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Rezeptionsästhetik. Die Ansätze von Hans Robert Jauß und Wolfgang Iser im Vergleich

Eine kritische Betrachtung

Titel: Rezeptionsästhetik. Die Ansätze von Hans Robert Jauß und Wolfgang Iser im Vergleich

Seminararbeit , 2017 , 18 Seiten

Autor:in: Nadine Henke (Autor:in)

Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Laufe der vielen Jahrhunderte, in denen Literatur nun bereits existiert, wurde sich auf die verschiedensten Arten und Weisen mit Texten auseinandergesetzt. Daher gibt es seit geraumer Zeit Literaturtheorien, mit deren Hilfe Wissenschaftler versuchen, die Bedeutung von Literatur zu erklären. In der Literaturtheorie der Rezeptionsästhetik, die Gegenstand der vorliegenden Arbeit sein soll, wird das Augenmerk vor allem auf den Leser als denjenigen gelenkt, der die Bedeutung des Textes generiert und damit ausschlaggebend für die Interpretation von Literatur ist. Als Gegenbewegung zum Biographismus, in welchem die Bedeutung des Textes vor allem aus der Biographie des Autors hergeleitet wurde, wird der Schwerpunkt in der Rezeptionsästhetik auf den Rezipienten verlagert.
Innerhalb dieser Literaturtheorie gibt es zwei zentrale Positionen, die in einigen Bereichen voneinander abweichen. Die wichtigsten Vertreter dieser Positionen sind Hans Robert Jauß und Wolfgang Iser, deren Positionen in dieser Arbeit kritisch betrachtet und einander gegenübergestellt werden sollen. Dabei wird mein Hauptaugenmerk darauf liegen, ob einer der beiden Vertreter einen überzeugenderen Erklärungsansatz für den Verstehensprozess von Literatur hat als der andere.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entstehung der Rezeptionsästhetik

3. Rezeptionsästhetik nach Wolfgang Iser

4. Kritik an Wolfgang Iser

5. Rezeptionsästhetik nach Hans Robert Jauß

6. Kritik an Hans Robert Jauß

7. Vergleich der beiden Positionen

8. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die beiden zentralen literaturtheoretischen Ansätze der Rezeptionsästhetik von Hans Robert Jauß und Wolfgang Iser kritisch zu beleuchten und einander gegenüberzustellen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welcher der beiden Vertreter einen überzeugenderen Erklärungsansatz für den Verstehensprozess von Literatur bietet und inwieweit die Konzepte in der Praxis tragfähig sind.

  • Grundlagen und Entstehung der Rezeptionsästhetik
  • Vertiefende Analyse der Theorie von Wolfgang Iser
  • Kritische Würdigung des Iserschen Ansatzes
  • Analyse der Theorie von Hans Robert Jauß
  • Kritische Würdigung des Jaußschen Ansatzes
  • Vergleichende Gegenüberstellung beider Positionen

Auszug aus dem Buch

3. Rezeptionsästhetik nach Wolfgang Iser

Für Isers Ansatz einer Literaturtheorie ist der Leser Mittelpunkt seiner Erklärungen. Als Antwort auf Theorien wie den Strukturalismus erläutert er, dass Bedeutungen eines Textes nicht ausschließlich im Text selbst verankert sein können, weil Bedeutungen sich auch bei gleichbleibenden Wörtern immer wieder verändern. Daher kann der Sinn nicht im Text selbst verhaftet sein, sondern muss im Prozess des Lesens generiert werden:

Offensichtlich aber muß der Text einen Spielraum von Aktualisierungsmöglichkeiten gewähren, denn er ist zu verschiedenen Zeiten von unterschiedlichen Lesern immer ein wenig anders verstanden worden, wenngleich in der Aktualisierung des Textes der gemeinsame Eindruck vorherrscht, daß die ihm eröffnete Welt, so historisch sie auch sein mag, ständig zur Gegenwart werden kann. Diese Aktualisierungsmöglichkeiten, von denen Iser spricht, werden in seiner Theorie auch Leerstellen genannt. Sie entstehen zwischen den sogenannten „schematisierten Ansichten“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Rezeptionsästhetik ein, verortet sie als Gegenbewegung zum Biographismus und definiert das Ziel der kritischen Gegenüberstellung von Jauß und Iser.

