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Bildhauer seiner selbst sein. Möglichkeiten einer bewussten Lebensgestaltung

Title: Bildhauer seiner selbst sein. Möglichkeiten einer bewussten Lebensgestaltung

Textbook , 2017 , 234 Pages

Autor:in: Dr. Manfred Klein (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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Summary Excerpt Details

Welchem Drehbuch soll das eigene Leben folgen? Das Thema der gelungenen Lebensgestaltung betrifft jeden einzelnen von uns. Gleichzeitig ist diese Frage allgemein, und besonders in der Forschung an Hochschulen, unterrepräsentiert. Doch was zeichnet sie genau aus – die Kunst zu leben, das Savoir-vivre? Dieses Werk hat es zum Ziel, sich der Frage nach dem bewusst gestalteten Leben zu nähern.

Zur Beantwortung zieht dieses Buch einschlägige Autoren und die großen Denker aus der antiken, mittelalterlichen und neuzeitlichen Tradition heran. Es legt jedoch gleichzeitig Wert auf die konkreten Praktiken und Haltungen zur Gestaltung des gelungenen Lebens. Dabei ist es dennoch kein Ratgeber, der vorschreibt, was zu tun ist, um sein Leben auf die eine oder andere Art zu führen.

Denkanstöße, offene Wege und Möglichkeiten, aber auch Wegweiser für jene, die diesen Weg noch nicht gegangen sind, zeichnen das Buch aus. Es soll genügend Spielraum für eigene Ergänzungen und Ausdehnungen des gelebten und zu lebenden Lebens bieten. Darüber hinaus lotet es eine Ethik aus, die sich mit dem Konzept dieses bewussten Lebensvollzugs verträgt. Zusätzlich wird der Versuch einer individuellen Ethik unternommen.

Bereits die Vorstellungen, was grundlegend als Lebenskunst verstanden wird, bilden ein breites Spektrum. Sie reichen vom unbeschwerten Leben im Sinne des Savoir-vivre über das gelassene Leben, das alle sich ergebenden Krisen und Verwirrungen meistert, bis hin zum Anspruch, das eigene Leben in ein Kunstwerk zu verwandeln.

Zur Lebenskunst gehören aber auch der Entschluss, die Fähigkeit und der Wille, Lebensumstände bewusst wahrzunehmen – und die Lebensführung im Bereich der Möglichkeiten, die sich ergeben, gezielt zu gestalten. Nicht umsonst spricht bereits der Volksmund davon, dass ein jeder seines eigenen Glückes Schmied sei. Dieses Fachbuch will die Möglichkeiten dazu aufzeigen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Problemsituation

