Die Organisationsentwicklung spielt in allen Organisationen eine zunehmende Rolle, da der Konkurrenzdruck in der Wirtschaft immer weiter ansteigt. Um im Wettbewerb konkurrenzfähig zu bleiben, müssen sich die Organisationen weiterentwickeln. Doch was bedeutet Organisationsentwicklung überhaupt? Um klarzustellen, worum es sich bei der Organisationsentwicklung handelt, werde ich zunächst die Entwicklungsgeschichte zusammenfassen, um in Anschluss daran den Begriff der Organisationsentwicklung zu definieren. Anschließend erkläre ich warum es die Organisationsentwicklung gibt und warum sie immer wichtiger wird. Danach erläutere ich das Konzept der Organisationsentwicklung und stelle Ziele, Grundannahmen, Kriterien, Prinzipien und die Vorgehensweise eines Organisationsentwicklungsprozesses vor.
Im darauffolgenden Kapitel geht es um die Schulentwicklung, die aus der Organisationsentwicklung entstanden ist. Auch die Schulen bleiben vom gesellschaftlichen Wandel nicht verschont und müssen sich weiterentwickeln. „Nicht erst seit PISA gewinnt die Frage, wohin sich Schule als Institution entwickeln sollte, in der öffentlichen Diskussion zunehmend an Bedeutung. Bildung wurde schon vorher zusehends als zentrale gesellschaftliche Ressource entdeckt.“. Tatsache ist, dass es viele Probleme an Schulen gibt. Tatsache ist auch, dass sich Lehrer und Schulbehörden bemüht haben, diese Probleme zu lösen und die Qualität der schulischen Bildung zu steigern. Insofern ist Schulentwicklung grundsätzlich nichts Neues. Die Schulen müssen sich aber nicht nur mit internen Anlässen beschäftigen, sondern auch mit externen Anlässen, wie zum Beispiel gesellschaftliche Veränderungen, neue Technologien, Veränderung von Richtlinien und Veränderung von Ausbildungsordnungen. Die Schule muss sich also immer weiterentwickeln und sich mit den verschiedenen Herausforderungen auseinandersetzen. Zuerst werde ich in diesem Kapitel die Schule als ‚lernende Organisation’ vorstellen um im Anschluss daran zu klären was Schulentwicklung ist und wie sie mit der Organisationsentwicklung zusammenhängt. Anschließend wird der Institutionelle Schulentwicklungsprozess vorgestellt, der sich in Deutschland und in Europa etabliert hat. Im Fazit werde ich untersuchen welche Bedeutung die Organisationsentwicklung für die Schulentwicklung in Deutschland hat, denn die Schulentwicklung ist ein systemischer und systematischer Prozess auf der Grundlage eines Organisationsentwicklungsprozesses.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Organisationsentwicklung
2.1 Entwicklungsgeschichte der Organisationsentwicklung
2.2 Definitionsversuche
2.3 Warum gibt es Organisationsentwicklung?
2.4 Konzept der Organisationsentwicklung
2.4.1 Ziele und Grundannahmen
2.4.2 Kriterien und Prinzipien
3. Schulentwicklung
3.1 Schule als lernende Organisation
3.2 Was ist Schulentwicklung?
3.3 Der Institutionelle Schulentwicklungs-Prozess (ISP)
3.3.1 Phasen des ISP
3.3.2 Kritische Einwände zum ISP
4. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der Organisationsentwicklung für die Schulentwicklung in Deutschland. Dabei wird analysiert, inwiefern Konzepte und Methoden der Organisationsentwicklung auf das System Schule übertragbar sind, um eine systematische Weiterentwicklung und Qualitätsverbesserung zu ermöglichen.
- Entstehungsgeschichte und Kernkonzepte der Organisationsentwicklung
- Herausforderungen in Organisationen und Gründe für Wandlungsprozesse
- Schule als lernende Organisation im Kontext gesellschaftlicher Veränderungen
- Der Institutionelle Schulentwicklungsprozess (ISP) als methodischer Ansatz
- Synthese und Transfermöglichkeiten zwischen Organisations- und Schulentwicklung
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Phasen des ISP
Der ISP lässt sich in verschiedene Phasen unterteilen. Diese verlaufen scheinbar linear, können aber in der Praxis auch ganz unterschiedlich gestaltet werden.
Der Prozess umfasst zehn Stationen, welche sich auf fünf Abschnitte verdichten lassen (siehe Anhang Abb. 3):
Der erste Abschnitt bezieht den gesamten Beratungsprozess mit ein: also die Phasen „Initiierung“, „Einstieg“, „Steuergruppe/Klient“ und „Kontrakt“. Teilschritte sind zum Beispiel: erster Kontakt, Vorgespräch mit der Schulleitung, Information durch die Schulleitung, Informationskonferenz mit dem gesamten Kollegium, Bildung einer Steuergruppe und Kontrakt. Der Impuls für den Einstieg kann von der Schulleitung ausgehen und wird gewöhnlich über die Schulleitung an externe Berater herangetragen. „Die Haltung der Schulleiterin bestimmt die Erfolgsaussichten des Vorhabens in besonderem Maße. Deutliche Unterstützung ihrerseits schafft günstige Beratungsvoraussetzungen und ermuntert zunächst zögernde Kollegen zur Mitarbeit.“ (vgl. Dalin/Rolff/Buchen, 1996, S. 56). Typisch ist die Bildung einer Steuergruppe. Diese kann aus den Kontaktpersonen entstehen oder neu zusammengesetzt werden. In jedem Falle sollen die Interessengruppen inklusive Schulleitung einer Schule repräsentiert werden. Die Aufgabe der Steuergruppe ist die Steuerung des ISP und ist nur eine temporäre Einrichtung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz der Organisationsentwicklung im wirtschaftlichen und schulischen Kontext ein und erläutert die Forschungsfrage hinsichtlich des Zusammenhangs beider Bereiche.
