Burnout in der Arbeitswelt. Diskussion um das Burnoutsyndrom und dessen Auswirkungen auf die Gesellschaft und das Individuum an sich


Hausarbeit, 2016

11 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis
1.
Einleitung
Seite 1
2.
Zentrale Thesen der Autor_innen zum
Seite 1
Phänomen Burnout
2.1 Argumente zu den Thesen der einzelnen
Seite 3
Autor_innen
2.2 Konträre Positionen der einzelnen Autor_innen
Seite 5
zum Phänomen Burnout
3.
Welche gesellschaftspolitischen Ursachen
Seite 6
werden angeführt?
4.
Welche Konsequenzen werden für die einzelnen
Seite 7
in der Gesellschaft durch das Phänomen Burnout
vermutet?
5.
Fazit
Seite 8
6.
Seite 9
Literaturverzeichnis

1. Einleitung
Burnout als gesellschaftliches Phänomen wird schon seit Jahren in der Wissenschaft und in
der Öffentlichkeit besonders über die Medien vielfach diskutiert.
In den 1970 Jahren, prägte der amerikanische Psychoanalytiker Herbert Freudenberger den
Begriff ,,Burnout". Zu dieser Zeit wurde das ,,Ausgebranntsein" hauptsächlich bei Menschen
in sozialen Berufen diagnostiziert. In der heutigen Zeit ist das Phänomen Burnout sehr weit
verbreitet und kann nicht mehr nur diesem Berufsfeld zugeordnet werde. Es erkranken Füh-
rungskräfte der Wirtschaft ebenso wie Harz IV-Empfänger. Die starke Identifikation mit der
Arbeit sowie ein rastloser beruflicher Einsatz und die Frustration darüber geringe Anerken-
nung für das Geleistete zu erhalten ,,standen typischerweise Pate beim körperlichen und psy-
chischen Zusammenbruch" (Neckel/Wagner: 536).
In der vorliegenden Arbeit sollen die Thesen der jeweiligen Autor_innen zum Thema
,burnout, dessen Auswirkungen auf die Gesellschaft und des einzelnen Individuum diskutiert
werden. Hierbei soll über die Entstehungsbedingungen, welche dazu beitragen, dass Men-
schen bedingt durch den sozialen Wandel und den Strukturwandel der Arbeitswelt in einen
Zustand der Erschöpfung, der (beruflichen) Entfremdung sowie der eingeschränkten Leis-
tungsfähigkeit geraten, diskutiert werden. Des Weitern werden gesellschaftspolitische Ursa-
chen, konträre Positionen sowie die Konsequenz des Einzelnen in der Gesellschaft dargelegt.
2. Zentrale Thesen aus Sicht der Autor_innen
zum Phänomen Burnout
Die vier Autor_innen Voss/Weiss, Graefe, Ehrenberg und Neckel/Wagner diskutieren das
Phänomen Burnout aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Im Folgendem sollen die einzelnen
Thesen der Autor_innen dargestellt werden.
Die Autor_innen Voss/Weiss (2013) beziehen sich in ihren Ausführungen auf den umfassen-
den Strukturwandel als zentrales Moment der Entgrenzung und Subjektivierung von Arbeit,
hierbei weisen sie einen neuen Typus von Arbeitskraft, den Arbeitskraftunternehmer aus (vgl.
Voss/ Weiss: 29/30). Beschreibend hierzu äußern Voss/ Weiss, dass es in verschiedenen Pha-
sen des industriellen Kapitalismus unterschiedliche Formen von Erkrankungen gegeben habe,
welche gesellschaftlich charakteristisch gewesen seien. Des Weiteren führen die beide Au-
tor_innen an, dass in der Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts Burnout und Depression eine typi-
sche Erkrankung dieses Jahrhunderts werden könnte (vgl. Voss/ Weiss: 30).