2. Entstehung der Rezeptionsästhetik: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über die Anfänge der Rezeptionsästhetik Ende der 60er Jahre als Antwort auf Strukturalismus und Hermeneutik.

3. Rezeptionsästhetik nach Wolfgang Iser: Es werden Isers Konzepte des impliziten Lesers, der Leerstellen und der Appellstruktur der Texte detailliert erläutert.

4. Kritik an Wolfgang Iser: Hier wird der Isersche Ansatz hinsichtlich seiner starken Subjektivierung und der Schwierigkeit einer objektiven Literaturdeutung kritisch hinterfragt.

5. Rezeptionsästhetik nach Hans Robert Jauß: Dieser Abschnitt beschreibt Jauß' Fokus auf den historischen Leser und sein Konzept des Erwartungshorizonts sowie der ästhetischen Distanz.

6. Kritik an Hans Robert Jauß: Die Analyse kritisiert bei Jauß insbesondere die Problematik der Objektivierbarkeit von Erwartungshorizonten und den Vorwurf des Psychologismus.

7. Vergleich der beiden Positionen: Eine abschließende Synthese der Theorien, die die Gemeinsamkeiten und die methodischen Schwachstellen beider Ansätze zusammenführt.

8. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass beide Theorien wichtige Ansätze liefern, jedoch nicht alle methodischen Zweifel ausräumen können, und diskutiert die generelle Schwierigkeit einer umfassenden Literaturtheorie.

Schlüsselwörter

Rezeptionsästhetik, Wolfgang Iser, Hans Robert Jauß, Literaturtheorie, Leser, Erwartungshorizont, Leerstellen, Impliziter Leser, Wirkungsästhetik, Ästhetische Distanz, Rezeption, Interpretationsansatz, Textstruktur, Konstanzer Schule, Bedeutungsgenerierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Literaturtheorie der Rezeptionsästhetik und vergleicht die zwei maßgeblichen Strömungen von Hans Robert Jauß und Wolfgang Iser.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Konzepte zur aktiven Rolle des Lesers bei der Sinnerzeugung von Texten sowie die theoretischen Instrumente, mit denen dieser Prozess gesteuert wird.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu untersuchen, welcher der beiden Ansätze eine überzeugendere Erklärung für den Prozess des Literaturverstehens bietet und wie belastbar die jeweiligen Theorien in der Praxis sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, bei der die Primärtexte von Jauß und Iser analysiert, kritisch hinterfragt und in einer vergleichenden Gegenüberstellung bewertet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der beiden Theorien, jeweils gefolgt von einer kritischen Würdigung der Schwachstellen, bevor diese in einem direkten Vergleich gegenübergestellt werden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Rezeptionsästhetik, Erwartungshorizont, Leerstellen, impliziter Leser und ästhetische Distanz.

Was unterscheidet den „impliziten Leser“ bei Iser von der Rolle des Lesers bei Jauß?

Iser betrachtet den Leser als eine im Text bereits angelegte Struktur (impliziter Leser), während Jauß den Fokus stärker auf den realen, historischen Leser und dessen soziokulturellen Kontext legt.

Wie begründen Jauß und Iser das Problem der „Willkür der Deutung“?

Beide nutzen Textstrukturen als Steuerungselemente, um sicherzustellen, dass die Rezeption nicht rein subjektiv oder beliebig erfolgt, wobei sie jedoch beide mit dem Vorwurf des Psychologismus konfrontiert werden.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Rezeptionsästhetik. Die Ansätze von Hans Robert Jauß und Wolfgang Iser im Vergleich
Untertitel
Eine kritische Betrachtung
Autor
Nadine Henke (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
18
Katalognummer
V374183
ISBN (eBook)
9783668523890
ISBN (Buch)
9783668523906
Sprache
Deutsch
Schlagworte
rezeptionsästhetik ansätze hans robert jauß wolfgang iser vergleich eine betrachtung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nadine Henke (Autor:in), 2017, Rezeptionsästhetik. Die Ansätze von Hans Robert Jauß und Wolfgang Iser im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/374183
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Leseprobe aus  18  Seiten
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