Untersuchung der Rolle von Hypothesen am Beispiel der Auswirkungen der Menopause bei Frauen auf die Leistungsfähigkeit im Beruf


Ausarbeitung, 2017

17 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

2 Theoretische Grundlagen und Definitionen
2.1 Hypothesen
2.1.1 Definition und Arten von Hypothesen
2.1.2 Rolle von Hypothesen in der modernen Wissenschaftstheorie
2.1.3 Induktive Hypothesenbildung
2.1.4 Deduktive Hypothesenbildung
2.1.5 Anforderungen der Wissenschaftstheorie an Hypothesen
2.2 Klimakterium
2.2.1 Definition
2.2.2 Symptome, Diagnosestellung und Behandlungsmöglichkeiten

3 Arbeitshypothesen zu Auswirkungen im Beruf

4 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Forschungsprozess

Abbildung 2: Induktive & Deduktive Hypothesenbildung

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Durch die seit Mitte des 20. Jahrhunderts fortschreitende Verbesserung der sozialen Ungleichheit zwischen Frauen und Männern im Beruf, streben auch immer mehr Frauen eine berufliche Karriere in Fach- und Führungspositionen an.[1] Diese Entwicklung führt dazu, dass immer mehr Frauen zwischen ihrem 44. und 55. Lebensjahr einer Erwerbstätigkeit nachgehen. In dieser Phase des Lebens einer Frau tritt, durchschnittlich mit 51 Jahren, die so genannte Menopause ein, auch bekannt als Wechseljahre oder Klimakterium. Das Klimakterium kann zeitlich nicht genau begrenzt werden, da es zwischen zwei und sechs Jahren andauern kann und eine Diagnose in aller Regel retrospektiv gestellt wird.[2] Es kann erhebliche Einschränkungen der Lebensqualität in Form von körperlichen und psychischen Symptomen mit sich bringen, welche sich nicht nur auf das Privatleben, sondern auch auf die berufliche Laufbahn auswirken können.[3]

1.1 Problemstellung

Während es über die körperlichen und psychischen Symptome sowie die Auswirkungen des Klimakteriums auf das Privatleben einer Frau bereits lange Zeit eine breite Auswahl an Studien, Forschungsergebnissen und Beratern gibt, so wurden die Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit im Beruf erst in jüngster Zeit untersucht. Gerade in anspruchsvollen beruflichen Positionen, beispielsweise als Fach- oder Führungskraft, kann das Klimakterium durch psychosoziale aber auch körperliche Symptome eine höhere Einschränkung bedeuten.[4] In dem vorliegenden Assignment sollen deshalb vor allem die Auswirkungen des Klimakteriums auf die Leistungsfähigkeit einer Frau im Beruf betrachtet werden.

1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

Ziel des vorliegenden Assignments ist es die verschiedenen körperlichen und psychosozialen Symptome der Menopause hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit einer Frau im Beruf hin zu untersuchen. Hierzu sollen fünf Arbeitshypothesen gebildet werden, die in anschließenden Forschungen überprüft und gegebenenfalls falsifiziert werden können.

Dieses Assignment beginnt nach der vorliegenden Einleitung mit einer Einführung in die theoretischen Grundlagen und Definitionen von Hypothesen und der Menopause. Hierbei sollen verständnisrelevante Grundlagen der angewandten Wissenschaftstheorie und des Forschungsobjektes näher erläutert werden. Aufbauend auf den theoretischen Grundlagen erfolgt in Kapitel 3 die Bildung der Arbeitshypothesen, welche die Grundlage für anschließende Forschungsarbeiten bilden sollen. In Kapitel 4 erfolgt ein Fazit und Ausblick der Ergebnisse dieses Assignments.

2 Theoretische Grundlagen und Definitionen

2.1 Hypothesen

Im folgenden Kapitel sollen die wissenschaftlichen Grundlagen von Hypothesen erläutert werden. Außerdem werden die verschiedenen Typen von Hypothesen, die Anwendung in der Wissenschaftstheorie finden, vorgestellt und die gängigen Wege der Hypothesenbildung dargestellt. Schlussendlich werden Möglichkeiten zur Überprüfung von aufgestellten Hypothesen betrachtet.

