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Rettungsgeschwister als verwerfliche Instrumentalisierung oder lebensrettende Chance? Embyronenselektion und ethische Probleme

Titre: Rettungsgeschwister als verwerfliche Instrumentalisierung oder lebensrettende Chance? Embyronenselektion und ethische Probleme

Dossier / Travail , 2015 , 18 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Nadine Henke (Auteur)

Ethique
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Résumé Extrait Résumé des informations

Diese Arbeit untersucht Rettungsgeschwister und die damit einhergehende Embryonenselektion. Dabei teilt sich die Arbeit in zwei einzeln zu betrachtende Abschnitte auf: Der erste Abschnitt besteht aus der Frage, inwieweit die benötigte Präimplantationsdiagnostik ethisch vertretbar ist, obwohl hier potentielles Leben vernichtet und der Wert eines Menschenlebens anhand spezieller Kriterien bemessen wird. Der zweite Teil dieser Arbeit behandelt schließlich die ethischen Bedenken nach der Zeugung und Geburt des Rettungsgeschwisterkindes, das häufig schmerzhafte Eingriffe in Kauf nehmen muss, um seinem Geschwisterkind zu helfen.

Dabei sind die Betroffenen häufig viel zu jung, um diese Entscheidung selbst zu treffen, weshalb ihre Eltern über den Körper des Rettungsgeschwisterkindes entscheiden. Fragen nach dem Recht auf Unversehrtheit des eigenen Körpers sowie nach der Instrumentalisierung eines Menschen werden hier diskutiert.

Das Konzept der Rettungsgeschwister ist vielen wohl vor allem durch den Film "Beim Leben meiner Schwester" bekannt. In diesem Film ist die 15-jährige Kate an Leukämie erkrankt und befindet sich bereits im Endstadium. Dass Kate überhaupt 15 Jahre alt geworden ist, hat sie ihrer jüngeren Schwester zu verdanken, die als einzige Knochenmark-Spenderin für Kate infrage kommt. Denn Kates Eltern haben schon früh eine Entscheidung getroffen, um das Leben ihrer Tochter zu verlängern – sie haben mittels der In-vitro-Fertilisation, also der Zeugung im Reagenzglas, mehrere Eizellen befruchten lassen und dann anhand der Präimplantationsdiagnostik, kurz PID genannt, den Embryo ausgewählt, der genetisch am besten zu Kate passt. Aus dem durch diesen Prozess ausgewählten Embryo entstand schließlich Kates jüngere Schwester Anna. Sie muss nun immer wieder Knochenmark, Blut und schließlich sogar eine Niere an ihre Schwester spenden. In dieser Arbeit soll nun thematisiert werden, inwieweit solche künstlich gezeugten Rettungsgeschwister ethisch zu vertreten sind.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Rettungsgeschwister – eine Einführung in die Problemstellung

2. Vor der Geburt - die Präimplantationsdiagnostik

a) Das Verfahren der Präimplantationsdiagnostik

b) Ethische Bedenken – Die menschliche Würde und das gleiche Recht auf Leben

c) Die Embryonenselektion – verwerflich im Angesicht eines zu rettenden Menschenlebens?

d) Fazit

3. Nach der Geburt – die Eingriffe in den Körper der Rettungsgeschwister

a) Ethische Bedenken - Die Gefahr der Instrumentalisierung und das Recht auf die Unversehrtheit des eigenen Körpers

b) Mögliche Chancen – Warum Rettungsgeschwister das Familienglück vervollständigen

c) Fazit

4. Fazit – Rettungsgeschwister: ethisch vertretbar?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ethische Vertretbarkeit von sogenannten „Rettungsgeschwistern“, die mittels Präimplantationsdiagnostik (PID) gezielt als Zell- oder Gewebespender für bereits existierende, schwerkranke Geschwisterkinder gezeugt werden. Im Fokus steht dabei die Abwägung zwischen dem Schutz menschlichen Lebens im Embryonalstadium und der moralischen Verpflichtung zur Hilfeleistung für bereits geborene, leidende Kinder.

  • Die moralische Bewertung der Präimplantationsdiagnostik hinsichtlich der Embryonenselektion.
  • Die Problematik der Instrumentalisierung menschlichen Lebens im Rahmen der PID.
  • Ethische Grenzfragen bei medizinischen Eingriffen an unmündigen Kindern.
  • Die Bedeutung der elterlichen Motive und der Schutz des körperlichen Integritätsrechts.
  • Diskussion einer Einzelfallregelung zur ethischen Abwägung von Rettungschancen.

Auszug aus dem Buch

b) Ethische Bedenken – Die menschliche Würde und das gleiche Recht auf Leben

Präimplantationsdiagnostik und Menschenwürde – sind dies zwei Begriffe, die unter keinen Umständen miteinander vereinbar sind? Und was genau bedeutet der Begriff „Würde“ überhaupt?

Als Menschenwürde versteht man die Vorstellung, dass alle Menschen unabhängig irgendwelchen Merkmalen wie etwa Herkunft, Geschlecht oder Alter denselben Wert haben, da sie sich alle durch ein dem Menschen einzig gegebenes schützenswertes Merkmal auszeichnen, nämlich die Würde.8

Würde wohnt also ausnahmslos allen Menschen inne. Doch wie kann die Würde des Menschen bei der PID und damit bei der Vernichtung von Embryonen, also der Vernichtung potenziellen Lebens, als fester Wert in unser aller Leben gewahrt werden? Schließlich wird nach der Diagnostik bei der Entscheidung, ob ein Embryo in die Gebärmutter eingepflanzt oder verworfen wird, in zweifacher Weise selektiert.

