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Leben, Tod und die Schöpfung. Das Monster als Abjekt nach Kristeva in Ridley Scotts "Prometheus"

Titel: Leben, Tod und die Schöpfung. Das Monster als Abjekt nach Kristeva in Ridley Scotts "Prometheus"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2017 , 19 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Thomas Laschyk (Autor:in)

Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die nachfolgende Arbeit wird zunächst anhand der Theorie des Abjekts von Julia Kristeva analysieren, welche Formen von Monstern in Ridley Scotts „Prometheus“ dargestellt werden und wie diese als Monster funktionieren. Anschließend wird daraus geschlossen, welche symbolische Bedeutung diese monströsen Figuren für die gegenwärtige Gesellschaft, jeweils dargestellt an verschiedenen Figuren des Films, haben, und damit, welches ihre kollektiven Ängste sind.

Im Mai 2017 kam „Alien: The Covenant“ in die deutschen Kinos. Es ist bereits der sechste Film des „Alien“-Franchises von Regisseur Ridley Scott, eines der erfolgreichsten Franchises aller Zeiten. Bei „Alien: The Covenant“ handelt es sich um die Fortsetzung des Prequels zu den ersten vier Filmen. Der erste Film der Reihe aus dem Jahr 1979 war als Science-Fiction Horrorfilm ein großer kommerzieller und kritischer Erfolg. Das namensgebende Alien und der Kampf der von Sigourney Weaver verkörperten Protagonistin mit diesem war anscheinend eine glaubwürdige und funktionierende Darstellung eines Monsters. Nach David Skal funktioniert das Unheimliche eines Monsters stets im Wechselspiel zur Kultur, die es hervorgebracht hat.

Der kommerzielle Erfolg der Filmreihe, mindestens der ersten beiden Filme gibt einen Hinweis darauf, dass dieses Monster nicht nur als Produkt seiner Kultur funktioniert, sondern als Verkörperung kollektiver Ängste gelesen werden kann. Die Welt hat sich in den fast vier Jahrzehnten seit dem Erscheinen des ersten Films aber gravierend verändert und „Alien: The Covenant“ muss, wie der jüngste Alien-Film „Prometheus“, diese veränderte Situation wiedergeben. Repräsentative Ansätze haben im 21. Jahrhundert angefangen, das Monströse als Prozess der Identifikation, als Wandel und fluide Kategorisierungen zu betrachten. Die globalisierte Welt, die immer mehr kulturellen, sozialen, politischen und ökonomischen Veränderungen unterworfen ist, kann demnach in Ridley Scotts Prequels analysiert werden. Dementsprechend ist es von Bedeutung, dass Prometheus laut Scott eine neue Mythologie und Ideen entwickelt, die nur noch dadurch mit ihren Vorgängern verknüpft sind, dass sie im gleichen fiktionalen Universum spielen. Die Frage ist nun, wie Scott die gesellschaftlich konditionierten Ängste in Form von Monstern in seinem Film umgesetzt hat und wie diese Ängste denn nun aussehen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Die Alien-Reihe

2. Monster als Abjekt

2.1. Der Android David

2.2. Die Engineers

2.3. Alien(s)

3. Das Symbolische: Die Ängste unserer Gesellschaft

3.1. Fifield und Milburn: Außenseiter und Feiglinge

3.2. Holloway: Arroganz und Leichtsinnigkeit

3.3. Weyland: Hybris und Angst vor dem Tod

3.4. Vickers: Risikovermeidung und Furcht vor Automatisierung

3.5. Janek: Selbstaufopferung

4. Shaws Selbstlosigkeit und das semiotische Prinzip der Selbstaufopferung

5. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert Ridley Scotts Film "Prometheus" unter Anwendung von Julia Kristevas Theorie des Abjekts, um die Darstellung monströser Wesen und deren symbolische Bedeutung für die zeitgenössische Gesellschaft zu untersuchen. Die Forschungsfrage zielt darauf ab, wie gesellschaftlich konditionierte Ängste in Form von Monstern in den Film integriert sind und welche Rolle diese im Kontext von Identifikation, Kapitalismus und Sterblichkeit spielen.

  • Analyse der Alien-Figuren als Abjekte zwischen dem Semiotischen und dem Symbolischen.
  • Untersuchung der menschlichen Crew als Mikrokosmos der gegenwärtigen kapitalistischen Gesellschaft.
  • Diskussion der Konzepte von Hybris, Egoismus und der Angst vor dem Tod.
  • Herausarbeitung des Prinzips der Selbstaufopferung als ethischer Gegenentwurf zur zerstörerischen Ausbeutung.

Auszug aus dem Buch

2.1. Der Android David

David, gespielt von Michael Fassbender, ist auf den ersten Blick ein unwahrscheinlicher Kandidat für den Titel eines Monsters, da er wie ein völlig normaler Mensch aussieht und sich zunächst auch so verhält. Anfangs sieht man ihn an Bord des Raumschiffes essen, fernsehen und Basketball spielen (0:10). Doch Peter Weyland, gespielt von Guy Pearce, offenbart schon in der 16. Minute durch eine Hologramm-Aufzeichnung, dass David ein Android ist: „Unfortunately he is not human. [...] [Appreciation of never dying] would require the one thing he will never have... a soul.“ David wird hier ganz klar eine Menschlichkeit aufgrund des Fehlens einer Seele und der Fähigkeit zu menschlichen Emotionen abgesprochen.

Immer wieder wird der Zuschauer an die Andersartigkeit Davids erinnert, das durch sein emotionsloses Verhalten und meistens ausdruckslose Mimik noch unterstrichen wird. Auch er selbst assoziiert sich nicht mit den Menschen und scheint sogar eine Abneigung gegen diese zu haben. Als Holloway bemerkt: „[They're] making you guys [the androids] pretty close, huh?“ entgegnet David: "Not too close, I hope." (0:28) und drückt damit aus, dass er nicht das Bedürfnis verspürt, ein Mensch zu sein, da er sich den Menschen sogar überlegen fühlt, eben weil er, wie Weyland bemerkte, nicht sterben und nicht alt werden kann. Er versteht nicht, wieso Shaw am Ende immer noch nach Antworten sucht: „I don't understand.“ Woraufhin Shaw erwidert: „That's because I'm a human being… and you're a robot.“ (1:51) Die Suche nach Antworten ist ein speziell menschliches Charakteristikum, was David von den Menschen unterscheidet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Alien-Reihe: Einführung in das Film-Franchise und Erläuterung der Bedeutung des Monströsen als kulturelle Verkörperung kollektiver Ängste.

2. Monster als Abjekt: Theoretische Grundlegung durch Julia Kristevas Abjekt-Begriff sowie Anwendung auf David, die Engineers und die Aliens.

3. Das Symbolische: Die Ängste unserer Gesellschaft: Analyse der menschlichen Charaktere im Film als Repräsentanten gesellschaftlicher Werte und kapitalistischer Strukturen.

4. Shaws Selbstlosigkeit und das semiotische Prinzip der Selbstaufopferung: Untersuchung von Shaws Rolle als überlebende Protagonistin und ihrer Verbindung zum Konzept der Selbstaufopferung.

5. Ausblick: Zusammenfassung der Analyseergebnisse und kurzer Ausblick auf mögliche weiterführende Untersuchungen im Kontext der Fortsetzung.

Schlüsselwörter

Prometheus, Ridley Scott, Julia Kristeva, Abjekt, Monster, Symbolisches, Semiotisches, Kapitalismus, Hybris, Selbstaufopferung, Alien, Android David, Horrorfilm, Identität, Sterblichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Film "Prometheus" von Ridley Scott mithilfe der kulturwissenschaftlichen Theorie des Abjekts von Julia Kristeva, um die Darstellung von Monstern und deren Bedeutung zu analysieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung zwischen dem Semiotischen und dem Symbolischen, der Kapitalismus des 21. Jahrhunderts, die menschliche Hybris und die Bedeutung der Selbstaufopferung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu zeigen, dass die Monster im Film als Abjekte fungieren und eine Kritik an der rücksichtslosen, kapitalistischen Gesellschaftsordnung darstellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Theorie des Abjekts nach Julia Kristeva sowie eine filmische Analyse der Charaktere und ihrer Interaktionen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert verschiedene Monsterfiguren (David, Engineers, Aliens) und die einzelnen menschlichen Crewmitglieder hinsichtlich ihrer symbolischen Funktion und ihrer Reaktionen auf das Monströse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Abjekt, Monster, Symbolisches, Semiotisches, Selbstaufopferung und Kapitalismus.

Warum ist David als Monster ein Grenzfall?

David sieht menschlich aus und verhält sich oft so, weist aber keine menschliche Seele auf, weshalb er das Symbolische imitiert, ohne ein Teil davon zu sein.

Welche Rolle spielt die Selbstaufopferung in der Schlussfolgerung?

Die Selbstaufopferung wird als notwendiger ethischer Gegenentwurf zur kapitalistischen Ausbeutung identifiziert, den nur Shaw im Film erfolgreich verkörpert.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Leben, Tod und die Schöpfung. Das Monster als Abjekt nach Kristeva in Ridley Scotts "Prometheus"
Hochschule
Universität Augsburg
Note
1,7
Autor
Thomas Laschyk (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
19
Katalognummer
V375275
ISBN (eBook)
9783668524538
ISBN (Buch)
9783668524545
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ridley Scott Prometheus Alien Monster Kristeva Abjekt Alien: The Covenant Monströs Sigourney Weaver
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Thomas Laschyk (Autor:in), 2017, Leben, Tod und die Schöpfung. Das Monster als Abjekt nach Kristeva in Ridley Scotts "Prometheus", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375275
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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