Eine unzureichend geplante Entlassung aus dem Krankenhaus kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen für die Betroffenen haben. Der Übergang vom stationären in den ambulanten Bereich erweist sich häufig als problematisch, da Versorgungsbrüche entstehen können. Aus diesem Grund ist das Case Management. Case ManagerInnen haben den Auftrag Versorgungslücken zu vermeiden und den individuellen Unterstützungsbedarf während und nach dem Krankenhausaufenthalt zu ermitteln. Für diesen Prozess ist ein Assessmentinstrument notwendig, mit dessen Hilfe sich Probleme, Ressourcen, Risiken und letztendlich auch der Versorgungsbedarf einer Person erschließen lassen.
In der folgenden Ausarbeitung werden neben der Beschreibung ausgewählter Pflegeassessments auch deren Nutzen und Grenzen im Case Management beleuchtet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Definition Pflegeassessment
1.2 Assessment als ein Element des Case Managements
1.3 Notwendigkeit von Assessmentinstrumenten
2. Beispiele ausgewählter Assessmentinstrumente
2.1 Brass-Index
2.2 RAI
2.3 WWS
3. Möglichkeiten und Grenzen von Assessmentinstrumenten
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Ausarbeitung zielt darauf ab, die Bedeutung von Assessmentinstrumenten im Rahmen des Case Managements zu verdeutlichen, indem deren Funktion bei der Bedarfsermittlung, dem Entlassungsmanagement und der Pflegeplanung kritisch analysiert werden.
- Grundlagen des Pflegeassessments
- Integration von Assessments in das Case Management
- Vorstellung praxisrelevanter Instrumente (Brass-Index, RAI, WWS)
- Kritische Würdigung der Möglichkeiten und Grenzen von Assessmentverfahren
Auszug aus dem Buch
2.1 Brass-Index
Der Brass-Index (Blaylock-Risk-Assessment-Screening-Score) wurde im Jahr 1992 von Ann Blaylock und Carolyn Cason in den USA entwickelt und dient als Instrument zur Einschätzung des Hilfebedarfs von PatientInnen.
Bei der Entwicklung dieses Assessments „ging [es] in erster Linie darum, Patientinnen und Patienten zu identifizieren, die ein erhöhtes Risiko für einen verlängerten Krankenhausaufenthalt aufweisen und die folglich ein umfassendes Entlassungsmanagement benötigen.“ (Gallaun 2010, S. 50)
Zur Einschätzung des Versorgungsbedarfs stehen zehn Items zur Verfügung, denen jeweils mehrere Antwortmöglichkeiten zugeordnet sind. Jede Antwort ist mit einer bestimmten Punktzahl versehen, die am Ende durch Addition einen Wert ergibt, der entweder ein Entlassungsmanagment erfordert oder nicht. Bei einem Ergebnis von zehn oder mehr Punkten wird die/der PatientIn eiener/einem EntlassungsmanagerIn gemeldet. Des Weiteren deutet ein Ergebnis von 11 bis 19 Punkten auf ein Risiko für eine ausgedehnte Entlassungsplanung hin. Bei einem Wert über 20 Punkten besteht ein Risiko für eine Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung (Bach-Ludwig 2014, S. 6). Die Items berücksichtigen neben der Erhebung von Alter, Lebenssituation, Verhaltensmuster und Mobilität auch kognitive Fähigkeiten und sensorische Defizite. Zudem wird ermittelt, inwieweit die/der Betroffene Hilfe bei der Verrichtung der Aktivitäten des täglichen Lebens (Nahrungszubereitung und -aufnahme, Mobilität, Kontinenz, Medikamenteneinnahme, Umgang mit Finanzen, Einkäufe und Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln) Hilfe benötigt. Mit einkalkuliert werden zuletzt die Anzahl der vorhergehenden Krankenhausaufenthalte, die medizinischen Diagnosen und die Anzahl der benötigten Medikamente.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz eines strukturierten Entlassungsmanagements im Case Management und definiert das Pflegeassessment als wesentliches Instrument zur Bedarfsermittlung.
2. Beispiele ausgewählter Assessmentinstrumente: Hier werden der Brass-Index, das Resident Assessment Instrument (RAI) und der Würzburger Wundscore (WWS) detailliert vorgestellt.
3. Möglichkeiten und Grenzen von Assessmentinstrumenten: Das Kapitel reflektiert die wissenschaftlichen Anforderungen an Instrumente sowie deren praktischen Nutzen und Grenzen im klinischen Alltag.
4. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass Assessments wichtige Bausteine des Case Managements sind, jedoch stets durch fachliches Urteilsvermögen und individuelle Pflegeplanung ergänzt werden müssen.
Schlüsselwörter
Case Management, Assessmentinstrumente, Entlassungsmanagement, Pflegeassessment, Brass-Index, RAI, WWS, Versorgungsbedarf, Hilfebedarf, Patientenversorgung, Pflegequalität, Interdisziplinarität, Lebensqualität, Validität, Reliabilität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Ausarbeitung grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle und Anwendung von Assessmentinstrumenten innerhalb des Case Managements, insbesondere im Kontext des Entlassungsmanagements aus Krankenhäusern.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen von Pflegeassessments, die Vorstellung spezifischer Messinstrumente sowie eine kritische Reflexion ihrer Anwendungsmöglichkeiten und Grenzen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Assessmentinstrumente dabei helfen können, Versorgungslücken zu vermeiden und einen individuellen Versorgungsplan für Patienten zu erstellen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse, um den aktuellen Wissensstand zu ausgewählten Assessments aufzubereiten und deren wissenschaftliche Gütekriterien zu bewerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung konkreter Instrumente (Brass-Index, RAI, WWS) und eine anschließende Analyse der Möglichkeiten und Grenzen, die beim Einsatz solcher Verfahren in der Praxis auftreten können.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Case Management, Entlassungsmanagement, Pflegeassessment und verschiedene spezifische Skalen (z.B. Brass-Index) geprägt.
Welcher Vorteil bietet der Brass-Index laut der Arbeit?
Der Brass-Index ermöglicht eine frühe Identifikation von Patienten mit einem hohen Risiko für längere Krankenhausaufenthalte, was eine gezielte Entlassungsplanung frühzeitig einleiten lässt.
Worin liegen die Grenzen des RAI-Instruments?
Die Arbeit weist darauf hin, dass das RAI zwar sehr umfassend ist, jedoch einen hohen Kosten-, Zeit- und Personalaufwand erfordert und eine mehrtägige Schulung für die Anwender voraussetzt.
- Arbeit zitieren
- Sarah Sander (Autor:in), 2015, Assessmentinstrumente im Case-Management, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/374276