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Fallarbeit über (Paar-)Trennungen im Jugendalter

Titel: Fallarbeit über (Paar-)Trennungen im Jugendalter

Studienarbeit , 2017 , 29 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: M.A Nadja Ksiazek (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Jeder Mensch verspürt das Verlangen nach sicheren Bindungen. Bereits die Eltern-Kind-Beziehung ist ausschlaggebend für eine gesunde und soziale menschliche Entwicklung. Zu Bezugspersonen entsteht grundsätzlich eine emotionale Beziehung, die idealerweise Schutz, Trost und Geborgenheit vermittelt. Bindungen sind bis ins hohe Erwachsenenalter eine wichtige Bedingung für seelisches Wohlergehen. Gerade im Jugendalter steigt das Interesse am Thema Liebe durch hormonelle Umschwünge (Pubertät) und die damit verbundene Geschlechtsreife. Eine Liebesbeziehung stellt in dieser Zeitspanne einen wertvollen Fortschritt dar. Das starke Bedürfnis nach emotionaler Stabilität und Sicherheit ist bei dem Übergang zum Erwachsenenalter somit gewährleistet. Ein festes Liebespaar unterstützt und tröstet sich gegenseitig in Belastungssituationen. Jugendliche erleben neue Formen sexueller Intimität und Zuneigung. Ein plötzlicher Trennungsverlust wie im genannten Fallbeispiel löst in Jennifer ein Ohnmachts- und Hilflosigkeitsempfinden aus. [...]

Die Fallarbeit möchte das traumapädagogische Fallverständnis im psychosozialen Handlungsfeld: Schulsozialarbeit fördern. Levine betont, dass ein emotionales Trauma nicht nur durch Todesfälle und physische Gewalteinwirkungen entstehen kann, sondern auch durch das Verlassen werden). Unerwartete Trennungen beeinflussen die individuelle Lebenswelt und gerade Jugendliche fallen in einer Krise durch sozial abweichendes Verhalten im zentralen Lebenskontext Schule auf. Dies führt zur völligen Überforderung pädagogischer Fachkräfte, aber auch zur sozialen Isolation der leidenden Person durch Unverständnis beziehungsweise durch fehlendes Fachwissen. Um jedoch auf pädagogischer Ebene intervenieren zu können, wird nach Gahleitner Traumasensibilität und die biopsychosoziale Berücksichtigung außergewöhnlicher Lebensereignisse gefordert. Die psychosoziale Beratung ist nicht nur aus erziehungswissenschaftlicher Sicht der zentrale Auftrag pädagogischer Praxis. Sie ist weiterhin eine bedeutungsvolle Handlungsform der Sozialen Arbeit im Spannungsfeld von Gesellschaft, Institution, Profession und Individuum. In der Fallarbeit begebe ich mich in die fiktive Rolle einer erfahrenen Schulsozialarbeiterin mit abgeschlossener Weiterbildung bei der Bundesarbeitsgemeinschaft für Traumapädagogik.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Zeitdiagnose

1.2 Fall Jennifer

1.3 Relevanz für die Psychosoziale Beratung

1.4 Aufbau der Fallarbeit

2. Theoretisches Fundament

2.1 Begriffsdefinitionen

2.1.1 Psychisches Trauma

2.1.2 Posttraumatische Belastungsstörung

2.1.2.1 Trennung und Trauer

2.1.2.2 Wenn das weibliche Geschlecht zu sehr begehrt

2.1.3 Soziologische Sichtweise auf das Jugendalter

3. Handlungsfeld: Schulsozialarbeit

3.1 Schulsozialarbeit an der Internationalen Gesamtschule Heidelberg

3.2 Personenzentrierte Beratung bei Traumatisierung

3.2.1 Erstgespräch mit Jennifer- Beratungsverlauf

4. Fallanalyse

4.1 Strukturdimension

4.2 Subjektdimension

4.3 Symbolische und Interaktive Dimension

4.4 Psychosoziale Diagnostik und Interventionsplanung

4.4.1 Biopsychosoziale Diagnostik

4.4.2 Traumapädagogische Intervention

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht anhand eines Fallbeispiels die Auswirkungen traumatischer Erfahrungen durch Trennung im Jugendalter und beleuchtet die Rolle der Schulsozialarbeit bei der psychosozialen Unterstützung. Zentral ist dabei die Frage, wie durch beziehungsorientierte Ansätze Stabilität gefördert und gesellschaftliche sowie strukturelle Belastungsfaktoren im Kontext Schule adressiert werden können.

  • Traumaprozesse und psychosoziale Belastungsstörungen im Jugendalter
  • Die Bedeutung von Bindung und Resonanz in der Lebenswelt Schule
  • Traumapädagogische Interventionen und biopsychosoziale Diagnostik
  • Kritik an pathologisierenden Klassifizierungssystemen
  • Rolle der Schulsozialarbeit zwischen Pädagogik und professioneller Beratung

Auszug aus dem Buch

1.2 Fall Jennifer

Jennifer (16) ist ein aufgewecktes Mädchen. Sie besucht eine 10. Gymnasialklasse an der Internationalen Gesamtschule in Heidelberg und fällt in der Schule durch ihre freundliche Art angenehm auf. Jennifer hat einen Freund. Sein Name ist Niklas (19). Niklas beendet gerade die Berufsausbildung zum Mechatroniker. Jennifer und Niklas haben einen gemeinsamen Freundeskreis. Niklas ist ein sehr erfolgreicher Ringer und Jennifer verbringt ihre Wochenenden gerne in der Sporthalle, um Niklas zu unterstützen. Sie kennen sich zwei Jahre und deshalb schmiedet Jennifer bereits außerordentliche Zukunftspläne mit Niklas. Sie wünscht sich zu einem späteren Zeitpunkt eine große Familie, da sie sich als Einzelkind oft ein Geschwisterchen wünschte. Für Jennifer ist die Paarbeziehung ein wichtiger Bestandteil ihres derzeitigen Lebens. Sie ist zudem sehr verliebt.

Eines Tages erhält Jennifer einen unerwarteten Anruf von Niklas. Er teilt ihr mit, dass er die Beziehung beenden möchte. Er begründet die Trennung sehr knapp, dass sich Jennifer zu wenig in seinem Verein engagierte. Grundsätzlich hätten seine Gefühle zu Jennifer dadurch stark nachgelassen. Jennifer bricht zusammen. Sie plagen starke Schuldgefühle, dass sie den Anforderungen ihres Freundes nicht gerecht werden konnte. Sie überkommt sofort eine tiefe Traurigkeit. Nach diesem Anruf legt sie sich kraftlos ins Bett und hat zudem starke Bauchschmerzen. Jennifer hofft jedoch, dass sich Niklas in naher Zukunft wieder meldet.

Nach einigen Wochen erzählt ihr ein Bekannter, dass Niklas bereits eine neue Freundin hat. Niklas hat sich nicht mehr gemeldet. Jennifer bricht den Konktakt zu allen Freunden ab. Zum gleichen Zeitpunkt bekommt sie Schwierigkeiten in ihrer Schule. Sie schwänzt regelmäßig den Unterricht. Die Klassenlehrerin sorgt sich um das junge Mädchen. Jennifer begleiten Versagensängste und wenn sie ein Referat halten muss, zittern ihre Hände. Sie fühlt sich sehr einsam, schreibt zunehmend schlechte Noten und wirkt stets unkonzentriert. Zudem fiel der Klassenlehrerin bereits relativ früh auf, dass sie stark abgenommen hat und sehr träumerisch wirkt. Eine besorgte Klassenkameradin teilt mit, dass Jennifer bereits des Öfteren Suizidgedanken geäußert hat. Die Klassenkameradin verrät, dass sie sich regelmäßig in Discotheken aufhält und übermäßigen Alkohol konsumiert. Die Klassenlehrerin sucht daraufhin Rat bei mir in der Rolle der Schulsozialarbeiterin.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, skizziert eine aktuelle Zeitdiagnose und begründet die Relevanz der psychosozialen Beratung am Beispiel des Falls Jennifer.

2. Theoretisches Fundament: Hier werden zentrale Begriffe wie Trauma, Posttraumatische Belastungsstörung und die soziologische Sichtweise auf das Jugendalter erörtert und theoretisch unterfüttert.

3. Handlungsfeld: Schulsozialarbeit: Dieses Kapitel verortet die Schulsozialarbeit als Handlungsfeld und stellt den personenzentrierten Beratungsansatz sowie den konkreten Verlauf des Erstgesprächs mit Jennifer dar.

4. Fallanalyse: Eine mehrdimensionale Analyse des Falls Jennifer wird vorgenommen, die Struktur-, Subjekt- sowie symbolische Dimensionen umfasst und in einer Interventionsplanung mündet.

5. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Bedeutung der Schulsozialarbeit im Kontext von Stigmatisierung und der Notwendigkeit eines humanistischen Verständnisses von Krise und Trauer.

Schlüsselwörter

Schulsozialarbeit, Trauma, Posttraumatische Belastungsstörung, Jugendalter, Fallarbeit, Biopsychosoziale Diagnostik, Personenzentrierte Beratung, Bindung, Resilienz, Lebensweltorientierung, Soziale Isolation, Krisenintervention, Stigmatisierung, Trauerbewältigung, Traumapädagogik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Situation einer 16-jährigen Schülerin, die durch eine plötzliche Trennung in eine psychische Krise gerät, und beleuchtet, wie Schulsozialarbeit hierbei professionell intervenieren kann.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind Traumapädagogik, die biopsychosoziale Diagnostik im schulischen Umfeld, Bindungstheorien sowie die kritische Auseinandersetzung mit der Pathologisierung von menschlichen Krisen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Förderung eines traumapädagogischen Fallverständnisses innerhalb der Schulsozialarbeit, um betroffenen Jugendlichen adäquate Unterstützung und einen Schutzraum zu bieten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt die Methode der sozialpädagogischen Fallarbeit und stützt sich dabei auf den personenzentrierten Beratungsansatz nach Carl Rogers sowie den Anti-Bias-Ansatz.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil erfolgen die theoretische Fundierung der Begriffe Trauma und Jugendphase sowie eine detaillierte, mehrdimensionale Fallanalyse mit anschließender Interventionsplanung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Schlüsselbegriffe sind Schulsozialarbeit, Trauma, personenzentrierte Beratung, Biopsychosoziale Diagnostik und Jugendphase.

Welche Rolle spielt die Trennung im Fall Jennifer konkret für ihre psychische Gesundheit?

Die Trennung fungiert als auslösendes traumatisches Ereignis, das bei Jennifer durch vorbestehende Vulnerabilitäten zu massiven Symptomen wie sozialen Rückzug, Konzentrationsproblemen und Suizidgedanken führt.

Warum lehnt die Autorin eine rein ICD-10-basierte Diagnostik für den schulischen Kontext ab?

Die Autorin argumentiert, dass eine rein defizitorientierte Diagnose der Komplexität des Einzelfalls nicht gerecht wird und zur Stigmatisierung führen kann, weshalb eine biopsychosoziale Perspektive vorgezogen wird.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Fallarbeit über (Paar-)Trennungen im Jugendalter
Hochschule
SRH Hochschule Heidelberg  (Fakultät für Sozial- und Rechtswissenschaften)
Veranstaltung
Schulsozialarbeit
Note
2,0
Autor
M.A Nadja Ksiazek (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
29
Katalognummer
V375622
ISBN (eBook)
9783668547827
ISBN (Buch)
9783668547834
Sprache
Deutsch
Schlagworte
fallarbeit paar- trennungen jugendalter
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
M.A Nadja Ksiazek (Autor:in), 2017, Fallarbeit über (Paar-)Trennungen im Jugendalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375622
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Leseprobe aus  29  Seiten
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