Diese Arbeit befasst sich mit der praktischen Umsetzung von Verhaltenskodizes als innovatives Managementinstrument. Zu diesem Zweck werden die Kodizes zweier Unternehmen analysiert und vergleichend gegenübergestellt. Insbesondere wird untersucht, in wie weit die beiden Unternehmen BASF SE und WACKER Chemie AG es verstanden haben, mit ihren Verhaltenskodizes die richtigen Probleme zu adressieren. Die zu untersuchenden Unternehmen sind in der Chemiebranche tätig und stehen, abgesehen von den unternehmensinternen Problemen, denselben branchenspezifischen Herausforderungen und Risiken gegenüber.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Die BASF SE
1.2 Die BASF SE und ihre Risiken
1.2 Der Verhaltenskodex der BASF-Gruppe
2. WACKER Chemie AG
2.1 Die Risiken der WACKER Chemie AG
2.2 Das Unternehmen WACKER Chemie AG und seine Kodizes
3. Unternehmensethische Analyse der Verhaltenskodizes
3.1 Die praktische Anwendung von Verhaltenskodizes
3.2 Unternehmen im Binnenverhältnis
3.2.1 Arbeitsbedingungen und Ideenmanagement
3.2.2 Nachwuchsmanagement
3.3 Unternehmen im Außenverhältnis
3.3.1 Umweltschutz
3.3.2 Lieferantenmanagement
4. Zusammenfassender Vergleich der unternehmenseigenen Kodizes
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die praktische Anwendung und Wirksamkeit von Verhaltenskodizes als Managementinstrument bei der BASF SE und der WACKER Chemie AG. Dabei wird analysiert, inwieweit diese Unternehmen ihre Kodizes nutzen, um das Spannungsfeld zwischen Gewinnstreben und gesellschaftlicher Verantwortung aufzulösen, und ob sie damit komplexe soziale Dilemmata effektiv adressieren können.
- Analyse und Vergleich der Verhaltenskodizes der BASF SE und WACKER Chemie AG
- Anwendung ordonomischer Analyse-Tools zur Bewertung der Kodizes
- Modellierung von Dilemmata im Binnen- und Außenverhältnis der Unternehmen
- Untersuchung der Selbstbindung von Unternehmen durch Kodizes
- Bewertung der unternehmerischen Lösungskompetenz bei sozialen Herausforderungen
Auszug aus dem Buch
3.1 Die praktische Anwendung von Verhaltenskodizes
Stakeholder stellen Ansprüche und Forderungen an die Unternehmen, die vor allem gesellschaftlicher und ökologischer Natur sind. Dies konstituiert einen Werte-Trade-Off zwischen moralischem Fremdinteresse und ökonomisch motiviertem Eigeninteresse der Firmen. Abbildung 1 stellt die resultierende Konfliktsituation dar.
Innerhalb dieser Konfliktsituation eines Werte-Trade-Off ist es den Unternehmen nur möglich, eine von drei verschiedenen Positionierungen einzunehmen.
Einerseits können Unternehmen eine rein ökonomische Position einnehmen und Gewinnmaximierung anstreben. Aufgrund mangelnder moralischer Motivation der Akteure werden sich, laut Pies, die Stakeholder bald gegen die Unternehmen wenden. Lieferanten könnten Verträge beenden, Kunden mit einem Nachfragerückgang reagieren und Kapitalgeber die Kooperation beenden. Pies spricht in diesem Zusammenhang davon, dass den Unternehmen die Legitimation zum Handeln entzogen werden würde.
Die zweite Möglichkeit der Positionierung besteht in einem vollständigen Verzicht auf gewinnorientiertes Wirtschaften zugunsten der Moral. Bei dieser Position stellt sich das Unternehmen durch ein Mehr an Moral in den Dienst der Gesellschaft, was jedoch zu Lasten des unternehmerischen Eigeninteresses geht. Diese Positionierung kann von den Unternehmen auf lange Sicht nicht durchgehalten werden. Aufgrund des Verzichtes auf profitorientiertes Wirtschaften riskiert das Unternehmen, Wettbewerbsnachteile zu erleiden und gefährdet darüberhinaus seine Existenz am Markt. Anderen Wettbewerbern wird dadurch ermöglicht, die moralisch motivierten Vorleistungen dieser Positionierung auszubeuten, sodass das ursprüngliche Bestreben nach mehr Moral in der Gesellschaft und am Markt nicht aufrechterhalten werden kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die BASF SE: Dieses Kapitel stellt das Unternehmen, seine spezifischen Risiken sowie seinen Verhaltenskodex und den separaten Lieferantenkodex deskriptiv dar.
2. WACKER Chemie AG: Hier erfolgt eine Darstellung der WACKER Chemie AG, ihrer Herausforderungen und der fünf selbstauferlegten Kodizes zur Risikobewältigung.
3. Unternehmensethische Analyse der Verhaltenskodizes: Dieses zentrale Kapitel analysiert beispielhafte Dilemmata der beiden Unternehmen mit Hilfe der Ordonomik und bewertet die praktische Wirksamkeit ihrer Kodizes.
4. Zusammenfassender Vergleich der unternehmenseigenen Kodizes: In diesem Kapitel werden die Ansätze beider Unternehmen zusammenfassend gegenübergestellt und ihre Strategien bewertet.
Fazit: Das Fazit beurteilt abschließend die Lösungskompetenz der Verhaltenskodizes beider Chemiekonzerne und gibt Handlungsempfehlungen.
Schlüsselwörter
Unternehmensethik, Verhaltenskodex, BASF SE, WACKER Chemie AG, Compliance, Ordonomik, Gefangenendilemma, Nachhaltigkeit, Stakeholder, CSR, Selbstbindung, Risikomanagement, Lieferantenmanagement, Arbeitsbedingungen, Innovationsmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die praktische Umsetzung und Wirkungsweise von Verhaltenskodizes als Managementinstrument bei der BASF SE und der WACKER Chemie AG.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Adressierung unternehmensinterner und -externer Dilemmata, die Rolle von Selbstbindung durch Verhaltensstandards sowie die nachhaltige Gestaltung von Wertschöpfungsketten.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, zu hinterfragen, ob die Chemiekonzerne ihre Verhaltenskodizes effektiv nutzen, um das Spannungsfeld zwischen Gewinnstreben und gesellschaftlichen Interessen aufzubrechen und ihre volle Wirkungskraft zu entfalten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es werden ordonomische Analyse-Tools verwendet, insbesondere spieltheoretische Modelle wie das Gefangenendilemma, um die Interaktionsstrukturen der Unternehmen zu analysieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die deskriptive Darstellung der Unternehmen und ihrer Kodizes sowie eine detaillierte unternehmensethische Analyse ausgewählter Problembereiche wie Arbeitsbedingungen, Ideenmanagement und Lieferantenmanagement.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind Unternehmensethik, Gefangenendilemma, Selbstbindung, Compliance und Nachhaltigkeit im Kontext der Chemiebranche.
Warum spielt der Aspekt der "individuellen Selbstbindung" eine so große Rolle für die Unternehmen?
Die Selbstbindung durch einen verbindlichen Kodex dient als glaubwürdiges Signal an Stakeholder, um Ausbeutungssituationen (z.B. im Arbeitsverhältnis oder bei Lieferanten) zu verhindern und Vertrauen aufzubauen.
Wie unterscheidet sich der Ansatz der WACKER Chemie AG von dem der BASF SE bei den Kodizes?
WACKER verfolgt einen stärker differenzierten Ansatz mit fünf spezifischen Kodizes, darunter ein eigener Sicherheitskodex, während BASF einen einheitlichen, weltweit bindenden Verhaltenskodex nutzt und einen separaten Lieferantenkodex etabliert hat.
- Quote paper
- Laura Ortloff (Author), 2016, Unternehmensethik in der betrieblichen Praxis. Die Verhaltenskodizes der BASF SE und WACKER Chemie AG im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373958