Film und Kunst bei Samuel Beckett


Ausarbeitung, 2016
18 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhalt
Seite
1. Aufgabe 1: Exzerpt zu ,,Samuel Becketts Film"...01
2. Aufgabe 2: Essay zum Verhältnis von Film und anderen Künsten...03
3. Aufgabe 3: Fragestellung zu einer Hausarbeit...06
4. Aufgabe 4: Literaturliste zur in Aufgabe 3 skizzierten Hausarbeit...09
5. Aufgabe 5: Untersuchung eines Films in Hinblick auf das Verhältnis
von Mise-en-Sc
ène
und Montage...10
6. Aufgabe 6: Rezension zu Film...13
7. Aufgabe 7: Diskussion im Hinblick auf das Verhältnis von Sprache
und Visualität in Samuel Becketts Filmen...16

Portfolio zu ,,Die Filme Samuel Becketts"
Aufgabe 1: Exzerpt zu ,,Samuel Becketts Film"
Fassen Sie die Grundgedanken des folgenden Aufsatzes knapp und übersichtlich
in Form eines Exzerpts zusammen. Versuchen Sie, die Leitideen so übersichtlich
wie möglich zu präsentieren (d.h. möglichst nicht als ausformulierter Text).
Titel: Die Leitideen des Aufsatzes ,,Samuel Becketts Film"
Literaturangabe: Federman, Raymond: Samuel Becketts Film [1966/67]. In:
Hartel/Glasmeier (Hg.), The Eye of Prey. Berlin 2011, S. 114-126.
Seite Thema
Exzerpt
Anmerkungen
114
Die Schwächen
der
Künste
hervor heben
,,... ein Versuch, die
offensichtlichsten
Schwächen des heutigen
Kinos bloßzulegen: das
Aufbauschen von Ton,
Action, Plot und Botschaft
unter
völliger
Vernachlässigung
der
Bilder."
Beckett hebt die Schwächen
der Künste hervor, indem er
dem Programm der
Reduktion bei Roman,
Theater, Hörspiel und Film
folgt, was im Gegensatz zur
Film-Avantgarde steht, die
die verschiedenen Elemente
des Films miteinander
verschmelzen lassen will.
115
Rückbesinnung
auf den Kern
des Mediums
,,Ein Schritt nach vorn ist per
definitionem ein Schritt
zurück."
Beckett
sieht
die
Entwicklung, die nach der
ursprünglichen Grundidee
des Mediums eintritt, als
Rückschritt an, da man sich
somit wieder vom Kern des
Mediums entfernt: In ,,Film"
besinnt er sich daher zurück
auf das bewegte Bild.
116
Becketts Kunst
liegt
im
Offensichtli-
chen
,,...sein
gesamtes
künstlerisches Schaffen auf
der Ausbeutung von
Gemeinplätzen,
von
Banalem und Klischees
basiert..."
Becketts Kunst liegt nicht im
Rätselhaften
und
Komplexen, sondern im
Erkennen und Ausdiskutieren
des Offensichtlichen.
117f. Die Unfähigkeit
des Künstlers
,,...
beharrliche
Ausdifferenzierung
von
Unfähigkeit
und
Unwissenheit und folglich
von
künstlerischem
Versagen."
Beckett thematisiert den
Zwang des Künstlers,
ausdrücken zu wollen und
dies doch nicht adäquat zu
können in seinen vorherigen
Werken sowie in Film.
119
Das Auge als
zentrales Motiv
in Film
,,... Becketts unnachgiebigen
Einsatz des Auges als eines
Symbols für Wahrnehmung."
Thematisierung der visuellen
Wahrnehmung wird durch
das immer präsente Auge
dargestellt: zentrales Motiv
3

