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Schweizerische Arbeitersolidarität. Eine Untersuchung zur humanitären Kinderhilfe des Schweizerischen Arbeiter-Hilfswerkes im spanischen Bürgerkrieg

Title: Schweizerische Arbeitersolidarität. Eine Untersuchung zur humanitären Kinderhilfe des Schweizerischen Arbeiter-Hilfswerkes im spanischen Bürgerkrieg

Seminar Paper , 2016 , 19 Pages , Grade: 5.5

Autor:in: Matthias Weilenmann (Author)

History of Europe - Ages of World Wars
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Das schweizerische Engagement im spanischen Bürgerkrieg von 1936–1939 ist bereits Bestandteil zahlreicher historischer Untersuchungen, welche sich aber vor allem mit den freiwilligen Kämpfern in den Internationalen Brigaden beschäftigen. Die Frage nach der humanitären Partizipation der Schweiz in diesem Konflikt wurde erst partiell gestellt, wobei die einschlägig schlechte Dokumentation sicherlich ein Grund dafür darstellt. Aus dem Faktum einer breiten Beteiligung von sozialistischen Gruppierungen an der Unterstützung spanischer «Genossen» mag dieser Sachverhalt dennoch überraschen und kann zum Teil aus der politischen Motivation der Schweiz am Vorabend des Zweiten Weltkriegs erklärt werden, wo eine reine Neutralität zu den umliegenden faschistischen Regimen von zentraler aussenpolitischer Signifikanz war. Das Schweizerische Arbeiter-Hilfswerk (SAH) war nur eine dieser Gruppierungen, welche sich selbst aus zahlreichen kleineren Genossenschaften und Parteien konstituierte.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Humanitäre Tradition in der Schweiz: Faktum oder Politikum

3 Solidarisches Engagement des Schweizerischen Arbeiter-Hilfswerks

3.1 Duale Hilfsleistungen vor Ort

3.2 Intranationale Spendenaufrufe und -sammlungen

4 Selbstverständnis und Hilfsmotivation

4.1 Solidarität und Kollektivschuld

4.2 Klassenkampf als Kampf für Demokratie und Freiheit

4.3 Kinder als Ideologisierungparadigma?

5 Fazit

6 Bibliographie

6.1 Quellenverzeichnis

6.2 Sekundärliteratur

6.3 Internetseiten

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Wirken des Schweizerischen Arbeiter-Hilfswerks (SAH) während des Spanischen Bürgerkriegs, mit einem besonderen Fokus auf dessen humanitäre Kinderhilfe. Ziel ist es, die Motive, das Selbstverständnis der Organisation sowie die Einbettung in das ideologische Spannungsfeld der damaligen Zeit zu analysieren und zu hinterfragen, ob es sich bei der Hilfe um rein humanitäres Engagement oder eine Form der politischen Ideologisierung handelte.

  • Analyse der humanitären Tradition der Schweiz im historischen Kontext.
  • Untersuchung der praktischen Hilfsleistungen, wie Evakuationsfahrten und Sachspenden.
  • Hinterfragung der Motivlagen: Solidaritätsgedanke versus politische Rekrutierung.
  • Die Rolle der Kinderhilfe als Instrument der Ideologisierung.
  • Kritische Reflexion der "Klassensolidarität" im Kontext des Spanischen Bürgerkriegs.

Auszug aus dem Buch

4.3 Kinder als Ideologisierungparadigma?

Das Protokoll der Sitzungen vom 4. und 13. Januar 1937, an welchem zahlreiche Hilfsorganisationen neben dem SAH teilnahmen, wurde über die Frage nach der Prioritätensetzung der Kinderhilfe diskutiert. Die Frage war, ob Kindern aus allen Lagern geholfen werden sollte, denn zu diesem Zeitpunkt war die Hilfe – zumindest von Schweizer Seite – auf die republikanischen Teile Spaniens beschränkt. Nach längerer Diskussion wurde im Grundsatz beschlossen, dass dabei zwischen Franco und Republik «kein Unterschied gemacht werden soll, dem rein humanitären Charakter der Aktion entsprechend»55 und dass «allen, durch den Krieg leidenden Kinder»56 geholfen werden soll.57 Faktisch wurde aber darauf hingewiesen, dass von Franco kein Hilfsgesuch gestellt worden ist und, um die Neutralität der Schweiz zu demonstrieren, ein solches provoziert werden müsste.58 Dagegen wurde erwidert, dass es schwierig wäre, der nationalen Arbeiterschaft eine solche Hilfsaktion zu empfehlen, da «die Franco Leute als die Urheber des Bürgerkrieges»59 betrachtet wurden. Am Ende blieb es wohl bei einem Lippenbekenntnis, da betont wurde, dass nicht alles Elend in Spanien gelindert werden kann.60

