Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Konstruktion einer Unterrichtsreihe zum Unterrichtsgegenstand „Wasser als Ressource“. Sie wird für eine Einführungsphase eines Gymnasiums in NRW erstellt und soll speziell das Schülerinteresse in Bezug auf den Unterrichtsgegenstand mit einbeziehen, um auf diese Weise eine besondere Motivation sowie Leistungsbereitschaft innerhalb der Unterrichtsreihe, seitens der Schülerinnen und Schüler zu erzielen.
Diesbezüglich wird zunächst auf die Relevanz des Schülerinteresses für den Geographieunterricht eingegangen. Es soll auf Vorteile und Nachteile eingegangen werden sowie Möglichkeiten der Erhebung des Schülerinteresses. Zudem sollen verschiedene Formen des Interesses aufgezeigt werden, um eine Differenzierung vornehmen zu können. In einem weiteren Schritt wird das Schülerinteresse einer Einführungsphase eines Gymnasiums in Herne-Wanne-Eickel anhand von 12 verschiedenen Bilder erhoben.
Die Bilder visualisieren verschiedene, von der Lehrkraft zuvor ausgewählte Themengebiete, die innerhalb der Reihe vorkommen können und sollen von den Lernenden unter besonderer Berücksichtigung ihres eigenen Interesses kommentiert werden. Daraufhin wird der Unterrichtsgegenstand zunächst im Kernlehrplan der Sekundarstufe II für Gymnasien und Gesamtschulen in NRW verordnet, um sowohl wichtige Inhalte als auch 2 zu erzielende Kompetenzen zu erarbeiten.
Des Weiteren wird eine didaktische Analyse nach Klafki durchgeführt, die auf die Gegenwartsbedeutung, die Zukunftsbedeutung, die Exemplarität, die Struktur des Inhalts und die Zugänglichkeit des Unterrichtsgegenstandes eingeht. Anschließend wird eine Sachanalyse zu den verschiedenen Themengebieten durchgeführt, die die einzelnen im Unterricht anzusprechenden Themen aufführen und genauer erläutern soll. In einem nächsten Schritt wird anhand des zuvor erhobenen Schülerinteresses und der auf dem Kernlehrplan basierenden Sachanalyse eine Unterrichtsreihe in Form einer Tabelle zum Unterrichtsgegenstand „Wasser als Ressource“ konzipiert. Daraufhin werden die einzelnen Unterrichtseinheiten in Tabellenform aufgegriffen und ausführlich beschrieben, um die Vorteile der einzelnen Unterrichtsphasen zu benennen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Relevanz des Schülerinteresses für den Geographieunterricht
3 Vorstellung der Unterrichtssituation
4 Erhebung des Schülerinteresses zum Unterrichtsgegenstand Wasser als Ressource
5 Unterrichtsreihe zum Gegenstand Wasser als Ressource
5.1 Relevanz des Gegenstandes und Bezug der Unterrichtsreihe zum Kernlehrplan
5.2 Didaktische Analyse der Unterrichtsreihe (nach Klafki)
5.2 Sachanalyse zum Unterrichtsgegenstand Wasser als Ressource
5.2.1 Gründe für die Wasserproblematik unserer Erde – Wasserreichtum vs. Wassermangel
5.2.2 Von Wassermangel betroffene Regionen
5.2.3 Die Bedeutung des Wasserfußabdrucks
5.2.4 Der Drei-Schluchten-Staudamm
5.2.5 Der Aralseekonflikt
5.2.6 Plastikmüll als Umweltproblem
6 Planung der Reihe
6.1 Aufbau der Reihenplanung
6.1.1 Das blaue Gold unserer Erde – zu viel oder zu wenig Wasser?
6.1.2 Des einen Freud ist des anderen Leid
6.1.3 Und was geht mich das an – der Wasserhahn läuft
6.1.4 Fluch oder Segen? Der Bau eines Staudamms
6.1.5 Hauptsache meine Jeans ist cool! – Warum fängt Arsaan immer weniger Fische, wenn Patrick sich eine Hose kauft?
6.1.6 Endstation Meer – die Entstehung eines Plastikkontinents
6.1.7 Wie Zahnpasta das Meer vergiften kann – wieviel Plastik steckt in einer Zahnpasta?
6.1.8 Kreativ gegen Plastikmüll
7 Zusammenfassung und Reflexion der Reihenplanung in Bezug auf die eigene zukünftige Lehrertätigkeit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit zielt auf die Konstruktion einer schülerorientierten Unterrichtsreihe zum Thema „Wasser als Ressource“ für die Einführungsphase eines Gymnasiums in NRW ab. Dabei wird erforscht, wie die Einbeziehung individueller Schülerinteressen die Motivation und Leistungsbereitschaft innerhalb des Geographieunterrichts steigern kann.
- Bedeutung der Interessenforschung für den modernen Geographieunterricht
- Konstruktive Verzahnung von Kernlehrplan-Vorgaben und schülerrelevanten Themen
- Einsatz emotionalisierender Bildimpulse und aktivierender Methoden (z.B. Mystery, Gruppenpuzzle)
- Fokus auf die globale Wasserproblematik und den nachhaltigen Konsum von Plastik
Auszug aus dem Buch
Die Bedeutung des Wasserfußabdrucks
Die Nutzung der Ressource Wasser verläuft sich weltweit auf drei Kernbereiche: 1. Haushalt, 2. Erzeugung industrieller Produkte, 3. Erzeugung von Nahrungsmitteln.
