.3. Erbwörter, Lehnwörter und Fremdwörter
Erbwort ist ein Terminus für Wörter, die aus der direkten Vorstufe der jeweiligen
Sprachfamilie hervorkamen. Sie werden auch heimische Wörter genannt (sowie auch
Lehnwörter) und weisen keine fremden Sprachspuren auf. Seitdem Indogermanischen und
dem Germanischen gab es trotzdem über die Jahre kleine Veränderungen in der
Sprachchronologie. Wörter, die das Nächstliegende bezeichnen zB: Körperteile (Brust, Kopf),
Tätigkeiten (gehen, laufen), Bäume (Tanne, Fichte) sowie Haustiere (Katze, Hund).
Das Lehnwort ist ein Begriff für Wörter, die aus fremden Sprachen übernommen wurden und
sich dermaßen integriert haben, dass eine Anmerkung auf fremde Wurzeln kaum auffällt.
Der deutsche Wortschatz enthält zahlreiche solcher Wörter. Als Beispiel das Wort Streik,
welches aus dem Englischen stammt oder die Wörter Onkel und Tante, welche aus dem
Französischen stammen. Wörter wie: Mauer, Fenster, Küche, Keller, usw. wurden bereits in
der germanischen Vorstufe aus dem Lateinischen übernommen. Die Unterscheidung von
Lehn- und Erbwörtern ist nach Form und Klang kaum noch möglich.
Fremdwörter haben sich aus fremden Sprachen in die deutsche Sprache eingefunden, jedoch
fand hierbei keine Eindeutschung statt. Es wurden zahlreiche Wörter aus fremden Sprachen
in den deutschen Wortschatz aufgenommen. Manche dieser Wörter haben sich mit ihrer
Form und ihrem Klang der deutschen Sprache angepasst (siehe Lehnwörter), manche blieben
auf ihren fremden Merkmalen bestehen. Sie zeigten durch ihre Fremdheit, dass sie sich nicht
vollständig in die deutsche Sprachfamilie integriert haben. Im 15. Jahrhundert kam ein
solcher Fremdwortzustrom aus vielen verschiedenen Sprachen. Wörter aus dem
Griechischen (Chirurg), aus dem Lateinischen (Examen), aus dem Französischen (Appetit)
8
Vgl. Said, 1994

7
oder auch aus dem Englischen (Sport). Sie stammen alle aus fremden Sprachen und zeigen
auch fremde Merkmale auf.
9
2.4. Sprachkontakt
Als Hauptgrund für die Verbreitung von Fremdwörtern, wird der sprachliche Kontakt von
Menschen aus verschiedenen Nationen und Regionen gesehen. Dieses Syndrom kann aus
verschiedenen Winkeln betrachtet werden. Die Beobachtung aus verschiedenen
Blickwinkeln zeugt einen negativen oder einen positiven Effekt auf die jeweilige
Nationalsprache. Der Sprachkontakt wird als das Epizentrum der globalen Verbreitung von
Anglizismen und anderen Fremdwörtern gesehen.
10
Der britische Linguist David Crystal
erläutert den Begriff Sprachkontakt wie folgt:
,,Der Begriff wird in der Soziolinguistik verwendet und bezieht sich auf eine Situation einer
geographischen Kontinuität oder enger gesellschaftlichen Nähe (und so eines
wechselseitigen Einflusses) zwischen Sprachen und Dialekten. Das Ergebnis der
Kontaktsituation ist linguistisch gesehen in der Zunahme der Entlehnungen, den
phonologischen und grammatischen Veränderungen, den vermischten Formen der Sprache
(wie zum Beispiel Kreole und Pidgin), und der allgemeinen Zunahme von verschiedenen Arten
der
Zweisprachigkeit zu sehen."
11
3. Ein historischer Einblick in die Verbreitung von Anglizismen
Die Behandlung über die Herkunft von Anglizismen in der Historie zeigt, dass im Mittelalter
kaum Anglizismen in der deutschen Sprache vorhanden waren. Die geringe Anzahl solcher
Wörter deuten auf einen späteren raschen Zuwachs hin. Nur Wörter aus religiösen Kreisen
(zB: gotspell aus den Angelsächsischen gõdspell) oder die etwas mit Handel zu tun hatten,
waren zu dieser Zeit als Fremdwörter präsent. Die Entlehnung zu Anglizismen bekam Ende
des 16. Jahrhunderts und Anfang des 17. Jahrhunderts einen starken Schwung. Politische
Begriffe aus westlichen Ländern dominierten zur Jahrhundertwende diesen Teilbereich der
deutschen Sprache. Erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts vermehrte sich dieser Strom an
englischen und amerikanischen Fremdwörtern auf mehreren Sprachebenen. Auch Begriffe
aus der Philosophie (Freidenker aus dem englischen free thinker) und anderen Kreisen
fanden immer mehr ihren Weg ins Deutsche.
9
Vgl. Bergmann, 2008 S. 16
10
Vgl. Kovacs (s. Anm. 3) S. 182
11
Crystal, 2004 S. 102
Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Anglizismen in der deutschen Sprache. Integration und Verwendung
Hochschule
Universität Wien
Note
3
Autor
Jahr
2014
Seiten
20
Katalognummer
V373809
ISBN (eBook)
9783668531956
ISBN (Buch)
9783668531963
Dateigröße
619 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
anglizismen, sprache, integration, verwendung
Arbeit zitieren
Cagdas Celik (Autor), 2014, Anglizismen in der deutschen Sprache. Integration und Verwendung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373809

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