2.1.1 Definition und Arten von Hypothesen

Der Begriff der Hypothese wird in der Wissenschaft als Annahme über eine Grundgesamtheit definiert, die im Rahmen eines Forschungsprojektes überprüft werden muss.[5] Diese Grundgesamtheit stellt eine klar abgegrenzte Menge von Forschungs-Objekten dar, für welche synonym auch die Bezeichnung „Population“ genutzt wird.[6] Hypothesen bzw. Annahmen gelten in der Wissenschaftstheorie als nicht endgültig verifizierbar, das heißt sie können niemals durch Erfahrung bewiesen werden. Es ist laut dem Konzept des Kritischen Rationalismus nach Popper lediglich möglich eine Hypothese oder Theorie zu falsifizieren, also zu widerlegen.[7] Eine Hypothese bezieht sich zumeist auf Zusammenhänge zwischen mindestens zwei Variablen, also Merkmalen, welche wiederum mindestens zwei mögliche Ausprägungen besitzen.[8]

In der empirischen Sozialforschung wird zwischen den folgenden Hypothesen-Arten unterschieden:[9]

- Deterministische und probabilistische Hypothesen

Ausgehend von einer deterministischen Hypothese in der quantitativen Sozialforschung (Vgl. Kapitel 2.1.2: Rolle von Hypothesen in der modernen WissenschaftstheorieRolle von Hypothesen in der ) wird behauptet, dass unter klar definierten Voraussetzungen ein Ereignis mit absoluter Sicherheit eintreten wird. Bei den probabilistischen Hypothesen hingegen wird lediglich angenommen, dass ein Ereignis unter denselben Voraussetzungen eintreten kann, aber nicht zwingend eintreten muss.[10]

- Wenn-dann-Hypothesen

Wenn-dann-Hypothesen werden gebildet, wenn zwei deskriptive Variable nur jeweils zwei Merkmalsausprägungen aufweisen können, das heißt dichotome Variablen sind.[11] Wenn-dann-Hypothesen werden mit den logischen Begriffen „wenn“ und „dann“ formuliert.[12]

- Je-desto-Hypothesen

Je-desto-Hypothesen werden dann aufgestellt, wenn beide Variable einer Hypothese in eine sinnvolle Rangreihenfolge eingeordnet werden können, also ein ordinales Skalenniveau aufweisen.[13] Unterschieden wird hierbei zwischen positiven und negativen Zusammenhängen. Positive Zusammenhänge bedeuten, dass sobald eine Variable steigt oder sinkt, die andere sich ebenfalls entsprechend anpasst. Bei negativen Zusammenhängen führt die Steigung bzw. Senkung der einen Variable demnach zu gegenläufigem Verhalten der anderen Variable.[14]

- Individual-, Kollektiv- und Kontexthypothesen

Bei den Individual-, Kollektiv- und Kontexthypothesen wird nach dem Kriterium der Bezugsebene unterschieden. Hierbei kommt es auf die Art der Variablen an, deren Zusammenhänge überprüft werden sollen.[15] Von Individualhypothesen wird gesprochen, wenn alle Variable jeweils Individualmerkmale besitzen, also die Merkmale eines Individuums betreffen. Ein Beispiel nach Häder (2010) wäre der Zusammenhang zwischen Ausbildungsdauer und Höhe des Einkommens. Bei Kollektivhypothesen werden Annahmen, anders als bei der Individualhypothese, nicht zu einem Individuum sondern zu einem Kollektiv getroffen. Rückschlüsse vom Kollektiv auf das Individuum sind jedoch nicht zwingend logisch. Von einer Kontexthypothese spricht man, wenn die abhängige Variable ein Individualmerkmal darstellt, während es sich bei den unabhängigen Variablen um Kollektivmerkmale handelt.[16]

2.1.2 Rolle von Hypothesen in der modernen Wissenschaftstheorie

Die moderne Wissenschaftstheorie kennt heutzutage zwei Forschungsarten, die mit jeweils unterschiedlichen Methoden arbeiten: die quantitative und qualitative Forschung. Die quantitative Forschung erhebt ihre Daten in der Regel durch numerische Zählung oder Messung, während die qualitative Forschung weniger standardisiert arbeitet und die explorative Phase auf den gesamten Forschungsverlauf ausweitet.[17] Im vorliegenden Assignment stehen die Methoden und Prozesse der quantitativen Forschung im Fokus.

