Die Bachelorarbeit beschäftigt sich mit der bestehenden Diskriminierung und Stigmatisierung von Menschen mit Beeinträchtigung und den Möglichkeiten solche nachhaltig abzubauen. Hierfür werden verschiedene Perspektive der 'Behinderung' betrachtet und weiterhin werden theoretische Grundlagen der Diskriminierung und Stigmatisierung erarbeitet und diese im 5. Kapitel durch die Analyse von historischen und aktuellen Diskriminierungsprozessen gegenüber Menschen mit Beeinträchtigung verbunden. Im gleichen Kontext werden die Ursachen und Beharrungstendenzen von Diskriminierungsprozessen ins Augenmerk geholt und anschließend nicht nur mit Strategien zum Abbau von Diskriminierungen untermauert, sondern auch Herausforderungen für die Soziale Arbeit analysiert. Abschließend erfolgt eine Schlussbetrachtung, sowie eine weiterführende Zusammenfassung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Perspektiven auf ‚Behinderung‘
2.1 Medizinische und psychologische Betrachtung
2.2 Juristische Betrachtung
2.3 Pädagogische Betrachtung
2.4 Sozial- und kulturwissenschaftliche Betrachtung
3. Stereotype, Vorurteile und soziale Diskriminierung
3.1 Soziale Kategorisierung und Stereotypisierung
3.2 Ursache und Formen von Vorurteilen
3.3 Soziale Diskriminierung
4. Stigmatisierung und das Stigma
4.1 Entstehung des Begriffs Stigma
4.2 Erving Goffmans Konzept des ‚Stigmas‘
4.3 Typen von Stigmata
4.4 Die Ursachen und Sinn von Stigmata
4.5 Auswirkungen von Stigmatisierung
5. Stigmatisierungs- und Diskriminierungsprozesse in der Gesellschaft
5.1 Historische Stigmatisierungs- und Diskriminierungsprozesse gegenüber Menschen mit Beeinträchtigung
5.2 Ursachen und Hartnäckigkeit von Diskriminierungsprozesse gegenüber Menschen mit Beeinträchtigung
5.3 Aktuelle Diskriminierungen von Menschen mit Beeinträchtigung
6. Entstigmatisierung und Antidiskriminierung
6.1 Rechtliche Mittel
6.1.1 UN-BRK
6.1.2 Bundesdeutsche Gesetzgebung
6.2 Integration und Inklusion
6.3 Selbstbestimmung und Empowerment
6.4 Herausforderungen für die Soziale Arbeit
7. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die anhaltende Stigmatisierung und Diskriminierung von Menschen mit Beeinträchtigungen in der modernen Gesellschaft. Ziel ist es zu erörtern, welche Faktoren zur Ausgrenzung beitragen, wie sich diese historisch und aktuell manifestieren und welche Rolle die Soziale Arbeit bei der Verbesserung der Lebenssituation der Betroffenen einnehmen kann.
- Theoretische Grundlagen zu Behinderung, Stigma und Diskriminierung
- Historische Entwicklung von Stigmatisierungsprozessen
- Analyse aktueller Diskriminierungsformen im Alltag und institutionellen Kontext
- Kritische Würdigung rechtlicher und gesellschaftlicher Antidiskriminierungsansätze
- Herausforderungen und Handlungsspielräume für die professionelle Soziale Arbeit
Auszug aus dem Buch
Die Epoche der Aufklärung
In der Aufklärung setzte sich der rationale Gedanke und damit die Wissenschaft gegenüber den religiösen Vorstellungen durch. Es galt nicht mehr die Frage nach dem Sinn des Lebens zu beantworten, sondern eher, in welchem Kontext die Welt und die Menschen im eigentlichen Geschehen erfasst werden. Beim Übergang in die Moderne und dank technischer Errungenschaften wurde auch das wissenschaftliche Interesse am ‚Irrsinn‘ geweckt, sodass es zur ersten Teilung nach Foucault zwischen der ‚Normalität‘ und dem Wahnsinn kam (ebd.: 24f., in Anlehnung an Foucault 1978: 79).
Dennoch hat sich die Situation für die Betroffenen bis weit ins 19. Jahrhundert nicht geändert, da auch zur Zeit der Aufklärung die Tötung von Menschen mit Beeinträchtigung nicht als Menschentötung galt. Schließlich veränderte sich das Menschenbild, und es setzte sich zunehmend die Überzeugung durch, alle Menschen sollten gleich und frei sein. Aber das galt nur selten für Menschen mit Beeinträchtigung. Das mechanistische und utilitaristische Menschenbild betrachtet die Betroffenen vor allem als Maschinen und Forschungsobjekte, um Menschen mit Beeinträchtigung zu studieren und zu reparieren (vgl. Fritsch 2007: 23).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass Menschen mit Beeinträchtigungen häufig von gesellschaftlichen Normvorstellungen abweichen, was zu Abwertung und Ausgrenzung führt.
2. Perspektiven auf ‚Behinderung‘: Das Kapitel differenziert verschiedene Sichtweisen auf Behinderung – von medizinisch-psychologischen Defizitmodellen bis hin zu sozial- und kulturwissenschaftlichen Ansätzen.
3. Stereotype, Vorurteile und soziale Diskriminierung: Hier werden die psychologischen Mechanismen der Kategorisierung, das Entstehen von Vorurteilen sowie deren Auswirkungen als soziale Diskriminierung analysiert.
4. Stigmatisierung und das Stigma: Das Kapitel beleuchtet das Konzept des Stigmas nach Erving Goffman, dessen Bedeutung, Typologien sowie die Folgen für die Betroffenen.
5. Stigmatisierungs- und Diskriminierungsprozesse in der Gesellschaft: Eine historische und aktuelle Betrachtung von Ausgrenzungsprozessen, die zeigt, wie sich gesellschaftliche Vorurteile institutionell festigen.
6. Entstigmatisierung und Antidiskriminierung: Dieses Kapitel diskutiert rechtliche Instrumente, Konzepte wie Inklusion und Empowerment sowie die spezifischen Herausforderungen für die Soziale Arbeit.
7. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Überlegungen zusammen und betont die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Perspektivwechsels hin zu einer inklusiven Praxis.
Schlüsselwörter
Behinderung, Stigmatisierung, soziale Diskriminierung, Inklusion, Integration, Soziale Arbeit, Vorurteile, Empowerment, Selbstbestimmung, UN-BRK, Normabweichung, Teilhabe, Minderheit, Barrierefreiheit, Menschenwürde.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit setzt sich mit den Mechanismen auseinander, die dazu führen, dass Menschen mit Beeinträchtigungen in der heutigen Gesellschaft weiterhin Stigmatisierung und Diskriminierung erfahren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit behandelt die theoretischen Modelle von Behinderung, die psychologischen Grundlagen von Stereotypen und Vorurteilen, historische Ausgrenzungsformen sowie aktuelle rechtliche und soziale Lösungsansätze.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Ursachen der Stigmatisierung zu schaffen und aufzuzeigen, wie die Soziale Arbeit zu einer Verbesserung der Lebenssituation von Menschen mit Beeinträchtigungen beitragen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Diskursanalyse, die verschiedene theoretische Modelle und aktuelle statistische Daten vergleicht und kritisch bewertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Vorurteilen und Stigmata, eine historische Analyse, die Untersuchung aktueller Diskriminierungsbereiche wie Arbeitsmarkt und Wohnen sowie eine Diskussion von Entstigmatisierungsstrategien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind neben Stigmatisierung und Diskriminierung vor allem Inklusion, Empowerment, Soziale Arbeit, Teilhabe und die rechtliche Einordnung durch die UN-Behindertenrechtskonvention.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle von Werkstätten für behinderte Menschen?
Die Arbeit betrachtet Werkstätten kritisch als „exkludierende Schonräume“, die zwar historisch gewachsen sind, aber dem modernen Inklusionsansatz widersprechen und eine Integration in den allgemeinen Arbeitsmarkt oft eher behindern.
Welche Bedeutung kommt der Sozialen Arbeit laut der Verfasserin zu?
Die Soziale Arbeit hat eine zentrale Vermittlerrolle. Fachkräfte sollen ihre eigenen Stigmatisierungsmuster reflektieren und ihre Klienten durch Empowerment-Ansätze als Experten in eigener Sache begleiten, statt sie zu bevormunden.
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- Stefan Schmitz (Author), 2017, Diskriminierung und Stigmatisierung von Menschen mit Beeinträchtigung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373971