Portfolio zu ,,Die Filme Samuel Becketts"
bei Film.
123
Die
verschiedenen
Wahrnehmungs-
perspektiven in
Film
,,... Hauptanliegen des Films,
oder, um genau zu sein, von
Becketts
gesamtem
Schaffen: im Leser oder
Zuschauer eine zusätzliche
Wahrnehmung
hervorzurufen."
In Film ist das Kamera-Auge
sowohl
das
den
Protagonisten
objektiv
beobachtende Auge als auch
dessen eigenes Auge:
Auflösung am Ende des
Films, dass sich der
Protagonist
selbst
wahrnimmt, vor seiner
eigenen Wahrnehmung flieht.
124f. Die
Unausbleiblich-
keit
der
Selbstwahrneh
mung
,,Die Suche nach dem Nicht-
Sein durch die Flucht vor der
Wahrnehmung
anderer
scheitert
an
der
Unausbleiblichkeit
der
Selbstwahrnehmung."
In Film flieht der Protagonist
vor allen Augenpaaren, die
ihn beobachten könnten
(Tiere, Bilder), zuletzt nimmt
er nur noch sich selbst wahr,
kann vor sich selbst nicht
fliehen.
125
Techniken zur
Fokussierung
auf das bewegte
Bild
,,... zwingt Beckett den
Zuschauer, sich auf die
eigentlichen Bilder zu
konzentrieren..."
Durch Reduzierung der
Handlung
auf
das
Offensichtliche,
das
Aufzeigen
der
Unzuverlässigkeit des Auges
und das Fehlen von Ton
verlagert Beckett den Fokus
auf das Bild seine
Intention.
126
Grenzen der
Kunst und des
Menschen
,,Wie in seinen anderen
Arbeiten entlarvt Beckett
nicht nur die Grenzen einer
Kunstform, sondern die
Grenzen der menschlichen
Art."
Zeigt durch die Trennung
zwischen Wahrgenommenem
und Wahrnehmenden die
Problematik auf, das Sehen
oder Gesehen werden nicht
begreifen bzw. nicht
beschreiben zu können.
126
Selbstthemati-
sierung der
Kunstwerke
Becketts
,,... die bereits ihre eigene
Analyse und Kritik
beinhalten..."
Becketts
Kunstwerke
thematisieren sich selbst,
analysieren die Schwächen
des jeweiligen Mediums,
zeigen Probleme auf, wie bei
Film, wo die visuelle
Wahrnehmung selbst Thema
des Films wird.
4

Portfolio zu ,,Die Filme Samuel Becketts"
Aufgabe 2: Essay zum Verhältnis von Film und anderen Künsten
Verfassen Sie (unter Einbeziehung der Diskussionen im Seminar) einen Essay
zum Verhältnis von Film und anderen Künsten ( z.B Malerei, Musik, Literatur) bei
Samuel Beckett.
Als Künstler, der nicht nur Filme, sondern auch Literatur und Theaterstücke schrieb
und inszenierte, ist bei Beckett eine Beeinflussung der verschiedenen Künste unter-
einander deutlich erkennbar. Inwieweit sich die Werke anderer Künstler sowie das
Spiel mit den verschiedenen medialen Mitteln auf Becketts eigene Werke und insbe-
sondere den Film ausgewirkt haben, soll der folgende Essay thematisieren.
Dem ,,ästhetischen Programm der Reduktion folgend"
1
ist es dem multimedialen Au-
tor Beckett ein wichtiges Anliegen, Fragen der Medialität wie Intertextualität und In-
termedialität zu beantworten.
2
Dabei ,,benutzt Beckett das jeweilige Medium in sei-
ner Beschränktheit optisch oder gelegentlich akustisch, um gerade trotz absichtlicher
Beschränkung die darin liegenden Möglichkeiten erkennen zu lassen."
3
Dies ist in
seinem Film Film zu sehen, in dem Beckett zurück zum Kern des Mediums Film fin-
det, indem er die Handlung auf ein Minimum reduziert, die Sicht durch die Kamera-
perspektive sehr einschränkt und gänzlich auf Ton verzichtet. Somit wird die Kon-
zentration und das Augenmerk des Zuschauers wieder auf das bewegte Bild gelenkt,
welches bei Filmen anderer Künstler durch die Untermalung von Ton und einer kom-
plexeren Handlung nicht mehr vorrangig ist.
4
Diesem Konzept der Minimalisierung
folgt Beckett jedoch nicht nur im Film, sondern auch in Literatur, Hörspielen und
Kunst,
5
indem er die einzelnen, für das jeweilige Medium typischen Mittel voneinan-
der abgrenzt. Für ihn kann und soll das Wort nicht als Verdichtung des Bildes dienen,
indem die Sprache beispielsweise die Welt im Film beschreibt. So ist in der Oper die
Musik vorrangig und im Film das bewegte Bild. Denn durch Sprache im Film wird
Beckett zufolge der Fokus zu sehr auf die einzelne Person gelegt, die somit nicht
mehr vollständig in das Umfeld eingeordnet werden kann.
6
Daher müssen für
1
Federman, Raymond: Samuel Becketts Film [1966/67]. In: Hartel/Glasmeier (Hg.), The Eye of
Prey. Berlin 2011, S. 114.
2
Vgl. Seibert, Peter: Vorwort. In: Peter Seibert (Hg.): Samuel Beckett und die Medien. Neue
Perspektiven auf einen Medienkünstler des 20. Jahrhunderts. Bielefeld 2008, S. 10.
3
Schoell, Konrad: Samuel Beckett, Die Aufhebung der Gattungsgrenzen und die Metaliteratur. In:
Peter Seibert (Hg.): Samuel Beckett und die Medien. Neue Perspektiven auf einen Medienkünstler
des 20. Jahrhunderts. Bielefeld 2008, S. 62.
4
Vgl. Federman, Raymond, S. 115.
5
Vgl. ebd., S. 62f.
6
Vgl. Arnheim, Rudolf: Neuer Laokoon. Die Verkoppelung der künstlerischen Mittel, untersucht
anläßlich des Sprechfilms (1938). In: Helmut H. Diederichs (Hg.): Die Seele in der Silberschicht:
medientheoretische Texte. Photographie, Film, Rundfunk. Frankfurt am Main 2004, S. 406.
5

