Deutschland ist wegen des fortwährend hohen Leistungsbilanzüberschusses vielen Anschuldigungen und Forderungen ausgesetzt. Zuletzt äußerte sich Donald Trump, Präsident der Vereinigten Staaten (USA) über das Netzwerk Twitter und schließt seinen Beitrag mit "Very bad for U.S. This will change" ab.
Doch ist dies tatsächlich der Fall? Ist die Exportstärke Deutschlands eine Gefahr für seine Handelspartner?
Diese Bachelorarbeit bieten einen Einblick in die komplexen internationalen Wirtschaftsbeziehungen bei Betrachtung der deutschen Außenhandelsbeziehungen und beantwortet die Frage, ob Deutschlands Exportstärke ein Gefahr sei, mit einem "Nein". Dabei werden sowohl die Handels- als auch die politischen Beziehungen näher beschrieben.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 DEUTSCHE EXPORTE AUF DEN WELTMÄRKTEN
2.1 ENTWICKLUNG DEUTSCHER EXPORTE
2.2 HANDELSWAREN
2.3 HANDELSPARTNER
3 DETERMINANTEN DES LEISTUNGSBILANZÜBERSCHUSSES
3.1 EXPORTE IN DEN EUROPÄISCHEN BINNENMARKT
3.2 BILATERALE ABKOMMEN MIT DRITTLÄNDERN
3.3 EINFLUSS VON WECHSELKURSEN
3.4 PREISLICHE WETTBEWERBSFÄHIGKEIT
3.5 GLOBALISIERUNGSEFFEKTE
3.6 QUALITÄT DEUTSCHER WAREN
4 INTERNATIONALE RESONANZ
4.1 KRITIK AM HOHEN ÜBERSCHUSS
4.2 DIE SECHS-PROZENT-GRENZE
4.3 ZUSAMMENHÄNGE ZUM BREXIT
4.4 HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN
4.5 SZENARIEN POTENZIELLER KONSEQUENZEN
5 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Ursachen und die internationale Wahrnehmung des hohen deutschen Leistungsbilanzüberschusses, um zu klären, ob die Kritik an der deutschen Exportstärke berechtigt ist und ob eine Anpassung der Wirtschaftspolitik erforderlich erscheint.
- Analyse der historischen Entwicklung und Struktur deutscher Exporte.
- Untersuchung der ökonomischen Determinanten für den Leistungsbilanzüberschuss.
- Prüfung der internationalen Kritik an deutschen Außenhandelsüberschüssen.
- Bewertung der Rolle von Handelsabkommen und Wechselkurseffekten.
- Diskussion politischer Handlungsempfehlungen und der Konsequenzen des Brexits.
Auszug aus dem Buch
3.3 Einfluss von Wechselkursen
Die Leistungsbilanzsalden verschiedener Länder im Vergleich sorgten bereits vor der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/09 für Kritik. Die damalige Debatte hatte den Leistungsbilanzdefizit der Vereinigten Staaten und den Leistungsbilanzüberschuss von China im Fokus. Hingegen die aktuelle Diskussion befasst sich insbesondere mit „der Bedeutung Deutschlands für die Erholung des Euro-Raums“.
Wie bereits in Unterkapitel 3.1 erwähnt entfällt das Wechselkurrisiko in der Euro-Zone. Der Wechselkurseffekt besteht weiterhin für den Handel außerhalb der Euro-Zone, da zwischen den Währungen kein fester Wechselkurs bestimmt ist. Da Deutschland die Gemeinschaftswährung mit weiteren 18 EU-Mitgliedstaaten führt, ist für seine Drittlandsgeschäfte der Wechselkurs des Euro zur jeweils anderen Währung heranzuziehen.
Der Euro ist derzeit auf seinem historischen Rekordtiefstand. Mit Zinsen, die um Null Prozent liegen, bestrebt die EZB das Ziel der Preisstabilität in der Euro-Zone. Mario Draghi, Präsident der EZB hat in der Pressekonferenz in Tallinn, Estland vom 8. Juni 2017 auch angekündigt, dass der Zinssatz vorerst unverändert, um Null Prozent, bleibt. Obwohl Draghi im Rahmen dieser Pressekonferenz auch betonte, dass das Ziel der EZB die Preisstabilität ist und nicht das Stützen einzelner kriselnder Länder, kommt der niedrige Zins diesen ebenfalls zu Gute. So konnte für die Defizitländer ein „sudden stop“ vermieden werden, die die rasche Vermehrung der Leistungsbilanzdefizite ausbremste. Das seit der Finanzkrise mit wirtschaftlichen Problemen behaftete Griechenland kann außerdem gewährte Kredite ohne zusätzliche Zinsbelastung an seine Gläubiger zurückzahlen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einleitung in die Problematik der deutschen Exportstärke und die damit verbundenen internationalen Vorwürfe sowie Definition der Forschungsfragen.
2 DEUTSCHE EXPORTE AUF DEN WELTMÄRKTEN: Analyse der zeitlichen Entwicklung deutscher Exporte, der bedeutendsten Handelswaren und der wichtigsten Handelspartner.
3 DETERMINANTEN DES LEISTUNGSBILANZÜBERSCHUSSES: Untersuchung der Faktoren, die zum Überschuss beitragen, inklusive Binnenmarkteffekte, Wechselkurse und Wettbewerbsfähigkeit.
4 INTERNATIONALE RESONANZ: Diskussion der politischen Kritik durch internationale Akteure und Analyse potenzieller Szenarien wie dem Brexit und deren Auswirkungen.
5 FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der Kritik und Schlussfolgerung zur Berechtigung der Forderungen an die deutsche Wirtschaftspolitik.
Schlüsselwörter
Leistungsbilanzüberschuss, Export, Deutschland, Außenwirtschaft, Handelsbilanz, EU, Wechselkurs, Wettbewerbsfähigkeit, Globalisierung, Weltmarkt, Handelspartner, Protektionismus, Brexit, Exportwirtschaft, Wirtschaftspolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit setzt sich kritisch mit dem anhaltend hohen deutschen Leistungsbilanzüberschuss und der damit verbundenen internationalen Kritik auseinander.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Struktur der deutschen Exporte, die Einflussfaktoren auf die Leistungsbilanz sowie die politische Resonanz im In- und Ausland.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu beantworten, ob die Kritik am deutschen Exporterfolg berechtigt ist und ob Deutschland sein wirtschaftliches Verhalten anpassen sollte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf einer umfassenden Auswertung von Wirtschaftsdaten, Statistiken und aktueller Fachliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Warenströme, die Bedeutung von Handelsabkommen, den Einfluss von Wechselkursen sowie die Rolle der Globalisierung und Qualität deutscher Waren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Leistungsbilanzüberschuss, Export, Handelsbilanz, Wettbewerbsfähigkeit und die europäische Integration.
Inwiefern beeinflusst der Brexit die deutsche Exportwirtschaft?
Der Brexit führt zu Unsicherheiten und potenziellen Exportrückgängen, wobei die Arbeit insbesondere die enge wirtschaftliche Verflechtung und die Folgen für Investitionen beleuchtet.
Warum lehnt die Autorin eine Senkung der Leistungsbilanzüberschüsse ab?
Die Autorin argumentiert, dass der Überschuss auf fairen Wettbewerbsvorteilen und globalen Wertschöpfungsketten beruht und eine künstliche Senkung der deutschen Wirtschaftsleistung schaden würde.
- Citation du texte
- Fadime Eroglu (Auteur), 2017, Der deutsche Exporterfolg. Determinanten und internationale Resonanz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/374789