Die Seminararbeit beschäftigt sich mit den gesetzlichen Änderungen im Bereich der internen und externen Qualitätssicherung der Wirtschaftsprüfer und geht dabei insbesondere auf den neuen Entwurf des IDW zur internen Qualitätssicherung ein. Die mit dieser Arbeit intendierten Ziele sind eine tabellarische Darstellung der Änderung des neuen Entwurfs im Vergleich zum bisherigen Qualitätssicherungsstandard, sowie eine zusammenfassende Erläuterung ausgewählter Kritikpunkte den Entwurf betreffend.
Zu diesem Zweck werden zu Beginn verschiedene Grundlagen zum Verständnis dieser Arbeit, wie z. B. diverse Definitionen, sowie die der Qualitätssicherung zugrundeliegenden gesetzlichen Normen, aufgeführt. Um einen Vergleich mit dem neuen Entwurf eines Qualitätssicherungsstandards zu ermöglichen, wird im Anschluss ein Überblick über die wichtigsten Inhalte des bisherigen Qualitätssicherungsstandards gegeben. Im nächsten Schritt werden wesentliche Neuerungen dargestellt. Im Anschluss werden wesentliche Kritikpunkte an dem Entwurf zur Qualitätssicherung erläutert. Grundlage hierfür bilden die Stellungnahmen diverser Unternehmen und Vereine zu diesem Werk. Im darauffolgenden Fazit werden die Ergebnisse der Arbeit kurz auf den Punkt gebracht. Es wird außerdem auf offene Fragen und Themen hingewiesen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Grundlagen
2.1 Grundlagen der internen Qualitätssicherung
2.2 Grundlagen der externen Qualitätssicherung
2.2.1 Externe Qualitätskontrolle
2.2.2 Anlassunabhängige Sonderuntersuchungen
3 Regelungen zur internen Qualitätssicherung gem. VO 1/2006
3.1 Regelungen zur allgemeinen Praxisorganisation
3.2 Regelungen zur Auftragsabwicklung
3.3 Regelungen zur Überwachung der Angemessenheit und Wirksamkeit des Qualitätssicherungssystems
4 Neuer Entwurf zur Qualitätssicherung IDW EQS 1
4.1 Erforderlichkeit der Änderungen
4.2 Wesentliche Änderungen des IDW EQS 1
5 Kritik am neuen Entwurf zur Qualitätssicherung
5.1 Verschärfte Berufspflichten ohne gesetzliche Grundlage
5.2 Missverständliche und uneinheitliche Verwendung von Begrifflichkeiten
5.3 Gültigkeit und Verbindlichkeit des IDW EQS 1
5.4 Weitere Kritikpunkte
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit dem Entwurf des neuen Qualitätssicherungsstandards (IDW EQS 1) auseinander, vergleicht diesen mit dem bisherigen Standard (VO 1/2006) und untersucht, ob die darin enthaltenen Änderungen über gesetzliche Anforderungen hinausgehen oder praxisnah umsetzbar sind.
- Vergleich der Anforderungen zwischen VO 1/2006 und IDW EQS 1
- Analyse der Auswirkungen von EU-Regulierungen auf die nationale Qualitätssicherung
- Kritische Würdigung der neuen Anforderungen an WP-Praxen
- Diskussion zur Verbindlichkeit und Gültigkeit des neuen IDW-Entwurfs
Auszug aus dem Buch
3.1 Regelungen zur allgemeinen Praxisorganisation
Zunächst einmal führt die VO 1/2006 Regelungen zur allgemeinen Praxisorganisation einer WP-Gesellschaft auf. Demnach muss die Leitung der WP-Praxis dafür Sorge tragen, dass die allgemeinen Berufspflichten des Berufsstands eingehalten werden. Hierzu gehören insbesondere: Unabhängigkeit & Unparteilichkeit, Gewissenhaftigkeit, Verschwiegenheit, Eigenverantwortlichkeit und berufswürdiges Verhalten.
Im weiteren Verlauf der VO 1/2006 wird näher darauf eingegangen, wie dieses Ziel erreicht werden soll. So muss z. B. jeder Mitarbeiter mindestens einmal im Jahr eine schriftliche Unabhängigkeitserklärung abgeben.
Die Regelungen zur allgemeinen Praxisorganisation umfassen weiterhin Anforderungen zur Annahme, Fortführung und vorzeitigen Beendigung von Aufträgen. Demnach dürfen nur Aufträge angenommen werden, die „(...) in sachlicher, personeller und zeitlicher Hinsicht ordnungsgemäß abgewickelt werden können (...)“. Zu diesem Zweck muss die WP-Gesellschaft eine Gesamtplanung aller Aufträge aufstellen. Weiterhin ist bspw. festgelegt, dass vor Annahme eine Risikoanalyse vorgenommen werden muss, sowie dass bei möglichen Interessenskonflikten der Auftrag nicht angenommen werden darf.
