Diderots These, dass ein Schauspieler nur dann wirklich „groß“ auf der Bühne ist, wenn dieser seine eigenen Empfindungen, also sein Innenleben, von sich abspalten kann, soll im Folgenden dargestellt und kritisiert werden. Es geht um die Frage, ob das diderotische „modèle idèal“ nicht der menschlichen Natur widerspricht und wie es in der Praxis möglicherweise umgesetzt wurde. Hierzu soll am Beispiel von dem Schauspieler Jaques Copeau, einem ebenbürtigem Kritiker Diderots, eine Kontradiktion sichtbar werden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Das Paradox
- Die Grundeigenschaften eines großen Schauspielers
- Das Modèle Idéal
- Die Empfindsamkeit (sensibilité)
- Jacques Copeau - Überlegung eines Schauspielers zu Diderots Paradox
- Schlussbemerkung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Seminararbeit befasst sich mit dem „Paradox über den Schauspieler“ von Denis Diderot. Ziel ist es, Diderots Schauspieltheorie des natürlichen Spiels zu analysieren, die auf einer genauen Selbstkontrolle, Beobachtung und Überlegung basiert. Insbesondere soll untersucht werden, ob Diderots „modèle idéal“ der menschlichen Natur widerspricht und wie es in der Praxis umgesetzt wurde.
- Die Grundvoraussetzungen für ein natürliches Spiel nach Diderot
- Die Rolle der Empfindsamkeit im Schauspiel
- Das „modèle idéal“ und seine praktische Umsetzung
- Die Kritik am diderotischen Ansatz durch Jacques Copeau
- Der Zusammenhang zwischen Diderots Schauspieltheorie und seiner Zeit
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt das „Paradox über den Schauspieler“ als eine ästhetische Schrift vor, in der Diderot eine Schauspieltheorie des natürlichen Spiels entwirft. Sie führt in die zentrale These Diderots ein, dass ein Schauspieler seine eigenen Empfindungen abspalten muss, um wirklich „groß“ auf der Bühne zu sein.
Im zweiten Kapitel werden die Grundeigenschaften eines großen Schauspielers nach Diderot beleuchtet. Diderot argumentiert, dass ein Schauspieler „sehr viel Urteilskraft“ und „Scharfblick“ benötigt, aber keine Empfindsamkeit. Der Schauspieler soll ein „kühler und ruhiger Beobachter“ sein, der in der Lage ist, alle möglichen Charaktere und Rollen zu imitieren.
Schlüsselwörter
Denis Diderot, Schauspieltheorie, natürliches Spiel, Selbstkontrolle, Beobachtung, Überlegung, „modèle idéal“, Empfindsamkeit, Jacques Copeau, Paradox, „réflexion“, Illusion, „bewußte Gestaltung“
Häufig gestellte Fragen
Was besagt Denis Diderots „Paradox über den Schauspieler“?
Diderot behauptet, dass ein Schauspieler nur dann großartig ist, wenn er selbst völlig ungerührt bleibt und seine Rolle rein durch Beobachtung und Technik konstruiert.
Warum lehnt Diderot die „Empfindsamkeit“ (sensibilité) beim Spielen ab?
Weil echte Gefühle unbeständig sind. Ein Schauspieler, der wirklich fühlt, könnte seine Leistung nicht jeden Abend mit der gleichen Präzision wiederholen.
Was ist das „modèle idéal“ in Diderots Theorie?
Es ist das geistige Idealbild einer Figur, das der Schauspieler durch Reflexion erschafft und auf der Bühne imitiert, anstatt sich selbst auszudrücken.
Wer war Jacques Copeau und wie stand er zu Diderot?
Copeau war ein bedeutender Theatermann, der Diderots Theorie kritisierte, da er die Trennung von Mensch und Rolle für unnatürlich und in der Praxis kaum umsetzbar hielt.
Was versteht Diderot unter „natürlichem Spiel“?
Natürliches Spiel ist bei Diderot paradoxerweise das Ergebnis höchster Künstlichkeit und bewusster Gestaltung, nicht der spontanen Eingebung.
Gilt Diderots Theorie heute noch als aktuell?
Ja, sie ist ein Grundpfeiler der Theaterästhetik und wird oft im Kontrast zu Methoden wie dem „Method Acting“ diskutiert, das auf echtem Erleben basiert.
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- M.A. Katharina Rose (Author), 2004, Die Empfindung des Schauspielers. Denis Diderots Paradox, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/374642