In dieser Arbeit soll der Frage nach dem Lernen in der Freizeit nachgegangen, Freizeitpädagogik und die
Bedeutung informeller Lernfelder diskutiert werden. Der derzeitige Forschungsstand lässt noch keine empirisch gesicherten Aussagen über informelle Lernprozesse an non-formalen Bildungsorten zu. Dennoch zeigen neuere
Ergebnisse das Potential bisher vernachlässigter Bildungsmöglichkeiten auf Basis informellen Lernens, wie z. B. die Entwicklung von demokratischem Bewusstsein und Handeln in freiwilligem Engagement sowie die Möglichkeit eigenständiger Persönlichkeitsentwicklung. Angesichts dessen werden Wirkmechanismen erörtert, welche die zunehmende Bedeutung informeller Lernprozesse aufzeigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Was ist Freizeit?
2.2 Freizeit aus historischer Perspektive – von der Antike bis zur Gegenwart
2.3 Freizeitansätze
2.4 Freizeitwissenschaft
2.5 Freizeitforschung
3. Freizeitpädagogik
3.1 Entstehung und historische Phasen
3.2 „Veraltete“ Disziplin?
4. Informelles Lernen
4.1 Begriffsannäherung
4.2 Lernfelder
4.3 Informelle Bildungsorte
4.4 Informelle Lernbereiche – erziehungswissenschaftliche Sicht
5. Aus der Praxis – Projekt „Alles NUR Theater“
5.1 Theoretischer Hintergrund
5.2 Das Projekt
5.3 Informelles Lernen im Projekt
5.4 „Kai Hendricks Verwandlung“ - Theater mal anders
6. Fazit
7. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung informeller Lernfelder innerhalb der Freizeitpädagogik und analysiert, welche Wirkmechanismen dabei zugrunde liegen, um informelle Lernprozesse in der Freizeit als Zukunftsfaktor für die soziale und persönliche Kompetenzentwicklung zu etablieren.
- Historische Entwicklung des Freizeitbegriffs und der Freizeitpädagogik
- Differenzierung zwischen formalem, non-formalem und informellem Lernen
- Erforschung von Freizeit als Bildungsraum für junge Menschen
- Analyse praktischer Projektarbeit ("Alles NUR Theater") zur Förderung von Schlüsselkompetenzen
Auszug aus dem Buch
5.1 Theoretischer Hintergrund
Ganz allgemein definiert sich Projektarbeit als das selbstständige Bearbeiten einer Aufgabe, eines Themas oder Problems durch eine Gruppe - angefangen von der Planung über die Durchführung bis hin zur Präsentation der Ergebnisse. Übertragen auf junge Erwachsene kann Projektarbeit bedeuten, dass sie im gemeinsamen Prozess mit anderen (Pädagogen, Pädagoginnen, Experten…) Fragen entwickeln Lösungswege suchen und neue Erkenntnisse gewinnen. Kennzeichnend für Projektarbeit sind mitbestimmende, partizipative Handlungs und Interessenorientierung sowie die Forderung nach ganzheitlichen Lernerfahrungen. Die Methode der Projektarbeit ist als besonders geeignete Methode zur Umsetzung von handlungsorientierter Unterweisung anerkannt. Die Projektform wurde deshalb als geeignete Methode zur Kompetenzförderung gewählt.
Die heutige Erziehungswelt betrachtet das Kind als ein aktives kompetentes Individuum, das sich selbst und seine Lernprozesse mit Freude, Neugier, Kreativität und Spontanität gestaltet (Bildungsrahmenplan, Charlotte-Bühler-Institut, 2009). Übertragen auf die Zielgruppe junger Erwachsener sind diese Aspekte für eine erfolgreiche Förderung ebenso relevant. Unter Berücksichtigung des Alters, des Entwicklungs-/Bildungsstandes sowie der Lebensräume bildeten theatrale Mittel und theaterpädagogische Arbeit nach Augusto Goal den didaktischen Hintergrund des Projektes. Die Kompetenzförderung erfolgte abweichend zur bisherigen Praxis (bezogen auf die Zielgruppe) mit den Mitteln informellen und non-formalen Lernens. Die Besonderheit lag darin, die Förderaspekte thematisch so in das Projekt einzubinden, dass es aus Sicht des Lernenden unbeabsichtigt erfolgt. Negative Lernbiografien bis hin zu Schulabbrüchen ließen eine äußerst schwierige Motivationsvoraussetzung vermuten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Freizeitpädagogik ein und formuliert das Ziel der Arbeit, die Bedeutung informeller Lernfelder zu beleuchten.
2. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erarbeitet die historische Genese von Freizeit und Freizeitpädagogik sowie die theoretischen Ansätze der Freizeitwissenschaft und Freizeitforschung.
3. Freizeitpädagogik: Es wird die Entwicklung der Disziplin sowie deren Relevanz und historische Phasen dargestellt und die Frage nach deren Aktualität diskutiert.
4. Informelles Lernen: Dieses Kapitel befasst sich mit der Definition, den Lernfeldern und Lernorten informellen Lernens sowie der erziehungswissenschaftlichen Sichtweise.
5. Aus der Praxis – Projekt „Alles NUR Theater“: Anhand des Projekts „Alles NUR Theater“ wird der theoretische Rahmen mit praktischen Erfahrungen zur Kompetenzförderung durch Theaterarbeit verknüpft.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die Rolle von Freizeit als bedeutenden Bildungsraum für soziales und lebenslanges Lernen.
7. Ausblick: Der Ausblick thematisiert die Notwendigkeit einer besseren Integration informell erworbener Kompetenzen in das Bildungssystem.
Schlüsselwörter
Freizeitpädagogik, Informelles Lernen, Freizeitwissenschaft, Kompetenzentwicklung, Projektarbeit, Lebenslanges Lernen, Theaterpädagogik, Non-formales Lernen, Sozialpädagogik, Bildungsorte, Schlüsselqualifikationen, Jugendarbeit, Erlebniswelt, Wissensgesellschaft, Alltagsbewältigung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von informellen Lernprozessen, die in der Freizeit stattfinden, und deren Beitrag zur persönlichen sowie sozialen Entwicklung junger Menschen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit verknüpft theoretische Konzepte der Freizeitforschung und -wissenschaft mit praxisorientierten Ansätzen der Freizeitpädagogik und des informellen Lernens.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie informelle Lernfelder in der Freizeit gezielt genutzt werden können, um Kompetenzen zu fördern und Jugendliche bei ihrer Integration in die Arbeitswelt zu unterstützen.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit historischer Entwicklung und Bildungsforschung sowie auf die Fallstudie eines theaterpädagogischen Praxisprojekts.
Was steht im Hauptteil der Arbeit im Fokus?
Der Hauptteil analysiert die Entstehung und den Wandel der Freizeit, definiert die Grundlagen des informellen Lernens und dokumentiert die praktische Umsetzung in einem Theaterprojekt.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Zentrale Begriffe sind Freizeitpädagogik, informelles Lernen, Kompetenzentwicklung, Projektarbeit und die Rolle der Freizeit als Bildungsraum.
Welchen Stellenwert hat das Theaterprojekt „Alles NUR Theater“ für die Arbeit?
Das Projekt dient als praxisnahes Beispiel, um zu demonstrieren, wie informelle Bildungsprozesse gezielt in der sozialen Arbeit eingesetzt werden können, um persönliche und soziale Kompetenzen zu festigen.
Warum wird Freizeitpädagogik im Text nicht als veraltete Disziplin betrachtet?
Der Autor argumentiert, dass der Faktor Freizeit in der modernen Gesellschaft zu einem Zukunftsfaktor geworden ist und die Freizeitpädagogik somit eine wichtige Rolle als „Zukunftspädagogik“ einnimmt.
- Arbeit zitieren
- Birthe Zenker (Autor:in), 2017, Lernen in der Freizeit? Freizeipädagogik und die Bedeutung informeller Lernfelder, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/374188