Ziel der Abschlussarbeit ist es, ein Trainingskonzept zu erstellen. Die Klientin, für die dieses Trainingskonzept zu erstellen ist, hat sich vor acht Wochen im rechten Knie das vordere Kreuzband gerissen; eine operative Versorgung erfolgte nicht. Für die Klientin ist das oberste Ziel, das Knie zu stabilisieren, um es im Alltag und auch beim Sport wieder vollumfänglich belasten zu können und vor allem, um es vor weiteren Verletzungen zu schützen.
Um einen passenden Trainingsplan zu erstellen, ist vorher eine Anamnese notwendig. In dieser werden neben der Krankheitsgeschichte berufliche und private, aber auch sportliche Aspekte abgefragt und besprochen. Aus dem Beschwerdebild einerseits und sich aus dieser Anamnese ergebenden Punkte andererseits dürften sich schon die ersten Anhaltspunkte für den Trainingsplan herauskristallisieren. Diese Anhaltspunkte werden durch die Ergebnisse der durchzuführenden motorischen Tests und des Ausdauertests vervollständigt: diese Ergebnisse werden die Grundlage für die Trainingsplanerstellung sein, da sich hierdurch zeigen wird, ob und welche Defizite bei der Klientin vorliegen.
Ein weiterer Aspekt, der zu berücksichtigen ist, ist die Tatsache, dass die Klientin in den vergangenen Wochen bei der Physiotherapie war; dadurch ist das Beschwerdebild ein anderes, als wenn die Verletzung gänzlich unbehandelt geblieben wäre. Bei der Physiotherapie wurde schon ein Rehabilitationstraining durchgeführt, nämlich die ersten beiden Phasen des vierstufigen Phasenmodells zur Nachbehandlung von Verletzungen. Da diese Phasen jedoch nicht in sich abgeschlossen sind, sondern vielmehr aufeinander aufbauen, sind die Inhalte bzw. Ziele der ersten beiden Phasen in der Trainingsplanerstellung mit aufzugreifen.
Neben den sich aus den vorgenannten Umständen ergebenden Kräftigungsübungen wird auch ein Beweglichkeitstraining zu absolvieren zu sein, um ein muskuläres Gleichgewicht (wieder) herzustellen. Ein weiterer Aspekt des Trainings wird das Aus-dauertraining sein, um die Rehabilitation auf allen Ebenen zu unterstützen.
Die auszuwählenden Übungen müssen vorgenannte Aspekte und die (körperlichen) Möglichkeiten der Kundin berücksichtigen. Auch der Tatsache einer regelmäßigen Belastungssteigerung einerseits, jedoch auch einer drohenden Überforderung der Klientin andererseits, muss Rechnung getragen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Eingangsgespräch/Kundin
2.2 Anamnese, Messungen, Haltungsinspektion und motorische Tests
2.2.1 Anamnese
2.2.2 Messungen
2.2.3 Haltungsinspektion
2.2.4 motorische Tests
2.2.4.1 Ausdauertest
2.2.4.2 Krafttest
2.2.4.3 Flexibilitätstest
2.3 Zielsetzung
2.3.1 Zielmuskulatur
2.3.2 Ausmaß und Zeit
2.4 Trainingsplanung
2.4.1 Methodenauswahl
2.4.2 Übungsauswahl
2.4.2.1 Aufwärmübungen
2.4.2.2 Kraftübungen
2.4.2.3 Ausdauertraining
2.4.2.4 Dehnübungen
2.4.2.5 Cool down
2.4.3 Periodisierung
2.4.3.1 Krafttraining
2.4.3.2 Ausdauertraining
2.4.3.3 Dehntraining
2.5 Durchführung
2.5.1 Einweisung und Kontrolle
2.5.1.1 Aufwärmübungen
2.5.1.2 Kraftübungen
2.5.1.3 Dehnübungen
2.5.1.4 Regeneration
2.5.2 Feedback
2.6 Analyse/Evaluation
3. Schlussteil
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist die Erstellung eines dreimonatigen Trainingskonzepts für eine Klientin nach einem Kreuzbandriss im rechten Knie ohne operative Versorgung. Die Arbeit verfolgt das Ziel, das Knie durch gezielten Muskelaufbau und Beweglichkeitstraining zu stabilisieren, um eine vollumfängliche Belastbarkeit im Alltag sowie beim Sport wiederherzustellen und zukünftige Verletzungen zu vermeiden.
- Anamnese und Status-quo-Ermittlung mittels motorischer Tests
- Stabilisierung des Kniegelenks durch Kräftigung der umliegenden Muskulatur
- Verbesserung der Beweglichkeit und des muskulären Gleichgewichts
- Integration sportartspezifischer Anforderungen für den Fußball
- Periodisierung und Evaluation des Trainingsfortschritts
Auszug aus dem Buch
2.2.4.1 Ausdauertest
Für ein rehabilitatives Training ist die Verbesserung der Ausdauer ein nicht zu vernachlässigender Aspekt: Während die lokale Kraftausdauer als Grundlage des Muskeltrainings zu trainieren ist, ist die allgemeine Ausdauer ebenso wichtig, da sie die Basis für alle alltäglichen Belastungen einerseits und für die Anforderungen in der Therapie bzw. im Training andererseits darstellt. Zudem hat Ausdauertraining neben der physischen Komponente auch eine psychische, da u. a. die Stressresistenz erhöht wird. Schließlich können die Auswirkungen von Erkrankungen, die durch Bewegungsmangel entstehen, verhindert werden.
