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Das Töten von Tieren zu Nahrungszwecken. Ein Vergleich ausgewählter Positionen der Tierethik

Titel: Das Töten von Tieren zu Nahrungszwecken. Ein Vergleich ausgewählter Positionen der Tierethik

Bachelorarbeit , 2017 , 36 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Katrin Rauber (Autor:in)

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
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Tiere sind in unserer Gesellschaft ebenso allgegenwärtig wie selbstverständlich. Ob man sie dabei als Nahrungsquelle, Haustier oder Schuhsohle betrachtet, differiert jedoch erheblich. Schon seit Urzeiten machen sich Menschen die Tiere zu nutzen, der Schutz derselben scheint jedoch für viele immer wichtiger zu werden. Dieser Entwicklung im Denken der Menschen wird auch die Politik gerecht, indem 2002 der Tierschutz in das Grundgesetz aufgenommen und somit zum Staatsziel erklärt wird.

Eine Reihe von bedeutenden Neuerungen tritt dann mit der Reform des Tierschutzgesetzes 2013 in Kraft, wobei unter anderem Bestimmungen zur Nutztierhaltung novelliert wurden. Durch die Gesetzeslage sind Tiere dem Menschen jedoch weder gleichgestellt, noch ist deren Nutzung verboten. Der Boom des Vegetarismus beweist allerdings, dass insbesondere die Nutzung der Tiere zu Nahrungszwecken immer mehr in Kritik gerät. Die Gruppe der moralischen Vegetariern, welche mit 60% die größte Gruppe innerhalb der Vegetarier selbst darstellt, lehnt Fleisch grundsätzlich ab, da sie es als unmoralisch ansehen, dass Tiere für ihren Genuss gequält und getötet werden.

Die bis heute andauernde Diskussion über die moralisch angemessene Behandlung von Tieren wurde maßgeblich von Peter Singer angestoßen. In seinem Buch „Practical Ethics“ (1979) beschäftigt er sich unter anderem mit der Tierethik. Diese ist von besonderer Bedeutung, da sie sich einerseits als Teilgebiet der angewandten Ethik mit einer Thematik befasst, mit der man tagtäglich konfrontiert ist. Andererseits können durch die Frage der Tiere Moraltheorien explizit in den Blick genommen und Grenzen einer Position aufgezeigt werden. Diese Arbeit ersucht, angelehnt an eine bisher immer aktuelle Debatte, zu erörtern, ob das Töten von Tieren zu Nahrungszwecken zu rechtfertigen ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Utilitarismus Peter Singers

2.1 Die Grundlage des Utilitarismus: Nützlichkeit als Moralprinzip

2.2 Die Begründung von Tierrechten

2.3 Kritik an dem utilitaristischen Ansatz

3. Tom Regan und die Theorie der Tierrechte

3.1 Der inhärente Wert des Lebens als moralische Grundkonzeption

3.2 Die Ausweitung des Konzeptes auf Tiere

3.3 Einwände gegen Regans theoretischen Ansatz

4. Immanuel Kants Vernunftmoral

4.1 Die Autonomie als Quelle der Moral

4.2 Die Aufstellung indirekter Argumente für Tierrechte

4.3 Kritik an der Moralphilosophie Kants

5. Anwendung der theoretischen Konzepte

5.1 Das Töten von Tieren zu Nahrungszwecken aus der Perspektive Singers

5.2 Das Töten von Tieren zu Nahrungszwecken aus der Perspektive Regans

5.3 Das Töten von Tieren zu Nahrungszwecken aus der Perspektive Kants

6. Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die moralische Rechtfertigung des Tötens von Tieren zu Nahrungszwecken unter Berücksichtigung der ethischen Ansätze von Peter Singer, Tom Regan und Immanuel Kant.

  • Vergleich utilitaristischer, deontologischer und vernunftethischer Positionen
  • Analyse des moralischen Status von Tieren und des Begriffs der Tierrechte
  • Kritische Auseinandersetzung mit der industriellen Tierhaltung
  • Anwendung theoretischer Konzepte auf das praktische Problem der Schlachtung
  • Erörterung der Frage, ob ein generelles Tötungsverbot ethisch begründbar ist

Auszug aus dem Buch

3.1 Der inhärente Wert des Lebens als moralische Grundkonzeption

Tom Regan konzipiert seine Theorie in Anlehnung an die Kritik, die er gegenüber dem Utilitarismus äußert. Laut Regan ist der utilitaristische Ansatz falsch, denn eine Moraltheorie muss erklären können, warum der Zweck nicht das Mittel heiligt, wenn dieses Menschenrechte verletzt. (vgl. Regan 2008: 35) Um seine Theorie aufzustellen, geht Regan von den vorhandenen Rechten für Menschen aus und erläutert, worauf diese beruhen. Durch dieses Vorgehen gelangt er zu einer Basis, welche die Gleichheit aller Menschen impliziert und somit Diskriminierung jeglicher Art verbietet und Grundlage einer moralischen Entscheidung sein soll. Ähnlich der Theorie Singers wird demnach ein Prinzip gesucht, welches der Unterschiedlichkeit aller Menschen gerecht wird und diese zu umfassen vermag. Um dieses Prinzip verstehen zu können, muss zuerst der Gedankengang und das Vorgehen Regans nachvollzogen werden.