Der Fokus auf die Kinderhilfe beim SAH hat sicherlich geschichtliche Gründe, da es ursprünglich als proletarische Kinderhilfe aufgestellt wurde. Aus dieser Hinsicht ist die Fokussierung auf die Kinder in der Hilfeleistung – wenigstens rhetorisch – und die Identifikation mit dem Proletariat allein aus dem geschichtlichen Aspekt heraus zu verstehen. Doch wie lässt sich die Idee eines Klassenkampfes und einer Klassensolidarität mit dem Fokus auf Kinderhilfe vereinen? Hier soll argumentiert werden, dass die Kinderrhetorik in den Quellen als Rekrutierungs- und Ideologisierungsparadigma zu verstehen ist. Der Fokus auf die Kinder war also mehr aus pragmatischen Vorstellungen heraus gewählt worden als aus rein humanitären Gründen. Wenn also nicht allen geholfen werden konnten, dann zeigt die Auswahl, welche Gruppen als primär hilfsbedürftig ausgewählt wurden, das Selbstverständnis des SAH.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das schweizerische Engagement im Spanischen Bürgerkrieg und führt in die Entstehungsgeschichte sowie die Zielsetzungen des Schweizerischen Arbeiter-Hilfswerks (SAH) ein.

2 Humanitäre Tradition in der Schweiz: Faktum oder Politikum: Dieses Kapitel hinterfragt den Begriff der "humanitären Tradition" und ordnet diesen kritisch als politisches Narrativ und rhetorisches Mittel ein.

3 Solidarisches Engagement des Schweizerischen Arbeiter-Hilfswerks: Hier werden die konkreten Hilfsmaßnahmen, insbesondere Evakuationsfahrten und Sachspenden, detailliert dargestellt und analysiert.

4 Selbstverständnis und Hilfsmotivation: Dieses Kapitel exploriert die ideologischen Beweggründe des SAH, wie Kollektivschuld und Klassensolidarität, und beleuchtet die strategische Instrumentalisierung der Kinderhilfe.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Hilfeleistungen weniger aus einer neutralen humanitären Tradition resultierten, sondern tief im sozialistischen Solidaritätsverständnis verwurzelt waren.

6 Bibliographie: Dieses Kapitel listet alle verwendeten Quellen und die Sekundärliteratur auf, die der Untersuchung zugrunde liegen.

Schlüsselwörter

Schweizerisches Arbeiter-Hilfswerk, SAH, Spanischer Bürgerkrieg, humanitäre Hilfe, Kinderhilfe, Solidarität, Klassenkampf, Neutralität, Proletariat, Ideologie, Kollektivschuld, Flüchtlingspolitik, Schweiz, Arbeiterbewegung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die humanitäre Tätigkeit des Schweizerischen Arbeiter-Hilfswerks (SAH) während des Spanischen Bürgerkriegs und untersucht deren ideologische Grundlagen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören das Selbstverständnis des SAH, die Frage nach der "humanitären Tradition" der Schweiz, Klassensolidarität und die gezielte Ausrichtung der Hilfe auf Kinder.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie politisch motivierte Solidarität die humanitäre Praxis des SAH beeinflusste und ob die Kinderhilfe als Ideologisierungsinstrument diente.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine historisch-analytische Methode, die auf der Auswertung von Primärquellen des SAH, Sitzungsprotokollen und zeitgenössischen Berichten basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert sowohl die faktischen Hilfsleistungen vor Ort in Spanien als auch das ideologische Spannungsfeld zwischen Tradition, Solidaritätsgedanken und der Rolle der Arbeiterschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Solidarität, Klassenkampf, humanitäre Hilfe, Schweizerisches Arbeiter-Hilfswerk und politische Ideologie.

Wie bewertet der Autor die humanitäre Tradition der Schweiz?

Der Autor argumentiert, dass die humanitäre Tradition der Schweiz eher als politische Rhetorik denn als bewiesenes staatliches Faktum zu betrachten ist.

Warum lag der Fokus laut Autor oft auf Kindern?

Der Autor legt dar, dass die Fokussierung auf Kinder ein "Ideologisierungsparadigma" war, das einerseits emotionale Spendenbereitschaft erzeugte und andererseits dazu diente, die nächste Generation vor dem Einfluss des Faschismus zu bewahren.

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Details

Title
Schweizerische Arbeitersolidarität. Eine Untersuchung zur humanitären Kinderhilfe des Schweizerischen Arbeiter-Hilfswerkes im spanischen Bürgerkrieg
College
University of Zurich
Grade
5.5
Author
Matthias Weilenmann (Author)
Publication Year
2016
Pages
19
Catalog Number
V374390
ISBN (eBook)
9783668515253
Language
German
Tags
schweizerische arbeitersolidarität eine untersuchung kinderhilfe schweizerischen arbeiter-hilfswerkes bürgerkrieg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Weilenmann (Author), 2016, Schweizerische Arbeitersolidarität. Eine Untersuchung zur humanitären Kinderhilfe des Schweizerischen Arbeiter-Hilfswerkes im spanischen Bürgerkrieg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/374390
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