Methoden der empirischen Sprachforschung. Vor- und Nachteile der modernen Online-Erhebung im Vergleich mit üblichen Methoden der Sprachdatenerhebung


Essay, 2013

31 Seiten, Note: 2


Leseprobe

1. Einleitung

Innerhalb der empirischen Sprachforschung ist die Sprachgeographie ein wichtiger Forschungsbereich. Sie beschäftigt sich damit, sprachliche und metasprachliche Phänomene an bestimmten Punkten zu verorten und dann durch Kartierung zu veranschaulichen. Doch immer wieder trifft man dabei auf die gleiche Frage: Welchen Nutzen kann man aus empirischer Sprachforschung ziehen?

Empirische Methoden in der Linguistik dienen im Allgemeinen zur Beantwortung aufkeimender Fragen, die wir an die Natur der Sprache oder aber ihre allgemeinen Verhältnisse stellen. Dies können lautliche oder grammatische Phänomene sein oder wie in dem vorliegenden Fall die Frage nach der alltäglichen Umgangssprache in einem deutschsprachigen Gebiet. Da sich diese sogenannte Alltagssprache1 in einem stets schwankenden Variantionsspektrum zwischen Dialekt und Standard befindet, ist es hier besonders schwer die verschiedenen regionalen, stilistischen und situationsspezifischen Varianten zu gliedern und in eine übersichtliche Ordnung zu bringen. Für diesen Zweck gibt es innerhalb der empirischen Sprachforschung verschiedene Methoden, die alle unterschiedlich kostspielig, ergiebig und zeitaufwändig sind.

Die vorliegende Arbeit konzentriert sich darauf einen Überblick über die Organisation einer Sprachdatenerhebung zu geben. Dabei soll auch darauf geachtet werden, auf möglichen Schwierigkeiten innerhalb der Planung und Durchführung hinzuweisen. Das besondere Augenmerk liegt dabei aber in den verschieden Methoden der Sprachdatenerhebung, die auf ihre Vor- und Nachteile hin untersucht werden sollen. Zum Schluss soll durch den Vergleich der Vorgehensweise des „Wortatlas der deutschen Umgangssprachen“ von Jürgen Eichhoff mit der modernen Methode des „Atlas der deutschen Alltagssprache“ von Stephan Elspaß und Robert Möller aufgezeigt werden, für welche Untersuchungsgegenstände die jeweilige Vorgehensweise am besten geeignet ist.

2. Planung und Durchführung einer empirischen Sprachdatenerhebung

Das Ziel einer jeden empirische Analyse soll es sein, Untersuchungsgegenstände und Fragestellungen auf der Grundlage von Hypothesen zu bearbeiten um schlussendlich Daten zu erhalten, die auf einer systematischen Beobachtung beruhen.

2.1. Hypothesenbildung und Planung

Für jede empirische Sprachforschung besteht das Problem, dass Mess- und Beobachtungsmethoden das zu untersuchende Phänomen grundlegend beeinflussen können. Aus diesem Grund kann bei nahezu jeder Erhebung linguistischer Daten ein Irregularität beobachtet werden, die William Labov als das Beobachterparadox bezeichnet: „the aim of linguistic research in the community must be find out how people talk when they are not being systematically observed.“2 Um das Beobachterparadox auf ein Minimum zu reduzieren ist es wichtig zu gewährleisten, dass sich die Gewährspersonen in einer möglichst natürlichen und angenehmen Gesprächssituation befinden und wenn möglich sogar in Unkenntnis über den linguistischen Zweck ihrer Befragung bleiben. Doch bewegt man sich bei dieser Thematik auf einem schmalen Pfad zwischen dem Wunsch nach Authentizität und dem persönlichen Datenschutzrecht der Gewährspersonen, das unter keinen Umständen verletzt werden darf. Deshalb ist es eine der wichtigsten Aufgaben der modernen Forschung über die informelle Alltagssprache, Methoden und Fragetechniken zu entwickeln, die den Sprecher von seiner eigenen Sprechweise ablenken und ihn damit zu einem möglichst natürlichen Sprechverhalten führen.