2. Organisationsentwicklung: Dieses Kapitel behandelt die historischen Ursprünge der Organisationsentwicklung, definiert den Begriff und beleuchtet die Notwendigkeit von Wandlungsprozessen in Organisationen.
2.1 Entwicklungsgeschichte der Organisationsentwicklung: Hier werden die wesentlichen Stufen der Entstehung, wie die Laboratoriumsmethode und der sozio-technische Ansatz, historisch nachgezeichnet.
2.2 Definitionsversuche: Dieses Kapitel nähert sich dem komplexen Begriffsverständnis durch die Differenzierung von Organisations- und Entwicklungsbegriffen sowie durch die Definitionen namhafter Theoretiker.
2.3 Warum gibt es Organisationsentwicklung?: Hier werden die treibenden Kräfte für den Wandel, insbesondere Umweltveränderungen, bürokratische Strukturen sowie Motivationsfaktoren, detailliert analysiert.
2.4 Konzept der Organisationsentwicklung: Dieses Kapitel bietet ein Grundgerüst, welches die zentralen Ziele, Annahmen und die methodische Vorgehensweise skizziert.
2.4.1 Ziele und Grundannahmen: Fokus auf die Leistungsfähigkeit der Organisation sowie die Humanisierung der Arbeit als wechselseitig bedingte Grundziele.
2.4.2 Kriterien und Prinzipien: Vorstellung der wesentlichen Qualitätsmerkmale, wie z.B. das gemeinsame Problembewusstsein und systemumfassendes Denken.
3. Schulentwicklung: Untersuchung der Übertragung von Organisationsentwicklung auf das System Schule unter Berücksichtigung externer und interner Veränderungsanlässe.
3.1 Schule als lernende Organisation: Erörterung der Schule als lernfähige Einheit, die auf wechselseitige Kontakte mit ihrer Umwelt angewiesen ist.
3.2 Was ist Schulentwicklung?: Definition von Schulentwicklung als systematische Weiterentwicklung der Einzelschule und Vorstellung der Trias aus Unterrichts-, Organisations- und Personalentwicklung.
3.3 Der Institutionelle Schulentwicklungs-Prozess (ISP): Darstellung der Genese des ISP als gezieltes Unterstützungsinstrument für Schulen in Europa.
3.3.1 Phasen des ISP: Detaillierte Beschreibung der praktischen Durchführung und der zehn Stationen des ISP-Modells.
3.3.2 Kritische Einwände zum ISP: Auseinandersetzung mit der Kritik an der Übertragbarkeit wirtschaftlicher Konzepte auf pädagogische Einrichtungen und der Rolle des Subjekts.
4. Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse, die den engen Zusammenhang und die gegenseitige Abhängigkeit von Organisations- und Schulentwicklung unterstreichen.
Schlüsselwörter
Organisationsentwicklung, Schulentwicklung, Institutioneller Schulentwicklungsprozess, ISP, Lernende Organisation, Unterrichtsentwicklung, Personalentwicklung, Systemtheorie, Veränderungsmanagement, Schulleitung, Organisationsberatung, Humanisierung der Arbeit, Bildungsprozesse, Schulkultur, Change Agent.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die theoretischen und praktischen Schnittstellen zwischen Organisationsentwicklung und Schulentwicklung, um zu klären, wie Schulen durch systemische Ansätze ihre Qualität steigern können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Konzepte der Organisationsentwicklung, die Merkmale einer lernenden Organisation und die spezifische Anwendung des Institutionellen Schulentwicklungsprozesses (ISP) im deutschen Schulwesen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Bedeutung der Organisationsentwicklung für die Schulentwicklung aufzuzeigen und zu prüfen, ob der Zusammenhang zwischen beiden Disziplinen in der Schulpraxis tatsächlich erkennbar und wirksam ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erarbeitung verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und der Aufarbeitung bestehender Konzepte und Phasenmodelle der Organisations- und Schulentwicklung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Grundlegung der Organisationsentwicklung, die Anwendung dieser Konzepte auf die Institution Schule und die detaillierte Vorstellung des ISP-Prozesses inklusive dessen kritischer Reflexion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Organisationsentwicklung, Schulentwicklung, ISP, lernende Organisation und systemische Schulentwicklungsberatung geprägt.
Was unterscheidet Organisationsentwicklung von Schulentwicklung laut der Arbeit?
Ein wesentlicher Unterschied liegt im Grad der Involvierung der Mitglieder; während die Organisationsentwicklung oft alle Mitglieder einbindet, beginnt die Schulentwicklung meist mit einer kleineren Steuergruppe, bevor das Kollegium Schritt für Schritt einbezogen wird.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle des externen Beraters im ISP?
Der Berater fungiert als „Change Agent“ und objektiver Moderator, der eine entscheidende Rolle bei der Diagnose, Planung und Reflexion der Veränderungsprozesse einnimmt.
Welche kritischen Einwände gegen den ISP werden diskutiert?
Diskutiert werden insbesondere die Übertragbarkeit wirtschaftlicher Modelle auf Schulen, die Gefahr der Vernachlässigung des individuellen Subjekts sowie der Zeit- und Geldmangel bei der Umsetzung.
Welches Fazit zieht die Autorin hinsichtlich der Wirksamkeit dieser Ansätze?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass ein starker Zusammenhang besteht und Schulen dringend auf den Schulentwicklungsprozess zurückgreifen sollten, um ihre Leistungsfähigkeit und die Unterrichtsqualität nachhaltig zu sichern.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2017, Organisationsentwicklung. Definition, Nutzen und Einfluss auf die Schulentwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375087