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Positionierungen politischer Parteien zum Sport

Eine vergleichende Analyse der Wahlprogramme der Bundesparteien und der Parteien des Landes Hessen im Zeitraum von 1990 bis 2013

Título: Positionierungen politischer Parteien zum Sport

Tesis (Bachelor) , 2017 , 98 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Philipp Müller (Autor)

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Müller-Schoell, Putzmann & Ziesche (2016) haben zu dieser Frage „Do parties matter in sports?“ erste Analysen durchgeführt und konnten bereits erste Feststellungen zur Positionierung linker und rechter Parteien im Sport festhalten. Mit dieser Bachelor-Thesis soll nun eine weitere, tiefergehende Annäherung zur Lösung dieser Problematik erreicht werden.

Es ist das Ziel, eine klare Positionierung der verschiedenen politischen Parteien in Deutschland in Bezug auf sportpolitische Konflikte zu erreichen.

Da allerdings die sportpolitischen Handlungen in einer Legislaturperiode rar gesät sind, wird sich in dieser Ausarbeitung nur auf die Wahlprogramme der Parteien beschränkt. Diese geben eine fortlaufende und umfassende Aussage darüber, für was die Partei steht und welche Ziele sie erreichen wollen (Merz, Lehmann, Werner, & Regel 2013). Daraus lassen sich wichtige Erkenntnisse darüber gewinnen, wie wichtig der Sport für eine Partei ist, welche Problematik ihr im Sport am bedeutsamsten ist und wie sich die Parteien untereinander unterscheiden. Änderungen im Zeitverlauf lassen sich durch die Betrachtung der Bundeswahlprogramme seit 1990 erkennen.

Um der besonderen föderalen Struktur Deutschlands gerecht zu werden, sollen aber nicht nur die Parteien auf Bundesebene untersucht werden, sondern auch auf Landesebene. Dadurch lässt sich der formellen Zuständigkeitsverteilung, die auch den Sport betrifft, Rechnung tragen. Im zweiten Kapitel „Sportpolitik“ soll unter anderem diese Besonderheit des deutschen Sportsystems näher erläutert werden, da dies einen wesentlichen Einfluss auf die Wahlprogramme hat. Des Weiteren soll darin näher ausgeführt werden, weshalb politische Parteien sich überhaupt zum Sport äußern und welches Gewicht ihre Aussagen haben könnten. Dabei lässt sich ebenfalls feststellen, was überhaupt relevante Sportpolitik-Themen für politische Parteien sind. Eine Analyse aller Landesparteien der 16 Bundesländer würde allerdings den Umfang dieser Thesis weit übersteigen. Deshalb wurde exemplarisch das Land Hessen ausgewählt und die Wahlprogramme seit 1995 betrachtet. [...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sportpolitik

3. Theoretischer Hintergrund / Forschungsstand

3.1 Cleavage-Theorie

3.2 Divisions im Sport

3.3 Parteiensystem in Hessen

4. Methodik

4.1 Allgemeine Parteiprogrammanalyse

4.2 Auswahl der Divisions

4.3 Akquirierung der Wahlprogramme

4.4 Analyseraster

4.4.1 Analyseraster Breitensport vs. Leistungssport

4.4.2 Analyseraster Non-Profit vs. Kommerz

4.4.3 Analyseraster Intervention vs. Autonomie

5. Ergebnisse & Interpretation

5.1 Längsschnitt Land – Bund

5.1.1 CDU Hessen

5.1.2 SPD Hessen

5.1.3 FDP Hessen

5.1.4 GRÜNE Hessen

5.1.5 LINKE Hessen

5.1.6 CDU Bund

5.1.7 SPD Bund

5.1.8 FDP Bund

5.1.9 GRÜNE Bund

5.1.10 LINKE Bund

5.2 Parteienvergleich – Bund & Land

5.3 Zusammenfassung der Ergebnisse

6. Diskussion & Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die sportpolitische Positionierung der fünf größten deutschen Parteien (CDU, SPD, FDP, GRÜNE und LINKE) durch eine vergleichende Analyse ihrer Wahlprogramme auf Bundes- und Landesebene (Hessen) im Zeitraum von 1990 bis 2013, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten in Bezug auf sportpolitische Konfliktlinien (Divisions) aufzudecken.

  • Analyse der sportpolitischen Positionierung in Wahlprogrammen
  • Vergleich zwischen Bundes- und Landesparteien (Hessen)
  • Identifikation zentraler sportpolitischer Konfliktlinien (Divisions)
  • Untersuchung der Bedeutung des Sports für politische Parteien im Zeitverlauf

Auszug aus dem Buch

Sportpolitik

Es würde den Rahmen sprengen, wenn an dieser Stelle die komplette Organisation des deutschen Sports im Detail erläutert werden würde2. Es ist allerdings von großer Bedeutung zu klären, warum überhaupt politische Parteien etwas zum Sport in ihren Wahlprogrammen schreiben und es stellt sich vor allen Dingen die Frage, inwiefern ihre Aussagen auch politisches Gewicht besitzen.

Denn grundsätzlich bildet sich wie bereits erwähnt der organisierte Sport aus über 90.000 Vereinen in Deutschland, die gemäß Artikel 9 Abs. 1 GG3 zur Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit für sich autonom handeln dürfen. Warum wollen dann also Politiker sich in diese Angelegenheiten einmischen?