Zunächst einmal wird dem Embryo nicht die gleiche Würde zuteil wie einem Neugeborenen. Offensichtlich würde jeder zustimmen, dass es Mord wäre, wenn ein gerade geborener Säugling im dem Sinne vernichtet würde, wie es hier mit den Embryonen geschieht. Die zweite Selektion geschieht dadurch, dass den Embryonen, je nach ihrem Genprofil, verschiedene Werte zugeschrieben werden, obwohl sie sich ansonsten im gleichen Entwicklungsstadium befinden. Ein Embryo, der also genetisch seinem bereits geborenen Geschwisterkind mehr ähnelt, hat durch diese größere Ähnlichkeit sofort einen höheren Wert und damit ein größeres Recht auf Leben.9 Diese Wertzuschreibung geschieht durch Eltern und Ärzte, wobei es offensichtlich nicht gerechtfertigt ist, da keiner der Embryonen tatsächlich „besser“ sein oder ein größeres Recht auf Leben besitzen kann als die anderen. Dies geschieht nur im Hinblick auf die Nützlichkeit des Embryos für sein älteres Geschwister, nicht aber im Hinblick auf das gleiche Recht auf Leben und die gleiche Würde aller Embryonen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Rettungsgeschwister – eine Einführung in die Problemstellung: Dieses Kapitel führt in das Thema ein und illustriert anhand des fiktiven Beispiels von Anna und Kate sowie realer Fälle die Problematik der gezielten Zeugung von Kindern als potenzielle Organspender.

2. Vor der Geburt - die Präimplantationsdiagnostik: Es wird das technische Verfahren der PID erläutert sowie die ethische Kontroverse um Embryonenselektion, Menschenwürde und die potenzielle Gefahr der Eugenik diskutiert.

3. Nach der Geburt – die Eingriffe in den Körper der Rettungsgeschwister: Hier wird die moralische Problematik von medizinischen Eingriffen bei Kindern untersucht, insbesondere die Frage der Instrumentalisierung und der elterlichen Einwilligung im Gegensatz zum Kindeswohl.

4. Fazit – Rettungsgeschwister: ethisch vertretbar?: Die Autorin zieht Bilanz und plädiert für eine Einzelfallregelung, da die moralische Abwägung zwischen der konkreten Rettung eines Lebens und den abstrakten Bedenken zur Würde des Embryos keine pauschalen Verbote zulässt.

Schlüsselwörter

Rettungsgeschwister, Präimplantationsdiagnostik, PID, Menschenwürde, Embryonenselektion, Instrumentalisierung, Bioethik, Stammzellenspende, Eugenik, Designerbabies, Kindeswohl, medizinische Ethik, In-vitro-Fertilisation, körperliche Unversehrtheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der ethischen Bewertung von sogenannten Rettungsgeschwistern – Kindern, die durch moderne Reproduktionsmedizin gezielt gezeugt werden, um als Spender für kranke Geschwister zu fungieren.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Präimplantationsdiagnostik (PID), die Menschenwürde, der Vorwurf der Instrumentalisierung von Menschen und die rechtlichen Rahmenbedingungen der modernen Medizin.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die moralische Zulässigkeit der Zeugung von Rettungsgeschwistern kritisch zu hinterfragen und zu erörtern, ob die Rettung eines kranken Kindes die ethischen Bedenken hinsichtlich der Embryonenselektion und körperlicher Eingriffe rechtfertigen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit bioethischen Argumenten, rechtlichen Bestimmungen wie dem Embryonenschutzgesetz und philosophischen Konzepten wie der Objektformel nach Kant.

Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?

Der Hauptteil gliedert das Problem in zwei Phasen: die ethischen Fragen vor der Geburt (PID und Embryonenstatus) sowie die Phase nach der Geburt (Eingriffe in den Körper des Spenderkindes und elterliche Verantwortung).

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Rettungsgeschwister, Menschenwürde, PID, Instrumentalisierung und das Spannungsfeld zwischen Lebensrettung und körperlicher Integrität.

Wie unterscheidet die Autorin zwischen einer Niere und Knochenmark als Spende?

Die Autorin argumentiert, dass eine Knochenmarkspende aufgrund ihrer zeitlich begrenzten Belastung eher ethisch vertretbar ist als eine Nierenspende, die das Leben des Spenders nachhaltig und dauerhaft einschränkt.

Warum hält die Autorin eine Einzelfallregelung für sinnvoll?

Da das Thema keine klare Unterteilung in „Richtig“ und „Falsch“ zulässt, ermöglicht eine Einzelfallentscheidung eine flexiblere Abwägung der jeweiligen Schwere der gesundheitlichen Situation des Patienten gegenüber dem Schutz des Spenderkindes.

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Résumé des informations

Titre
Rettungsgeschwister als verwerfliche Instrumentalisierung oder lebensrettende Chance? Embyronenselektion und ethische Probleme
Université
Bielefeld University
Note
1,0
Auteur
Nadine Henke (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
18
N° de catalogue
V375124
ISBN (ebook)
9783668523678
ISBN (Livre)
9783668523685
Langue
allemand
mots-clé
Medizinische Ethik Rettungsgeschwister Beim Leben meiner Schwester Präimplantationsdiagnostik PID
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Nadine Henke (Auteur), 2015, Rettungsgeschwister als verwerfliche Instrumentalisierung oder lebensrettende Chance? Embyronenselektion und ethische Probleme, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375124
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Extrait de  18  pages
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