Um den Ist-Stand der Kundin zu überprüfen, werde ich mit ihr einen PWC-Test durchführen. Auch dieses Testergebnis kann zum einen regelmäßig überprüft und Fortschritte besser festgestellt werden, zum anderen kann man auch hier das Ergebnis bzw. das Verbessern des Ergebnisses zur Verlaufsmotivation nutzen.
Für den PWC-Test wird die Kundin auf ein Fahrradergometer gesetzt und dieses wird so eingestellt, dass das Bein in der „ausgestreckten Position“ eben nicht ganz durchgestreckt ist; der Lenker wird so eingestellt, dass sie mit einem 45° vorgebeugten Oberkörper auf dem Ergometer sitzt.
In der Praxis haben sich verschiedene Zielpulse bewährt. Bei Kunden im Alter zwischen 31 und 50 Jahren, der Altersspanne der hiesigen Kundin, liegt der Zielpuls bei 150 Schlägen/Minute.
Zu Beginn des Tests wird der Ruhepuls der Kundin notiert, welcher bei 65 Schlägen/Minute liegt. Die Kundin beginnt nun mit einer Leistung von 25 Watt und bei einer gleichmäßigen Trittfrequenz zu fahren. Alle zwei Minuten wird die Wattzahl um 25 Watt gesteigert, bis die vorher festgelegte Herzfrequenz erreicht ist (oder ein Abbruchkriterium auftritt); bei jeder Steigerung wird der Puls der Kundin kontrolliert und notiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definiert das Ziel der Arbeit, ein Trainingskonzept zur Knie-Stabilisierung für eine Klientin nach einem Kreuzbandriss zu erstellen.
2. Hauptteil: Detaillierte Darstellung der Anamnese, der Testergebnisse sowie der daraus abgeleiteten Trainingsplanung inklusive Übungsauswahl, Periodisierung und praktischer Umsetzung.
3. Schlussteil: Fazit über die erfolgreiche Umsetzung des Konzepts, basierend auf der verbesserten körperlichen Leistungsfähigkeit und dem gesteigerten Vertrauen der Klientin in ihr Knie.
Schlüsselwörter
Kreuzbandriss, Sportrehabilitation, Kniestabilisierung, Trainingskonzept, Krafttraining, Ausdauertraining, Beweglichkeitstraining, PWC-Test, Muskuläres Gleichgewicht, Propriozeption, Bewegungsqualität, Mesozyklus, Rehabilitation, funktionelles Training, Leistungsdiagnostik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Abschlussarbeit im Kern?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Entwicklung und Evaluation eines spezifischen Trainingskonzepts zur Rehabilitation nach einem vorderen Kreuzbandriss ohne Operation.
Welche zentralen Themenfelder werden in dem Konzept behandelt?
Die Arbeit behandelt die Durchführung einer fundierten Anamnese, motorische Leistungstests, die gezielte Kräftigung knieumgebender Muskulatur sowie Ansätze zur Beweglichkeits- und Ausdauerverbesserung.
Was ist das primäre Ziel der beschriebenen Trainingsintervention?
Das oberste Ziel ist die funktionelle Stabilisierung des Kniegelenks, um eine sichere Belastung im Alltag und bei sportlichen Aktivitäten zu gewährleisten und Re-Verletzungen vorzubeugen.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?
Es werden standardisierte Testverfahren (wie der PWC-Test) und anerkannte Trainingsmethoden wie das Hypertrophietraining und die Extensive Intervallmethode zur Steuerung der Belastung eingesetzt.
Welche Schwerpunkte setzen sich im Hauptteil durch?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bestandsaufnahme, die methodische Zielsetzung, die detaillierte Trainingsplanung (inkl. Aufwärmen, Kraft- und Dehnübungen) sowie die praktische Umsetzung und Evaluation.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Sportrehabilitation, Kniestabilisierung, Muskuläres Gleichgewicht, Propriozeption und funktionelles Training.
Warum wurde bei der Trainingsplanung ein besonderer Fokus auf die Rumpfmuskulatur gelegt?
Die Autorin argumentiert, dass eine mangelnde Beckenstabilität als Hauptursache für Knieverletzungen angesehen wird, weshalb die Rumpfkraft essenziell für die Entlastung der Kniegelenke ist.
Welche Rolle spielt die psychische Komponente für die Klientin?
Die psychische Stabilität und das Vertrauen in das geschädigte Knie werden durch stufenweise Steigerungen und Erfolgserlebnisse im Training gezielt aufgebaut, um eine Schonhaltung abzubauen.
- Citar trabajo
- Katrin Kruber (Autor), 2017, Individueller Trainingsplan nach dem 4-Phasen-Modell bei einer vorderen Kreuzbandruptur (VKB-Ruptur) im Rahmen der Sportrehabilitation, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375050