Im Zuge der Wandlung von Unterricht von Frontalunterricht und dem Modell des Nürnberger Trichters hin zu einem Unterricht, der nicht mehr den Lehrer, sondern den Schüler in den Mittelpunkt stellt und auf die Heterogenität der Klasse achtet, stellen sich viele Fragen nach dem „Wie“. Wie kann man, besonders in Deutschland, einen Unterricht gestalten, der auf alle Schüler Rücksicht nimmt und der allen gerecht wird? Es gibt viele Ideen, Methoden und Konzepte zur Umsetzung von individueller Förderung im Unterricht. Unter anderem ist Kooperatives Lernen dabei. Denn Kooperatives Lernen bietet zum Beispiel einer großen Klasse mit wenigem oder nur einer Lehrkraft eine Routine, bei der die Schüler wissen, was zu tun ist, mit anderen Schülern arbeiten und so ihre Kompetenzen schulen, und der Lehrer eine Gelegenheit bekommt, sich mit einzelnen Schülern zu beschäftigen.
Aufgaben mit Profil sind Aufgaben, die gezielt einzelne Kompetenzen fördern sollen und die durch Alltagsnähe und diverse andere Kriterien die Schüler zur Arbeit motivieren können. In dieser Ausarbeitung wird diskutiert, ob eben jenes Aufgabenformat in einen Unterricht, der nach dem Prinzip des Kooperativen Lernens ausgerichtet ist, hineinpasst und darüber hinaus einen sinnvollen Beitrag zu individueller Förderung an sich leistet.
Damit die Aufgabe daraufhin geprüft werden kann, müssen zunächst die Grundlagen beleuchtet werden. So wird zunächst die Heterogenität als Ausgangslage der individuellen Förderung beleuchtet. Anschließend wird auf das Prinzip des Kooperativen Lernens eingegangen und zuletzt werden Aufgaben mit Profil genauer vorgestellt und auf ihre Anwendbarkeit im Unterricht geprüft.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Heterogenität als Ausgangslage für individuelle Förderung
3. Kooperatives Lernen als Möglichkeit der individuellen Förderung
4. Aufgaben mit Profil
4.1. Begriffsklärung
4.2. Aufgaben mit Profil als Aufgabenformat für Kooperatives Lernen?
4.3. Sind Aufgaben mit Profil ein sinnvoller Beitrag zur individuellen Förderung?
5. Schluss
6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenfelder
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial von sogenannten „Aufgaben mit Profil“ als pädagogisches Instrument, um den Herausforderungen heterogener Schulklassen durch individualisierte Förderansätze zu begegnen. Dabei wird analysiert, wie diese spezifischen Aufgabenformate in den Kontext des kooperativen Lernens eingebettet werden können, um sowohl fachliche Kompetenzen als auch soziale Interaktionsprozesse bei Grundschülern gezielt zu fördern.
- Herausforderungen der Heterogenität in modernen Grundschulklassen
- Theoretische Grundlagen und methodische Prinzipien des Kooperativen Lernens
- Konzeption und Einsatzmöglichkeiten von „Aufgaben mit Profil“
- Verknüpfung von kooperativen Arbeitsphasen mit individuell differenzierten Lernaufgaben
- Förderung der Selbstständigkeit und der sozialen Interaktionskompetenz
Auszug aus dem Buch
4.1. Begriffsklärung
Aufgaben mit Profil sind kompetenzfördernde Aufgaben aus der Deutschdidaktik. Sie werden so gestellt, dass sie die Schüler zum Arbeiten motivieren und ihre Kompetenzen fördern (vgl. Bachmann/ Becker-Mrotzek 2010, S. 191). Wir haben in einem Seminar über solche Aufgaben gesprochen und selber ausgedacht. Zu Beginn muss überlegt werden, welche Kompetenz gefördert werden soll, nach der Aufgabe dann aufgebaut wird. Wir haben uns für die Förderung der mündlichen Kommunikationskompetenz entschieden. Aufgaben mit Profil müssen fünf Bedingungen erfüllen. Schüler sollten die Funktion erkennen, das notwendige Welt- und Sprachwissen haben, die Aufgabe in Interaktion durchführen und die Wirkung ihrer Arbeit überprüfen können (vgl. ebd., S.195). Je mehr die Aufgabe aus dem Alltag stammt oder für die Schüler greifbar ist, desto motivierender ist sie. Es bedeutet im Endeffekt, dass man sich eine Aufgabe ausdenkt, mit der sich die Schüler identifizieren können. Wenn man eine Aufgabe zu mündlicher Sprachhandlungskompetenz entwickelt, kann man dies am besten erreichen, indem man auf die fünf genannten Bedingungen achtet. Denn nur wenn die Schüler wissen, welches Ziel sie mit der Bearbeitung verfolgen und welche Adressaten sie haben, können sie sinnvolle Entscheidungen über Aufbau, Propositionen und sprachliche Mittel treffen und somit die Funktion sinnvoll erfüllen und einen Sinn in der Lösung der Aufgabe sehen (vgl. ebd., S.195). Wenn das Weltwissen einbezogen wird und sprachliches Wissen vorher eingeübt wurde oder schon vorhanden ist, haben die Schüler etwas Sinnvolles zu sagen (vgl. ebd., S.195). Wenn die Schüler bei der Bearbeitung in sozialer Interaktion handeln, lernen sie voneinander und miteinander, und zuletzt sind sie am ehesten motiviert, wenn sie wissen, dass sie eine Rückmeldung bekommen, damit die Aufgabe nicht in ihren Augen umsonst bearbeitet wurde (vgl. ebd., S.195).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel des Unterrichts weg vom reinen Frontalunterricht hin zur individuellen Förderung und stellt die Fragestellung nach dem Einsatz von „Aufgaben mit Profil“ im kooperativen Unterrichtskontext vor.
2. Heterogenität als Ausgangslage für individuelle Förderung: Dieses Kapitel definiert Heterogenität als Ausdruck von Vielfalt und beschreibt die verschiedenen Ebenen, in denen sich Schüler unterscheiden, sowie die Notwendigkeit, diese in der Unterrichtsgestaltung zu berücksichtigen.
3. Kooperatives Lernen als Möglichkeit der individuellen Förderung: Hier wird erläutert, wie kooperative Lernformen durch variable Phasen und soziale Interaktion zur Individualisierung des Unterrichts beitragen können.
4. Aufgaben mit Profil: Dieses Kapitel widmet sich der begrifflichen Einordnung, dem Anwendungsformat innerhalb des kooperativen Lernens sowie einer kritischen Bewertung hinsichtlich ihres Beitrags zur individuellen Förderung.
5. Schluss: Der Schlussteil fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die sinnvolle Synthese von Heterogenitätsmanagement, kooperativem Lernen und spezifischen Aufgabenformaten.
6. Literaturverzeichnis: Auflistung der in der Arbeit verwendeten Quellen und Fachliteratur.
Schlüsselwörter
Individuelle Förderung, Kooperatives Lernen, Aufgaben mit Profil, Heterogenität, Grundschule, Deutschdidaktik, Kommunikationskompetenz, soziale Interaktion, Differenzierung, Selbstständigkeit, Kompetenzförderung, Unterrichtsgestaltung, Lernkultur, Rollenspiele, Reflexion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Verknüpfung von individueller Förderung, kooperativen Lernmethoden und der Anwendung sogenannter „Aufgaben mit Profil“ im Grundschulunterricht.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder sind der Umgang mit Heterogenität in der Klasse, die Strukturierung von kooperativen Lernphasen sowie die didaktische Konzeption von Aufgaben, die Kompetenzen gezielt fördern sollen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu prüfen, ob „Aufgaben mit Profil“ ein wirksames und motivierendes Instrument darstellen, um in heterogenen Lerngruppen eine individuell ausgerichtete Förderung umzusetzen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine didaktische Ausarbeitung, die auf einer theoretischen Fundierung durch Fachliteratur sowie einer praxisorientierten Erprobung und Reflexion eines eigenen Aufgabenbeispiels basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen der Heterogenität, erläutert die Phasen und Vorteile des kooperativen Lernens und evaluiert die Anwendbarkeit von „Aufgaben mit Profil“ im Unterrichtsalltag.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie individuelle Förderung, Kooperatives Lernen, Aufgaben mit Profil, Heterogenität und Kompetenzentwicklung beschreiben.
Warum wird im Anhang ein „Tafelbild“ thematisiert?
Das Tafelbild dient als konkretes Anschauungsmaterial für das in der Arbeit entwickelte Beispiel zur Förderung der sozialen Interaktion und mündlichen Kommunikationskompetenz.
Welche Rolle spielen die Rollenspiele für die praktische Erprobung?
Die Rollenspiele fungieren als methodisches Werkzeug, um Schülern in unterschiedlichen sozialen Kontexten (Bekannte vs. Unbekannte) ein angemessenes Verhalten und sprachliche Ausdrucksweisen praktisch erproben zu lassen.
Wie bewertet die Autorin den Beitrag von „Aufgaben mit Profil“?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass diese Aufgaben einen sehr sinnvollen Beitrag leisten, da sie individualisierbar sind, soziale Interaktion fördern und gleichzeitig die Selbstständigkeit der Lernenden stärken.
- Citation du texte
- Carolin Klug (Auteur), 2015, Individuelle Förderung durch kooperatives Lernen. Aufgaben mit Profil, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375126