Die Autorin Graefe (2014) bezieht sich auf zwei Fallskizzen aus ihrer empirischen Forschung
(vgl. Graefe: 89). Die Autorin beschäftigt sich vorrangig mit Menschen, die aufgrund einer
Erschöpfungserkrankung für eine längere Zeit aus dem Erwerbsleben ausscheiden mussten
(vgl. Graefe: 89). Zentrale Punkte, welche Graefe in ihrer empirischen Forschung untersucht,
sind die Verortung der Ursachen für die Erschöpfung sowie die individuellen Ansatzpunkte
zur Veränderung. Hierzu werden zwei Adressat_innen mittleren Alters interviewt. Auslöser,
Konsequenzen auf das eigene Arbeitshandeln, ärztliche Diagnose, die Wiedererlangung der
Handlungsfähigkeit sowie die Veränderung des eigenen Blicks durch die Erfahrung der Er-
schöpfung auf den eigenen Arbeit-und Lebenszusammenhang werden dabei explizit betrach-
tet (vgl. Graefe: 89). In beiden Fällen spielt zumindest partiell die eigene Selbstverwirkli-
chung durch die Arbeit eine wesentliche Rolle (vgl. Graefe: 94). Graefe merkt an, dass die
Burnout Diagnose bei beiden Adressat_innen eine Veränderung habe stattfinden lassen, die in
der Nachschau als eine Art Lernprozess gesehen werde (vgl. Graefe: 94). Graefe zeigt hierzu
gleichzeitig die Unterschiedlichkeit dieser beiden Fallskizzen auf: Während M. sehr wohl
selbstkritisch ihr grenzenloses Engagement in ihre Arbeit beschreibt, stellt sie jedoch ihren
Arbeitsethos nicht grundsätzlich in Frage (vgl. Graefe: 94), sie möchte sich von den ,,schwar-
zen Schafen" abgrenzen und sieht sich als Teil des Unternehmens. A. hat ihren Anspruch an
die Arbeit reduziert, sie arbeitet auf ,,Dienst nach Vorschrift" (ebd.: 95). Graefe legt ihr
Hauptaugenmerk in diesem Lernprozess auf die Fähigkeit zur Systemkritik (vgl. Graefe: 95).
Die Autor_innen Neckel/Wagner führen an, dass ein Übermaß an Wettbewerben und öko-
nomischen Wachstumszwängen eine steigende Zahl von Burnout-Diagnosen zur Folge habe,
wodurch ein subjektives Leiden in der Sozialordnung erkennbar werde. Berufstätige seien be-
sonders betroffen, da der hohe Einsatz, welcher von ihnen verlangt werde, ,,vielfach auf den
Wunsch trifft, Arbeit als bedeutenden Teil der eigenen Selbstverwirklichung betrachten zu
können" (Neckel/ Wagner: 536).
Ehrenberg beschreibt, dass in den letzten drei oder vier Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts
völlig neue soziale Handlungsideale eingerichtet worden seien. Die auf Disziplinierung, me-
chanischen Gehorsam, Konformität und Verboten ausgerichtete Gesellschaft werde sukzessi-
ve durch eine neue Gesellschaft, in der auf Autonomie gesetzt werde, ersetzt. Eigenverant-
wortlichkeit, persönliche Leistung und die Initiative jedes Einzelnen würden in den Vorder-
grund (vgl. Ehrenberg: 53) treten. Depression sei hierbei die klinische Erscheinung, die uns
auf die Notwendigkeit hinweist, etwas Neues zu erlernen (vgl. ebd.: 53). Nach Ehrenberg ist
die Depression eine Krankheit der Verantwortlichkeit, deren Hauptmerkmal einen Verlust an
Selbstachtung darstellt und eine ,,Pathologie der Größe" ist (vgl. Ehrenberg: 54). Ehrenberg

