Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Communications - Movies and Television

Körper und Bewegung in den Stummfilmen von Buster Keaton. Eine komiktheoretische Untersuchung

Title: Körper und Bewegung in den Stummfilmen von Buster Keaton. Eine komiktheoretische Untersuchung

Bachelor Thesis , 2017 , 34 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Luisa Spanier (Author)

Communications - Movies and Television
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Was ist Komik? Worüber lachen wir und warum? Gibt es unterschiedliche Arten des Lachens? Zweifellos ist es komisch, wenn Buster Keaton – amerikanischer Stummfilmkomiker und Meister des Slapsticks – auf einer Bananenschale ausrutscht. Ist es aber nicht ebenso komisch, wenn er genau dies nicht tut, d.h. trotz Bananenschale auf dem Boden gar nichts passiert? An beiden Filmstellen lachen wir, obwohl hier erwartungsgemäß ein Gag den anderen ausschließen müsste. Die Frage ist also, welche Art von Komik diesen und ähnlichen Szenen zugrunde liegt und warum wir über beide lachen können.

Um das herauszufinden, möchte ich mich im Rahmen dieser Arbeit eingehend mit zwei bedeutenden Theorien beschäftigen, die sich mit der Entstehung der Komik auseinandersetzen. Henri Bergson, ein französischer Philosoph, stellte sich schon in seinem Werk „Das Lachen“ die Frage nach den verschiedenen Arten der Komik und des Komischen. Diese wurde von Sigmund Freud, dem österreichischen Neurologen, später wieder aufgegriffen. In seinem Werk „Der Witz und seine Beziehung zum Unbewußten“ (1972) untersucht er sehr ausführlich die verschiedenen Techniken des Witzes, aber auch des allgemein Komischen und des Humors.

Ob die beiden Theorien tatsächlich auf die Komik der Stummfilme Buster Keatons anzuwenden sind – denn beide Theorien erheben schließlich den Anspruch auf Allgemeingültigkeit – soll im Laufe der Arbeit mit einer Filmanalyse geprüft werden. Dazu werden drei verschiedene Szenen aus den Filmen Cops (1922), Sherlock Jr. (1924) und The Navigator (1924) betrachtet. Konkret soll darauf eingegangen werden, welche Komik den Gags in diesen Szenen zugrunde liegt und ob die beiden Theorien es schaffen, diese eindeutig zu charakterisieren. Ebenso soll die Frage beantwortet werden, was die Theorien für die Rezeption von Keatons Filmen und ihren kulturellen Wert bedeuten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Bergsons Theorie der Komik

2.1 Allgemeines zur Komik

2.2 Mensch und Maschine

2.3 Mechanismen der Komik

3 Freuds Theorie der Komik

3.1 Aufwandsdifferenz der Bewegung

3.2 Situationskomik und Erwartungsaufwand

3.3 Humor als ersparter Gefühlsaufwand

4 Buster Keaton

4.1 Szene aus Cops

4.2 Szene aus Sherlock Jr.

4.3 Szene aus The Navigator

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Komik in den Stummfilmen von Buster Keaton unter Anwendung der komiktheoretischen Ansätze von Henri Bergson und Sigmund Freud. Ziel ist es zu analysieren, ob sich diese Theorien auf die spezifische Slapstick-Komik Keatons übertragen lassen, worin die Ursachen des Lachens in den Filmen liegen und welchen kulturellen Stellenwert Keaton einnimmt.

  • Analyse der Komiktheorien von Henri Bergson (Mechanismus, Automatismus)
  • Untersuchung der Komiktheorien von Sigmund Freud (Aufwandsdifferenz, Erwartungsaufwand)
  • Filmanalytische Untersuchung ausgewählter Sequenzen aus Cops, Sherlock Jr. und The Navigator
  • Diskussion über das Verhältnis von Zuschauer, Filmfigur und technischer Inszenierung

Auszug aus dem Buch

4.1 Szene aus Cops

Betrachten wir zunächst eine Sequenz des Kurzfilmes Cops (dt. Buster und die Polizisten) aus dem Jahr 1922. In dem Film geht es darum, dass Busters Angebetete ihn erst dann heiraten möchte, wenn er ein erfolgreicher Geschäftsmann geworden ist. Mehr oder weniger versehentlich entwendet er einem Mann seine Brieftasche (der Mann lässt sie fallen, Buster möchte sie eigentlich nur für ihn aufheben) und stiehlt anschließend einer Familie ihren gesamten Hausrat (von dem er allerdings glaubt, er hätte ihn gekauft). Auf einem großen Pferdewagen fährt er mit dem Hausrat durch die Stadt und gelangt schließlich in eine Polizeiparade. Dort zündet ein junger Mann eine Bombe. Als Buster von allen Anwesenden für den Attentäter gehalten wird, beginnt eine wilde Verfolgungsjagd mit sehr vielen Polizisten.