Die angesprochenen Menschenrechte sind nach Regan moralische Rechte, die natürlich gegeben sind. Diese Rechte beruhen auf einem inhärenten Wert, den alle Menschen, ungeachtet ihrer Unterschiede, gleichermaßen besitzen. Der inhärente Wert stellt einen Wert als Individuum dar und steht der utilitaristischen Position entgegen, die Individuen diesen Wert nicht beimisst, sondern sie als bloße Behälter degradiert. Der inhärente Wert eines Individuums kann auch als dessen Würde bezeichnet werden. Dieser Wert und die damit einhergehenden Menschenrechte sind unbedingt zu respektieren. Einen inhärenten Wert zu haben bedeutet, dass ein Wesen immer auch zum Selbstzweck lebt, was bei jeder Handlung beachtet werden muss. (vgl. Regan 2008: 35)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die gesellschaftliche Relevanz des Tierschutzes ein und formuliert das Ziel der Untersuchung: die moralische Bewertung des Tötens von Tieren zu Nahrungszwecken.

2. Der Utilitarismus Peter Singers: Dieses Kapitel erläutert Singers präferenzutilitaristischen Ansatz, der das Wohlergehen aller Betroffenen als Moralmaßstab setzt und Interessen anhand der Empfindungsfähigkeit bewertet.

3. Tom Regan und die Theorie der Tierrechte: Hier wird Regans deontologischer Ansatz vorgestellt, der allen empfindenden "Subjekten eines Lebens" einen inhärenten Wert und damit grundlegende moralische Rechte zuschreibt.

4. Immanuel Kants Vernunftmoral: Das Kapitel befasst sich mit Kants Ethik, die moralische Berücksichtigung an Vernunft und Autonomie knüpft, wodurch Tieren nur ein indirekter, auf den menschlichen Charakter bezogener Status zukommt.

5. Anwendung der theoretischen Konzepte: Dieser Hauptteil überträgt die Theorien auf die Praxis der Massentierhaltung und Schlachtung und prüft die Möglichkeit eines allgemeinen Tötungsverbots.

6. Zusammenfassung und Fazit: Das abschließende Kapitel resümiert die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Positionen und bewertet die ethische Problematik des Tötens von Tieren in der modernen Lebensmittelindustrie.

Schlüsselwörter

Tierethik, Utilitarismus, Deontologie, Tierrechte, Inhärenter Wert, Peter Singer, Tom Regan, Immanuel Kant, Fleischkonsum, Schlachtung, Massentierhaltung, Interessenberücksichtigung, Moraltheorie, Subjekt eines Lebens, Angewandte Ethik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob das Töten von Tieren für die menschliche Ernährung moralisch gerechtfertigt werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Themenfelder umfassen utilitaristische Konzepte, Tierrechtstheorien sowie die vernunftethische Position nach Immanuel Kant.

Welches ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Hauptfragestellung ist, ob sich aus den untersuchten Moraltheorien ein generelles Tötungsverbot für Tiere ableiten lässt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wendet bestehende moralphilosophische Theorien deduktiv auf den praktischen Anwendungsfall der industrialisierten Nutztierhaltung an.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Positionen von Singer, Regan und Kant detailliert und diskutiert deren Implikationen für die Tötung von Tieren in der Lebensmittelherstellung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Tierethik, Utilitarismus, Tierrechte, inhärenter Wert, Massentierhaltung und Moraltheorie.

Wie unterscheidet sich die Bewertung des Tötens bei Singer im Vergleich zu Regan?

Singer bewertet die Tötung primär anhand der Konsequenzen und Interessenabwägung, während Regan Tieren basierend auf ihrem inhärenten Wert ein grundsätzliches Recht auf Leben zuspricht.

Warum spielt der "Charakter des Menschen" in der kantischen Argumentation eine zentrale Rolle?

Für Kant ist das Töten von Tieren indirekt problematisch, da grausame Handlungen den menschlichen Charakter verrohen lassen könnten, was eine Pflichtverletzung gegenüber sich selbst darstellt.

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Töten von Tieren zu Nahrungszwecken. Ein Vergleich ausgewählter Positionen der Tierethik
Hochschule
Universität Trier
Note
1,3
Autor
Katrin Rauber (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
36
Katalognummer
V374761
ISBN (eBook)
9783668520875
ISBN (Buch)
9783668520882
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Philosophie Ethik Veganismus Töten von Tieren
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Katrin Rauber (Autor:in), 2017, Das Töten von Tieren zu Nahrungszwecken. Ein Vergleich ausgewählter Positionen der Tierethik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/374761
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Leseprobe aus  36  Seiten
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