2. Methodologische Überlegungen

1. Selbst – Selbstbewusstsein – Subjektivität

1.1. Selbst und Selbstgewissheit

1.2. Friedrich Nietzsches Kritik am Cogito ergo sum und der denkenden Substanz

1.3. Kreisen um das Ich: Selbstbewusstsein und die Vertrautheit mit sich selbst

1.4. Selbsterhaltung

1.5. Subjektivität und Wissen von sich selbst

1.6. Selbstbewusstsein und Handlung

2. Grundlegende Haltungen

2.1. Gelassenheit

2.1.1. Semantik von Gelassenheit

2.1.2. Vorstufe zur Gelassenheit in der Antike

2.1.3. Gelassenheit in der Mystik

2.1.4. Gelassenheit im Denken

2.2. Besonnenheit

2.3. Existenziale Sorge und Sorge um sich

2.3.1. Die Sorge um sich im Denken vor dem 19. Jahrhundert

2.3.2. Heidegger

2.3.3. Foucault

2.4. Aneignung

2.4.1. Hermeneutik in eigener Sache

2.4.2. Philosophische Lebensläufe

2.4.3. Aneignung und Bestimmung

3. Konstituierende Praktiken

3.1. Reden

3.1.1. Vom Gespräch zum Selbstgespräch

3.2. Hören und Schweigen

3.3. Lesen und Schreiben

3.4. Lesen und Schreiben als Verinnerlichung und Subjektivierungsleistung

4. Selbstgestaltung bei Nietzsche

4.1. Ausgangspunkte: Redlichkeit und Experimentalphilosophie

4.2. Überwindung des menschlichen Selbstverständnisses

4.3. Techniken des Überwindens und Entwickelns

4.4. Neuorientierung mit Entwicklung zum Übermenschen

5. Versuch einer Individualethik

5.1. Französische Moralisten

5.2. Trennung von Ethik und Lebenskunst in der Moralphilosophie Kants

5.3. Nietzsches Überlegungen zur Ethik

5.3.1. Kritik moralischer Werte

5.3.2. Problemkreis „Wille zur Macht“

5.4. Sein versus Sollen – Allgemeingültigkeit contra Individuellem Leben

5.5. Das Selbst und das Selbst des Anderen bei Paul Ricœur

5.5.1. Primat der Ethik

5.5.2. Situationsurteil und praktische Weisheit

Schlussbetrachtung

1. Bewusste Lebensgestaltung

2. Möglichkeit einer individuellen Ethik

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, Möglichkeiten einer bewussten Lebensgestaltung zu untersuchen. Ausgehend von einer philosophischen Analyse von Selbstbewusstsein und Subjektivität werden Haltungen und Praktiken erarbeitet, die eine reflektierte Lebensführung ermöglichen, wobei insbesondere die Perspektiven von Nietzsche, Heidegger, Foucault und Ricœur in einen individuellen ethischen Ansatz integriert werden.

  • Grundlagen von Selbstbewusstsein und Subjektivität
  • Philosophische Haltungen wie Gelassenheit, Besonnenheit und Sorge
  • Konstituierende Lebenspraktiken (Reden, Hören, Lesen, Schreiben)
  • Selbstgestaltung und Ethik bei Friedrich Nietzsche
  • Ansätze zu einer Individualethik

Auszug aus dem Buch

1. Problemsituation

Die Frage nach Lebenskunst scheint zeitbedingt aufzutauchen und auch wieder zu verschwinden. Wobei diejenigen nach Lebenskunst Fragen, für die das Leben an Selbstverständlichkeit verliert, gleichgültig in welchem Zeit- und Kulturkontext sie leben. Traditionen, Konventionen und Normen, selbst wenn sie in der Moderne präsent sind, nicht oder nicht mehr überzeugen können und der Einzelne beginnt sich um sich selbst zu sorgen. Beziehungen brechen auseinander, Zusammenhänge sind in Auflösung und das Individuum sieht sich mit Situationen konfrontiert, die ihm völlig unbekannt sind.

Dabei stand die Lebensführung des Menschen immer schon im Focus philosophischer Reflexionen, denn ihre Geburtsstunde hatte sie in der antiken Philosophie, als ein Philosoph jemand war, der sein Leben nicht einfach an sich vorüber ziehen ließ, sondern auf das hin reflektierte, was ihm Sinn und Erfüllung geben könnte. Diese frühen Überlegungen sind bis heute maßgeblich, wie einschlägige Autoren zu diesem Thema immer wieder beteuern und was sich auch in der vorliegenden Arbeit eindrucksvoll zeigen wird. Nach der Antike, also im Mittelalter wandert die Lebenskunst-Philosophie im Prinzip in die Theologie ab, wo sie auch für das klösterliche Leben attraktiv zu werden beginnt. Philosophie wird damit zu einer gelebten Weisheit im Rahmen der Leitung durch die Vernunft. Erst viel später, etwa ab dem neunzehnten Jahrhundert kehrt sie mit der Philosophie vor allem Schopenhauers und Nietzsches in philosophische Gefilde zurück und entfaltet im zwanzigsten Jahrhundert weitere Wirkung, die bis in die Gegenwart anhält. Die Philosophie hat gerade auf diesem Gebiet einen ursprünglich praktischen Charakter, dem erst in der Gegenwart von beispielsweise Michel Foucault und Wilhelm Schmid größere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Somit kehrt sie wie ein verlorener Sohn in die gegenwärtige Philosophie zurück. Dennoch hat es Lebenskunst bzw. Lebensgestaltung als philosophisches Problem heute angesichts der einseitigen Kopf- und Theorielastigkeit der akademischen Philosophie nicht leicht.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung definiert den Begriff der Lebenskunst als reflektierte Lebensgestaltung und bettet das Thema in den historischen und aktuellen philosophischen Diskurs ein.

