In diesem Projekt unterstützt der Autor einen Menschen mit Morbus Down-Syndrom bei der Gesichtspflege, speziell bei der Gesichtsrasur. Aufbau:
Biografie und Diagnose,
Das Ziel meiner Tätigkeit,
Ausführliche Beschreibung der Tätigkeit,
Theorie - Praxis - Bezug,
Selbstreflexion/Selbsterziehung.
Kai kann sich weites gehend selbständig rasieren. Allerdings bleibt er immer an derselben Stelle, an der linken Seite vom Kinnbereich unrasiert. Ihn stört es selber nicht, dass er an dieser Stelle nicht rasiert ist. Lange habe ich mir darüber Gedanken gemacht, womit dies zusammen hängt, das Kai immer an der gleichen Stelle unrasiert bleibt und es den Anschein macht, dass es ihm nicht auffällt. Hängt es vielleicht damit zusammen dass die Wahrnehmung von Kai ein weinig eingeschränkt ist? Oder hat es viel mehr damit zu tun, dass sein Sehvermögen ein bisschen schwächer ist, als bei anderen Menschen? Ich selber weiß es noch nicht und versuche dies in meinen Beobachtungen, in den Durchführungen zur Unterstützung seiner Gesichtspflege beobachten zu können. Um dann später an anderer Stelle in dieser schriftlichen Ausarbeitung von meinen Beobachtungen, die ich hoffentlich machen kann, berichten zu können.
Inhaltsverzeichnis
Biographie und Diagnose
Das Ziel meiner Tätigkeit
Ausführliche Beschreibung der Tätigkeit
Theorie – Praxis – Bezug
Tastsinn
Sehsinn
Meine Reflexion auf das Projekt
Quellenangaben
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit dokumentiert ein pädagogisches Projekt zur Unterstützung eines Menschen mit Down-Syndrom bei der täglichen Gesichtspflege, konkret beim Rasieren. Ziel ist es, die Selbstständigkeit des Klienten durch gezielte Förderung der Sinneswahrnehmung (Tastsinn und Sehsinn) und eine strukturierte Begleitung zu erhöhen.
- Unterstützung bei der Gesichtsrasur für mehr Selbstständigkeit
- Förderung der Tast- und Seh-Wahrnehmung zur Identifikation von Bartstoppeln
- Bedeutung von Struktur und Ruhe im Tagesablauf bei Menschen mit Beeinträchtigung
- Anwendung von theoretischen Sinneskonzepten (Rudolf Steiner) in der Praxis
- Reflexion der eigenen pädagogischen Haltung und Körpersprache
Auszug aus dem Buch
Biographie und Diagnose
Kai (Name geändert) ist ein 45-jähriger junger Mann, mit dem Morbus Down-Syndrom. Er ist ca. 1,65m groß und wiegt ca. 70kg. Kai hat fast sein ganzes Leben in Einrichtungen verbracht. Zuerst lebte er in B., wo er dann zur gleichen Zeit in F. seine Schulbildung absolvierte. Im Jahre 1995 kam er dann schließlich zu uns auf den Lehenhof. Daraus könnte man schließen dass Kai, aus keinem guten Elternhaus kommt, aber dies ist gewiss nicht so. Er kommt aus einem sehr guten gefestigten Elternhaus. Sein Vater möchte nur das Beste für seinen Sohn, das merkte ich schnell, als ich mich mit ihm unterhalten habe. Vor ca. 7 Jahren musste Kai einen herben Rückschlag hinnehmen, seine Mutter ist damals an Krebs verstorben. Ich kann beobachten dass Kai bis heute den Verlust seiner Mutter noch nicht ganz verkraftet hat. Seit 2015 lebt er bei uns in der Hausgemeinschaft, wo er sich sehr wohl fühlt.
Ende März 2017 besuchte ich Herr S., den Vater von Kai, in einem kleinen Ort am Bodensee. Er konnte mir sehr viel über die genaue Diagnose von Kai erzählen. Herr S. konnte mir wahrscheinlich auch deshalb eine so gute Information geben, weil er selber Arzt war. Wie schon oben genannt hat Kai das Morbus Down-Syndrom mit einem angeborenen Herzfehler. Viele Menschen mit Down-Syndrom kommen mit einem Herzfehler zur Welt. Kai kam mit einem AV-Kanal zur Welt. Dies ist eine Verbindung zwischen Vorhof und Hauptkammer im Herzen. Der Herzfehler wurde sehr bald operativ behoben. Mit 14 Jahren leidete Kai an einem Hüftkopfgleiten. Man kann sich dies vorstellen, wie ein Hüftkopfbruch. Nach dem operativen Eingriff musste Kai ein Jahr eine Schiene am Bein tragen. Nach dem Absetzen der Schiene destabilisierte sich das ganze wieder. Dadurch hatte er eine ca. 10cm Beinverkürzung. Durch einen orthopädischen Schuh glich er diese aus, bis er einige Jahre später eine Hüftprothese bekam.