Portfolio zu ,,Die Filme Samuel Becketts"
Beckett die einzelnen Mittel der Künste wie Sprache, Musik und Bild voneinander
getrennt oder zumindest in ein bestimmtes Verhältnis zueinander gesetzt werden, so-
dass es keine Dopplungen der Funktionszuschreibungen gibt, sondern jedem einzel-
nen Mittel eine ganz spezielle Rolle zukommt.
7
Doch trotz dieser Trennung der medialen Mittel lässt sich Beckett vor allem thema-
tisch stark von anderen Künsten und Künstlern beeinflussen. So lassen sich viele Par-
allelen zwischen seinen eigenen Werken und denen anderer Künstler finden, wie bei-
spielsweise in Not I Parallelen zum Ölgemälde Decollation of St John the Baptist von
Caravaggio oder auch Ähnlichkeiten von Antonellos Gemälde Virgin of the Annun-
ciation zu Becketts Theaterstück Footfalls ins Auge fallen.
8
Des Weiteren lassen sich,
wie im Seminar besprochen, Analogien zwischen Dantes Belaqua und Becketts typi-
scher embryonaler Sitzstellung der Figuren wie in Geister-Trio feststellen. Ebenso
lassen sich Bezüge zwischen Dante und Vergil und Becketts Quadrat 1 und 2 durch
die Ähnlichkeit der Kutten sowie die Bewegung der Figuren herstellen, da Dante und
Vergil sich ebenso wie die Figuren im Quadrat stetig links herum bewegen. Auch
musikalisch lässt Beckett sich auf Synthesen ein, wie er im Film Geister-Trio
Beethovens
Klaviertrio D-Dur op. 70,1, das ebenfalls so genannte Geistertrio,
re-
flektiert und somit ein weiteres Mal einen anderen Künstler sowie ein anderes Medi-
um in sein eigenes Werk mit einfließen lässt.
9
Diese Einflüsse anderer Kunstrichtungen auf seine eigenen Werke lassen sich wohl
vor allem durch Becketts lebenslanges Interesse an Malerei, Skulptur, Film und Fern-
sehen erklären
10
, die ihn dazu veranlassten, sich immer wieder von anderen Künst-
lern und Kunstrichtungen inspirieren zu lassen.
Somit ist abschließend festzuhalten, dass anhand von Filmen wie Geister-Trio oder
Not I deutlich der Einfluss anderer Kunstformen auf Becketts eigenes Schaffen nach-
gewiesen werden kann. Trotz dieser Beeinflussungen jedoch vermischt Beckett die
einzelnen Mittel der Medien nicht wie andere Künstler miteinander, sondern grenzt
sie in ihrer Funktionszuschreibung klarer voneinander ab.
7
Vgl. ebd., S. 390.
8
Vgl. Porter Abbott, H.: Samuel Beckett and the Arts of Time: Painting, Music, Narrative. In: Lois
Oppenheim (Hg.): Samuel Beckett and the Arts. Music, Visual Arts and Non-Print Media. New
York und London 1999, S. 7f.
9
Vgl. Maier, Michael: Geistertrio. Beehovens Musik in Samuel Becketts zweitem Fernsehspiel. In:
Archiv für Musikwissenschaft 57 (2000), S. 172.
10
Vgl. Berensmeyer, Ingo: Augen(t)räume: Zur Medialität des Raumes bei Samuel Beckett. In: Peter
Seibert (Hg.): Samuel Beckett und die Medien. Neue Perspektiven auf einen Medienkünstler des
20. Jahrhunderts. Bielefeld 2008, S. 118.
6
Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Film und Kunst bei Samuel Beckett
Hochschule
Universität Bielefeld
Note
1,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
18
Katalognummer
V374719
ISBN (eBook)
9783668528833
ISBN (Buch)
9783668528840
Dateigröße
548 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Samuel Beckett, Filme
Arbeit zitieren
Nadine Henke (Autor), 2016, Film und Kunst bei Samuel Beckett, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/374719

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