Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Comparative Literature

Wer spricht? Auf der Suche nach der Figur und dem Subjekt in der deutschsprachigen Gegenwartsdramatik

Title: Wer spricht? Auf der Suche nach der Figur und dem Subjekt in der deutschsprachigen Gegenwartsdramatik

Diploma Thesis , 2007 , 138 Pages , Grade: 1,1

Autor:in: Silvia Stolz (Author)

German Studies - Comparative Literature
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Wer spricht? Diese Frage zieht sich, von Foucault und Barthes neu gestellt, durch die Postmoderne. Diese Arbeit hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Frage nach dem Subjekt, und wie es sich uns in den Figuren der deutschsprachigen Gegenwartsdramatik präsentiert, zu stellen. Sie versucht, genauer zu fassen, welche Arten der Figuren in den zeitgenössischen Stücken zu finden sind und welche verschiedenen, gegenwärtigen Vorstellungen und Ideen sie über das Konzept des Subjekts in seiner Einheit und Vielheit vermitteln. Oder kommunizieren die Dramen gar eine Vorstellung davon, dass das Subjekt, wie der von Barthes proklamierte Autor, längst tot sei?

Wenn auch nicht ihren Tod, so problematisieren verschiedene Dramen oder vielmehr Textformen, die für die Bühne konzipiert sind, die Stellung der dramatischen Figur, stellen damit das Konzept des Subjekts in Frage und verweisen auf Rollenhaftigkeit der lebensweltlichen Rollensegmente. Interessant wird es dabei vor allem dort, wo das dramatische Repräsentationsprinzip als unzureichend für die Darstellung vielschichtiger (subjektiver) Wirklichkeit(en) entlarvt erscheint; interessant im besonderen Falle eben dort, wo die Figur als Sinnzusammenhang und Einheit aufbricht, wo sie nicht als einzelne Person in das Zentrum des Dramas tritt, da sie in dieser Form nicht genügen würde, um die verschiedenen Individuen in ihren pluralen Wirklichkeiten und unterschiedlichen Subjektivitäten aufzugreifen. Letztlich wird selbst die Begrifflichkeit 'Figur' fraglich, wo sie in einzelne Bestandteile zerspringt, kaum noch zu fassen ist, oder sich als eine Art Verlautbarungsinstanz zeigt.

Da das Thema schon innerhalb den Begriffen 'Figur und Subjekt' interdisziplinäre Bezüge zwischen Theater und Philosophie anspricht, dienten zur Analyse der Dramen vor allem Texte aus dem Bereich der Soziologie, Psychologie und der poststrukturalistischen Philosophie (Roland Barthes, Michel Foucault, Jean Baudrillard, Judith Butler). Neben diesen Grundlagen werden sechs Autoren mit jeweils einem Stück behandelt (Händl Klaus, Falk Richter, Elfriede Jelinek, Kathrin Röggla, Roland Schimmelpfennig und Moritz Rinke).

Sowohl in den Stücken, die Figur des Autors betreffend, wie auch innerhalb der Inszenierungen, schwingt das Pendel zwischen Figuration und der Auflösung der Figuren, zwischen autonomen und heteronomen Subjekten. Spiegelt sich in den Dramen mit offenen oder geschlossenen Figuren das Selbstverständnis des heutigen Menschen wieder?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

