In diesem Essay wird der Frage nachgegangen, warum Arbeit ein wichtiges Bezugsfeld der Berufspädagogik ist und dabei auf folgende zwei Aspekte eingegangen: Zum Einen, wie sich die Arbeit seit dem Taylorismus verändert hat und zum Anderen, wo dabei eine berufspädagogische Aufgabe besteht. Im Taylorismus gab es one-best-way, die „Vorgabe eines einzigen besten Weges zur Erledigung der Arbeit“ (Kirchler, S. 33). Damals spielte bereits die „Optimierung von Arbeitstätigkeiten“ eine Rolle. Dazu gehörte „strikte Arbeitsteilung“ und das wiederum führte zu dem Nachgehen einer simplen Tätigkeit der Arbeitnehmer, bei welcher es nicht nötig war den Verstand einzuschalten. Im Gegenteil – das Einschalten des Verstandes, das Nachdenken und Reflektieren war sogar hinderlich für das Ausführen der Arbeit (vgl. Geschichte vom Pennsylvania Dutchman). Das Denken übernahm das Management für den Arbeiter. Das ist heute komplett anders. Warum? Da Maschinen die monotonen, „[r]epetitive[n] Tätigkeiten“ (Dräger (2015)) ersetzten und die Arbeiter lediglich die Maschinen, welche die eigentliche Arbeit am Produkt machen, betätigen und Anweisungen geben müssen (vgl. Sennett, S. 85-97).
Inhaltsverzeichnis
- Über den Wandel der Arbeit aufgrund Industrie 4.0
- Der Wandel der Arbeit vom Taylorismus bis Industrie 4.0
- Taylorismus: „one-best-way“ und „Optimierung von Arbeitstätigkeiten“
- Industrie 4.0: Roboterisierung und Automatisierung der Produktion
- Wissensintensivierung und die Rolle der Berufspädagogik
- Erhöhte kognitive Anforderungen und Komplexität der Tätigkeiten
- Vernetzung der virtuellen Computerwelt mit der physischen Welt
- Wissensintensivierung und Erneuerung im Betrieb und in der Wissenschaft
- Die tatsächliche Arbeitsanforderung im Kontext von Industrie 4.0
- Die Notwendigkeit von „large scale-Untersuchungen“ im Bereich Berufsbildung
- Untersuchungen aus der Automobilindustrie
- Die Bedeutung von Diagnosesystemen und ihre Auswirkungen auf die Arbeitsanforderungen
- Entfremdung und die Bedeutung von „subjektiven Kompetenzen“
- Die Veränderung der Einstellungen der Arbeitnehmer in der Bäckerei
- Entfremdung und die Frage der Mitarbeitermotivation
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Dieser Essay untersucht den Wandel der Arbeit im Kontext von Industrie 4.0 und beleuchtet dabei die Rolle der Berufspädagogik. Er analysiert die Veränderungen der Arbeit seit dem Taylorismus und erörtert, welche Aufgaben die Berufspädagogik im Angesicht der industriellen Transformation hat.
- Der Wandel der Arbeit vom Taylorismus bis Industrie 4.0
- Wissensintensivierung und die Rolle der Berufspädagogik
- Die tatsächliche Arbeitsanforderung im Kontext von Industrie 4.0
- Entfremdung und die Bedeutung von „subjektiven Kompetenzen“
- Die Bedeutung von „subjektiven Kompetenzen“ wie Selbstverantwortung, Selbstregulierung und Selbstorganisation im Kontext des Wandels von Arbeit
Zusammenfassung der Kapitel
Der Essay beginnt mit einer Darstellung des Wandels der Arbeit vom Taylorismus bis hin zu Industrie 4.0. Dabei wird die Entwicklung von der ersten Industriellen Revolution bis zur heutigen Zeit anhand von Beispielen und Grafiken veranschaulicht. Anschließend werden die Auswirkungen der Industrie 4.0 auf die Arbeitswelt beleuchtet, insbesondere die zunehmende Komplexität der Tätigkeiten und die Bedeutung von wissensintensiven Berufen.
Im nächsten Schritt werden die tatsächlichen Arbeitsanforderungen im Kontext von Industrie 4.0 hinterfragt. Der Essay analysiert, ob und wie sich die Anforderungen an Arbeitnehmer im Rahmen von Industrie 4.0 tatsächlich erhöhen. Dabei werden Studien aus der Automobilindustrie herangezogen, um zu zeigen, dass die Verwissenschaftlichung von Produktion und Dienstleistung nicht automatisch zu höheren beruflichen Handlungsanforderungen führt.
Zum Abschluss wird das Thema Entfremdung und die Bedeutung von „subjektiven Kompetenzen“ im Kontext des Wandels von Arbeit beleuchtet. Der Essay diskutiert, wie Mitarbeiter motiviert werden können, zu einer Arbeit, von der sie nicht immer genau wissen, wie sie bezeichnet wird. Dabei wird die Bedeutung von Selbstverantwortung, Selbstregulierung und Selbstorganisation als wesentliche Elemente des Wandels von Arbeit betont.
Schlüsselwörter
Die zentralen Schlüsselwörter und Themenfelder dieses Essays sind der Wandel der Arbeit, Industrie 4.0, Berufspädagogik, Taylorismus, Roboterisierung, Automatisierung, Wissensintensivierung, Entfremdung, „subjektive Kompetenzen“, Selbstverantwortung, Selbstregulierung, Selbstorganisation. Der Essay analysiert die Auswirkungen des technischen Fortschritts auf die Arbeitswelt und beleuchtet die Rolle der Berufspädagogik im Prozess der industriellen Transformation.
Häufig gestellte Fragen
Was unterscheidet Industrie 4.0 vom Taylorismus?
Während der Taylorismus auf strikter Arbeitsteilung und monotonen Tätigkeiten basierte ("one-best-way"), ist Industrie 4.0 durch Automatisierung und die Vernetzung der virtuellen mit der physischen Welt geprägt, was höhere kognitive Anforderungen an die Arbeiter stellt.
Welche Rolle spielt die Berufspädagogik im Wandel der Arbeit?
Die Berufspädagogik hat die Aufgabe, auf die Wissensintensivierung und die gestiegenen Komplexitätsanforderungen zu reagieren. Sie muss Konzepte entwickeln, um Arbeitnehmer für die Anforderungen der digitalisierten Produktion zu qualifizieren.
Führt Industrie 4.0 automatisch zu höheren Qualifikationsanforderungen?
Nicht zwingend. Untersuchungen aus der Automobilindustrie zeigen, dass die Verwissenschaftlichung der Produktion nicht in jedem Fall zu höheren beruflichen Handlungsanforderungen führt, da auch neue Formen der Standardisierung entstehen.
Was sind „subjektive Kompetenzen“ im Kontext von Industrie 4.0?
Dazu gehören Fähigkeiten wie Selbstverantwortung, Selbstregulierung und Selbstorganisation. Diese gewinnen an Bedeutung, da Arbeitnehmer in vernetzten Systemen eigenständiger agieren müssen.
Was versteht man unter Wissensintensivierung?
Wissensintensivierung beschreibt den Trend, dass einfache, repetitive Tätigkeiten durch Maschinen ersetzt werden und der Mensch stattdessen verstärkt Wissen anwenden, Diagnosesysteme bedienen und komplexe Prozesse steuern muss.
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- Cornelia Endres (Autor), 2017, Über den Wandel der Arbeit aufgrund von Industrie 4.0, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/374461