Die WP-Praxis muss dafür Sorge tragen, dass eine ausreichende Anzahl von Mitarbeitern zur Verfügung steht, die über die erforderliche persönliche und fachliche Qualifikation verfügt, sowie die allgemeinen Berufspflichten befolgt. Auch im Rahmen der Mitarbeiterauswahl ist dies in wirksamer und angemessener Art und Weise zu überprüfen. Nach Einstellung der Mitarbeiter ist eine adäquate Aus- und Weiterbildung des fachlichen Personals sicherzustellen. Außerdem muss der Arbeitgeber den Mitarbeitern benötigte Fachinformationen bereitstellen.
Wenn die WP-Praxis Beschwerden des Personals, der Mandanten oder von Dritten erhält, hat sie die Pflicht, diese Vorwürfe zu prüfen und ggf. zu agieren, sofern die Gefahr besteht, dass sich daraus Verstöße gegen die gesetzlichen Normen und Anforderungen ergeben.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung der Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüfung nach der Finanzkrise und stellt den Vergleich zwischen der bisherigen VO 1/2006 und dem neuen IDW EQS 1 vor.
2 Grundlagen: Hier werden die gesetzlichen und berufsständischen Rahmenbedingungen für interne sowie externe Qualitätssicherungsmaßnahmen in der Wirtschaftsprüfung definiert.
3 Regelungen zur internen Qualitätssicherung gem. VO 1/2006: Das Kapitel erläutert die bisherigen Anforderungen an Praxisorganisation, Auftragsabwicklung und Überwachungssysteme gemäß der VO 1/2006.
4 Neuer Entwurf zur Qualitätssicherung IDW EQS 1: Dieser Abschnitt beschreibt die Hintergründe der Neuerungen durch EU-Vorgaben und stellt die wesentlichen Änderungen im IDW EQS 1 übersichtlich dar.
5 Kritik am neuen Entwurf zur Qualitätssicherung: Es werden zentrale Kritikpunkte der Berufsstände, wie fehlende gesetzliche Grundlagen für Verschärfungen und uneinheitliche Begrifflichkeiten, detailliert erörtert.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt kritisch in Frage, ob der neue Entwurf die gewünschte Ablösung der bisherigen Standards ohne weitere Anpassungen leisten kann.
Schlüsselwörter
Qualitätssicherung, Wirtschaftsprüfung, IDW EQS 1, VO 1/2006, Berufsstand, Abschlussprüfung, WP-Praxis, Berufspflichten, Qualitätssicherungssystem, Berichtskritik, Unternehmensprüfung, Wirtschaftsprüferkammer, EU-Abschlussprüferrichtlinie, Auftragsabwicklung, Dokumentationspflichten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüfung, insbesondere mit dem Vergleich zwischen dem etablierten Standard VO 1/2006 und dem Entwurf des neuen IDW EQS 1.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf den Anforderungen an die Praxisorganisation, der Auftragsabwicklung, den Dokumentationspflichten und der kritischen Analyse neuerer regulatorischer Verschärfungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu prüfen, ob der IDW EQS 1 Änderungen enthält, die über gesetzliche Grundlagen hinausgehen, und ob diese neuen Anforderungen für Wirtschaftsprüfungspraxen praktisch umsetzbar sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literatur- und Normenanalyse sowie eine tabellarische Gegenüberstellung der Anforderungen aus den verschiedenen Regelwerken, ergänzt durch die Auswertung aktueller Stellungnahmen aus der Fachwelt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Grundlagen erläutert, dann die VO 1/2006 im Detail betrachtet, der neue IDW-Entwurf vorgestellt und anschließend eine tiefgehende Kritik an diesem Entwurf formuliert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Qualitätssicherung, IDW EQS 1, Wirtschaftsprüfung, regulatorische Anforderungen und Berufspflichten.
Warum wird der neue IDW EQS 1 so kontrovers diskutiert?
Die Kritik entzündet sich vor allem an der fehlenden gesetzlichen Grundlage für einige verschärfte Anforderungen sowie an der fehlenden Abstimmung mit der Wirtschaftsprüferkammer (WPK) bei der Erstellung des Entwurfs.
Welche Auswirkung hat der neue Entwurf auf kleine WP-Praxen?
Kleine Gesellschaften könnten durch Anforderungen wie die Rotation bei Abschlussprüfern oder die verschärfte Nachschau-Pflicht vor erhebliche organisatorische und finanzielle Herausforderungen gestellt werden.
- Arbeit zitieren
- Julia Schwiede (Autor:in), 2017, Interne und externe Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüfung. Der neue Entwurf zur Qualitätssicherung des IDW (IDW EQS 1), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373901