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"We are Slavic". Polens Selbstpräsentation im Eurovision Song Contest

Title: "We are Slavic". Polens Selbstpräsentation im Eurovision Song Contest

Thesis (M.A.) , 2016 , 58 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Michal Perlinski (Author)

Russian / Slavic Languages
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Summary Excerpt Details

Da die vorliegende Arbeit im Rahmen der slavischen Philologie verfasst worden ist, liegt die kultur- und medienwissenschaftliche Auseinandersetzung im Mittelpunkt. Genauer gesagt soll es um Polens Selbstpräsentation im ESC gehen. Welche Mittel der Selbstpräsentation werden im Wettbewerbsvortrag verwendet? Welche Themen werden im Liedtext angesprochen und in welcher Sprache ist dieser verfasst? Findet etwa eine musikalische Angleichung an das restliche Europa oder doch eher eine Abgrenzung statt? Was lässt sich in Bezug auf die Geschlechterrollen der polnischen Bühnenauftritte feststellen? Lassen sich die analysierten Wettbewerbsbeiträge Polens in bestimmte Gruppen einteilen und nach welchen Erkennungsmerkmalen ist dies möglich? Wie verhält es sich mit dem Selbst- und Fremdbild Polens, das auf der Bühne transportiert wird? Dies sind meine wissenschaftlichen Kernfragen, die ich in der vorliegenden Arbeit erforschen möchte.

Die meisten Videoclips und Bühnenauftritte sind über Youtube oder andere digitale Plattformen im Internet abrufbar. Nach einer ganz kurzen historischen Gesamtdarstellung des ESC, die als Basiswissen für die weiteren Kapitel dienen soll, beleuchte ich näher das Wesen der Nation, bevor ihre Rolle im Kontext des ESC weiter erörtert wird. Hierbei habe ich auf Standardwerke wie Imagined Communities von Benedict Anderson oder The Invention of Traditions und Nation and Nationalism since 1780 von Eric J. Hobsbawm zurückgegriffen. Anschließend analysiere ich einige von mir persönlich ausgewählte Auftritte Polens beim ESC, um auf deren Basis zu einem Ergebnis der oben aufgeführten Leitfragen zu kommen. Im letzten Kapitel gehe ich auch auf die mediale Berichterstattung und Wahrnehmung der polnischen Auftritte und ihrer Platzierungen ein. Zitate aus der medialen Berichterstattung sowie Kommentare von Zuschauern nach dem Wettbewerb runden die Arbeit schließlich ab.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Bisheriger Forschungsstand

3 Der Eurovision Song Contest

3.1 Die Entstehung des Eurovision Song Contest

3.1.1 Die EBU (European Broadcasting Union)

3.1.2 Das San-Remo-Festival als Vorbild

3.2 Historischer Überblick

3.2.1 Auftritte: Orchester vs. Playback

3.2.2 Sprachenwahl: Englisch vs. Landessprache

3.2.3 Abstimmung: Jury vs. Televoting

3.3 Der ESC als Mittel nationaler und kultureller Selbstpräsentation

4 Der Einzug Osteuropas in den ESC

4.1 Auswirkungen auf den ESC

4.1.1 Veränderungen im Regelwerk der EBU

4.1.2 Abstimmungsverhalten

4.2 Der ESC als Chance und Prestige für die osteuropäischen Teilnehmerländer

5 Polnische Auftritte beim ESC

5.1 Vorstellung der analytischen Methode

5.2 Analyse einiger Auftritte

5.2.1 Edyta Górniak (1994)

5.2.2 Justyna Steczkowska (1995)

5.2.3 Ich Troje (2003)

5.2.4 Iwan & Delfin (2005)

5.2.5 Marcin Mroziński (2010)

5.2.6 Cleo & Donatan (2014)

5.2.7 Monika Kuszyńska (2015)

5.3 Ergebnisse

5.3.1 Das Genderbild Polens im Wandel

5.3.2 Das Bild Polens als Nation – Selbstpräsentation und Wahrnehmung

6 Die mediale Berichterstattung

6.1 Die 1990er Jahre – Euphorie und Begeisterung der Polen

6.2 Das neue Jahrtausend – Schwindendes Interesse und negative Schlagzeilen

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Selbstpräsentation Polens im Kontext des Eurovision Song Contest (ESC). Ziel ist es, die Entwicklung der polnischen Beiträge im Hinblick auf kulturelle Identität, Genderrollen und die Abgrenzung bzw. Angleichung an westliche Standards zu analysieren, um ein tieferes Verständnis für die Darstellung Polens als Nation auf der europäischen Bühne zu erlangen.

  • Wissenschaftliche Analyse der polnischen ESC-Teilnahmen (1994–2015)
  • Untersuchung von Inszenierungsstrategien und Identitätsbildung
  • Analyse der Geschlechterrollen und ihrer Symbolik
  • Wechselspiel zwischen Selbstbild und Fremdwahrnehmung
  • Einfluss medialer Berichterstattung auf die Wahrnehmung des Wettbewerbs in Polen

Auszug aus dem Buch

5.2.1 Edyta Górniak (1994)

Der ESC 1994 fand am 30. April jenes Jahres im Point Theatre von Dublin statt. Dies war insofern ein bemerkenswerter Jahrgang, als dass sieben neue Teilnehmerländer aus dem osteuropäischen Raum zum ersten Mal am Wettbewerb teilnahmen. Edyta Górniak war die erste polnische Vertreterin in der Geschichte des Wettbewerbs. Die Sängerin, die zuvor bereits sehr erfolgreich am Baltic Song Contest im schwedischen Karlshamn teilgenommen hatte und später in Polen einen weiteren Erfolg mit ihrem Album Dotyk erzielte, sang den von Stanisław Syrewicz komponierten Titel To nie ja, zu dem Jacek Cygan den Text schrieb. Der Videoclip ihres Beitrags, der wenige Wochen vor dem ESC veröffentlicht worden ist, verkörpert eine dunkle, nächtliche Atmosphäre und man sieht dichten Nebel vor einer dunkelblauen Kulisse. Edyta Górniak taucht erst nach wenigen Sekunden auf. Der Nebel löst sich ein wenig auf und man sieht sie auf dem Boden liegen, sich strecken und die Augen öffnen, als würde sie gerade aus einem tiefen Schlaf erwachen. In den ersten 30 Sekunden ist ihr Gesicht nicht zu erkennen, sondern nur ihre Gestalt in schwarz. Erst später erscheint ihr Gesicht als Porträtaufnahme im Vordergrund der in dunkles Blau getauchten Nebelkulisse.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Relevanz des ESC als kulturwissenschaftliches Forschungsfeld und Darlegung der zentralen Fragestellung zur polnischen Selbstpräsentation.

2 Bisheriger Forschungsstand: Überblick über die wachsende wissenschaftliche Literatur zum ESC und die Verortung der Arbeit in diesem akademischen Kontext.

3 Der Eurovision Song Contest: Historische Darstellung der EBU und der Entwicklung des Wettbewerbs von einem Komponistenwettbewerb zum nationalen Prestigeprojekt.

4 Der Einzug Osteuropas in den ESC: Analyse der Auswirkungen der Osterweiterung auf das Regelwerk und der Bedeutung des ESC als Integrationssymbol für postsozialistische Länder.

5 Polnische Auftritte beim ESC: Detaillierte Analyse ausgewählter Beiträge von 1994 bis 2015 und ihre Einordnung in verschiedene Gruppen der Selbstinszenierung.

6 Die mediale Berichterstattung: Untersuchung des Wandels in der polnischen Wahrnehmung des ESC, von nationaler Euphorie in den 1990ern zu Desinteresse und Frustration nach der Jahrtausendwende.

7 Fazit: Zusammenfassende Synthese der Ergebnisse zur Entwicklung der polnischen Selbstpräsentation und ihrer Bedeutung für die nationale Identitätsstiftung.

Schlüsselwörter

Eurovision Song Contest, ESC, Polen, Selbstpräsentation, Identität, Slaventum, Matka Polka, Genderrollen, Kulturwissenschaft, Medienanalyse, Nationalbewusstsein, Integrationsgeschichte, Roma-Kultur, Folklore, Musikindustrie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Polen sich seit seinem Debüt im Jahr 1994 beim Eurovision Song Contest als Nation präsentiert und welche Mittel hierbei zur Identitätskonstruktion genutzt werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die nationale Identität, die Darstellung der "slavischen Frau", die Rolle von Religion und Tradition sowie die Wahrnehmung Polens durch ein europäisches Publikum.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit erforscht, welche Mittel der Selbstpräsentation Polen verwendet, ob eine musikalische Anpassung an Europa stattfindet und wie sich das Selbst- und Fremdbild Polens auf der Bühne manifestiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine medienwissenschaftliche und kulturwissenschaftliche Analyse angewandt, die sich methodisch an Ansätzen wie denen von Ball, Smith und Roland Barthes orientiert, um Videoclips und Bühnenauftritte als Zeichensysteme zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert im Detail die Auftritte verschiedener polnischer Künstler von Edyta Górniak (1994) bis Monika Kuszyńska (2015) und untersucht deren symbolische Bedeutung für das polnische Nationalbild.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Eurovision Song Contest, Identitätsbildung, nationale Selbstpräsentation, Slaventum und die soziokulturelle Entwicklung Polens.

Wie verändert sich das Bild der "polnischen Frau" im Laufe der untersuchten Beiträge?

Das Bild wandelt sich von der Unschuld und katholischen Reinheit (Górniak) über das postsozialistische Leitbild der "Matka Polka" (Steczkowska) bis hin zur moderneren und teils provokanteren Darstellung (Cleo & Donatan).

Warum wird die Berichterstattung der 1990er Jahre der heutigen Zeit gegenübergestellt?

Dies verdeutlicht den Wandel vom anfänglichen Enthusiasmus, als der ESC als nationale Aufgabe wahrgenommen wurde, hin zur späteren Frustration aufgrund anhaltender Erfolglosigkeit.

Was bedeutet der Begriff "Nachzüglernation" im Kontext dieser Arbeit?

Dieser Begriff, basierend auf Reinhard Bendix, beschreibt Polen und andere postsozialistische Staaten, die den ESC verstärkt als Chance nutzen, um nationale Identität und kulturelle Eigenheit gegenüber dem Westen zu demonstrieren.

Welchen Einfluss haben die Platzierungen auf die polnische Teilnehmerwahl?

Die Arbeit zeigt, dass Misserfolge in den Halbfinals oft zu einer Verleugnung nationaler Identität und einer Flucht in englischsprachige, westlich orientierte Popmusik führten, bevor erst 2014 wieder das Slaventum plakativ thematisiert wurde.

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Details

Title
"We are Slavic". Polens Selbstpräsentation im Eurovision Song Contest
College
Ruhr-University of Bochum  (Lotman-Institut)
Grade
1,5
Author
Michal Perlinski (Author)
Publication Year
2016
Pages
58
Catalog Number
V375230
ISBN (eBook)
9783668525719
ISBN (Book)
9783668525726
Language
German
Tags
Eurovision Song Contest Slaventum Polen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michal Perlinski (Author), 2016, "We are Slavic". Polens Selbstpräsentation im Eurovision Song Contest, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375230
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