Abbildung 1: Forschungsprozess

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung

Wie bereits in Kapitel 2.1.1 näher erläutert haben Hypothesen die Aufgabe, multiple Variable auf deren Zusammenhang hin zu überprüfen und gegebenenfalls zu falsifizieren. Somit spielen sie im gesamten Forschungsprozess eine wichtige und wiederkehrende Rolle. Am Anfang jeder Forschung steht zunächst das Forschungsproblem, das durch die empirische Forschung betrachtet werden soll. Ist das Forschungsproblem klar definiert erfolgt im nächsten Schritt die Bildung einer Arbeitshypothese (Vgl. Abbildung 1: Forschungsprozess), die die Grundlage für die darauf aufbauende empirische Datenerhebung bildet.[18] Ziel des Forschungsprojektes ist es, Daten mit Bezug zur Arbeitshypothese zu erheben, auszuwerten und die Hypothese letzten Endes daran zu überprüfen. Da eine Hypothese nach dem Kritischen Rationalismus nicht verifiziert werden kann, bleibt sie lediglich eine noch nicht falsifizierte Vermutung, sofern sie durch die erhobenen Daten nicht widerlegt werden kann.[19] Muss die Hypothese aufgrund der erhobenen Daten verworfen werden, wird der Forschungsprozess erneut bei der Hypothesenbildung beginnen. Hypothesen oder Theorien sind also nur so lange gültig oder „wahr“, bis sie falsifiziert und durch neue Theorien ersetzt werden. Hierdurch kann sich die Wissenschaft der Wahrheit immer weiter annähern.[20]

2.1.3 Induktive Hypothesenbildung

Der induktivistische Weg der Hypothesenbildung erfolgt über die Beobachtung der Natur. Hierbei werden so genannte „Beobachtungsaussagen“ getroffen, aus denen dann Hypothesen über eine Grundgesamtheit gebildet werden (Vgl. Abbildung 2: Induktive & Deduktive Hypothesenbildung). Zu Beginn des Forschungsprozesses steht hierbei also die Bildung einer allgemeinen Aussage, die auf der Beobachtung einer begrenzten Anzahl von Objekten der Natur basieren.[21]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Induktive & Deduktive Hypothesenbildung

Quelle: Eigene Darstellung, in Anlehnung an Chalmers (1999)

Ein Beispiel für diesen Weg der Hypothesenbildung ist die Beobachtung von Fischen. Die Beobachtungsaussage wäre in diesem Fall, dass die beobachteten Fische im Wasser leben. Die induktivistische Hypothesenbildung folgert daraus:

- H1: Alle Fische leben im Wasser.

2.1.4 Deduktive Hypothesenbildung

Bei der deduktivistischen Hypothesenbildung wird, im Gegensatz zur induktivistischen Hypothesenbildung, vom Allgemeinen auf das Besondere geschlossen.[22] Am Anfang des Forschungsprozesses stehen also Regeln, Gesetzmäßigkeiten, Modelle oder Theorien, aus denen auf das Besondere oder weitere Hypothesen geschlossen werden (Vgl. Abbildung 2: Induktive & Deduktive Hypothesenbildung).[23]

Bezugnehmend auf das induktivistische Beispiel wollen wir dies nun deduktiv beschreiben. Wir gehen also von Anfang an von der Theorie aus, dass Fische im Wasser leben. Anschließend betrachten wir uns einen spezifischen Fisch und leiten aus der Theorie ab, dass auch dieser Fisch im Wasser lebt.

