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Filmische Verfremdung. Zur Theatralität von Lars von Triers "Dogville"

Titel: Filmische Verfremdung. Zur Theatralität von Lars von Triers "Dogville"

Masterarbeit , 2016 , 60 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Katrin Graf (Autor:in)

Filmwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

"Die Vorstellung von einem reinen Theater ist ebenso illusionär wie die eines reinen Films." Dieses Zitat von Literaturwissenschaftler Christian Steltz in seinem Text "Zwischen Leinwand und Bühne. Intermedialität im Drama der Gegenwart und die Vermittlung von Medienkompetenz" von 2010 weist darauf hin, dass sowohl das Theater als auch der Film sich seit jeher der Mittel des jeweils anderen Mediums (und auch anderer Medien wie der Kunst, Fotografie und Literatur) bedienen. So sind Theater und Film seit der Entstehung des Filmes in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts eng miteinander verbunden und bestehen längst nicht mehr ausschließlich für sich alleine, sondern in einer intermedialen Kombination. Der Film Dogville vom dänischen Regisseur Lars von Trier (DK: 2003) ist Produkt einer solchen intermedialen Kombination. Dogville zeichnet sich durch sein strukturell offensichtliches Theaterzitat des Bühnenbildes sowie seine formale Anlehnung an das epische Theater von Brecht aus und avanciert damit zu einem ergiebigen Analysebeispiel für die Theaterbezüge bzw. die Theatralität im Medium des Films.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Dogville- ein Theaterfilm

II. Reflexion der Theatralität im Film

III. Die Kunst der Verfremdung

IV. Desillusion und Illusion: Vom optischen Nicht-Sein ins imaginierte Dasein

V. Exkurs: Dogville-Inszenierung von Bastian Kraft

VI. Dogville – theatraler Freiraum

X. Anhang

10.1 Kurzzusammenfassung der Filmhandlung von Lars von Triers Dogville

10.2 Handlungsverlauf in Kapitelüberschriften

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die filmische Verfremdung in Lars von Triers Dogville und analysiert, wie der Film durch die Integration theatraler Elemente sowie die bewusste Nutzung von Desillusionierung und Verfremdungseffekten eine neue Form der "Meta-Theatralität" innerhalb der Filmmedialität entwickelt.

  • Intermediale Verschränkung von Film und Theaterästhetik.
  • Analyse der Theatralität anhand des Raumkonzepts und des Schauspiels.
  • Brechtsche Verfremdungseffekte im Medium Film.
  • Bedeutung von Illusion und Desillusion für die Rezeption.
  • Fallbeispiel: Die Inszenierung von Bastian Kraft am Schauspiel Köln.

Auszug aus dem Buch

II. Reflexion der Theatralität im Film

Im Folgenden wird eine 7-minütige Szene aus Dogville beschrieben, um anhand dieser Beispielszene im Anschluss den Begriff der Theatralität zu definieren und sodann die Theatralität des Films herauszustellen:

Nachdem die Gemeinde von Dogville in der Versammlung gemeinsam entscheidet die Flüchtige Grace für zwei Wochen aufzunehmen und Tom Grace vorschlägt sich erkenntlich zu zeigen, indem Grace jedem Bewohner zur Hand geht, beginnt das zweite Kapitel “In which Grace follows Tom's plan and embarks upon physical labor“ (ab Minute 00:27:00 des Films).

The next day was a beautiful day in Dogville. The tender leaves on Ma Gingers's gooseberry bushes were unfurling despite wise Tom's misgivings as regards her gardening methods. But more than that this first day of spring had also been picked to be Grace's first ever day of work. The day in which she was to set off around Dogville and offer herself one hour per household per day. (Off-Stimme des Erzählers: Dogville: ab 00:27:09).

Zusammenfassung der Kapitel

I. Dogville – ein Theaterfilm: Einführung in die Intermedialität von Film und Theater sowie Einordnung von Dogville als Hybridform.

II. Reflexion der Theatralität im Film: Detaillierte Analyse einer Schlüsselszene, um die Theatralitätsbegriffe nach Fischer-Lichte und anderen Theoretikern auf den Film anzuwenden.

III. Die Kunst der Verfremdung: Untersuchung der formalen Verfremdungseffekte nach Šklovskij und Brecht und deren Wirkung auf die Wahrnehmung des Zuschauers.

IV. Desillusion und Illusion: Vom optischen Nicht-Sein ins imaginierte Dasein: Erörterung der Wechselwirkung zwischen Illusionsbildung und Desillusionierung durch die künstliche Raumgestaltung.

V. Exkurs: Dogville-Inszenierung von Bastian Kraft: Untersuchung der theaterpraktischen "Rückübersetzung" des Stoffs auf die Bühne am Schauspiel Köln.

VI. Dogville – theatraler Freiraum: Fazit zur ästhetischen Sonderstellung des Films als intermediales Ereignis.

X. Anhang: Bereitstellung ergänzender Informationen wie der Filmhandlung und der Struktur der Kapitel.

Schlüsselwörter

Dogville, Lars von Trier, Theatralität, Intermedialität, Verfremdung, Bertolt Brecht, Viktor Šklovskij, Theaterfilm, Raumkonzept, Desillusion, Illusion, Imagination, Meta-Theatralität, Bastian Kraft, Filmästhetik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der formalen und ästhetischen Analyse des Films Dogville von Lars von Trier, insbesondere mit der Frage, wie theatrale Elemente und Techniken der Verfremdung eingesetzt werden, um die Grenzen zwischen Film und Theater zu verwischen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Intermedialität, den Theorien der Theatralität (Fischer-Lichte, Warstat), den Verfremdungseffekten (Brecht, Šklovskij) sowie der Konstruktion von Illusion und Desillusion.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, dass Dogville als "Meta-Theatralität" verstanden werden kann, die traditionelle filmische Sehgewohnheiten durchbricht und den Film als ein konstruiertes Kunstwerk erfahrbar macht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine medienwissenschaftliche und theaterwissenschaftliche Analyse, indem sie Filmszenen detailliert beschreibt und mit theoretischen Diskursen zur Intermedialität sowie zur Theatergeschichte verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Raumkonzepten, die Rolle des Schauspielstils, die Verwendung von Geräuschkulissen und die Erzählstruktur als Verfremdungseffekte sowie einen Vergleich mit einer Bühnenadaption des Stoffes.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Theatralität", "Intermedialität", "Verfremdung", "Meta-Theatralität" und "Minimalismus" definiert.

Wie unterscheidet sich die Inszenierung von Bastian Kraft von der Filmvorlage?

Obwohl die Inszenierung am Schauspiel Köln der Ästhetik des Films treu bleibt, nutzt Bastian Kraft den Spiegel als zusätzliches Medium, das den Zuschauer körperlich in das Geschehen einbezieht und somit die theatrale Reflexion verstärkt.

Welche Rolle spielt die Desillusionierung für den Zuschauer?

Die Desillusionierung verhindert die bloße passive Immersion (das "Eintauchen") in eine Illusion. Stattdessen wird der Zuschauer zu einem aktiven, reflektierenden Betrachter, der sich der Künstlichkeit des Gesehenen jederzeit bewusst bleibt.

Warum wird in der Arbeit so viel Bezug auf Bertolt Brecht genommen?

Bertolt Brechts Konzept des epischen Theaters und seine Theorie des "Verfremdungseffekts" dienen als zentrale theoretische Grundlage, da Lars von Trier diese Techniken – wie die Unterbrechung des Spielflusses oder die bewusste Sichtbarmachung der Inszenierung – direkt in sein filmisches Konzept überträgt.

Was genau bedeutet der Begriff "Meta-Theatralität" in diesem Kontext?

Der Begriff beschreibt den Umstand, dass der Film nicht nur Theater zitiert, sondern die Möglichkeiten des Mediums Film durch die Integration theatraler Strukturen entgrenzt und permanent reflektiert, was das Wesen von "Theater" und "Film" ausmacht.

Ende der Leseprobe aus 60 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Filmische Verfremdung. Zur Theatralität von Lars von Triers "Dogville"
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
2,3
Autor
Katrin Graf (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
60
Katalognummer
V373949
ISBN (eBook)
9783668512894
ISBN (Buch)
9783668512900
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Theatralität Lars von Trier Dogville Illusion Desillusion Verfremdung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Katrin Graf (Autor:in), 2016, Filmische Verfremdung. Zur Theatralität von Lars von Triers "Dogville", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373949
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Leseprobe aus  60  Seiten
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