Dies liegt vor allen Dingen daran, dass die Vereine und Verbände nicht in der Lage sind komplett eigenständig zu handeln, da ihnen vor allen Dingen die finanzielle Grundlage dafür fehlt. Da der Sport aber in unserer heutigen Gesellschaft ein derart wichtiges Kulturgut darstellt (Breuer & Feiler, 2015), haben schon die ersten Regierungen der jungen Bundesrepublik in den 1950er Jahren den Sport staatlich gefördert, um diese mangelnde finanzielle Grundlage auszugleichen. Bis heute ist es deshalb allgemeiner Konsens, dass der organisierte Sport eine Förderung durch den Staat erhält (Deutscher Bundestag, 2014). Wie diese Förderung konkret in Form und Höhe jedoch aussehen sollte, ist ein fortlaufendes Konfliktthema in der Sportförderung4.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung des Sports als Kulturgut, die Notwendigkeit staatlicher Förderung für Sportvereine und begründet die Relevanz der Analyse parteipolitischer Haltungen zum Sport.

Sportpolitik: Das Kapitel erläutert die Organisation des organisierten Sports in Deutschland und diskutiert, warum staatliche Förderung trotz der Autonomie der Sportverbände notwendig ist und zu Konflikten führt.

Theoretischer Hintergrund / Forschungsstand: Hier werden die Cleavage-Theorie und das Konzept der „Divisions“ im Sport als theoretischer Rahmen zur Analyse parteipolitischer Positionen eingeführt.

Methodik: Das Kapitel beschreibt das explorative Analyseraster, das zur Untersuchung der Wahlprogramme genutzt wurde, sowie das Vorgehen bei der Akquirierung und Bewertung der Programminhalte.

Ergebnisse & Interpretation: Die Ergebnisse der quantitativen Silbenzählung und der qualitativen Analyse der „Divisions“ werden für die einzelnen Parteien auf Bundes- und Landesebene detailliert grafisch dargestellt und interpretiert.

Diskussion & Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, reflektiert die Stärken und Grenzen der gewählten Methode und ordnet die sportpolitischen Positionierungen der Parteien ein.

Schlüsselwörter

Sportpolitik, Parteiprogrammanalyse, Wahlprogramme, Breitensport, Leistungssport, Autonomie, Intervention, Sportförderung, Hessen, Bundestagswahl, Politische Parteien, Cleavage-Theorie, Sportvereine, Gemeinnützigkeit, Politische Positionierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die sportpolitischen Aussagen der fünf größten deutschen Parteien in Wahlprogrammen, um deren Positionierungen und Unterschiede auf Bundes- und Landesebene (Hessen) zu verstehen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Spannung zwischen Breitensport und Leistungssport, Autonomie versus staatliche Intervention sowie die Frage nach Non-Profit-Ausrichtung oder kommerzieller Orientierung im Sport.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, eine klare sportpolitische Positionierung der Parteien zu erreichen und zu untersuchen, ob Parteien auf Bundes- und Landesebene unterschiedliche Schwerpunkte im Sport setzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine explorative Inhaltsanalyse von Wahlprogrammen durchgeführt, basierend auf einem eigens entwickelten Analyseraster für sportpolitische „Divisions“.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Konfliktlinien, die methodische Vorgehensweise und die detaillierte Darstellung und Interpretation der Ergebnisse für jede Partei.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Sportpolitik, Parteiprogrammanalyse, Wahlprogramme, Breitensport, Leistungssport und das Spannungsfeld zwischen Autonomie und Intervention.

Warum wurde exemplarisch das Land Hessen ausgewählt?

Hessen wurde gewählt, um die föderale Struktur Deutschlands abzubilden und die sportpolitischen Aussagen der Landesparteien im Vergleich zur Bundesebene fundiert untersuchen zu können, da eine Analyse aller 16 Bundesländer den Rahmen der Arbeit überschritten hätte.

Wie unterscheidet sich die sportpolitische Gewichtung zwischen Bund und Land laut Analyse?

Die Analyse zeigt, dass das Thema Sport in Hessen einen deutlich höheren Stellenwert in den Wahlprogrammen einnimmt als auf Bundesebene, wobei der Breitensport für die Landesparteien eine größere Rolle spielt.

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Detalles

Título
Positionierungen politischer Parteien zum Sport
Subtítulo
Eine vergleichende Analyse der Wahlprogramme der Bundesparteien und der Parteien des Landes Hessen im Zeitraum von 1990 bis 2013
Universidad
Sport Academy Cologne  (Institut für Europäische Sportentwicklung und Freizeitforschung)
Curso
Sportpolitik
Calificación
1,3
Autor
Philipp Müller (Autor)
Año de publicación
2017
Páginas
98
No. de catálogo
V374353
ISBN (Ebook)
9783668519664
ISBN (Libro)
9783668519671
Idioma
Alemán
Etiqueta
Sportpolitik Sport und Politik Sport und Parteien Sportwissenschaft
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Philipp Müller (Autor), 2017, Positionierungen politischer Parteien zum Sport, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/374353
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