- Alle Fische leben im Wasser.
- Dieses Lebewesen ist ein Fisch.
- H1: Dieser Fisch lebt im Wasser.

2.1.5 Anforderungen der Wissenschaftstheorie an Hypothesen

Nachdem nun ein Einblick in die Rolle von Hypothesen in der modernen Wissenschaftstheorie sowie die Bildung von Hypothesen gegeben wurde, werden im folgenden Kapitel die Anforderungen an eine formulierte Hypothese erläutert. Eine wissenschaftliche Hypothese muss im Wesentlichen die folgenden Kriterien erfüllen, um von der modernen Wissenschaftstheorie angenommen zu werden:[24]

- Logisch Widerspruchsfrei

Eine Hypothese darf kein Widerspruch in sich selbst sein und die verwendeten Begriffe dürfen sich nicht gegenseitig ausschließen.

- Falsifizierbar[25]

Wie bereits angesprochen muss nach Karl Popper eine Hypothese falsifizierbar, also widerlegbar sein. Sätze, die immer gültig sind, sind nicht zulässig. Die Formulierung der Hypothese muss auch die Möglichkeit einer Falsifizierung in Betracht ziehen.

- Empirisch Überprüfbar

Die empirische Überprüfbarkeit einer Hypothese muss gegeben sein. Das heißt, dass die Hypothese mithilfe gesammelter Daten aus der erfahrbaren Welt überprüft werden können muss.[26]

2.2 Klimakterium

Im folgenden Kapitel soll die als Klimakterium bekannte Phase im Leben einer Frau näher erläutert werden. Zu diesem Zweck erfolgt zunächst eine Definition des Begriffs. Anschließend werden die verschiedenen Symptome, die während der klimakterischen Phase auftreten können betrachtet, Möglichkeiten der Diagnosestellung vorgestellt und die Behandlungsmöglichkeiten der Beschwerden beleuchtet.

[...]


[1] Klemm und Martin 2000, S. 33–44

[2] Wang-Cheng et al. 2007, S. 5

[3] David 2007, S. 2

[4] Hurrelmann und Kolip 2002, S. 13–29

[5] Poincaré 1974, S. 152ff

[6] Hartmann und Lois 2015, VII

[7] Walach und Stillfried 2013, S. 272–286

[8] Pavetic, S. 3

[9] Diekmann 2016, S. 124

[10] Hartmann und Lois 2015, S. 13

[11] Diekmann 2016, S. 124ff

[12] Hartmann und Lois 2015, S. 14

[13] Häder 2010, S. 48

[14] Diekmann 2016, S. 124ff

[15] Diekmann 2016, S. 124ff

[16] Häder 2010, S. 50

[17] Hermenau, S. 8

[18] Hussy et al. 2013, S. 30ff

[19] Walach und Stillfried 2013, S. 272ff

[20] Popper 2005, S. 39ff

[21] Chalmers et al. 1999, S. 8ff

[22] Chalmers et al. 1999, S. 12

[23] Hussy et al. 2013, S. 7

[24] Atteslander 2010, S. 43–46

[25] Vgl. auch Popper 1935, S. 40ff

[26] Vgl. auch Hartmann und Lois 2015, S. 8ff

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Untersuchung der Rolle von Hypothesen am Beispiel der Auswirkungen der Menopause bei Frauen auf die Leistungsfähigkeit im Beruf
Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart
Veranstaltung
Schlüsselqualifikationen für Studium und Beruf
Note
2,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
17
Katalognummer
V373990
ISBN (eBook)
9783668512542
ISBN (Buch)
9783668512559
Dateigröße
709 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
SQF62, Schlüsselqualifikationen, Hypothesen, Menopause, IT-Management, Wissenschaftstheorie
Arbeit zitieren
Bachelor of Engineering Simon Grimm (Autor), 2017, Untersuchung der Rolle von Hypothesen am Beispiel der Auswirkungen der Menopause bei Frauen auf die Leistungsfähigkeit im Beruf, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373990

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