führt weiterhin an, dass das Individuum seinen eigenen hohen Idealen nicht gerecht werden
könne, wodurch ein Gefühl des Ungenügens und der Unfähigkeit entstehe. Nach Ehrenberg
ist die Depression eine Reaktion auf die veränderten Bedingungen in der Gesellschaft, sie
deckt die Schwierigkeiten auf, welche sich aus der oben beschriebenen Gesellschaftsstruktu-
ren ergeben. Diese setzen auf Eigeninitiative und Selbstverwirklichung, in der sich jeder
selbst eine Struktur geben müsse (vgl. Ehrenberg: 55). Ehrenberg spricht in seinen Ausfüh-
rungen lediglich von Depression, die Bezeichnung Burnout findet in seinen Ausführungen
keine Verwendung.
2.1 Argumente zu den einzelnen Thesen der Autor_innen, Voss/Weiss, Graefe, Ehren-
berg und Neckel/Wagner
Zum Thema Entgrenzung der Arbeit führen Voss/Weiss Veränderungen in der Organisation
der Arbeit, die Flexibilisierung von Arbeitszeiten und Betriebsstrukturen sowie die Deregulie-
rung der Beschäftigungsformen und deren Sicherung an. Weiterhin wird die tendenzielle
Rücknahme beruflicher Spezialisierungen und die zunehmende erforderliche Mobilität disku-
tiert (vgl. Voss/ Weiss: 30). Die Subjektivierung der Arbeit erfordere heute mehr als bisher ei-
ne Selbststeuerung der Arbeit, wodurch nur eine vermeintliche Autonomie hergestellt werde
(vgl. ebd.: 31). Beide Autor_innen erläutern, dass die betriebliche Steuerung von Arbeit hier-
durch nicht aufgehoben, jedoch die direkte Detailsteuerung an vielen Stellen zurückgenom-
men werde, um den Arbeitnehmern ,,Selbstorganisation" und ,,Selbstverantwortung" zu ge-
währleisten. Indirekte Steuerungen nehme indes zu, hierzu zählen die Autor_innen unter an-
derem: Zielvereinbarungen, strikte Ergebnisse und Qualitätskontrollen, starken Termindruck,
sozialen Druck u.a. (vgl. Voss/ Weiss: 33). Die oben angesprochene ,,Selbstorganisation" füh-
re häufig dazu, dass die Adressat_innen nicht spürten, wann sie genügend Leistung erbracht
hätten, dies habe dann wiederum eine Selbstüberforderung zur Folge (vgl. Voss/ Weiss: 36).
Durch diese neuartige Ausführung von Arbeit sei der eigentliche Begriff von Arbeitskraft
nicht mehr haltbar, vielmehr lasse sich das Konzept mit dem Begriff ,,Arbeitskraftunterneh-
mer" genauer bestimmen. Nach Voss/Weiss liege es nahe, die Eigenschaften des ,,Arbeits-
kraftunternehmers" in Zusammenhang mit der entgrenzten und subjektivierten Arbeit sowie
der im Gesundheitssystem registrierten deutlichen Zunahme von Erschöpfungs- und Depres-
sionssyndrom zu sehen (vgl. Voss/Weiss: 36).
Durch die neuartige Ausführung von Arbeit sei der eigentliche Begriff von Arbeitskraft nicht
mehr haltbar, vielmehr lasse sich das Konzept mit dem Begriff ,,Arbeitkraftunternehmer" ge-
Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Burnout in der Arbeitswelt. Diskussion um das Burnoutsyndrom und dessen Auswirkungen auf die Gesellschaft und das Individuum an sich
Hochschule
Hochschule RheinMain
Note
1,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
11
Katalognummer
V374157
ISBN (eBook)
9783668516519
ISBN (Buch)
9783668516526
Dateigröße
398 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Burnout, Analyse, Gesellschaft, Auswirkungen, Arbeitswelt, Arbeit, sozialer Wandel, Strukturwandel
Arbeit zitieren
Britta Hummel-Klinger (Autor), 2016, Burnout in der Arbeitswelt. Diskussion um das Burnoutsyndrom und dessen Auswirkungen auf die Gesellschaft und das Individuum an sich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/374157

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