1. Selbst – Selbstbewusstsein – Subjektivität: Dieses Kapitel erhellt die Grundlage der Selbstgestaltung durch die Analyse von Selbstbewusstsein, der Kritik an Descartes und dem Konzept der Oikeiosis.

2. Grundlegende Haltungen: Hier werden zentrale philosophische Haltungen wie Gelassenheit, Besonnenheit und Sorge analysiert, die eine reflektierte Lebensführung erst ermöglichen.

3. Konstituierende Praktiken: Dieses Kapitel behandelt praktische Elemente der Selbstgestaltung wie Reden, Hören, Lesen und Schreiben, die als konstitutiv für ein bewusstes Leben angesehen werden.

4. Selbstgestaltung bei Nietzsche: Der Fokus liegt auf Nietzsches Programm der Selbstgestaltung, insbesondere im Kontext von Redlichkeit, Experimentalphilosophie und der Überwindung des Menschen durch das Ideal des Übermenschen.

5. Versuch einer Individualethik: Dieses Kapitel erarbeitet Ansätze für eine Individualethik unter Einbeziehung französischer Moralisten, Kants Moralphilosophie, Nietzsches Überlegungen und Paul Ricœurs ethischen Konzeptionen.

Schlüsselwörter

Lebensgestaltung, Lebenskunst, Selbstbewusstsein, Subjektivität, Gelassenheit, Besonnenheit, Sorge, Selbstsorge, Nietzsche, Individualethik, Handeln, Vernunft, Existenz, Reflexion, Moral.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die philosophischen Möglichkeiten einer bewussten Lebensgestaltung. Sie erforscht, wie ein Individuum sein Leben reflektiert und zielgerichtet gestalten kann, ohne dabei in starre moralische Dogmen zu verfallen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen umfassen die philosophischen Grundlagen von Selbstbewusstsein, die Bedeutung grundlegender Haltungen (wie Gelassenheit und Sorge), konkrete konstituierende Praktiken (wie Lesen und Schreiben) sowie die Entwicklung einer individuellen Ethik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, eine philosophische Fundierung für eine bewusste Lebensgestaltung zu liefern, die sowohl theoretisch fundiert ist als auch praktische Impulse für das Individuum bietet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Untersuchung, die historisch-systematische Analysen mit der Exegese einschlägiger Autoren (unter anderem Descartes, Nietzsche, Heidegger, Foucault, Simmel und Ricœur) verbindet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse des Selbst, die Herausarbeitung grundlegender Haltungen, die Darstellung konstituierender Praktiken, die spezifische Untersuchung der Selbstgestaltung bei Nietzsche sowie einen Versuch zur Begründung einer Individualethik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Lebensgestaltung, Selbstbewusstsein, Gelassenheit, Sorge, Redlichkeit, Individualethik und Subjektivität charakterisiert.

Warum ist das Konzept des „Übermenschen“ bei Nietzsche für diese Arbeit relevant?

Das Konzept dient als Modell für eine dynamische, schöpferische Selbstgestaltung, die den Menschen dazu anleitet, überkommene Konventionen zu hinterfragen und eigene Werte im Sinne eines „Lebens als Kunstwerk“ zu schaffen.

Warum widmet die Arbeit ein eigenes Kapitel den französischen Moralisten?

Die französischen Moralisten, insbesondere La Rochefoucauld, bieten durch ihre psychologische Analyse menschlichen Verhaltens wertvolle Einsichten für eine Individualethik, die auf Realismus statt auf abstrakte Normen setzt.

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Details

Title
Bildhauer seiner selbst sein. Möglichkeiten einer bewussten Lebensgestaltung
Author
Dr. Manfred Klein (Author)
Publication Year
2017
Pages
234
Catalog Number
V373834
ISBN (eBook)
9783668506572
ISBN (Book)
9783668506589
Language
German
Tags
Lebenskunst Lebensgestaltung Bewusstesein
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. Manfred Klein (Author), 2017, Bildhauer seiner selbst sein. Möglichkeiten einer bewussten Lebensgestaltung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373834
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