Diese Arbeit wird eine pädagogisch-psychologische Perspektive der Motivation einnehmen. Dabei werden die motivationsunterstützenden Bedingungen sowie die im Unterricht aktivierte Lernmotivation in den Blick genommen. Der pädagogische Kontext der folgenden Untersuchungen ist die primäre Schulausbildung.
Die schulische Erstausbildung in der Primarstufe findet an dem Lernort Grundschule statt. Schülerinnen und Schüler werden dort jeweils mit vielfältigen Lernanforderungen konfrontiert. Doch nicht alles was Kinder lernen sollen, wird von ihnen auch als anregend, interessant oder wichtig wahrgenommen. Die Art, wie Aufgaben oder Lerninhalte an die Schülerinnen und Schüler herangetragen werden, kann Anreize bekräftigen oder verbergen, kann zu Engagement anregen oder aber demotivieren.
Besonders Hauptfächer, wie z. B. Mathematik, gelten des Öfteren als unbeliebte Fächer, für welche sich die Schüler kaum motivieren können. Insbesondere in diesen Fächern lohnt es sich, das motivationale Geschehen im Unterricht zu untersuchen und Möglichkeiten der Förderung von Motivation und Interesse zu erschließen. Dabei ist es interessant zu hinterfragen, wie es einer Lehrkraft gelingen kann, die Motivation ihrer Schülerinnen und Schüler möglichst aufrecht zu halten. Bevor sich jedoch der Frage zugewandt wird, wie man Schüler motivieren kann, wird zunächst geklärt, was Lernmotivation bedeutet und impliziert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
A. Theoretischer Teil
2. Die Motivation
2.1. Definition
2.2. Die Lernmotivation
2.3. Die Selbstwirksamkeit
2.3.1. Abgrenzung des Selbstwirksamkeitskonzepts gegenüber anderer Konzepte
2.4. Die Selbstbestimmungstheorie nach Edward L. Deci und Richard M. Ryan
2.4.1. Intrinsische und Extrinsische Motivation
2.4.2. Internalisation extrinsisch motivierten Verhaltens
2.4.3. Psychologische Grundbedürfnisse
2.5. Motivationsförderung / Die Theorie im schulischen Kontext
2.6. Schulische Leistungen
2.6.1. Definition
2.6.2. Leistungsbewertung
2.6.3. Noten
2.6.4. Zusammenhang von Leistung und Motivation
2.7. Lernumgebung
2.7.1. Definition
2.7.2. Wahrnehmung der Lernumgebung
2.7.3. Zusammenhang von Lernumgebung und Motivation
2.8. Herleitung der Fragestellung und Hypothesenteil
B. Empirischer Teil
3. Die Studie
3.1. Die Methode
3.2. Stichprobe
3.3. Durchführung
3.4. Die Instrumente
4. Ergebnisse der Studie
5. Diskussion
5.1. Berücksichtigung für die Forschung
5.2. Berücksichtigung für die Praxis
5.2.1. Förderung der psychologischen Grundbedürfnisse (wahrgenommene Lernumgebung)
5.2.2. Transfer in die Praxis
5.3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, den Zusammenhang zwischen der wahrgenommenen Lernumgebung und der fachspezifischen Lernmotivation bei Grundschülern zu untersuchen, unter besonderer Berücksichtigung der Selbstwirksamkeit und der Schulleistung.
- Analyse der Selbstbestimmungstheorie nach Deci und Ryan im schulischen Kontext.
- Untersuchung der Bedeutung der wahrgenommenen Lernumgebung für die Motivation.
- Einfluss von Autonomie, Kompetenzerleben und sozialer Einbindung auf Lernprozesse.
- Zusammenhang zwischen Lernmotivation, Selbstwirksamkeit und Leistung in Mathematik und Deutsch.
Auszug aus dem Buch
2.4.1. Intrinsische und Extrinsische Motivation
„Perhaps no single phenomenon reflects the positive potential of human nature as much as intrinsic motivation, the inherent tendency to seek out novelty and challenges, to extend and exercise one’s capacities, to explore, and to learn.” (Ryan & Deci, 2000, S. 70).
Bei der Unterscheidung motivierten Verhaltens wird vorab zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation differenziert. Wenn man intrinsisch motiviert ist, dann handelt man unabhängig von den Wirkungen seines Handelns, weil einen die Aktivität an sich interessiert oder sie Spaß macht. Intrinsisch motivierte Aktionen sind neuartig und optimal herausfordernd und stehen in enger Verbindung mit den Kompetenzen und Fähigkeiten. Ähnlich sieht das auch die Flow-Forschung, welche besagt, dass der Mensch dann in einer Tätigkeit voll aufgeht, wenn seine Fähigkeiten und die Herausforderungen der jeweiligen Tätigkeit in einem optimalen Verhältnis zueinander stehen. Nur dann kann es zum sogenannten Flow-Erleben kommen (vgl. z.B. Csikszentmhalyi, 1975/1999). Um intrinsisch motiviertes Verhalten aufrecht zu erhalten, sind keine externen Reize wie Belohnungen oder Drohungen nötig (vgl. z.B. Bles, 2002; Deci & Ryan, 2008).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Lernmotivation in der Primarstufe ein und stellt die zentrale Fragestellung der Arbeit vor.
2. Die Motivation: Dieses Kapitel erläutert theoretische Grundlagen der Motivation, insbesondere die Selbstbestimmungstheorie, Selbstwirksamkeit, schulische Leistung und Lernumgebung.
3. Die Studie: Hier werden das Design, die Stichprobe, die Durchführung und die Instrumente der empirischen Untersuchung detailliert beschrieben.
4. Ergebnisse der Studie: Dieses Kapitel präsentiert die statistischen Auswertungen der Befragungsdaten zur Überprüfung der aufgestellten Hypothesen.
5. Diskussion: Abschließend werden die Ergebnisse kritisch diskutiert, in den Forschungskontext eingeordnet und praktische Handlungsempfehlungen abgeleitet.
Schlüsselwörter
Lernmotivation, Selbstbestimmungstheorie, Lernumgebung, Grundschule, Selbstwirksamkeit, Intrinsische Motivation, Extrinsische Motivation, Schulleistung, Autonomie, Kompetenzerleben, Soziale Einbindung, Mathematikunterricht, Deutschunterricht, Motivationsförderung, Empirische Studie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der von Schülern wahrgenommenen Lernumgebung und ihrer fachspezifischen Lernmotivation im Mathematik- und Deutschunterricht der vierten Klasse.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit befasst sich schwerpunktmäßig mit Motivationspsychologie, der Selbstbestimmungstheorie von Deci und Ryan, dem Konzept der Selbstwirksamkeit und deren Einfluss auf die schulische Leistung.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie eine autonomie- und kompetenzunterstützende sowie sozial-einbindende Lernumgebung die Motivation, Selbstwirksamkeit und Leistung von Grundschülern positiv beeinflussen kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine quantitative Querschnittsuntersuchung an 18 Grundschulen in Hessen, bei der 580 Schüler mittels Fragebögen zu ihrer Motivation und psychologischen Bedürfnisbefriedigung befragt wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil, der die psychologischen Grundlagen definiert, und einen empirischen Teil, der das Studiendesign sowie die statistische Auswertung der Ergebnisse präsentiert.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich durch die Begriffe Lernmotivation, Selbstbestimmungstheorie, wahrgenommene Lernumgebung, Selbstwirksamkeit und Grundschulforschung charakterisieren.
Welche Rolle spielen Noten in dieser Untersuchung?
Noten werden als Indikatoren für Schulleistungen genutzt, wobei die Arbeit kritisch hinterfragt, inwiefern sie als objektives Maß für den tatsächlichen Leistungsstand geeignet sind.
Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der Lehrkräfte?
Die Autorin betont, dass Lehrkräfte durch eine gezielte Unterrichtsgestaltung, die die psychologischen Grundbedürfnisse der Schüler adressiert, einen maßgeblichen Einfluss auf die Lernmotivation und den Lernerfolg haben.
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- Anna Raschke (Author), 2016, Einfluss der Lernumgebung auf die Lernmotivation bei Grundschülern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375339