Die Szene, die ich nun analysieren möchte, ereignet sich während der Flucht Busters vor den Polizisten: Buster wird von den Polizisten durch die ganze Stadt gejagt und rettet sich schließlich auf eine Leiter, die an einen Zaun gelehnt ist. Als er ein Stück zu hoch hinaufklettert, kippt die Leiter und wird nun von ihm auf der Mitte des Zaunes balanciert – Buster hängt an ihr und schwingt sich, als ein Polizist kommt, geschickt auf die andere Seite. Doch auch von dieser Seite naht ein Polizist, der sich kurzerhand an die Leiter hängt, während Buster nun (mit Hilfe eines eleganten Purzelbaums) ganz an das andere Ende rückt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage nach der Komik in den Stummfilmen Buster Keatons sowie die Einführung in die theoretischen Grundlagen von Bergson und Freud.

2 Bergsons Theorie der Komik: Erläuterung der Philosophie des Komischen nach Bergson mit Fokus auf den Automatismus, die „mechanische Starrheit“ und die soziale Funktion des Lachens.

3 Freuds Theorie der Komik: Darstellung der psychoanalytischen Perspektive Freuds, insbesondere der Aufwandsdifferenz und des Erwartungsaufwands als Ursachen für komische Lust.

4 Buster Keaton: Anwendung der theoretischen Erkenntnisse auf konkrete Sequenzen aus den Filmen Cops, Sherlock Jr. und The Navigator, um die Übertragbarkeit der Theorien zu prüfen.

5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Anwendbarkeit von Bergsons und Freuds Theorien auf Keatons Werk sowie Einordnung der spezifischen ästhetischen Leistung des Filmemachers.

Schlüsselwörter

Buster Keaton, Stummfilm, Komiktheorie, Henri Bergson, Sigmund Freud, Slapstick, Automatismus, Aufwandsdifferenz, Filmkomödie, Cops, Sherlock Jr., The Navigator, Filmanalyse, Körperkomik, Zuschauerrezeption

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Bachelorarbeit untersucht die Komik in Buster Keatons Stummfilmen anhand komiktheoretischer Ansätze von Henri Bergson und Sigmund Freud.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die theoretische Analyse des Lachens (Mechanik, Aufwand), die Anwendung dieser Theorien auf Slapstick-Gags und die filmische Inszenierung Keatons.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist herauszufinden, ob die klassischen Komiktheorien von Bergson und Freud die spezifische Wirkung von Keatons Gags erklären können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine komiktheoretische Literaturanalyse mit einer anschließenden filmanalytischen Untersuchung ausgewählter Szenen aus drei Filmen durchgeführt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Theorien von Bergson und Freud detailliert erarbeitet und anschließend in drei Fallbeispielen (Cops, Sherlock Jr., The Navigator) auf die Filme Buster Keatons angewendet.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Automatismus, mechanische Starrheit, Aufwandsdifferenz, Erwartungshaltung und die spezifische "Great Stone Face"-Ästhetik geprägt.

Wie unterscheidet sich Buster Keatons Komik laut der Autorin von anderen Clowns?

Die Autorin betont, dass Keatons Komik nicht nur auf dem Scheitern des "mechanischen Menschen" basiert, sondern oft ein überraschendes Gelingen und eine ästhetische Grazie beinhaltet.

Inwiefern spielt der Zuschauer bei Keaton eine besondere Rolle?

Der Zuschauer nimmt durch Kameraperspektiven oft ein Wissen ein, das die Filmfigur Buster nicht hat, was die Komik (insbesondere in Sherlock Jr.) verstärkt.

Excerpt out of 34 pages  - scroll top

Details

Title
Körper und Bewegung in den Stummfilmen von Buster Keaton. Eine komiktheoretische Untersuchung
College
University of Marburg  (Medienwissenschaft)
Grade
1,3
Author
Luisa Spanier (Author)
Publication Year
2017
Pages
34
Catalog Number
V374445
ISBN (eBook)
9783668517585
ISBN (Book)
9783668517592
Language
German
Tags
Stummfilm Früher Film Slapstick American Movies Buster Keaton
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Luisa Spanier (Author), 2017, Körper und Bewegung in den Stummfilmen von Buster Keaton. Eine komiktheoretische Untersuchung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/374445
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  34  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint