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Gottscheds Theaterreform im sozialhistorischen Kontext des 18. Jahrhunderts. Sozialhistorische Analyse von "Versuch einer Critischen Dichtkunst"

Title: Gottscheds Theaterreform im sozialhistorischen Kontext des 18. Jahrhunderts. Sozialhistorische Analyse von "Versuch einer Critischen Dichtkunst"

Seminar Paper , 2003 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Janine Dahlweid (Author)

Theater Studies, Dance
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Dem Werk „Versuch einer Critischen Dichtkunst“ (1730) von Johann Christoph Gottsched liegt die Intention zu Grunde, ein deutsches Nationaltheater für ein bürgerliches Publikum zu schaffen. Die Postulate dieser Schrift stehen im Zusammenhang mit den Zielen der Aufklärung und den sozialhistorischen Bedingungen im 18. Jahrhundert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil

1. Bestandsaufnahme: „Versuch einer Critischen Dichtkunst“

2. Das Zeitalter der Aufklärung

2.1. Wesen und Ziele der Aufklärung

2.2. Gottscheds Ästhetik der Frühaufklärung

3. Das gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche System des Absolutismus

3.1. Historische Bedingungen der Aufklärung

3.2. Die neuen bürgerlichen Individuen

III. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die sozialhistorische Relevanz von Johann Christoph Gottscheds Theaterreform im 18. Jahrhundert, wobei insbesondere die Wechselwirkungen zwischen seiner Ästhetik, der Aufklärung und dem politischen sowie ökonomischen System des Absolutismus analysiert werden.

  • Sozialgeschichtliche Analyse von Gottscheds „Versuch einer Critischen Dichtkunst“
  • Der Einfluss der Aufklärung auf die Ästhetik und das Theater
  • Das Spannungsfeld zwischen absolutistischer Herrschaft und bürgerlichem Aufstieg
  • Die Konstruktion und Funktion der Fabel und der Charaktere in der Theaterreform
  • Entstehung und Selbstverständnis neuer bürgerlicher Identitäten

Auszug aus dem Buch

1. Bestandsaufnahme: „Versuch einer Critischen Dichtkunst“

Das Werk ist unterteilt in den allgemeinen theoretischen und den zweiten besonderen Teil, in dem die einzelnen Gattungen besprochen werden. Diese werden zunächst historisch eingeführt, definiert und anschließend hinsichtlich der Anforderungen an sie normativ beschrieben. Gottscheds „Regelwerk der Ästhetik“ fügt sich in das Vernunftkonzept der Aufklärung ein. Die Ästhetik hat sich an der Natur zu orientieren, die als völlig durchrationalisierte Ordnung begriffen und mit der Vernunft gleichgesetzt wird: „Das Natürliche wird als vernünftig, das Vernünftige als natürlich verstanden mit dem Unterschied, dass die Natur vollkommen, die menschliche Vernunft dagegen unvollkommen, wenngleich unendlicher Perfektionierung fähig sei.“

Deshalb kann auch die Kunst nur dann vernünftig sein, wenn sie „Nachahmung der Natur“ ist. Nach diesem Kriterium bewertet Gottsched die einzelnen Gattungen der Poetik. Von diesen sollen nun die Betrachtungen über die dramatischen, d.h. die Tragödie, die Komödie und die Oper genauer untersucht werden.

Das zugrunde liegende Vernunftkonzept impliziert zum einen die didaktisch-funktionale Ausrichtung der tragischen Fabel. Der Dichter soll eine moralische Aussage durch die Fabel der Tragödie versinnlichen: „Der Dichter wählet sich einen moralischen Lehrsatz, den er seinen Zuschauern auf sinnliche Art einprägen will. Dazu ersinnt er sich eine allgemeine Fabel, daraus die Wahrheit eines Satzes erhellet.“

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung skizziert den Zustand des Theaters zu Beginn des 18. Jahrhunderts und stellt Johann Christoph Gottsched als Reformer vor, der eine wissenschaftlich fundierte Theaterreform in Anlehnung an die Aufklärung anstrebte.

1. Bestandsaufnahme: „Versuch einer Critischen Dichtkunst“: Dieses Kapitel erläutert Gottscheds Forderungen an das Theater, darunter die Nachahmung der Natur, die Wahrscheinlichkeit der Fabel und die didaktische Funktion zur moralischen Erziehung der Zuschauer.

2. Das Zeitalter der Aufklärung: Hier werden die Ziele der Aufklärung als Epoche sowie Gottscheds Übertragung dieser Prinzipien in ein schematisches, auf Logik basierendes Ästhetikkonzept analysiert.

3. Das gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche System des Absolutismus: Dieses Kapitel beleuchtet den historischen Rahmen des Absolutismus und analysiert, wie wirtschaftliche Veränderungen und das Aufstreben des Bürgertums die Theaterreform bedingten.

III. Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert, dass Gottscheds Theaterreform eng mit den sozioökonomischen Entwicklungen und dem bürgerlichen Selbstverständnis der Zeit verknüpft war.

Schlüsselwörter

Johann Christoph Gottsched, Theaterreform, Aufklärung, Absolutismus, Versuch einer Critischen Dichtkunst, Sozialgeschichte, bürgerliche Identität, Vernunft, Wahrscheinlichkeit, Fabel, Moral, Ständeklausel, Ästhetik, Merkantilismus, Natur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Gottscheds Theaterreform von 1730 im Kontext der Sozialgeschichte des 18. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Aufklärung, das absolutistische Staatssystem und die Entstehung eines neuen bürgerlichen Selbstverständnisses durch das Theater.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Gottscheds theaterästhetische Postulate aus ihren historischen Bedingungen und dem damaligen Weltbild der Vernunft zu erklären.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine sozialhistorische Analyse, die Literaturwissenschaft mit Gesellschafts- und Bewusstseinsgeschichte verbindet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme von Gottscheds Werk, die Einbettung in die Aufklärung sowie die Untersuchung der politischen und wirtschaftlichen Hintergründe des Absolutismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Gottsched, Theaterreform, Aufklärung, Absolutismus, Moral, bürgerliche Identität und Vernunft.

Warum lehnte Gottsched die Oper ab?

Er sah in der Oper einen Widerspruch zum menschlichen Verstand, da sie gegen die Regeln der Wahrscheinlichkeit verstieß und lediglich der Sinnenlust statt der moralischen Erziehung diente.

Welche Rolle spielt die „Ständeklausel“ bei Gottsched?

Gottsched nutzte die Ständeklausel, um politische und private Ethik voneinander zu trennen: Adelige sollten in der Tragödie als Staatsrepräsentanten fungieren, während Bürgerliche in der Komödie für eine Privatethik standen.

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Details

Title
Gottscheds Theaterreform im sozialhistorischen Kontext des 18. Jahrhunderts. Sozialhistorische Analyse von "Versuch einer Critischen Dichtkunst"
College
Free University of Berlin  (Institut für Theaterwissenschaft)
Course
Einführung in Methoden theaterhistoriographischen Arbeitens: Modell der Identität im Theater des 18. Jahrhunderts
Grade
1,3
Author
Janine Dahlweid (Author)
Publication Year
2003
Pages
21
Catalog Number
V37527
ISBN (eBook)
9783638368360
ISBN (Book)
9783638864404
Language
German
Tags
Gottscheds Theaterreform Kontext Jahrhunderts Sozialhistorische Analyse Werkes Versuch Critischen Dichtkunst Johann Christoph Gottsched Einführung Methoden Arbeitens Modell Identität Theater Jahrhunderts
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Janine Dahlweid (Author), 2003, Gottscheds Theaterreform im sozialhistorischen Kontext des 18. Jahrhunderts. Sozialhistorische Analyse von "Versuch einer Critischen Dichtkunst", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37527
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