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Morphemerwerb im Englischen und Deutschen

Titre: Morphemerwerb im Englischen und Deutschen

Dossier / Travail , 2004 , 21 Pages , Note: 1

Autor:in: Susanne Busch (Auteur)

Didactique de l'Allemand - Pédagogie, Linguistique
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Einführung

Wie lernen Kinder Grammatik? Verschiedene Gruppen von Linguisten vertreten bei dieser Frage jeweils unterschiedliche Theorien. Während die Nativisten bei Kindern von einer angeborenen sprachlichen Struktur, einer Universalgrammatik, ausgehen, sind die Behavioristen überzeugt, dass das Kind grammatische Strukturen von Anfang an selbst und nur mit Hilfe der sprachlichen Äußerungen, die es hört, aufbaut und das menschliche Gehirn sich sozusagen von einer Tabula rasa zu einem ausschließlich durch Erfahrungen geprägten Organ entwickelt. Kognitivisten wiederum glauben, dass dem Sprachenlernen nichts anderes als allgemeine Lernmechanismen zugrunde liegen, die das Kind auch für andere Bereiche des Lebens benutzt, also wenn es zum Beispiel Zahlen oder soziale Konventionen lernt. Es wird davon ausgegangen, dass kognitive Entwicklung eine Grundvoraussetzung des Sprachenlernens ist.

Der Interaktionismus stellt das Lernen der Srache als einen wechselseitigen Prozess dar, bei dem Interaktion im Mittelpunkt steht. Diese Theorie sagt jedoch weniger über das eigentliche Erlernen von grammatischen Strukturen aus. In dieser Arbeit soll es um den Grammatikerwerb und zwar im Speziellen um den Morphemerwerb bei deutschsprachigen und englischsprachigen Kindern gehen. Es soll untersucht werden, ob der Morphemerwerb dieser beiden Sprachen überhaupt vergleichbar ist, ob Ähnlichkeiten beim Erwerb zu erkennen sind und mit welcher Art Probleme deutsch- bzw. englischsprachige Kinder eventuell konfroniert werden. Auf den ersten Blick erscheinen die beiden Sprachen ähnlich. Tatsächlich sind Englisch und Deutsch sprachgeschichtlich eng miteinander verbunden. Beides sind westgermanische Sprachen.

Vielleicht kann am Ende der Arbeit eine Aussage darüber getroffen werden, inwieweit so etwas wie eine Universalgrammatik vorhanden ist. Als Schwerpunkte werden neben den morphologischen Besonderheiten der beiden Sprachen die Erwerbsreihenfolge und die Entwicklungsraten beim Morphemerwerb beschrieben. Meine Arbeit stützt sich hauptsächlich auf die Untersuchungen von Roger Brown (1973) und Anne E. Mills (1985). Brown beobachtete drei Kinder längsschnittlich und veröffentlichte seine Ergebnisse in der für die englische Sprache bisher meistzitierten Studie A First Language (1973. Anne E. Mills stützt ihre Aussagen über den Spracherwerb des Deutschen auf verschiedene Ta gebuchstudien (Preyer, 1882; Lindner, 1898; Schädel, 1905;...

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Ein Kurzer Überblick: Grammatische Morpheme im Englischen und Deutschen

2.1. Verbmorphologie

2.2. Nominalmorphologie

2.3. Adjektivmorphologie

2.4. Präpositionen

2.5. Zusammenfassung

3. Der Morphemerwerb des Englischen

3.1. Erwerbsreihenfolge nach Brown (1973)

3.2. Einflussfaktoren auf den Morphemerwerb

3.2.1. Gesetz der kumulativen Häufigkeit

3.2.2. Häufigkeit

3.2.3. Stufen beim Erwerb von unregelmäßigen Formen

3.3. Zusammenfassung

4. Der Morphemerwerb des Deutschen

4.1. Im Vergleich mit dem Englischen

4.2. Besonderheiten bei der Entwicklung der Morphologie im Deutschen

4.2.4. Frühes Stadium

4.2.5. Drei und mehr Wörter (bis 4;0)

4.2.6. Spätere Entwicklung (4;0 und älter)

5. Ergebnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Grammatikerwerb, insbesondere den Erwerb morphologischer Strukturen, bei deutsch- und englischsprachigen Kindern, um zu analysieren, ob der Morphemerwerb in beiden Sprachen vergleichbar ist und welche Herausforderungen dabei auftreten. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, inwieweit Ähnlichkeiten in der Erwerbsreihenfolge existieren und ob diese auf universelle Prinzipien oder die jeweilige strukturelle Komplexität der Sprachen zurückzuführen sind.

  • Vergleich der Morphemerwerbsprozesse im Englischen und Deutschen.
  • Analyse der Erwerbsreihenfolge und relevanter Einflussfaktoren wie der kumulativen Komplexität.
  • Untersuchung der morphologischen Besonderheiten beider Sprachen.
  • Diskussion über die Rolle der Häufigkeit und kognitiver Entwicklungsstadien beim Spracherwerb.

Auszug aus dem Buch

3.2.1. Gesetz der kumulativen Häufigkeit

Brown stellte stattdessen fest, dass es eine Verbindung zwischen der Komplexität einer grammatischen Struktur und deren Rangfolge beim Erwerb gab. Komplexität hat hier zwei Bedeutungen: zum einen ist die semantische (Wie viele Bedeutungen hat ein Morphem?) und zum anderen die grammatische (Wie viele Regeln gibt es für das Morphem?) Komplexität gemeint. Brown fasste dieses Phänomen unter der Theorie der kumulativen Komplexität zusammen. Zum Beispiel trägt die Vergangenheitsendung –ed die semantische Bedeutung „früher in der Zeit“ (x), während das Hilfsverb were die semantischen Bedeutungen „früher in der Zeit“ (x) und „Anzahl“ (y) trägt. Daraus ergibt sich, dass das Kind die einfache Vergangenheitsform –ed eher lernen müsste als das Hilfsverb were, da das letztere „semantisch komplexer“ ist – es setzt Wissen über x und y voraus, während –ed nur das Wissen über x voraussetzt. Das Gesetz der kumulativen Komplexität sagt also, dass Kinder die Bedeutung x vor der Bedeutung x+y lernen und x+y vor x+y+z lernen. Ein weiteres Beispiel wäre das frühe Erlernen des Suffix –ing, der Verlaufsform, noch vor dem Erwerb des Hilfsverbs und des Vollverbs be. Hier ist die Erklärung, dass –ing aussschließlich die Bedeutung andauernde Handlung trägt, während die Formen von be (in He is running oder They are brothers) zusätzlich die Information Anzahl beinhaltet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Es wird die Fragestellung nach dem Spracherwerb bei Kindern unter Berücksichtigung verschiedener linguistischer Theorien wie Nativismus, Behaviorismus und Interaktionismus dargelegt. Ziel ist die Untersuchung des Morphemerwerbs bei deutschen und englischen Kindern.

2. Ein Kurzer Überblick: Grammatische Morpheme im Englischen und Deutschen: Dieser Abschnitt bietet einen Vergleich der morphologischen Systeme beider Sprachen hinsichtlich Verben, Substantiven, Adjektiven und Präpositionen, wobei die höhere Komplexität des Deutschen hervorgehoben wird.

3. Der Morphemerwerb des Englischen: Dieses Kapitel behandelt die Erwerbsreihenfolge nach Brown (1973) sowie zentrale Einflussfaktoren wie das Gesetz der kumulativen Komplexität, die Rolle der Häufigkeit und den Erwerb unregelmäßiger Formen.

4. Der Morphemerwerb des Deutschen: Hier werden die Erkenntnisse auf das Deutsche übertragen und spezifische Entwicklungsschritte sowie Besonderheiten bei der Morphologie, insbesondere im Vergleich zur englischen Sprache, detailliert analysiert.

5. Ergebnis: Das Kapitel fasst zusammen, dass die semantische und grammatische Komplexität der maßgebliche Faktor für den Morphemerwerb ist, während universelle Grammatikprinzipien kritisch hinterfragt werden.

Schlüsselwörter

Spracherwerb, Morphemerwerb, Grammatik, Komplexität, kumulative Komplexität, Verbmorphologie, Nominalmorphologie, Erwerbsreihenfolge, Übergeneralisierung, Englisch, Deutsch, Brown, Linguistik, Kindersprache, Morphologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert und vergleicht den Erwerb grammatischer Morpheme bei Kindern, die Englisch oder Deutsch als Muttersprache lernen.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Publikation behandelt?

Die zentralen Themen sind der Vergleich morphologischer Systeme beider Sprachen, die Abfolge des Erwerbs von Morphemen und die Faktoren, die diese beeinflussen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist herauszufinden, ob der Morphemerwerb in beiden Sprachen vergleichbar ist und ob ähnliche Erwerbsmuster auf eine Universalgrammatik oder auf allgemeine Prinzipien der Komplexitätsbewältigung zurückzuführen sind.

Welche wissenschaftliche Methode wurde für diese Untersuchung verwendet?

Die Autorin stützt sich primär auf die Auswertung existierender Studien, insbesondere die längsschnittlichen Beobachtungen von Roger Brown sowie die Analysen von Anne E. Mills zum Deutschen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Gegenüberstellung der morphologischen Systeme und eine Analyse der Erwerbsreihenfolge und deren Einflussfaktoren, getrennt für das Englische und das Deutsche.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Spracherwerb, Morphemerwerb, grammatische Komplexität, Übergeneralisierung und dem Vergleich zwischen Englisch und Deutsch beschreiben.

Warum erlernen Kinder manche grammatischen Strukturen später als andere?

Gemäß dem Gesetz der kumulativen Komplexität erlernen Kinder Strukturen später, wenn diese eine höhere semantische oder grammatische Komplexität aufweisen, also mehr Wissensebenen voraussetzen.

Welche Rolle spielt die Übergeneralisierung beim Spracherwerb?

Übergeneralisierung tritt auf, wenn Kinder eine häufige oder produktive Form fälschlicherweise auf Ausnahmen übertragen, was als Strategie dient, Fehler zu vermeiden und konsistente Muster zu etablieren.

Welche spezifische Beobachtung macht Mills beim Deutschen?

Mills stellt fest, dass deutsche Kinder Schwierigkeiten mit dem Kasussystem haben und dass das Präteritum aufgrund seiner Komplexität meist erst später als das Perfekt erworben wird.

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Résumé des informations

Titre
Morphemerwerb im Englischen und Deutschen
Université
Dresden Technical University
Note
1
Auteur
Susanne Busch (Auteur)
Année de publication
2004
Pages
21
N° de catalogue
V37402
ISBN (ebook)
9783638367530
Langue
allemand
mots-clé
Morphemerwerb Englischen Deutschen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Susanne Busch (Auteur), 2004, Morphemerwerb im Englischen und Deutschen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37402
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Extrait de  21  pages
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