Dennoch darf an dieser Stelle auch nicht vergessen werden, dass eine „deskriptive Untersuchung (…) zu aller erst an[gibt], wie das interessierende Phänomen, der interessierende Sachverhalt beschaffen ist, und nicht, warum so und nicht anders.“3 Das heißt im Klartext, dass gerade im Forschungsbereich der deutschen Umgangssprachen keinerlei Interesse an den bestehenden Hintergründen der verschiedenen Ausprägungen besteht, sondern an dieser Stelle allein die Ergebnisse ausschlaggebend sind. Gleichzeitig gilt aber zu beachten, dass der höchste Grad der Beobachtungsadäquatheit4 durch keine Studie vollständig erreicht werden kann, da in der Realität jedes Phänomen nur exemplarisch und stichprobenartig bearbeitet werden kann. Diese logische Unvollständigkeit der Daten muss bei jeder Studie berücksichtigt werden.

Doch darf an dieser Stelle auf keinen Fall der Rückschluss gezogen werden, dass die Stichprobe die Regel bedingt; vielmehr gilt zu beachten, dass gerade bei praktischen Studien, die differenzierte Festlegung von Stichpunkten für den Erfolg der Analyse entscheidend ist.

Bei der Umsetzung einer empirischen Sprachdatenerhebung müssen folgende Gliederungspunkte eingehalten werden: Zunächst einmal gilt es die speziellen Ziele der Untersuchung festzulegen, den Untersuchungsgegenstand zu definieren und schlussendlich eine geeignete Hypothese zu formulieren. Danach ist es wichtig, die genauen Prämissen in der Durchführung der Datenerhebungen zu überprüfen und im optimalen Fall die Stichprobe anhand eines vorläufigen Versuchs zu testen. Im Hinblick auf die Fragestellung sollte dafür primär festgelegt werden, welche Methodik für diesen speziellen Zweck am besten geeignet ist und auf welche Gruppe der Merkmalsträger5 sich die Studie im folgenden beruft. Die Entscheidung für eine bestimmte Methode, die speziellen Fragen und die Gruppe der Gewährspersonen muss dabei stets individuell getroffen werden, da sonst die Gefahr besteht, „dass der Fall nur noch als Fall untersucht wird und jegliche Form der Generalisierung auf andere Fälle nicht möglich ist“6

Erst danach folgt die eigentliche Erhebung, sowie die Verarbeitung und Aufbereitung des erhaltenen Materials, bevor es dann im letzten Schritt zur abschließenden Analyse der Daten und zur Beantwortung der anfänglichen Fragestellung kommen kann.

2.2. Methoden eines Samplings

Am Anfang einer jeden Studie steht also - wie bereits beschrieben - die grundsätzliche Bestimmung der Auswahlmethoden, also des sogenannten Sampling. Natürlich wünscht sich jeder Forscher zu seinem Thema eine Vollerhebung um die maximale Datenbasis für seine Analyse zu erhalten. Doch dieses Verfahren ist sehr aufwändig und lässt sich in der Realität meist nur in einer Volkszählung verwirklichen.

Häufiger treten dagegen sogenannte Stichprobenerhebungen auf, deren Ziel es ist, eine möglichst heterogene, in den relevanten Merkmalen maximal kontrastierte und somit informative Gruppe von Personen für die Untersuchung zu gewinnen, um so ein möglichst repräsentatives Ergebnis zu erhalten. Ihr größter Befürworter Michael Quinn Patton bezeichnet eben dieses Vorgehen als Prinzip der Varianzmaximierung.7 Außerdem soll durch diese uneinheitliche Gruppe von Merkmalsträgern gewährleistet werden, dass bedeutende Informationen nicht durch das Raster der vorangehenden Selektion der Gewährspersonen fallen und so direkt am Anfang verloren gehen.8 Dennoch kann es genau an dieser Stelle zu zwei unterschiedlich zu bewertenden Fehlerquellen kommen. Zum einen die sogenannten Zufalls- oder Auswahlfehler, die auf eine mangelhafte Quantität der Daten hindeuten. Zum anderen die Auswahlbias, als „systematische Abweichung einer Statistik vom Parameter“9, was in den meisten Fällen ein Beleg für eine unzulängliche Vorbereitung der Stichprobe ist. Denn wird die Stichprobe nach anderen Parametern gezogen als sie in der Grundgesamtheit auftritt, wird das Ergebnis verfälscht und gilt somit als unbrauchbar. So macht es keinen Sinn bei einer Umfrage zu Umgangssprache in Hessen lediglich 65jährige Männer zu befragen, wenn man Wert auf Allgemeingültigkeit legt. Es lässt sich also festhalten: Der Weg zum Erfolg einer guten Stichprobe führt nicht über einen möglichst großen, sondern einen möglichst repräsentativen Teil der Grundgesamtheit.

Innerhalb der Auswahlmethoden lassen sich noch einmal zwei Stichprobentechniken unterscheiden und anhand ihrer Vor- und Nachteile näher beleuchten. Zum einen die Zufallsstichprobe10, die keine spezifische Gruppe umfasst und statt dessen nach der Zufallsauswahl vorgeht. Dies kann zum Beispiel über die klassischen Einträge in einem Telefonbuch oder aber die Listen des Einwohnermeldeamtes funktionieren. Der Vorteil liegt an dieser Stelle klar auf der Hand: Da keine Auswahl innerhalb bestehender Listen geführt werden muss, zeichnet sich diese Methode vor allem durch ihren geringen Aufwand und die damit verbundene schnelle Durchführung bei hohem Ertrag aus. Bei der Verwendung der Zufallsstichprobe ist es nicht notwendig, vor Beginn der Untersuchung etwas über die Merkmale der Grundgesamtheit oder deren Verteilung zu erfahren.

Doch gerade hier liegt auch die größte Schwäche der Methode, die Unkontrollierbarkeit. Durch unsteuerbare Zufallskomponenten kann sich eine folgenschwere Unausgeglichenheit innerhalb der Erhebung einschleichen und damit die Repräsentativität der Studie zu Nichte machen. Des Weiteren können Fehler, Veränderungen oder Ausfälle in den benötigten Listen dafür sorgen, dass das gewünschte Zufallsdesign zerstört wird.11 Und so urteilt Lawrence Davis: „What we are left with, then, is the fact that classic random sampling is, for all pracrtical purposes, not really feasible for us; instead our effort should be spent in eliminating destructive bias“12

Zum anderen die Quotenstichprobe13, auch geschichtetes oder systematisches Sampling genannt, die sich von Anfang an auf genaue Parameteridentifizierung verlässt. Der Grundgedanke besteht also darin, die Grundgesamtheit nach bestimmten Merkmalen (z.B. Geschlecht, Alter, Region etc.) in Schichten zu unterteilen, um dann aus jeder dieser Schichten eine repräsentative Zufallsstichprobe ziehen zu können. Hier eröffnet sich jedoch erneut das Problem des Datenschutzrecht der Gewährspersonen und somit die Schwierigkeit persönliche Daten abzufragen, die eventuell zu intim sein können.

2.3. Methoden der Sprachdatenerhebung / Feldtechniken

Um Sprachdaten zu erheben, gibt es unterschiedlichste Methoden, die im Folgenden zunächst kurz dargelegt werden, um sie danach auf ihre Vor- und Nachteile hin zu untersuchen.

2.3.1. Experiment

Bei einem Experiment manipuliert man unter streng kontrollierten Bedingungen „eine Variable und betrachtet, ob eine Änderung in dieser Variablen (der unabhängigen Variablen) eine Auswirkung auf eine andere Variable zeigt (die abhängige Variable).“14 Dabei ist es wichtig, dass einerseits beide Variablen eindeutig definiert und andererseits alle anderen Störvariablen ausgeschaltet werdem. Bei einer empirischen Sprachdatenerhebung lassen sich grundsätzlich zwei verschiedene Typen des Experiments unterscheiden - Das Laborexperiment und das Feldexperiment.

Das Laborexperiment zeichnet sich grundsätzlich durch ein hohes Maß an Kontrolle aus, da sowohl Räumlichkeiten, als auch Thema vollständig vorgegeben sind. Doch kann dies dazu führen, dass die Erhebungssituation für die Gewährspersonen derart künstlich erscheint, dass eine natürliche und authentische Sprechsituation gar nicht zustande kommen kann.15 Damit werden aber auch zwangsläufig bedeutende Variablen und Varianzen von der Gewährsperson ausgeschlossen, da sie sich selbst in einer Art kontrolliertem Leistungsnachweis wiederfindet und daher eher auf ein möglichst hohes Sprachniveau ausweicht.

Das Feldexperiment hingegen versteht sich als eine Art „research study in a realistic situation in wich one or more independent variables are manipulated by the experimenter under as carefully controlled conditions as a situation will permit.“16 Diese Aussage ist jedoch recht widersprüchlich, wenn man bedenkt, dass sich das Feldexperiment darauf beruft, möglichst realistisch und natürlich zu sein, obwohl auch hier die Durchführung in höchstem Maße kontrolliert werden sollte. Und so liegt die Problematik der soziolinguistischen Studien, die sich auf das Feldexperiment berufen17, meist darin, dass durch die Fokussierung auf Realitätsnähe die Kontrolle über bedeutsame Variablen aus dem Blickfeld fallen. Und doch gelangen viele linguistische Sprachforscher schlussendlich zu dem Ergebniss, „dass sich die experimentelle Technik am besten zur Erhebung authentischer Daten eigne. (…) [Denn trotz allem impliziert] diese Methode ein hohes Kontrollmaß der Situation mit Hilfe von Manipulation bei gleichzeitig niedriger Kontrolle über das zu sammelnde Sprachmaterial.“18 Außerdem können durch ein Experiment Extremsituationen durchgeführt werden, die die zu prüfende Hypothese unter den außergewöhnlichsten Bedingungen testen und erörtern.19

2.3.2. Beobachtung

Die Methodik der Beobachtung fällt unter die aufwändigeren Verfahren der Datenerhebung und findet deshalb auch nur selten ihren Platz innerhalb der empirischen Sprachforschung. Grundsätzlich können jedoch zwei Arten der Beobachtung unterschieden werden, zum einen die Selbstbeobachtung und zum anderen die Fremdbeobachtung.

Die Selbstbeobachtung oder auch Introspektion beruht allein auf dem persönlichen Sprachgefühl des Experten, der aufgrund seiner Intuition Sprachphänomene und Irregularitäten niederschreibt.20 Im Verhältnis zu anderen Methoden erweist sich diese als zeit- und kostengünstig, da nur eine einzelne Person als Gewährsperson dient und deshalb auch keine spätere Validierung nötig ist. Doch besteht gerade in dieser geringen Basis an Daten das größte Manko, denn sie setzt voraus, dass die Kompetenz des Experten repräsentativ für eine ganze Sprechergemeinschaft gilt - und welcher Sprecher könnte diese Autorität schon für sich in Anspruch nehmen? Dieser Meinung konform geht auch William Labov, der folgende Kritik äußert: „Wer nur seine eigene Intuition erforscht und in Isolation von jedem sozialen Kontext sprachliche Daten sowie Theorie dazu produziert, ist der Inbegriff des lame 21 .22

Innerhalb der Fremdbeobachtung kann noch einmal zwischen offener und verdeckter Fremdbeobachtung unterschieden werden. Bei einer verdeckten Beobachtung sind sich die Gewährspersonen der Tatsache, dass sie beobachtet werden nicht bewusst, sodass die Ergebnisse real und unverfälscht ausgewertet werden können. Doch ist diese Praxis, wie bereits mehrfach erwähnt, sowohl gesetzlich als auch moralisch äußerst problematisch und wird deshalb auch nur selten eingesetzt. Außerdem ist es sehr schwer, sich als Außenstehender adäquat in eine Situation zu integrieren, sodass man teilhaben und beobachten kann, aber dennoch nicht als störend empfunden wird. Dennoch ist die verdeckte Fremdbeobachtung meist die einzige Möglichkeit um an möglichst authentisches und schwer zugängliches Sprachmaterial zu kommen, beispielsweise bei der Untersuchung von Jugendsprache.23 Häufiger anzutreffen ist deshalb die offene Fremdbeobachtung, bei der die Teilnehmer über die Untersuchung Bescheid wissen und eine Einverständniserklärung unterschrieben haben. Doch genau hier liegt das allgegenwärtige Problem: Denn wenn man weiß, dass man beobachtet wird, verhält man sich natürlicherweise anders, als man es in einer unbeobachteten Situation tun würde. Um dieses Beobachterparadox zu überwinden, greifen viele Sprachforscher darauf zurück, die Aufmerksamkeit der Gewährspersonen auf etwas Nichtsprachliches zu legen und so die Fokussierung auf ein möglichst hohes und daher nicht authentisches Sprachverhalten zu unterbinden.

2.3.3. Befragung

Die überwiegend eingesetzte Methode der Sprachdatenerhebung ist die Befragung. Mündliche Befragungen finden dabei zumeist innerhalb eines Interviews oder in einigen Fällen innerhalb einer raschen und anonymen Datenerhebung statt, während schriftliche Befragungen mit Hilfe eines Fragebogens durchgeführt werden. In allen Fällen ist aber stets auf eine korrekte und wohlüberlegte Auswahl der Fragen zu achten. So ist der Hintergrund einer Frage und ihre Eignung für die vorliegende Problemstellung immer ausschlaggebend für den Erfolg einer Befragung.24

Gleichzeitig muss penibel darauf geachtet werden, wie eine Frage formuliert ist, da stets die Gefahr besteht mit einer zu fokussierten Frage die Antwort der Gewährsperson in eine bestimmte Richtung zu drängen.25 Nach Kurt Holm26 lassen sich alle Befragungen in sechs Kategorien einteilen:

1. Faktfragen beschäftigen sich mit nachprüfbaren Tatsachen, die den Befragten oder seine Umwelt betreffen. Für den Befragten sind sowohl Inhalt als auch Verwendungszweck der Frage leicht nachvollziehbar und deshalb unproblematisch zu beantworten.

Zum Beispiel: „Wie viele Bundesländer hat Deutschland?“

2. Wissensfragen beschäftigen sich mit einem bestimmten Themengebiet, über das die Gewährsperson Fragen beantworten soll. Meist haben diese Fragen das Ziel, eine Liste kognitiver Fähigkeiten zu erstellen.

Zum Beispiel: „Wie heißt der Finanzminister?“

3. Demographische Fragen beschäftigen sich mit den persönlichen Daten des Befragten. An dieser Stelle kann es zu Problemen kommen, wenn die Fragen zu tief in die Privatsphäre eindringen.

Zum Beispiel: „Wie alt sind Sie?“ „Wie hoch ist ihr monatliches Einkommen?“ 4. Einschätzungsfragen werden dann herangezogen, wenn ein detailliertes Wissen über ein bestimmtes Gebiet bei dem Befragten nicht vorauszusetzen ist. Die Antwortmöglichkeiten bei einer geschlossenen Frage werden oft in einer Skala vorgegeben.

Zum Beispiel: „Wie viele Stunden sollten Kinder ihrer Meinung nach vor dem Fernseher verbringen?“

5. Bewertungsfragen beschäftigen sich mit der aktuellen Einschätzung des Befragten zu einem vorliegenden Thema. Auch hier kann eine Antwort in einem Schema vorgegeben werden.

Zum Beispiel: „Wie beurteilen sie die Leistung des Referenten?“

[...]


1 Anmerkung: In der gesamten Arbeit wird anstatt der geläufigen Bezeichnung „Umgangssprache“, auf den Begriff „Alltagssprache“ zurückgegriffen. Damit schließt man sich den Ausführungen Möllers und Elspaß zu der Kontroverse um diesen Ausdruck an. Vgl. Vgl. Möller / Elspaß, Erhebung dialektgeographischer Daten per Internet, S.116.

2 Labov, Language in the inner city, S.209.

3 Schlobinski, Empirische Sprachwissenschaft, S.13.

4 Anmerkung: Auf Basis der Beobachteradäquatheit ist es das Ziel der empirischen Sprachforschung auf die Erklärung für ein sprachliches Phänomen Rückschlüsse zu ziehen. (Vgl. Schlobinski, Empirische Sprachwissenschaft, S.13.)

5 Schlobinski, Empirische Sprachwissenschaft, S.21.

6 Merkens, Stichproben, S.98.

7 Vgl. Patton, Qualitative research, S.207ff.

8 Reinders, Qualitative Interviews mit Jugendlichen führen, S.134f.

9 Knieper, Statistik, S.60.

10 Beispielsweise hielt William Labov eine Zufallsstichprobe mit Angestellten eines Kaufhauses ab, nachzulesen in: Labov, Sprache im sozialen Kontext I, S.5ff.

11 Vgl. Holm, Befragung, S. 145f.

12 Davis, Statistics, S.11.

13 Als Beispiel soll hier Peter Schiblinksis soziolinguistische Studie zur Stadtsprache Berlins dienen, nachzulesen in: Schoblinski, Stadtsprache Berlin, S.49-57.

14 Albert / Koster, Empirie, S.46.

15 Vgl. Schoblinski, Empirische Sprachwissenschaft, S.33.

16 Kerlinger, Foundations of Behavioral Research, S.382.

17 Zu nennen wäre hier Schoblinskis Untersuchung zur Kodierung von Raumkonzepten, Vgl. Schoblinski, Empirische Sprachwissenschaft, S.32f.

18 Metzger, Politeness in English and Mexican Spanish - Focus on Refusals and Compliment Responses, S.39.

19 Vgl. Albert / Koster: Empirie, S.51.

20 Vgl. Schoblinski, S.49.

21 Als lame bezeichnet Labov Personen, die aufgrund ihres Sprach- oder Kommunikationsverhaltens nicht als Vertreter einer Gruppe in Frage kommen, vgl. Labov, Sprache im sozialen Kontext I, S.270f.

22 Labov, Sprache im sozialen Kontext I, S.303.

23 Vgl. Labov, Empirische Sprachwissenschaft, S.49ff.

24 Vgl. Brosius, Koschel, Haas: Methoden der empirischen Kommunikationsforschung, S.104ff.

25 Vgl. zu dieser Problematik: Friedrichs, Methoden der empirischen Sozialforschung, S.210.

26 Holm, Befragung, S.32ff.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
Methoden der empirischen Sprachforschung. Vor- und Nachteile der modernen Online-Erhebung im Vergleich mit üblichen Methoden der Sprachdatenerhebung
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
2
Autor
Jahr
2013
Seiten
31
Katalognummer
V374675
ISBN (eBook)
9783668519282
ISBN (Buch)
9783668519299
Dateigröße
797 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sprachforschung, Sprachwissenschaft, Linguistik, Empirisch, Robert Möller, Jürgen Eichhoff, Sprachdatenerhebung, Stephan Elspaß
Arbeit zitieren
Claudia Kless (Autor), 2013, Methoden der empirischen Sprachforschung. Vor- und Nachteile der modernen Online-Erhebung im Vergleich mit üblichen Methoden der Sprachdatenerhebung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/374675

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