Auf globaler Ebene betrachtet, verbraucht die Landwirtschaft mit einem Anteil von 70% die größte Wassermenge. Auf die Industrie fallen ca. 22% des Wasserverbrauchs und gerade einmal 8% verlaufen sich auf die Haushalte. Die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes, das vor Ort herrschende Klima sowie die Bevölkerungsdichte nehmen hierbei Einfluss auf die Verwendung der Ressource Wasser. Das hochindustrialisierte Europa nutzt das Wasser beispielsweise primär für die Industrie und die Erzeugung von Energie wohin gehen in den altweltlichen Trockengürteln das Wasser hauptsächlich für die Bewässerung innerhalb des landwirtschaftlichen Sektors genutzt wird (Hamann, Brameier, & Böhn, 2008, S. 6).
Über den Wasserverbrauch in deutschen Haushalten sind aufgeschlüsselte Angaben vorhanden, die über die Nutzung informieren. Im Vergleich zu weiteren Industriestaaten wie England, in welchen der Wasserverbrauch pro Person pro Tag bei rund 150l liegt oder in Norwegen, mit einem Wasserverbrauch von 260l pro Person pro Tag, werden in Deutschland nur ca. 127l pro Person pro Tag verbraucht. Dies ist vor allem den im Haushalt durchgeführten Sparmaßnahmen für die Ressource Wasser zu verdanken. Einen Anteil von ca. 4l Trinkwasser pro Tag benötigt der Mensch laut Ermittlungen, die er entweder direkt durch Getränke oder indirekt durch Speisen zu sich nimmt (Bundeszentrale für politische Bildung, 2006). Rechnet man die notwendigen 4l pro Tag pro Person auf die Weltbevölkerung hoch, so käme man auf ca. 10km³/J, was in etwa einem Zehntausendstel des jährlichen Niederschlags, welcher auf große Landmassen fällt, entspricht (Hamann, Brameier, & Böhn, 2008, S. 6).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung des Themas Nachhaltigkeit in Bezug auf Wasser, motiviert durch den Song „der blaue Planet“, und Zielsetzung der Unterrichtsreihe.
2 Die Relevanz des Schülerinteresses für den Geographieunterricht: Erläuterung der Bedeutung von Interesse für schulisches Lernen unter Einbeziehung der Personen-Gegenstands-Konzeption.
3 Vorstellung der Unterrichtssituation: Beschreibung der Lerngruppe (18 Schüler der Einführungsphase am Gymnasium) und der räumlichen Ausstattung.
4 Erhebung des Schülerinteresses zum Unterrichtsgegenstand Wasser als Ressource: Darstellung der methodischen Vorgehensweise zur Erfassung der Interessen mittels Bildimpulsen.
5 Unterrichtsreihe zum Gegenstand Wasser als Ressource: Umfassende didaktische und sachanalytische Fundierung der geplanten Unterrichtseinheiten.
6 Planung der Reihe: Detaillierte Darstellung des geplanten Stundenausbaus, der Methoden und der Materialien für die einzelnen Themenbereiche.
7 Zusammenfassung und Reflexion der Reihenplanung in Bezug auf die eigene zukünftige Lehrertätigkeit: Kritische Würdigung der Planungsarbeit und Übertragbarkeit auf die künftige Praxis.
Schlüsselwörter
Wasser als Ressource, Schülerinteresse, Geographiedidaktik, Unterrichtsreihe, Nachhaltigkeit, Wasserfußabdruck, Plastikmüll, Wassermangel, Drei-Schluchten-Staudamm, Aralsee, Mystery-Methode, intrinsische Motivation, Handlungskompetenz, Einführungsphase, Umweltbildung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie ein auf Schülerinteressen basierender Geographieunterricht zum Thema „Wasser als Ressource“ konzipiert werden kann, um Motivation und Lernerfolg zu steigern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die globale Wasserverfügbarkeit (Wasserarmut vs. Wasserreichtum), der Wasserfußabdruck, Auswirkungen von Staudammprojekten, die Aralseekatastrophe und die Umweltproblematik durch Plastikmüll.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, durch die Einbindung der Schülerwünsche in die Unterrichtsplanung eine höhere Lernbereitschaft und eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit dem Fachgegentand zu erreichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine didaktische Analyse nach Klafki, eine Sachanalyse sowie die Erhebung von Schülerinteressen mittels Bildimpulsen zur Planung einer 16-stündigen Unterrichtsreihe.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung der Interessenorientierung, die Analyse der spezifischen Unterrichtssituation und die detaillierte Planung der Unterrichtseinheiten (inkl. Stundenverläufe).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind u.a. Wasserressourcen, Schülerinteresse, Handlungskompetenz, Plastikmüll im Meer, Nachhaltigkeit und geographische Unterrichtsmethodik.
Warum wurde das Thema „Plastikmüll“ als Abschluss gewählt?
Bei der Interessenanalyse zeigte sich, dass die Schülerinnen und Schüler ein besonders hohes Interesse an diesem Themenfeld haben, weshalb es als motivierender Abschluss der Reihe dient.
Wie werden die Schülerinnen und Schüler bei den Staudamm-Themen eingebunden?
Dies erfolgt durch ein Gruppenpuzzle, bei dem die Lernenden Pro- und Contra-Argumente erarbeiten und in einer anschließenden Diskussion vertreten.
Welche Rolle spielt der „Wasserfußabdruck“ für die Schüler?
Er dient dazu, den Lernenden den eigenen, oft unbewussten Wasserverbrauch durch Produkte (virtuelles Wasser) vor Augen zu führen und so ihre Reflexionsfähigkeit zu schulen.
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- Lisa Grimm (Author), 2017, Konzeption einer Unterrichtsreihe zum Unterrichtsgegenstand "Ressource Wasser". Unterrichtsentwurf Gymnasium Klasse 10 / Sekundarstufe II, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/374582