Zusammenfassung der Kapitel
Biographie und Diagnose: Dieses Kapitel stellt den Klienten Kai vor, beleuchtet seinen familiären Hintergrund und detailliert seine medizinische Diagnose sowie bisherige Krankheitsverläufe.
Das Ziel meiner Tätigkeit: Hier wird das spezifische Ziel definiert, Kai durch den Einsatz von Tastsinn und Sehsinn zur weitestgehend selbstständigen Rasur zu befähigen.
Ausführliche Beschreibung der Tätigkeit: Der Autor beschreibt den praktischen Prozess, die Anpassung der Rahmenbedingungen wie den Ort der Rasur und die Bedeutung von Struktur und Vorbildfunktion.
Theorie – Praxis – Bezug: In diesem Kapitel werden theoretische Grundlagen des Tast- und Sehsinns, unter anderem basierend auf der Anthroposophie, für die praktische Arbeit aufbereitet.
Tastsinn: Dieses Unterkapitel erläutert die Bedeutung des Tastsinns als Wahrnehmung von innen heraus und dessen Kopplung an den Gleichgewichtssinn.
Sehsinn: Hier wird der Sehsinn als Brücke zwischen Betrachter und Betrachtetem beschrieben und die Bedeutung von Augenbewegungen für eine differenzierte Wahrnehmung dargelegt.
Meine Reflexion auf das Projekt: Der Autor resümiert das erreichte Ziel, reflektiert die eigene pädagogische Entwicklung und bewertet die Lernerfolge für beide Seiten.
Quellenangaben: Auflistung der verwendeten Literatur und Vortragsskripte zur theoretischen Fundierung der Arbeit.
Schlüsselwörter
Down-Syndrom, Gesichtspflege, Rasieren, Tastsinn, Sehsinn, Wahrnehmung, Selbstständigkeit, Pädagogik, Struktur, Nystagmus, Reflexion, Lehenhof, Unterstützung, Behinderung, Entwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert ein pädagogisches Projekt zur Unterstützung eines 45-jährigen Mannes mit Down-Syndrom bei der eigenständigen Durchführung seiner täglichen Gesichtspflege.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die praktische pädagogische Arbeit im Bereich der Körperpflege, die Förderung von Sinneswahrnehmungen sowie die reflektierte Gestaltung von Nähe und Distanz in der Betreuung.
Was ist das primäre Ziel des Projekts?
Das Hauptziel ist, den Klienten so zu befähigen, dass er sich am Ende des Projektzeitraums weitestgehend selbstständig und gründlich rasieren kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es wird eine handlungsorientierte pädagogische Methode angewandt, gestützt durch theoretische Erkenntnisse zur Sinneslehre (Tastsinn und Sehsinn), sowie eine fortlaufende Reflexion des eigenen Handelns.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil beschreibt die Durchführung des Projekts, die Beobachtungen der Entwicklung des Klienten, die Anpassung der Umgebung und die theoretische Verknüpfung der Sinneswahrnehmungen mit der Praxis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Down-Syndrom, Selbstständigkeit, Tastsinn, Sehsinn, Pädagogik, Struktur und Reflexion.
Warum war der Wechsel des Ortes für die Rasur so entscheidend?
Der Wechsel vom privaten Zimmer in das Gemeinschaftsbadezimmer war notwendig, da die Lichtverhältnisse dort deutlich besser waren, was die visuelle Wahrnehmung des Klienten beim Rasieren unterstützte.
Wie beeinflusste das Vorbild des Autors den Erfolg des Projekts?
Indem sich der Autor während der Rasur selbst neben den Klienten stellte und diese Tätigkeit ausführte, konnte der Klient durch Nachahmung (Imitation) die Technik der Rasur wesentlich verbessern und wirkte zudem entspannter.
- Citar trabajo
- Julian Ansorg (Autor), 2017, Eigenständiges Rasieren als Projekt. Unterstützung eines beeinträchtigten Menschen bei der Gesichtspflege, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/374705