1.1 Autorenbezogene Interpretation

1.2 Textimmanente Interpretation

1.3 Wer spricht?

2 Formen des Subjekts

2.1 Innerhalb der Philosophie

2.2 Innerhalb des Dramas

2.3 Innerhalb der heutigen Gesellschaft

3 Deutschsprachige Gegenwartsdramatik

3.1 Händl Klaus: Subjekt des Verschwindens

3.1.1 Unsichere Grundlage

3.1.2 Die Hauptfigur: Identität des Verschwindens

3.1.3 Zwängen unterworfenes Subjekt

3.1.4 Die Nebenfiguren

3.1.5 Zusammenfassung und Subjekt des Autors

3.2 Falk Richter: Subjekt der Oberfläche

3.2.1 Subjekt zwischen Raum und Zeit

3.2.2 Subjekt zwischen den Ebenen

3.2.3 Technisiertes Subjekt

3.2.4 Zusammenfassung und Subjekt des Autors

3.3 Kathrin Röggla: Selbstregulierendes Subjekt

3.3.1 Die Figuren

3.3.2 Figuren zwischen Realität und Fiktion

3.3.3 Subjekt der Bio-Macht und der Gouvernementalität

3.3.4 Zusammenfassung und Subjekt der Autorin

3.4 Elfriede Jelinek: Weibliches Nicht-Subjekt

3.4.1 Prinzessinnen im Zustand des Nicht-Seins

3.4.2 Dornröschen und das Subjekt des Performativen

3.4.3 Intertextualität als Form des Subjektzerfalls

3.4.4 Die Sprache als Figur des Textes

3.4.5 Zusammenfassung und Subjekt der Autorin

4 Zurück zum Subjekt!?

4.1 Erneute Frage nach dem Subjekt

4.2 Figürliche Gegenwartsdramatik

4.2.1 Roland Schimmelpfennig

4.2.2 Moritz Rinke

5 Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage nach dem Subjekt und seiner Repräsentation in der deutschsprachigen Gegenwartsdramatik. Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie zeitgenössische Stücke Konzepte des Subjekts in Einheit und Vielheit verhandeln, inwiefern traditionelle Figurenmodelle an ihre Grenzen stoßen und welche neuen Formen der Figuren- oder Subjektdarstellung sich vor dem Hintergrund soziologischer und philosophischer Diskurse in den Texten manifestieren.

  • Wandel des Subjektbegriffs von der Philosophie bis zur Gegenwart
  • Analyse der Figurenkonzeptionen bei ausgewählten Autoren (Händl Klaus, Falk Richter, Kathrin Röggla, Elfriede Jelinek)
  • Einfluss gesellschaftlicher Veränderungen auf Identitätskonstruktionen
  • Untersuchung von Sprachstilen und deren Auswirkungen auf die Figurenzeichnung
  • Kritik an der Autorschaft und dem "Tod des Autors" im dramatischen Kontext

Auszug aus dem Buch

1.1 Autorenbezogene Interpretation

Aktuelle Diskussionen um, über und mit der Person des Autors zeigen, in welchem Interesse er steht und welche Bedeutung ihm zugeschrieben wird. Sie weisen weiter darauf hin, dass der Schriftsteller in der heutigen Rezeptionshaltung nicht von seinem Werk getrennt wird, bzw. ein Buch unter der Berücksichtigung des Menschen, der es hervorgebracht hat, gelesen wird. So geschehen in der Diskussion um Martin Walser. Dieser brachte 1998 durch seine, in der Frankfurter Paulskirche gehaltene Friedenspreisrede eine Debatte über den Umgang der Deutschen mit ihrer nationalistischen Vergangenheit ins Rollen. Die Diskussion um Walser nahm erneut verstärkt Fahrt auf, als 2002 sein Roman Tod eines Kritikers erschien, wobei dieser Kritiker Jude ist und unmissverständlich die karikierten Züge Marcel Reich-Ranickis trägt. Fortan musste sich Martin Walser mit dem Vorwurf des Antisemitismus auseinandersetzen. Da das Geschriebene nicht ohne den Autor gedacht wird und wir die Veröffentlichungen eines Schriftstellers gemeinhin zu seinem Werk zusammenfassen, ließ im Folgenden eine Studie zum Gesamtwerk Walsers nicht allzu lange auf sich warten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Schwierigkeit der Definition des Subjekts und führt in die zwei oppositionellen Lesearten eines Werks ein: die autorbezogene Interpretation und die textimmanente Interpretation.

2 Formen des Subjekts: Dieses Kapitel bietet einen geschichtlichen Abriss über das Verständnis des Subjekts in der Philosophie, im Drama und in der heutigen Gesellschaft, von Descartes bis hin zu postmodernen Ansätzen.

3 Deutschsprachige Gegenwartsdramatik: Der Hauptteil analysiert die Subjektdarstellung und Figurenkonzeptionen anhand konkreter Stücke von Händl Klaus, Falk Richter, Kathrin Röggla und Elfriede Jelinek.

4 Zurück zum Subjekt!?: Dieses Kapitel reflektiert die Ausgangsfrage neu und untersucht, wie aktuelle Dramatiker wie Roland Schimmelpfennig und Moritz Rinke mit der Frage nach dem Subjekt und figürlicher Gestaltung umgehen.

5 Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und konstatiert, dass das Pendel zwischen Figuration und Auflösung des Subjekts in der zeitgenössischen Dramatik anhaltend schwingt.

Schlüsselwörter

Subjekt, Gegenwartsdramatik, Figurenkonzeption, Postdramatik, Identität, Diskurs, Autorschaft, Verschwinden, Performativität, Globalisierung, Technisierung, Intertextualität, Macht, Selbstgestaltung, Sprachfigur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie das Konzept des Subjekts in der zeitgenössischen deutschsprachigen Dramatik dargestellt wird und wie sich Figuren in einer modernen, von Globalisierung und Technisierung geprägten Welt konstituieren oder auflösen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Wandel des Subjektbegriffs, die Krise der Identität, die Rolle des Autors, der Einfluss von Machtstrukturen auf den Einzelnen und die Verschiebung von traditioneller Figurendarstellung hin zu sprachbasierten Textformen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Analyse der verschiedenen Strategien, mit denen zeitgenössische Dramatiker Figuren formen oder verneinen, um gegenwärtige Konzepte von Einheit und Vielheit des Subjekts zu vermitteln.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Analyse stützt sich auf einen interdisziplinären Ansatz unter Einbeziehung von Soziologie, Psychologie und vor allem poststrukturalistischer Philosophie, insbesondere der Diskurstheorie von Michel Foucault.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich einer detaillierten Interpretation spezifischer Werke von Händl Klaus, Falk Richter, Kathrin Röggla und Elfriede Jelinek, um deren je eigene Weise der Subjekt- und Figurengestaltung aufzuzeigen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Subjekt, Identität, Postdramatik, Diskurs, Sprachfigur, Performativität, Macht, Verschwinden und Technisierung.

Welchen Stellenwert nimmt Elfriede Jelinek in der Untersuchung ein?

Jelinek wird als Beispiel für eine "weibliche Nicht-Subjekt"-Konzeption analysiert, bei der die Intertextualität und die Sprache selbst an die Stelle des autonomen, handelnden Subjekts treten.

Warum spielt das Konzept der "Patchwork-Identität" eine Rolle?

Das Konzept verdeutlicht, dass Identität in der heutigen Gesellschaft keine statische Einheit mehr ist, sondern ein permanent zu konstruierendes Produkt aus verschiedenen Fragmenten, was sich in der Figurenzeichnung der untersuchten Stücke widerspiegelt.

Excerpt out of 138 pages  - scroll top

Details

Title
Wer spricht? Auf der Suche nach der Figur und dem Subjekt in der deutschsprachigen Gegenwartsdramatik
College
LMU Munich  (Bayerische Theaterakademie August Everding)
Grade
1,1
Author
Silvia Stolz (Author)
Publication Year
2007
Pages
138
Catalog Number
V374505
ISBN (eBook)
9783668521650
ISBN (Book)
9783668521667
Language
German
Tags
Theater Gegenwartsdramatik Stücke Philosophie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Silvia Stolz (Author), 2007, Wer spricht? Auf der Suche nach der Figur und dem Subjekt in der deutschsprachigen Gegenwartsdramatik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/374505
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  138  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint