Mitarbeiterbefragung als Instrument zur Unternehmensanalyse und Unternehmenentwicklung


Studienarbeit, 2017

22 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 3
2. Mitarbeiterbefragung als Instrument des Personalmanagements ... 4
2.1 Definitionen und und Funktionen einer Mitarbeiterbefragung ... 4
2.2 Formen einer Befragung ... 7
3. Umsetzung einer Mitarbeiterbefragung... 8
3.2 Einbindung relevanter Stakeholder ... 9
3.3 Transparenz und Vertrauen schaffen ... 10
3.4 Entwicklung des Fragebogens ... 13
4. Hohe Identifikation erreichen ... 14
4.1 Spezifische Organisationseinheiten erfassen ... 14
4.2 Inhalte und Distribution der Berichte ... 16
4.3 Effektiver Folgeprozess ... 17
5. Auswertung, Analyse und Rückmeldung ... 18
5.1. Ableiten von Maßnahmen ... 19
5.2 Umsetzung von Maßnahmen ... 19
5.3 Zielbild nachhaltig verankern ... 20
6. Datenschutz ... 20
7. Fazit ... 21
Literaturverzeichnis ... 22

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1. Einleitung
In der heutigen internationalen Wirtschaft sind Unternehmen dauerhaft mit einem stetig
steigenden Wettbewerb konfrontiert. Die Produktionen werden zunehmend vernetzter und
komplexer, steigenden Nachfrageanforderungen muss standgehalten werden und die Zeiten,
in welchen rein der technische Fortschritt genügt, gehören zur Vergangenheit. Durch die stark
ausgereizte Entwicklung, dem sinkenden Steigerungspotenzial und den immer kürzeren
Produktlebenszyklen, geraten die Firmen, wenn diese weiterhin mit Erfolg am Markt bestehen
möchten, unter einen starken Kostendruck. Nahe der Grenze von Produktionsoptimierungen
sind die Arbeitgeber zum Umdenken gezwungen. Diese müssen heutzutage schnell auf neue
oder veränderte Trends und Gegebenheiten des Marktes reagieren, entsprechende Lösungen
erarbeiten und diese auch umsetzen. Resultat daraus ist, dass vor allem die Mitarbeiter eines
Unternehmens von diesem andauernden Wandel betroffen sind und zu einer wichtigen
Schlüsselfigur werden, wenn es darum geht, den Erfolg des Unternehmens nachhaltig zu
sichern. Somit richtet sich der Fokus immer mehr auf den Bereich Personalmanagement bzw.
Human Ressource. Erstens können Unternehmen, durch ihr Interesse an der Meinung und
dem Befinden ihrer Mitarbeiter, mit einer deutlich höheren Motivation und Arbeitsmoral derer
rechnen, zweitens können wichtige Impulse gewonnen werden, wenn Mitarbeiter befragt
werden, wie diese die Prozesse im Unternehmen wahrnehmen und einschätzen.
Mit
dem
Führungsinstrument
"Mitarbeiterbefragung"
versuchen
Organisationen
Schwachstellen und Optimierungspotenziale aufzudecken, und dementsprechende
Verbesserungsmaßnahmen zu entwickeln und umzusetzen. Somit werden viele Potenziale
genutzt, die Mitarbeiter bereits auf Neuerungen eingestimmt und ihnen das Gefühl von
Partizipation gegeben. Folgend ein Zitat, um die Thematik zu verdeutlichen:
,,Wer mitdenkende, eigenverantwortlich handelnde Mitarbeiter haben will, wer das enorme
Potential ihrer Fähigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen aktivieren möchte, der muss den
Dialog zu ihnen suchen und sie befragen."
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An dieser Stelle kommen wir schon zum Hauptproblem der Mitarbeiterbefragung. Viele
Mitarbeiterbefragungen können im Sand verlaufen oder zu Misstrauen bei den Teilnehmern
führen, wenn diese nicht an einen unmittelbar anschließenden effektiven Folgeprozess
gekoppelt ist und die Akzeptanz des Personals dazu gewonnen wurde. Viele Faktoren müssen
beachtet werden, damit dieses komplexe Hilfsmittel nicht zu einem Misserfolg führt. In den
folgenden Kapiteln werden die wichtigen Schritte der Mitarbeiterbefragung verdeutlicht, gefolgt
von einer abschließenden Zusammenfassung.
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Comelli (1997), S. 58

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2. Mitarbeiterbefragung als Instrument des Personalmanagements
2.1 Definitionen und und Funktionen einer Mitarbeiterbefragung
Eine partizipative Führung und Zusammenarbeit wird heutzutage vom Mitarbeiter
vorausgesetzt.
Das
schließt
eine
intensive
Kommunikation
und
erweiterte
Gestaltungsmöglichkeit im eigenen Verantwortungsbereich ein. In erfolgreichen Unternehmen
entstand eine Unternehmenskultur, in der partizipatives Verhalten zum Besitzstand des
Denkens, Sprechens und Handelns durch überzeugende Erkenntnisse aus empirisch
orientierten
Motivationsstudien
sowie
positive
Erfahrungen
aus
Organisationsentwicklungsprojekten.
Durch
Unterstützung
und
Ergänzung
durch
personalpolitische Instrumente wie Mitarbeitergespräche, Problemlösungsklausuren,
Zirkelarbeit und durch intensive Delegation. In diesem Zusammenhang werden
Mitarbeiterbefragungen seit über 20 Jahren international mit großem Erfolg in der
Wirtschaftspraxis
als
strategisches
Führungsinstrument
bei
kontinuierlichen
Verbesserungsprozessen (KVP), im Rahmen von Organisationsentwicklungsmaßnahmen
sowie beim Innovations- und Qualitätsmanagement eingesetzt. Ebenso sind sie im
Zusammenhang mit Auditierungen, Personalcontrolling und Balanced Scoredcard-Konzepten
nicht mehr wegzudenken. Insofern können sie als integrierter Bestandteil des gesamten
Change Management gelten (Handbuch Mitarbeiterbefragung). Oftmals passieren bei einer
Mitarbeiterbefragung viele Fehler, da zu sehr Personalbezogene Themen abgefragt werden.
Allgemein versteht man unter einer Mitarbeiterbefragung die systematische Befragung von
Mitarbeitern in einem Unternehmen, die von informellen Gesprächen mit den einzelnen
Mitarbeitern abzugrenzen ist. Hierbei werden interne Daten sowie als auch Meinungen über
bestimmte Bereiche oder Abteilungen in einem Unternehmen gesammelt. In der Regel sind
dies schriftliche, anonym durchgeführte Vollerhebungen mit einem standardisierten
Erhebungsinstrument, dass hauptsächlich geschlossene Items enthält
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. Doch was gehört alles
dazu? Mitarbeiterzufriedenheitsanalysen, innerbetriebliche Einstellungsforschung. Man
versteht darunter grundsätzlich ein Instrument der partizipativen Führung und
Zusammenarbeit, mit dem im Auftrag der Unternehmensleitung, oft delegiert an den
Personalbereich, den Organisationsbereich, den Marketingbereich oder an ein besonderes
Arbeitsteam im Dialog mit den Arbeitnehmervertretungen. Es wird größtenteils ein
standardisierter oder ein teilstandardisierter Fragebogen eingesetzt. Dieser wird anonym
durchgeführt und auf freiwilliger Basis. Es ist unterschiedlich, manchmal werden alle
Mitarbeiter befragt oder eine repräsentative Stichprobe, wenn bestimmte Zielgruppen
angesprochen werden sollen. Die Befragung wird unter methodischer, organisatorischer und
rechtlichen Rahmenbedingungen durchgeführt. Entweder online oder auf dem schriftlichen
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www.karrierebibel.de (18.06.2017)

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Weg. In seltenen Fällen werden auch Workshops oder persönliche Interviews durchgeführt.
Hierbei ist es wichtig, Informationen über Einstellungen, Erwartungen, Bedürfnisse und
Änderungsvorschläge der Mitarbeiter, bezogen auf bestimmte Bereiche der betrieblichen
Arbeitswelt oder der Umwelt zu gewinnen, um daraus möglichst anschauliche Indikatoren auf
betriebliche Stärken und Schwächen zu ergattern. Die Ursachen werden im Austausch
zwischen Mitarbeitern und Führungskräften als auch mit der Unternehmensleitung geklärt um
daraus konkrete Veränderungsprozesse im Rahmen des Change Management zu planen,
abzustimmen, zu realisieren und deren Erfolgswirksamkeit zu hinterfragen. Es ist immer ein
Prozess
des
lebenslangen
Lernens
damit
gemeinsam
zu
einer
höheren
unternehmensrelevanten Leistung zu gelangen.
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Die Funktionen der Mitarbeiterbefragung hat speziell folgende Funktionen:
1. Sie ist Diagnoseinstrument und damit Grundlage von gestalterischen Maßnahmen, da
sie den Grad der allgemeinen Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter anzeigt. Die
gesonderte Zufriedenheit oder auch Unzufriedenheit der Beschäftigten mit bestimmten
Teilaspekten der Arbeit und dient somit als Instrument der konkreten
Schwachstellenanalyse. Sie kann wertvolle Anhaltspunkte zur Beseitigung der
funktionalen Mängel in der Organisation geben. Die Befragung kann hier zu
Versachlichung der Diskussion zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern
beziehungsweise Arbeitnehmervertretungen, zwischen Vorgesetzen und Mitarbeitern,
zwischen Vertretern verschiedener Unternehmensbereiche, mit internen und externen
Kunden beitragen.
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2. Die Mitarbeiterbefragung ist selbst ein gestalterischer Eingriff in die Organisation mit
verschieden Folgewirkungen, die Mitarbeiter werden an den Belangen des
Unternehmens beteiligt und haben somit die Sicherheit zu Wort zu kommen, ,,gehört
zu werden", ,,zur Unternehmensentwicklung direkt beizutragen". Sie verringert die
soziale Distanz zwischen Unternehmensleitung, Vorgesetzten und Mitarbeitern.
Dadurch erschließt sich eine transparente Kommunikation und Kooperation.
Schlussendlich trägt dies zur Erhöhung der Arbeitszufriedenheit und zur Verbesserung
des Betriebsklimas bei mit dem Ziel und der Einsicht, dass zufriedene Mitarbeiter auch
die Zufriedenheit der Kunden steigern und damit das wirtschaftliche Ergebnis des
Unternehmens davon erfreulich beeinflusst wird.
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Domsch (2013), S.
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Domsch (2013), S.
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Domsch (2013), S.

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3. Sie kann als eine Grundlage mitarbeiterorientierter Personal-, Organisations- und
Unternehmensentwicklung eingesetzt werden. Mit der Einbeziehung der Informationen
aus Mitarbeiterbefragungen können die Zuverlässigkeit und Qualität der
Entscheidungsprozesse des Unternehmens in vielen Bereichen gesteigert werden. Bei
notwendigen Neuerungen in der Organisation zum Beispiel die Maßnahmen zur
Arbeitsstrukturierung und im Rahmen des Qualitätsmanagement, kann die
Mitarbeiterbefragung
zur
Entwicklung,
Unterstützung
und
Sicherung
mitarbeiterorientierter Lösungen eingesetzt werden. Die Mitarbeiterbefragung kann der
Erfolgskontrolle nahezu jeder betrieblichen Maßnahmen dienen und deshalb
Grundlage für eine erneute Planung sein. Sie ist damit ein Instrument, das den Erfolg
lernender Organisationen und damit generell des Change Management steigert. Bei
den heute immer häufiger stattfindenden Unternehmensfusionen treffen oft
verschiedene Unternehmenskulturen aufeinander, für die ein neuer gemeinsamer,
erfolgreicher Weg gesucht werden muss. Hierbei können Mitarbeiterbefragungen,
gezielt eingesetzt, unverzichtbare Entwicklungsinstrumente sein.
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4. Es dient als strategisches Managementinstrument, denn Mitarbeiterbefragungen
liefern Daten für Audits wie Beispielsweise Social Audits oder Qualitätsaudits. Es ist
der Gestaltungsraum des resource-based view of management-Ansatzes. Sie können
als Balanced Scorecard Tools und damit als Lieferant von erfolgsorientierten
Messkriterien herangezogen werden. Diese können als integrierter Bestandteil von
Controlling-Systemen eingesetzt werden. Mitarbeiterbefragungen sollten deshalb
mindestens alle zwei Jahre wiederholt werden, damit sie in Zielvereinbarungen
integriert werden sowohl als auch für externe und interne Benchmark-Aktionen
eingesetzt zu werden.
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Domsch (2013), S.
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Domsch (2013), S.

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2.2 Formen einer Befragung
Abbildung 1: Formen von MABs. (Nach Domsch & Ladwig, 2000a, S. 4)
Bei der Form von Mitarbeiterbefragungen kann zwischen einer Vielzahl von Alternativen
unterschieden werden. Die ausgewiesenen Unterscheidungsmöglichkeiten (Abb.1)
entsprechen der hinlänglich aus der empirischen Sozialforschung und aus der Marktforschung
bekannten Differenzierung und Gestaltungsmöglichkeit. Im konkreten Fall kann man die
relevanten Alternativen mit Hilfe des aufgezeigten morphologischen Kastens diskutieren. Fast
alle Ausprägungsformen lassen sich im Rahmen innerbetrieblicher Mitarbeiterbefragungen
durch Beispiele aus der Praxis belegen. Allerdings hat sich die schriftliche, anonym
durchgeführte, strukturierte und standardisierte Befragung mit geschlossenen und teilweise
auch offenen Fragestellung in der Praxis durchgesetzt. Neuerdings werden auch immer öfters
Online Befragungen eingesetzt und neuere Informations- und Kommunikationstechnologien
für die Ergebnisdarstellung und Ergebnisdiskussion genutzt. Letztendlich richtet sich die
Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Mitarbeiterbefragung als Instrument zur Unternehmensanalyse und Unternehmenentwicklung
Hochschule
Technische Hochschule Rosenheim  (Wirtschaft)
Note
1,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
22
Katalognummer
V375497
ISBN (eBook)
9783668528086
ISBN (Buch)
9783668528093
Dateigröße
1004 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unternehmen, Mitarbeiter, Befragung, Unternehmensanalyse, Unternehmensentwicklung
Arbeit zitieren
Daniel Keller (Autor), 2017, Mitarbeiterbefragung als Instrument zur Unternehmensanalyse und Unternehmenentwicklung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375497

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